Die größte Illusion von allen

Das Erschaffen dieser zeitlichen Eindrücke von Vergangenheit und Zukunft geschieht nicht unbewusst, sondern ganz bewusst.
Oder was genau meinst du mit "unbewusste Arbeit"?
Glaubst du wirklich, jedem Menschen ist ganz genau bewusst, wie er sich Zeit erschafft?
Und wie gut kennst du die eigenen Prozesse, die ablaufen, um Zeit wahrzunehmen - wäre all das absolut bewusst, könntest du sie doch von jetzt auf gleich unterbrechen, oder? ;)
 
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Glaubst du wirklich, jedem Menschen ist ganz genau bewusst, wie er sich Zeit erschafft?
Und wie gut kennst du die eigenen Prozesse, die ablaufen, um Zeit wahrzunehmen - wäre all das absolut bewusst, könntest du sie doch von jetzt auf gleich unterbrechen, oder? ;)
Nun, ein Mensch denkt sicher nicht ständig darüber nach, wie er die Eindrücke von Zeit eigentlich erschafft. Doch indem er Aufmerksamkeit anwendet und sie auf etwas Konkretes richtet, sie dann davon abzieht und sie auf etwas anderes richtet, erschafft er diese Eindrücke jeweils ganz bewusst, ob er explizit darüber nachdenkt oder nicht. Denn das bedeutet ja nicht, dass er sie unbewusst erschafft.

Meine Eindrücke von Zeit zu unterbrechen, kenne ich nur in Form des traumlosen Tiefschlafs, in dem es nichts für mich gibt, dem ich einen zeitlichen Eindruck zuordnen könnte. Erst wenn ich wieder aufgewacht bin, kann ich feststellen, dass es eine Unterbrechung, eine Lücke im Erleben von zeitlichen Eindrücken gab, die ich Schlaf nenne.

Selbst wenn ich mich auf etwas Konkretes ganz besonders konzentriere (zum Beispiel beim Meditieren), dann habe ich das Gefühl, dass sich die Eindrücke von Zeit enorm verlangsamen und sie sich geradezu einem Stillstand nähern. Und bei einer sogenannten Trance kann sogar das Gegenteil der Fall sein, also nicht der Eindruck von Verlangsamung sondern von einer enormen Zunahme eines zeitlichen Empfindens in Form einer Beschleunigung der Ereignisse, auf die man dabei seinen Fokus richtet. Allein das sind Beweise dafür, dass Zeit nichts universell Gültiges im Sinne einer Maßeinheit ist, die immer und überall gilt.
 
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Nun, ein Mensch denkt sicher nicht ständig darüber nach, wie er die Eindrücke von Zeit eigentlich erschafft. Doch indem er Aufmerksamkeit anwendet und sie auf etwas Konkretes richtet, sie dann davon abzieht und sie auf etwas anderes richtet, erschafft er diese Eindrücke jeweils ganz bewusst, ob er explizit darüber nachdenkt oder nicht. Denn das bedeutet ja nicht, dass er sie unbewusst erschafft.
Demzufolge könnte ich Zeit auch als ein Abfall- oder Nebenprodukt bezeichnen, das automatisch durch die Fokussierung entsteht. Dann wäre es aber genausogut auch andersrum möglich, dass wir nämlich die Fähigkeiten zur Konkretisierung - das Richten eines Fokus auf etwas - nur durch die Existenz einer zeitlichen Wahrnehmung erhalten. Würdest du das ausschließen? Zeit ist schließlich nichts Konkretes; oder universell Gültiges, wie du es nennst.
 
Dann wäre es aber genausogut auch andersrum möglich, dass wir nämlich die Fähigkeiten zur Konkretisierung - das Richten eines Fokus auf etwas - nur durch die Existenz einer zeitlichen Wahrnehmung erhalten.
Den Satz musste ich erstmal zweimal lesen, um zu verstehen, was du da eigentlich sagst. Deswegen frage ich lieber nach, um sicher zu gehen, dich korrekt verstanden zu haben.

Ich drehe es mal sinngemäß herum, dann klingt das so:

Die Existenz einer zeitlichen Wahrnehmung bringt als Ergebnis die Fähigkeit zur Konkretisierung hervor.

Selbst dabei muss ich passen. Ich verstehe das noch nicht. Magst du es umformulieren?
 
Den Satz musste ich erstmal zweimal lesen, um zu verstehen, was du da eigentlich sagst. Deswegen frage ich lieber nach, um sicher zu gehen, dich korrekt verstanden zu haben.

Ich drehe es mal sinngemäß herum, dann klingt das so:

Die Existenz einer zeitlichen Wahrnehmung bringt als Ergebnis die Fähigkeit zur Konkretisierung hervor.

Selbst dabei muss ich passen. Ich verstehe das noch nicht. Magst du es umformulieren?
Indem wir einen Fokus auf etwas richten, machen wir es konkret; es findet eine Konkretisierung statt. Unkonkretes gibt es nur dort, wo wir etwas nicht verstehen. Wenn du Aufmerksamkeit auf etwas Konkretes richtest, konkretisierst du es gleichzeitig - man könnte auch sagen, du "verstehst", worauf du deine Aufmerksamkeit richtest. Wenn du z.B. einen Satz, den ich schreibe, nicht verstehst, dann war er - dem Sinn nach - auch nichts Konkretes in deiner Wahrnehmung.

Nun hast du behauptet, der Mensch würde zeitliche Eindrücke bewusst erschaffen, indem er Aufmerksamkeit auf etwas Konkretes richtet und wieder abzieht.
Wenn dir jetzt aber das Gegenteil als Theorie vorläge: Wir werden erst fähig, Aufmerksamkeit auf etwas Konkretes zu lenken (sprich Dinge zu konkretisieren) als Ergebnis einer zeitlichen Wahrnehmung.
Würdest du das als Möglichkeit ausschließen?
 
Indem wir einen Fokus auf etwas richten, machen wir es konkret; es findet eine Konkretisierung statt. Unkonkretes gibt es nur dort, wo wir etwas nicht verstehen. Wenn du Aufmerksamkeit auf etwas Konkretes richtest, konkretisierst du es gleichzeitig - man könnte auch sagen, du "verstehst", worauf du deine Aufmerksamkeit richtest. Wenn du z.B. einen Satz, den ich schreibe, nicht verstehst, dann war er - dem Sinn nach - auch nichts Konkretes in deiner Wahrnehmung.

Nun hast du behauptet, der Mensch würde zeitliche Eindrücke bewusst erschaffen, indem er Aufmerksamkeit auf etwas Konkretes richtet und wieder abzieht.
Wenn dir jetzt aber das Gegenteil als Theorie vorläge: Wir werden erst fähig, Aufmerksamkeit auf etwas Konkretes zu lenken (sprich Dinge zu konkretisieren) als Ergebnis einer zeitlichen Wahrnehmung.
Würdest du das als Möglichkeit ausschließen?
Danke, jetzt habe ich verstanden, was du meinst.

Allerdings stimme ich dem nicht zu. Da sind keine Dinge als gegeben vorhanden im Sinne eines Attraktors, der eine Fähigkeit anwendet von ”Schau mich an“, so dass wir gewissermaßen als Folge von dem Ding erst dann unseren Fokus darauf richten.

Der mehrmals für den Nobelpreis vorgeschlagene, berühmte französische Autor, Jean Anouilh, 1910-1987, hat es einmal herrlich auf den Punkt gebracht formuliert, in dem er sinngemäß sagte: ”Die Dinge sind nicht das, was sie sind, sondern wozu wir sie mit unserem Denken machen.“ Auch er hatte erkannt, dass es keine Wahrnehmung gibt, von der wir alle ausgehen, sondern eine Wahrgebung. Das heißt, die Art und Weise, wie wir von einem Ding denken, bestimmt sein Aussehen und seine Eigenschaften. Und da wir alle, jeder Einzelne von uns, qualitativ ähnliche geistige Eigenschaften anwenden, sehen wir demzufolge auch die Dinge ähnlich und können uns darüber austauschen.

Vielleicht erinnerst du dich an meinen Beitrag über IS-BE´s (zu dem es hier geht), in dem ich diesen Vorgang noch drastischer formulierte und in dem ich erwähnte, dass wir alle durch eine Vielzahl von Schablonen und Filtern blicken und dass sie es sind, die die Dinge erscheinen lassen. Denn unsere Wissenschaftler haben übereinstimmend herausgefunden, dass außerhalb von uns nichts Verdinglichtes ist, sondern das elektromagnetische Spektrum in seiner Gesamtheit. Was auch immer man untersucht, es wird sich bei hinreichend genauer Untersuchung auflösen und noch während der Untersuchung restlos in einer Wirkungslosigkeit verschwinden. Stabilität und Festigkeit sind keine Eigenschaften von Materie. Es sind unsere benutzten Schablonen, unsere Filter, wie die unserer 5 Sinne, die uns eine Festigkeit der Materie vorgaukeln. Denn wären unsere Sinne von anderen Qualitäten (was zwangsläufig auch eine andere Körperlichkeit mit sich brächte), wie z.B. das Sehen im Röntgenbereich, dann würden wir niemals sagen ”Da steht eine Mauer“, weil wir gar keine sehen würden. Es ist das Sehen durch diese Schablonen/Filter, die wir auf das elektromagnetische Spektrum richten, mit dem Ergebnis, dass die Schablonen das zeigen, was sie hergeben. Und das sind dann alle Dinge, die wir um uns herum als solche bemerken, benutzen und selbst in geringem Ausmaße umformen können.

Wir benötigen ein vollkommen anderes Weltbild, dass die bisherigen wissenschaftlichen und psychologischen Erkenntnisse auch in unsere Alltagssprache bringt. Wir benötigen eine Ent-Dinglichung der Welt, hin zu einer Welt von Abläufen und Prozessen.
 
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Was auch immer man untersucht, es wird sich bei hinreichend genauer Untersuchung auflösen und noch während der Untersuchung restlos in einer Wirkungslosigkeit verschwinden.


Darum sterben so viele Tierarten aus!
Die werden einfach zu genau von Verhaltensbiologen beobachtet! :ironie:
 
Was auch immer man untersucht, es wird sich bei hinreichend genauer Untersuchung auflösen und noch während der Untersuchung restlos in einer Wirkungslosigkeit verschwinden.
Vielleicht sollte man bewusst mehr mit den Dingen anfangen, wozu sie da sind, anstatt sie bis zur Wirkungslosigkeit zu untersuchen.

Nur leider hören die Wirkungen nicht auf zu existieren, wenn man es doch tut, sie verschwinden nur aus unserer Wahrnehmung. Wäre ja super, wenn ich eine Krankheit heilen könnte, indem ich sie nur genau genug untersuche.

Stabilität und Festigkeit sind keine Eigenschaften von Materie. Es sind unsere benutzten Schablonen, unsere Filter, wie die unserer 5 Sinne, die uns eine Festigkeit der Materie vorgaukeln. Denn wären unsere Sinne von anderen Qualitäten (was zwangsläufig auch eine andere Körperlichkeit mit sich brächte), wie z.B. das Sehen im Röntgenbereich, dann würden wir niemals sagen ”Da steht eine Mauer“, weil wir gar keine sehen würden. Es ist das Sehen durch diese Schablonen/Filter, die wir auf das elektromagnetische Spektrum richten, mit dem Ergebnis, dass die Schablonen das zeigen, was sie hergeben. Und das sind dann alle Dinge, die wir um uns herum als solche bemerken, benutzen und selbst in geringem Ausmaße umformen können.
Ja, genau das meinte ich damit, etwas zu konkretisieren.
Aber nur weil du bei genauerer Beobachtung keine Stabilität und Festigkeit in der Materie entdecken kannst, heißt das nicht, dass sie nicht existieren. Was wir als Materie mit unseren menschlichen Sinnen wahrnehmen, ist im Grunde genommen eine Zusammenfassung eines Bruchteils dessen, was im Kommunikationsbereich zwischen eigenem Selbst und anderem Selbst abläuft.
 
Aber nur weil du bei genauerer Beobachtung keine Stabilität und Festigkeit in der Materie entdecken kannst, heißt das nicht, dass sie nicht existieren.


Finde ich auch! :)
Außerdem, um diesen Effekt festzustellen (falls er denn wirklich existiert), braucht man sehr, sehr teure Spezialgeräte wie zB in CERN.
Und die beobachten die Teilchen wiederum auch nur indirekt.


@Meikel3000 , hast du schon mal ein materielles Elementarteilchen so genau beobachtet, dass es sich aufgelöst hat?
Und das mit deinen bloßen physischen Augen?
 
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Finde ich auch! :)
Außerdem, um diesen Effekt festzustellen (falls er denn wirklich existiert), braucht man sehr, sehr teure Spezialgeräte wie zB in CERN.
Und die beobachten die Teilchen wiederum auch nur indirekt.


@Meikel3000 , hast du schon mal ein materielles Elementarteilchen so genau beobachtet, dass es sich aufgelöst hat?
Und das mit deinen bloßen physischen Augen?

Ja.
 
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