Hallo Ihr Lieben,
obwohl ich nur paar Beiträge gelesen habe, würde ich gerne von meinen Erfahrungen mit der bedingungslosen Liebe berichten. Bitte um Nachsicht, wenn das Eine oder Andere bereits thematisiert wurde oder gar widerspricht - Zum Austausch von Erfahrungen sind meine Worte gedacht, woran wir alle wachsen können.
Auf meiner Suche nach bedingungsloser Liebe, bin ich an verschiedenen Stationen angekommen:
Erste Station
Es gab eine Zeit in meiner Kindheit und Jugend, wo ich überzeugt war, die Bibel und ganz konkret Jesus, würde mir das geben, was ich tief in meinem Herzen vermisste: Liebe, Freude, Erfolg und Wohlstand. Also zitierte ich die Bibel dauernd und war bemüht die Regeln und Vorschriften zu leben und zu verstehen. Dies würde ich wahrscheinlich noch immer tun, wäre da der Akt der Kreuzigung nicht gewesen. Das Elend das Jesus erleben musste, die Brutalität die das Volk an den Tag legte, konnte ich einfach nie verstehen. Auch sah ich denn Sinn nicht, wie ein Übermensch wie Jesus den einfachen Menschen retten könnte, es sei denn, dieser Übermensch ist gar keiner sondern ein Mensch wie wir alle. Für mich war unklar, was an der ganzen Kreuzigung mit einem bedingungslos liebenden GOTT zu tun haben soll?!
Langsam begann ich die Bibel anders zu lesen, statt ein schreibender Gott, nahm ich den Autor der Geschichten als Referenz und fing an mich in seine Zeit zu versetzen und berücksichtigte auch die Übersetzer, die mit ihren Übersetzungen ein bestimmtes Ziel verfolgten. Manchmal, wenn ich eine Kirchen besuchte, konnte ich auch hinter der Predigt den Geist des Pfarrers erkennen, der die biblischen Worte in eine bestimmte Richtung lenkte und Absichten verfolgte. Nach und nach erkannte ich, dass die Bibel ein mächtiges Instrument ist um zu manipulieren und unterschiedlichst ausgelegt werden kann.
Nun konnte ich die heilige Schrift mit einem völlig neuen Bewusstsein wahrnehmen und als Werk Gottes annehmen, denn das Leben hat das Buch geschrieben und das Leben ist GOTT.......Wir alle sind Leben!
Dann kam eine Zeit, wo theoretisches Wissen über Religionen und Glaubensrichtingen mir zu wenig war und ich fing an mein Leben zu überprüfen:
Zweite Station
Immer wieder hörte ich, dass es um "erleuchtet" zu werden, nötig sei, sein Ego zu killen. Dies machte für mich irgendwie Sinn, denn auch Jesus sprach davon Widergeboren werden zu müssen, um die Herrlichkeit Gottes sehen zu können. Doch hoppala, wie war das noch mit manipuliert und willenlos gemacht werden? Jedenfalls versuchte ich eine Weile mein Ego zu töten, verleugnen, ignorieren etc. doch je mehr ich mich bemühte, um so tiefer geriet ich in einen Kreislauf von Frust, Elend und sogar Depression - auf und ab und auf und ab..... Der Witz ist, dass ich mich an einen Gedanken klammerte, der mir von Aussen zugetragen wurde, nämlich, dass ich mein Ego killen müsse. Nun hinterfragte ich allmählich diesen Gedanken und kam zur Erkenntnis, dass es nicht sein kann, dass sich der Schöpfer geirrt haben muss, als er uns mit einem Ego segnete. Später wurde mir bewusst, dass wir das Ego brauchen, wenn wir in der materiellen Welt der Illusionen leben wollen. Es ist das Ego, das all die Formen, Situationen, Erinnerungen und Wahrnehmungen schafft. "Ohne Ego kein irdisches Leben in dieser Form"..kam ich zum Schluss. Und so begann ich das Ego als Werkzeug zu nutzen und begann meine Welt zu erschaffen. Die Herausforderung war und ist es noch, mich NICHT mit dem wertenden, mit Allem im Widerstand stehenden Ego zu identifizieren, sondern zu wissen, dass es "nur" ein Teil von mir ist - ein Werkzeig um in der grobstofflichen Welt klar zu kommen.
Dritte Station
Einige Zeit arbeitete ich mit dem neuen Bewusstsein und schaffte es, mehr und mehr in einen Zustand zu kommen, der nicht (oder weniger) wertet. Was dann kam überraschte mich, denn ein Leben ohne Wertung und Bedingungen war neu für mich. Das Leben erschien mir flach ja fast langweilig, denn weder tiefe niedrige Gefühle, noch überschwängliche Freude zeigten sich mir. Ich nahm an was auf mich zu kam, erledigte es meist problemlos und dann war sie wieder da, diese Leere. "Dies musste sie sein, die bedingungslose Liebe" dachte ich und nahm die Ewigkeit wahr. In der Zeit in der ich auf das nächste Ereignis wartete, schien die Zeit still zu stehen und sich eine mächtige Leere in mir auszubreiten. Raum und Zeit wurden plötzlich unendlich, fade und leer...Bis ich merkte, dass ich diese Leere mit meinem Geist füllen kann - Mit mir leben millionen von Seelen, die auch die Ewigkeit bevölkern ...
Und so wünsche ich uns allen, dass wir einander herausfordern, miteinander spielen, uns knuddeln und voneinander lernen. Wir sind es die die Qualität dieses Lebens ausmachen und bestimmen. Bedingungslose Liebe nimmt uns alle an, egal auf welcher Ebene des Bewusstseins wir gerade stehen.
Alles Liebe,
Eisu