Diese Erfahrung habe ich auch mal gemacht. In trat ich einem anderen Forum als Mann auf und habe erstaunt festgestellt, dass ich mich in meiner Ausdrucksweise veränderte. Das kam ganz von allein im Schreibfluß. Ich schlug da einen sehr hm... pseudowissenschaftlichen Slang an, so ein richtig intellektueller Klugscheißer.
Es war bemerkenswert, wie man mir entgegenkam und vor allem, wie das, was ich schrieb bewertet wurde, allein aufgrund der Tatsache, dass man mich für einen Mann hielt. Ich bemühte mich immer um eine sehr neutrale Ausdrucksweise, wurde trotzdem sogar ab und an als Scheiß Macho und Chauvinist beschimpft. Hat mich echt amüsiert.
Und, was erstaunlich war, die Männer schienen mich plötzlich mehr ernst zu nehmen. Ich fragte mich immer, woran das lag. Spielte ich meine Rolle wirklich so überzeugend und unwieweit war Voreingenommenheit daran beteiligt, weil sie ja glaubten, es mit einem Mann zu tun zu haben? Und, was nun wirklich interessant ist, nahm ich mich selbst eher als ernstzunehmender Gesprächspartner wahr, wenn ich mich als Mann ausgab?
War ein äußerst interessantes Experiment. Ich konnte daraus folgendes schließen: ja, es gibt definitiv einen Unterschied, zumal ich auch sehr oft als "eher männlich tickende" Frau bezeichnet wurde (wenn man's mir optisch auch nicht ansieht). Da reicht es oft schon aus, eine Abneigung für Smalltalk zu haben (bezeichne ich immer als Nullblabla).