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Planungsutopien - die Illusion der Planung und Verordnung

Dieses Thema im Forum "Gesellschaft und Politik" wurde erstellt von reinsch, 5. September 2009.

  1. reinsch

    reinsch Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. März 2006
    Beiträge:
    2.818
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    Ist es nicht so, daß alle Rezepte der Vergangenheit uns nur weiter in etwas hineingetrieben haben, was man Krise nennt? Wir sprechen von Finanz-, Wirtschafts-, Energie-, Wasser-, Umwelt-, Klima-, Bevölkerungs-KRISE... All das haben wir auf diesen Planeten gebracht.


    Wolkenkuckucksheim.​

    Liegt die Ursache der ganzen Misere nicht in uns selbst begründet?. Homo sapiens (der weise Mensch) ist bestrebt das bestehende System, in dem er lebt, mit sich in Verbindung zu bringen. Seinen Platz zu finden. Sich darin einzurichten, um zu überleben und für Nachkommenschaft zu sorgen. In einer ursprünglichen und natürlichen Umgebung ist diese Sicht der Dinge sicherlich weise. Niemals war der Mensch in der Lage seine Umwelt dahingehend zu manipulieren, daß sie aus den Fugen geraten könnte. Er mußte sich arrangieren.
    Er war Geschöpf, niemlas Schöpfer in diesem Sinne.
    In der modernen Welt stehen die Dinge jedoch anders. Wir haben ein hochkomplexes, für den einzelnen nicht mehr nachvollziehbares und zur Entfremdung führendes System erschaffen, daß beginnt mehr und mehr Angst zu machen. Viele begeben sich daher in die innere Emigration.


    Zitat Eifelphilosoph: "... Oder man wendet sich der religiösen Erfahrung zu, Meditation, Traumreisen, Lektüre heiliger Schriften - kann alles sehr erbaulich sein und eine innere Welt reichhaltig gestalten, so das die äußere Welt sogar langweilig, triest und uninteressant werden kann.
    Und so sitzt man und wartet ab, was geschieht."


    Sloterdijk schlägt vor: "Du mußt Dein Leben ändern". Der Mensch als Übender, als sich durch Übungen selbst erzeugendes Wesen."

    Im Buddhismus wird ein Weg aufgezeigt, der die Verbindung von Individuum und Umwelt herstellen kann. Der Weg der Achtsamkeit.

    WIKI:
    Mit Achtsamkeit im Sinne von Mindfulness ist diejenige geistige Einstellung gemeint, in der man sich um ein breites und gleichmütig-akzeptierendes Achtgeben auf alle Phänomene bemüht, die „im Geist“, also in der Wahrnehmung oder Vorstellung (im Bewusstsein) auftauchen: Gedanken aller Art wie Erinnerungen oder sonstige Vorstellungen, Sinneswahrnehmungen aus der Umgebung sowie aus dem eigenen Körperinneren einschließlich aller emotionalen Vorgänge.
    Einübung und Entwicklung einer derart breiten Achtsamkeit ermöglicht psychologisch ein offenes und umfassendes Gewahrwerden – und mit der Zeit schließlich auch beständiges Gewahrbleiben – aller geistigen Vorgänge einschließlich eines unablässigen Gewahrseins seiner Wahrnehmungen vom eigenen Handeln und Verhalten in der jeweiligen Umwelt."


    Ich persönlich empfinde diese Gesellschaft und die Zeit, in der wir leben, als egoistisch, kalt und abweisend. Will man jedoch daran kratzen, erfährt man ähnliches wie Harry Heine. Völlige Ignoranz. Ja, sogar Schelte.
    Ursächlich scheint eine Krankheit zu sein. Die anderen nennen sie German Disease. Nach meiner Überzeugung ist sie nur durch inneren Rückzug zu heilen. Es helfen keine Pillen und Verordnungen. Die Individuen müssen selbstbestimmt und selbstverantwortlich zu einer Lösung finden, die im eigenen Denken liegt.


    Heute morgen staunte ich dann über folgenden Artikel der TAZ (Auszug):

    "...Achtsamkeit bedeutet eine permanente Prüfung und Überarbeitung bestehender Erwartungen, dazu eine erhöhte Aufmerksamkeit auf mögliche Fehler und Abweichungen - kurz: ein permanentes Lernen in einer Umgebung, die in ständiger Veränderung begriffen ist. Achtsamkeit ist nichts anderes als die stetige Aktualisierung seiner Beobachtungen, aber was sich so schlicht anhört, hat einen Paradigmenwechsel in den Prioritäten zur Voraussetzung, nach denen man handelt: Wie Erfahrung hinderlich ist und Pläne problematisch sind, so gelten nun Fehler nicht als schlecht, sondern als eminent wichtige Quellen von Informationen - Informationen darüber, welchen Lauf die Dinge nehmen können."
     
  2. Fenrir93

    Fenrir93 Mitglied

    Registriert seit:
    11. März 2009
    Beiträge:
    179
    Ich persönlich empfinde diese Gesellschaft und die Zeit, in der wir leben, als egoistisch, kalt und abweisend. Will man jedoch daran kratzen, erfährt man ähnliches wie Harry Heine. Völlige Ignoranz. Ja, sogar Schelte.
    Ursächlich scheint eine Krankheit zu sein. Die anderen nennen sie German Disease. Nach meiner Überzeugung ist sie nur durch inneren Rückzug zu heilen. Es helfen keine Pillen und Verordnungen. Die Individuen müssen selbstbestimmt und selbstverantwortlich zu einer Lösung finden, die im eigenen Denken liegt.


    Ich finde du hast wirklich recht!
    Dieses Egoistische Dasein Schränkt user bewusstsein ein.
    Aber ich finde das Verschränken in seine Kleine Welt nicht wirklich hilfreich.
    Es kann vielleicht schön sein, im gegensatz zu der Kälte seiner Mitmenschen, aber dadurch grenzt man sich doch selbst auch total von seinen Mitmenschen ab.

    Es ist nicht überall so aber es wird wahrscheinlich überall so werden, wo die Globalisierung mitwirkt.
    Z.B. ind einem 600 Seelen Ort in Kroatien aus welchem meine Mutter stammt, ist man nicht so egoistisch.
    Ich mag es dort sehr da alle einander Helfen( natürlich gibt es dort auch schwarze Schafe) und ich dort diese Familiäre wärme nicht nur im engsten Kreis so wie in Deutschland verspüre.
    Wenn jemand sein Haus Renoviert etc. Helfen ihm die Nachbarn, da es dort selbstverständlich ist einander zu Helfen.
    Am Abend isst und trinkt man etwas zusammen lacht und singt und alle sind glücklich.
    Die Leute dort möchten kein Geld als dank, die meisten nehmen es gar nicht an , wenn ihnen welches angeboten wird.

    Aber ich habe das Gefühl das sich auch dort die Situation in den nächsten 50 Jahren aendern wird.

    Wenn man sich nur abschränkt wird man selbst zum Egoisten und hat garnichts gemacht.

    Erst wenn immer mehr anfangen anderst zu denken und an der Ego Fassade beginnen zu Kratzen wird sich was ändern.
    Ein Kratzer auf einner verrusten Scheibe sorgt nicht gleich für durchsicht.
    Erst wenn alle anfangen zu kratzen wird man etwas auf der anderen Seite der Scheibe erkännen.

    Natürlich kann man auch dreckig werden wenn man an der verrusten SCheibe Kratzt.
    Aber wenn sich alle tot stellen wird nichts geschehen.:rolleyes:
     
  3. Verbena

    Verbena Neues Mitglied

    Registriert seit:
    6. Juli 2009
    Beiträge:
    223
    Planungsutopien - die Illusion der Planung und Verordnung

    Ich persönlich empfinde diese Gesellschaft und die Zeit, in der wir leben, als egoistisch, kalt und abweisend. Will man jedoch daran kratzen, erfährt man ähnliches wie Harry Heine. Völlige Ignoranz. Ja, sogar Schelte.

    Guten Abend R.R. und Fenrir93,
    das empfinde ich ähnlich; ganz besonders nach dem Theaterstück von gerade auf 3SAT DER KICK.
    Doch meine Empfindungen sind sehr subjektiv, denn es gibt ja zum Glück den Regisseur und Psychologen Andres Veiel, der sich mit einfachen Erklärungsmustern nicht zufrieden gibt.
    Sein Film/Theaterstück ist keine Entschuldigung, aber auch keine klare Täter-Opfer-Zuweisung. Er war DER WAHRHEIT auf der Spur…
    Der Theatertext beruht auf 1500 Seiten Gesprächsprotokollen, die Andres Veiel und Gesine Schmidt während ihrer siebenmonatigen Recherchen anfertigten.

    Es gibt wirklich viele Menschen, die warmherzig, hilfsbereit, SEHEND und SPRECHEND sind.
    Doch seit die Regierung(en) die natürliche Hilfsbereitschaft zu einer GUTSEIN-DIKTATUR getrieben hat, wird es kälter und kälter…

    Eine gute Nacht wünscht
    Verbena
    :)

    DER KICK

    http://www1.bpb.de/publikationen/80O44P,0,Der_Kick.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Kick
    http://zuender.zeit.de/2006/07/kick
    http://www.potzlow.de/ge_meinde/marinus_schoeberl.htm
    http://www.wortgestoeber.de/wg-besprochen/000815.php
     
  4. reinsch

    reinsch Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. März 2006
    Beiträge:
    2.818
    Hallöle Fenrir93, hallöle Verbena,


    Verbena, was treibt Menschen nur dahin...?


    Seit längerer Zeit versuche ich für mich diesen mittleren Weg zu finden. Als einzelner Mensch ist es fast nicht möglich direkten Einfluß auf die Gesellschaft zu nehmen. Versucht man es dennoch, so führt das sicherlich in die Depression. Und doch ist man nicht ohne Einfluß.

    Hesse hat es einmal (Glasperlenspiel) so beschrieben:

    ... "es ist der stete Wechsel zwischen Vita activa und Vita contemplativa.

    Also ein Hinausgehen in die Welt, auf der Basis von Versenkung und Nabelschau ohne sich von den Umständen der Welt und seines eigenen Egos irre machen zu lassen.

    Ich meine nicht Versenkung als Fluchtburg, als dunkles Verlies. Mehr als Insel im Fluß, von der aus man den Fluß des Lebens erkennen kann und sich selbst - die anderen, die, genauso wie ich, teils dahintreiben oder gegen die Strömung anschwimmen.

    Wenn es so sein sollte, daß diese ganzen Krisen haus(mensch)gemacht sind, so muß die Lösung auch dort verborgen liegen. In der Struktur des Menschseins. Ohne diese Strukturen des Menschseins ergründet zu haben, lassen sie sich nicht verändern. Versucht man, wie in der Vergangenheit oft betrieben, Handlungsanweisungen, Ismen oder Dogmen zu verordnen, so führt das meiner Meinung nach in die verschiedensten Diktaturen, die keiner will und die auch keine Lösung wären.

    Nur wenn die Menschen beginnen ihr nicht existentes Ego "anzukratzen", Abstand von sich selbst zu nehmen...

    Wir haben Großes vor! Kann es sein, daß mir das alles manchmal wirklich Angst macht?

    Welkes Blatt
    Hermann Hesse

    Jede Blüte will zur Frucht,
    Jeder Morgen Abend werden,
    Ewiges ist nicht auf Erden
    Als der Wandel, als die Flucht.

    Auch der schönste Sommer will
    Einmal Herbst und Welke spüren.
    Halte, Blatt, geduldig still,
    Wenn der Wind dich will entführen.

    Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
    Laß es still geschehen.
    Laß vom Winde, der dich bricht,
    Dich nach Hause wehen.​

    Für mich sind die Schlagworte der nächsten Jahre Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und spirituelle Krise.




    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    R.R
     
  5. Verbena

    Verbena Neues Mitglied

    Registriert seit:
    6. Juli 2009
    Beiträge:
    223
    Als einzelner Mensch ist es fast nicht möglich direkten Einfluß auf die Gesellschaft zu nehmen.

    Hallo, R.R.,
    Martin Luther King, Mahatma Gandhi, Nelson Mandela, Stalin, Hitler – alle waren EINZELNE MENSCHEN, die extremen direkten Einfluss auf die Gesellschaft(en) über viele Generationen genommen haben.

    Versucht man es dennoch, so führt das sicherlich in die Depression. Und doch ist man nicht ohne Einfluß.

    WARUM?

    Hesse hat es einmal (Glasperlenspiel) so beschrieben:
    ... "es ist der stete Wechsel zwischen Vita activa und Vita contemplativa.
    Also ein Hinausgehen in die Welt, auf der Basis von Versenkung und Nabelschau ohne sich von den Umständen der Welt und seines eigenen Egos irre machen zu lassen.


    Oh ja, das GLASPERLENSPIEL…! In schweren Stunden baut es mich auf.

    Wenn es so sein sollte, daß diese ganzen Krisen haus(mensch)gemacht sind, so muß die Lösung auch dort verborgen liegen. In der Struktur des Menschseins. Ohne diese Strukturen des Menschseins ergründet zu haben, lassen sie sich nicht verändern. Versucht man, wie in der Vergangenheit oft betrieben, Handlungsanweisungen, Ismen oder Dogmen zu verordnen, so führt das meiner Meinung nach in die verschiedensten Diktaturen, die keiner will und die auch keine Lösung wären.

    Und genau da steuern wir hin, und fast keiner merkts, denn wir werden doch alle so entmündigend geschüüützt….

    Nur wenn die Menschen beginnen ihr nicht existentes Ego "anzukratzen", Abstand von sich selbst zu nehmen...
    Wir haben Großes vor! Kann es sein, daß mir das alles manchmal wirklich Angst macht?



    Und genau DIE gilt es als einzelner Mensch zu überwinden. Und manchmal kann ZEN dabei hilfreich sein.

    Für mich sind die Schlagworte der nächsten Jahre Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und spirituelle Krise.

    Für mich auch. Packmers.
    Liebe Grüße
    Verbena
    :)


    PS … was treibt Menschen nur dahin...?
    Ich weiß nur eines mit Gewissheit: KEINER IST DAVOR GESCHÜTZT.
    Ist es Glück, Zufall, Bestimmung, dass in Europa fast keiner mehr politisch gezwungen wird, zu morden?
    Ist es Glück, Pech, Zufall, Bestimmung, dass Menschen mit starkem, schwachem Rückgrat TATEN begehen?
     
  6. reinsch

    reinsch Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Hallo Verbena,

    nicht böse sein, aber wenn ich neben den großen Persönlichkeiten die beiden Wahnsinnigen in einem Satz lese, bekomme ich Augenkrebs.

    Aber ich verstehe, worum es Dir geht.

    Ich glaube, wenn man denkt, das was Gandhi tat, das kann ich auch, dann ist das schon zumindest unverfrohren...

    Vieles muß zusammen kommen. Als Wesen, die in ihrer Wahrnehmung, Handlungsfähigkeit und durch die Umstände, in denen sie leben, beschränkt sind, kann man froh sein, wenn man Gandhi in seinem Denken folgen kann und Bruchstücke für sein Leben umsetzen kann.

    Ist die Verhaftung an z.B. Gandhis Denken jedoch so weit, daß man ständig über seine bestehenden Grenzen geht, so ist die Depression nahe.

    SH, der Dalai Lama sagte einmal: "Depressionen rühren daher, daß man versucht Dinge zu tun, die man nicht kann."

    Und doch ist es wohl so, daß eine kleine unbedeutende Handlung manchmal ausreichend ist, um gewaltige Dinge ins Rollen zu bringen. Wer dem Nihilismus fröhnt sieht diesen Zusammenhang nicht.

    Was Zen angeht, stimme ich Dir völlig zu.

    Geht es im Zen nicht auch darum Nabelschau zu betreiben?. Reflektierend im Hier und Jetzt zu bleiben, auf der Basis und Mithilfe der im Zen beschriebenen Praktiken, die einem zu seinem Ich bringen, einem Ich mit allen Möglichkeiten, Vielfältigkeiten und Beschränkungen? Wird nicht oftmals von der Freiheit des Zen gesprochen? Freiheit von Angst, die bewirkt, weder planlos in Aktivismus zu verfallen noch von Ängsten gelähmt in einer Ecke zu hocken, sondern im entscheidenden Moment den Pfeil abzuschießen?
    So glaube ich es jedenfalls verstanden zu haben.

    Ganz liebe Grüße
    R.R
     
  7. Verbena

    Verbena Neues Mitglied

    Registriert seit:
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    Guten Abend R.R.,

    Ich glaube, wenn man denkt, das was Gandhi tat, das kann ich auch, dann ist das schon zumindest unverfrohren...

    Klar, weil wohl jeder Mensch seine eigene Lebensaufgabe hat.
    Letztens wurde ich gefragt, woran man seine Lebensaufgabe erkennen kann. „Entweder spürt man es, oder durch Wiederholungen wird man so oft dahin geführt, bis man sie erkennt oder auch nicht.“ erwiderte ich.


    Vieles muß zusammen kommen. Als Wesen, die in ihrer Wahrnehmung, Handlungsfähigkeit und durch die Umstände, in denen sie leben, beschränkt sind, kann man froh sein, wenn man Gandhi in seinem Denken folgen kann und Bruchstücke für sein Leben umsetzen kann.

    Sehe ich auch so.

    Ist die Verhaftung an z.B. Gandhis Denken jedoch so weit, daß man ständig über seine bestehenden Grenzen geht, so ist die Depression nahe.

    Ja, weil HAFT kaum zu ertragen ist.

    SH, der Dalai Lama sagte einmal: "Depressionen rühren daher, daß man versucht Dinge zu tun, die man nicht kann."

    Wahr und trotzdem schwierig. Man sollte es wenigstens versuchen, wenn man ein Ziel hat.

    Und doch ist es wohl so, daß eine kleine unbedeutende Handlung manchmal ausreichend ist, um gewaltige Dinge ins Rollen zu bringen.
    Wer dem Nihilismus fröhnt sieht diesen Zusammenhang nicht.

    Ja, und dann ist es wohl sehr wichtig, dass die gewaltigen Dinge einen nicht oder einigermaßen unbeschadet überrollen.

    Was Zen angeht, stimme ich Dir völlig zu.

    Zen hilft dabei oft weiter.

    Geht es im Zen nicht auch darum Nabelschau zu betreiben?

    Nabelschau klingt für mich so egozentrisch.


    Reflektierend im Hier und Jetzt zu bleiben, auf der Basis und Mithilfe der im Zen beschriebenen Praktiken, die einem zu seinem Ich bringen, einem Ich mit allen Möglichkeiten, Vielfältigkeiten und Beschränkungen?

    Da bin ich dabei. Leicht, schwer, schwerer am Schwersten… Am tiefsten ICH angekommen zu sein, läßt manchmal nur eine Expressrückfahrt zu oder eine Tunnelfahrt, an deren Ende nicht gerade die Stadionbeleuchtung zu sehen ist.

    Wird nicht oftmals von der Freiheit des Zen gesprochen? Freiheit von Angst, die bewirkt, weder planlos in Aktivismus zu verfallen noch von Ängsten gelähmt in einer Ecke zu hocken, sondern im entscheidenden Moment den Pfeil abzuschießen?
    So glaube ich es jedenfalls verstanden zu haben.

    So verstehe ich das auch bis zu dem Moment, wo ich den Pfeil abgeschossen habe. Dann ist bei mir erst einmal Hängen im Schacht.
    Wo wird der Pfeil landen? Wen wird er treffen? Wird er jemanden verletzen? Wird er ein Bumerang-Geschoss? USW…
    Punkt um, der ganze Wahnsinn beginnt von vorn, doch die innere und äußere Sicherheit und Gelassenheit wächst von Mal zu Mal.
    Vielleicht haben wir (manchmal recht armseligen) Übenden es kurz vor unserem letzten Atemzug geschafft.
    Und wahrscheinlich hat es sich dafür gelohnt oder auch nicht. Weiß man’s?

    Für diese Nacht wünsche ich Dir die DIE STIMME DER STILLE und für den morgigen Tag den Gesang der Vögel im Baum.

    Liebe Grüße
    Verbena
    :)
     
  8. reinsch

    reinsch Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. März 2006
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    Grundthese ist für mich Verstrickung im Dualismus. Das dualistische Denken führt zu Anhaftungen oder Abneigungen. Erlernt durch Vererbung, Vorbilder, falsche Vorstellungen. Im Zen wird versucht diese dualistischen Vostellungen ad absurdum zu führen. Ja geradezu eine persönliche Krise herbeizuführen. Die sinnlosigkeit vor Augen zu führen. In der Meditation erkennt man u. A. wie diese Bilder und Vostellungen sich im Geist manifestieren. Wie sie entstehen und wieder vergehen. Darüber hinaus scheint es so etwas wie eine Ebene zu geben, die zu sich selbst führt. Zum inneren Kern.

    Der Leinwand auf der dieses teilweise absurde Theater des Lebens abläuft. Doch es sind nur Bilder. Manchmal ist es hilfreich diese weiße Leinwand zu betrachten. einfach nur sie. Was dann kommt weiß ich nicht. Because I`m a Fraggle (Dance your cares away, worries for another day, let the music play down at Fraggle Rock.)

    Auch dieses Ich, scheinbar manifestiert und determiniert, wird zu einem plastischen nicht wirklich existenten, weil eben nicht manifesten und nicht determinierten, Etwas. Auch hier findet der Dualismus statt. Das Ich, einerseits Subjekt andererseits Objekt, befindet sich in einem Zwiespalt. Daraus entstehen die unterschiedlichsten Ängste, die im Zen und in anderen buddhistsichen Richtungen, aber auch im Christentum anderen Religionen und in der Psychologie umgeformt werden sollen.
     
  9. reinsch

    reinsch Sehr aktives Mitglied

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    Was den Pfeil angeht, ist es wohl so, daß das Nachsinnen über das Ziel und die Folgen des Aktes als solchen schon wieder Verstrickung im Dualismus bedeutet. MU

    But don`forget: I´m a Fraggle.

    Liebe Grüße
    R.R
     
  10. reinsch

    reinsch Sehr aktives Mitglied

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    Noch`n Zusatz,

    Denkt man noch weiter (was ich nicht wirklich kann) so ist es so, daß alles mit allem zusammenhängt. Also:

    Kein Grund zu hassen...
    Haß stört außerdem die Geistige Ruhe und somit die Klarsicht.
    Klarsicht aber ist die Grundlage von Weisheit.



    Liebe Grüße
    R.R
     
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