S
Solis
Guest
Während die Jehova-Schöpfung jedenfalls eine Neigung zur Verstofflichung zeigt, gibt die Elohim-Schöpfung dazu keinen Hinweis. Sie lässt deshalb geistige Urbilder entstehen, wobei der Mensch als letztgeschaffenes Geistwesen über das Vorhergehende herrschen solle. - Wie kann das nur zu verstehen sein?
Die Genesis sagt, dass der Mensch nur über die Tiere herrschen solle, während er sich die Erde untertan machen solle. Der moderne Leser würde die Worte in seinem Sinne verstehen. Das würde heißen, zum Beispiel über die Pflanzen nicht herrschen oder sie untertan machen zu sollen. Es kann aber darin kein Sinn gefunden werden, die Pflanzen auszuschließen.
Ein Sinn kann sich erst ergeben, wenn der sinnende Mensch zu der Erkenntnis gelangt, dass alles um ihn herum, die gesamte irdische und kosmische Natur, in einer geheimen Weise er selbst ist. Dann hat er den Schlüssel in der Hand, seine Schöpfung nicht erst am sechsten Tage getrennt von den anderen Tagen zu sehen, sondern sie wie eine fruchtbare Zusammenarbeit zu betrachten, wo der Mensch bereits am ersten Tag erscheint und an den folgenden Tagen an ihm weiter gebildet wird. Dann versteht er, dass Himmel und Erde, Licht und Finsternis, Sonne, Mond und die Sterne, die Pflanzen und die Tiere in übertragenem Sinne ihm Bausteine seiner selbst sind.