Die Prognosen basieren auf fundierten Messungen und Berechnungen. Unsicherheiten und Widersprüche unter den Modellen bedeuten NICHT, dass es deswegen wohl nicht so schlimm wird. Im Gegenteil könnte es sogar sein, dass die Modelle deswegen zu optimistisch sind. Und so besteht guter Grund zu Annahme, dass die Nachteile weitaus größer sind und durch die von Dir oft heraufbeschworenen Vorteile nicht ausgewogen werden.
Sie könnten auch zu optimistisch sein... Es könnte aber auch sein, dass man in die Hölle kommt, wenn man Jesus nicht als Gott akzeptiert. Das klingt auch nach einem weitaus größeren Nachteil als Sonntags in die Kirche zu gehen.
Punkt ist, die Prognosen sind nicht belegt, und selbst in jüngerer Zeit wurden Probleme darin gefunden. Die Klima-Apokalypse oder die Hölle als extrem großes Risiko zu definieren ist problematisch. Klar gehe ich davon aus, dass sich das Klima durch menschliche Einflüsse erwärmt. Und das ist insofern besser als Belege für die Hölle nach dem Tod (für Nichtchristen, oder entsprechend andersherum für andere Religionen), wo wir nicht einmal wissen, ob Jesus überhaupt gelebt hat. Trotzdem erscheint es mir nicht als gesund, wenn wir einfach mal unbelegten (und teilweise erwiesenermaßen inkorrekten) Modellen in einer solchen Weise folgen, dass sich daraus massive Konsequenzen für Wirtschaft und Lebensweise der Menschen ergeben. Das hat religiöse Züge und die ganze Diskussion erinnert an historische Weltuntergangsängste. Und die möglichen alternativen Konsequenzen könnten im Gegenteil unter Umständen auch einen Atomkrieg beinhalten.
Man muss eben auch mal schauen, ob man einem unbelegten Klimamodell in einen möglichen wirtschaftlichen Kollaps folgt (plus Konflikte mit Staaten, die es sich nicht leisten können oder wollen, oder auch innere Konflikte), oder ob man eben einfach mal schaut, was die bisherigen Konsequenzen der Erwärmung eigentlich waren. Das sind die wirklichen Fakten. Und diese Konsequenzen sind zumindest im Vergleich gering oder auch gerade positiv. Nicht so, dass es komplett zu ignorieren wäre, aber entspricht klar nicht der Greta Thunberg Panik.
Das funktioniert in der Form nur, wenn man bei jeder negativen Folge, die noch andere Einflussfaktoren (was man überall finden kann) besitzt, letztere hervorhebt und die Erwärmung ausklammert.
Aus meiner Sicht braucht man die Prognosen, damit das irgendwie gefährlich werden soll. Man schafft es doch noch nicht einmal Spezies zu nennen, die primär durch den Klimawandel akut bedroht sind (Nein, Eisbären sind es auch nicht, wurde ebenfalls hier von mir diskutiert, inklusive Links). Ohne die Prognosen ist da nicht viel, schon gar nicht diese Gefahr, die drastische Maßnahmen nötig macht. Subventionen in alternative Energien sind gut, auch wegen Knappheit fossiler Rohstoffe, Regenwaldschutz hat auch andere berechtigte Gründe usw. Aber erreicht jetzt einen hysterischen Charakter dessen Symptom unter anderem auch Greta Thunbergs Aufstieg ist.
Ein Mehr an Absorber (Treibhausgase) wird auch ein Mehr an Absorbtion nach sich führen. Der Zusammenhang ist zwar nicht linear, aber berechnenbar lder zumindest abschätzbar. Der IPCC hat da mal den Richtwert gegeben: 560 PPM CO2 werden eine Erwärmung zwischen 1,5° und 4,5° ggü. der vorindustriellen Zeit mit 280 PPM CO2 bewirken. Mit einem ungebremsten CO2-Ausstoß würden wir das um 2050-2060 herum erreichen. Es ist sehr lohnend, das vermeiden zu wollen.
Weil die gleiche Menge CO2 für einen geringeren Anstieg in Zukunft sorgt müsste man dann (was den Punkt betrifft) von einer geringeren Erwärmung in Zukunft ausgehen.
Aber ging mir hier um die Mehrheit der Klimaforscher, die davon überzeugt sind. Und da sehe ich es eben so, dass das wenig aussagt, weil man sich gegenseitig bestätigt und Abweichler unterdrückt. Da eine Falsifikation nicht aktuell möglich ist in Bezug auf die Modelle funktioniert die übliche Methode in der Wissenschaft auch nicht wirklich. Insofern kann man sich also gefahrlos selbst bestätigen, und kritische Stimmen unterdrücken.
Und welche Option schlägst Du vor, wenn sich die Prognosen der Klimaforscher bewahrheiten? Wenn sich dann zeigen würde, dass die Folgen eintreten, vor denen sie jetzt warnen, die wir dann aber nicht mehr rückgängig machen können... jetzt aber dem entgegenwirken könnten?
Was ist, wenn Belzebub nach dem Tod vor dir steht?
Ok, die Modelle werden, selbst wenn sie falsch sind, besser begründet sein als das Christentum. Aber ist ja nicht so dass man Risiko insgesamt einfach vermeiden kann. So wie es bei Religionen die Gefahr gibt, dass eine andere Religion (oder keine) richtig ist, könnten die Modelle falsch sein, aber umgekehrt droht eventuell auch die Hölle (wie Atomkrieg), wenn man wegen Klimawandel weltweite Konflikte riskiert.
Was ist das größere Risiko?
Ewige Höllenqualen gegen Glaube an Jesus.
Denke wirklich, dass Armut und Unzufriedenheit durch wirtschaftlichen Abschwung und ebenfalls massive Angst vor dem Weltuntergang für sich selbst klar das größere Risiko sind. Leute handeln gefährlich wenn sie in Panik sind, auch wenn Greta das so will.
Ich sage ja auch nicht, dass wir es komplett ignorieren sollen, aber die Gefahr, wenn wir es so angehen, als ob wir heute massiv etwas tun müssten um eine Art Apokalypse zu vermeiden ist das größere Risiko aus meiner Sicht. Es gibt keinen existierenden tatsächlichen Beleg, dass die Erwärmung bisher extrem schädlich war und ist, und ist nicht einmal sicher, ob das Vorzeichen überhaupt negativ gewesen ist (darüber auch schon hier gesprochen wie gesagt).
Ok, dann sei rational und widerlege die Arbeiten der Klimaforscher. Und da erwarte ich etwas fundierteres als eine Extrapolation oder den Hinweis auf Unsicherheiten und Detailfehler, als wenn diese bewirken würden, dass es in Wirklichkeit sicher nicht so schlimm würde. Dann belege GUT - nicht nur mit einer Extrapolation - dass es sicher nicht 2° bis zum Ende des Jahrhunderts überschreiten wird. Dann schau Dir die wissenschaftlichen Studien des aktuellen neuen IPCC-Sonderberichts an und zeige auf, wo diese Wissenschaftler sich alle bestimmt irren.
Ich hatte verlinkt, dass selbst zuletzt mindestens 2 Dinge falsch interpretiert wurden (Albedo und Vegetation).
Dazu Modelle die sich deutlich voneinander unterschieden, anstatt sich gegenseitig zu bestätigen.
Ich bin nicht selbst ein Klimaforscher. Modelle auf Fehler zu überprüfen ist schwierig. Und überhaupt, ich könnte meine Alternative dann genauso wenig wirklich testen. Was ich sehe ist, dass bei anderen damit verbundenen Themen Unfug betrieben wird. Das ist dann auch Extrapolation natürlich, aber rational zu tun. Ist es nicht problematisch derart weitgehende Entscheidungen zu treffen, weil ein Wissenschaftszweig (explizit Klimaprognosen) etwas für richtig hält, obwohl diese bisher noch nie gute langfristige Prognosen getroffen haben?