Die sich derzeit in Europa und weltweit rasant ausbreitende Delta-Variante kann sich in unserem Körper schneller vermehren als Vorgängervarianten. Zu diesem Schluss kommt ein chinesisches Forscherteam aus Guangdong. Sie haben dafür Betroffene eines Sars-Cov-2-Ausbruchs mit der Delta-Variante, der von Mitte Mai bis Mitte Juni 2021 in Guangdong stattfand, genau analysiert. Die Daten wurden kürzlich als noch nicht von Experten begutachtete
Publikation vorgelegt.
Die rasante Vermehrung führte dazu, dass die untersuchten Personen im Schnitt bereits vier Tage nach ihrer Infektion einen positiven PCR-Test aufwiesen. Bei den zu Beginn der Pandemie 2020 zirkulierenden Sars-CoV-2-Varianten betrug die Inkubationsphase hingegen noch sechs Tage. Delta-Träger sind also früher ansteckend als andere Sars-CoV-2-Infizierte.
Tausendmal so viel Virenpartikel
Die schnelle Vermehrung ist noch aus einem zweiten Grund tückisch: Bereits am ersten Tag, an dem ihr PCR-Test positiv ausfiel, hatten Delta-Infizierte tausendmal so viel infektiöse Virenpartikel in ihrem Nasen-Rachenraum wie Personen, die sich mit den «alten» Sars-CoV-2-Varianten infiziert hatten.
Die hohe Viruslast der Delta-Träger zeigt auch der folgende Vergleich: Laut der Guangdong-Studie befanden sich bei 80 Prozent der Delta-Infizierten am Tag ihres ersten positiven PCR-Tests in einem Milliliter Abstrichflüssigkeit mehr als 600 000 Virenpartikel. Bei den Anfang 2020 zirkulierenden Varianten fand man eine so grosse Menge hingegen nur bei 19 Prozent der Infizierten. Experten gehen davon aus, dass bereits 1000 übertragene Viren für eine Ansteckung ausreichen können.