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Ist Glaube ein Gefühl? Oder was sonst?

Dieses Thema im Forum "Religion & Spiritualität" wurde erstellt von Elli, 13. Januar 2007.

  1. Elli

    Elli Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    11. Januar 2006
    Beiträge:
    6.014
    Ort:
    im Wald
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    ...

    Ist Glaube ein Gefühl? Eine Fähigkeit?

    Wir differenzieren Wissen von Glauben.

    Wobei bei einigen wenigen könnte man zB auch sagen, dass ihr Glaube auch Wissen ist, das auf persönlichen, nicht übertragbaren oder beweisbaren Erfahrungen/Erlebnissen beruht.
    Aber sehen wir mal davon ab! Auf die ganzen Bibelgläubigen und anderen Nachplapperer diverser Gurus trifft dies ja wohl kaum zu. Die glauben einfach jemandem, der ihnen was erzählt oder was sie irgendwo gelesen haben oder - noch schlimmer - weils alle Bekannten glauben oder weils die meisten glauben oder weils kulturüblich ist.

    Ist Glaube ein Gefühl oder was sonst?
    Vielleicht das Gefühl von Stimmigkeit? Beruhigung? Sicherheit?

    Was meint ihr? Ist Glaube ein Gefühl oder was anderes?

    Grüessli
    Elli
    :zauberer1
     
  2. ElaMiNaTo

    ElaMiNaTo Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    10. April 2004
    Beiträge:
    4.582
    Ort:
    NRW
    Nunja glaube kann ja schlecht als gefühl formuliert werden. Der Glaube muss sich immer des Intellekts bedienen. Allerdings kann dann dieser mit Hilfe des intellekts gebildete Glaube ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Es kann auch sein, das ein Gefühl Ursache für einen Glauben, der wiederum mit Hilfe des Intellekts entsteht, ist.

    Es gibt einmal die formale Logik, wo die Schlussfolgerungen mit absoluter Sicherheit stimmen, sofern die Prämissen stimmen. Dies könnte man vielleicht als sicheres Wissen einstufen, wobei man niemals bis zur letzten Konsequenz die Prämissen beweisen könnte, aber irgendwo muss man ja anfangen.

    Dann gibt es die informale Logik. Informale Logik ist das, was wir jeden Tag betreiben. Wenn wir diskutieren oder argumentieren. So besteht auch dieses Forum hier zum größten Teil aus der informalen Logik. Die informale Logik hat einen haken. Die Schlussfolgerungen die aus der informalen Logik entstehen sind unsicher. Da die Schlussfolgerungen nicht mit absoluter Sicherheit von den Prämissen (=Annahmen) folgen müssen.

    Deswegen sage ich, das alles, was zur informalen Logik gehört, Glaube ist, da die Schlussfolgerungen nicht zwanghaft von den Prämissen folgen müssen.

    Was die formale Logik anbelangt, kommt man zwar zu Schlussfolgerungen die automatisch von den Prämissen folgen, aber man kann niemals die Prämissen letztendlich beweisen. So das selbst formale Logik eigentlich Glaube ist.

    So das sind meine 2 cent dazu ;)
     
  3. Gabi

    Gabi Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    5. Februar 2006
    Beiträge:
    3.337
    Ort:
    Deutschland BW
    Hallo Elli,

    was mir als erstes einfällt beim Wort Glauben ist Hoffnung. Man glaubt etwas, weil man es glauben will, weil es einen beruhigt, weil man hofft, es stimmt, weil so viele andere es auch glauben. Und Glaube ist oft der Versuch, vor der eigenen Verantwortung davon zu laufen. Man kann etwas glauben und so die Verantwortung auf etwas anderes schieben, auf die, die auch glauben, auf die Religion, auf Gott, auf was auch immer.

    Aber im Grunde kann ich zum Glauben nicht viel sagen, weil ich ein sehr skeptischer Mensch bin und nichts glaube, nur weil es jemand - und sei er noch so weise - sagt. Ich brauche Beweise, durch eigene Erfahrung, Erkenntnis, inneres Wissen. So kann ich sagen, daß es bei mir gar keinen Glauben in dem Sinne eines Glaubens an eine Religion gibt. Entweder ich weiß es (aus mir heraus) oder eben nicht. Dazwischen kann zwar was sein, aber das ist für mich dann in dem Moment nicht relevant.

    Klar, wenn ich etwas nicht weiß und eine Vermutung anstelle, dann sage ich auch schon mal: ich denke daß oder ich glaube daß, aber das ist eben nur eine Vermutung und hat nichts mit dem Glauben an irgendetwas zu tun.

    Liebe Grüße
    Gabi
     
  4. Sororcula

    Sororcula Mitglied

    Registriert seit:
    7. März 2005
    Beiträge:
    147
    Der Duden (Deutsches Universalwörterbuch) beschreibt das Wort Glauben wie folgt:

    1. gefühlsmäßige, nicht von Beweisen, Fakten o.Ä. bestimmte unbedingte Gewissheit, Überzeugung.
    2. religiöse Überzeugung.

    Ich würde sagen, der Glaube ist der Stützpfeiler der Menschen.

    Er stellt die Überzeugung dar, das etwas einen Sinn, Zweck, etc. zu haben scheint und liefert damit die Stütze für den jeweiligen Menschen.

    Liebe Grüße
    Sororcula
     
  5. lichtbrücke

    lichtbrücke Guest

    Hallo

    Ich persönlich differenziere so:

    1. Glauben in Form von Nicht-Wissen - "Ich glaube, morgen wird es regnen."

    2. Der Glaube ist für mich das *tiefe innere Wissen* der Seele - Ursprung / Gott. Und da ich *weiss*, dass ich den Göttlichen Funken in mir trage und gleichzeitig der Schöpfer meiner eigenen Realität bin, hat dies absolut nichts mit Abschieben einer Verantwortung zu tun.

    Grüsschen

    lichtbrücke
     
  6. Flori

    Flori Guest

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    Hi
    Ich würde sagen Glauben ist eine Kraft, oder aufjedenfall etwas woraus Kraft entsteht.
    Ich habe Dinge gelesen wo rießige Fähigkeiten aus Glauben erwachsen, aber na gut eben wieder gelesn, is halt wieder Glaubenssacche:weihna1

    Glauben ist auch ein Tor zur Spiritualität oder zu geistigen Welten (möge jeder davon halten was er eben davon hält). Wer z.b. zweifelt, was ja das Gegenteil von Glauben ist, wird vermutlich nicht mal den ernsthaften Versuch machen.
    Aber das as ich auf geistige Welt beziehe, kann man auch auf das Alltagsleben beziehen. Wer an sich selbst glaubt, wird mehr erreichen, vorallem gegen unangehnehme Sachen. Durch Glaube entsteht auch Mut, schau mal so: Wer etwas schwerem Gegenüber steht, und an sich zweifelt, macht sich dadurch auch verwundbar für den Gegner, da er ben nicht glaubt dass man das schaffen kann. Es entsteht Angst und jeder kennt ja die Auswirkung von Angst (Hände können zittern usw.)
    Angst und Zweifel verschliest so auch den Zugang zum klaren Denken und zu manchen eigenen Kräften. Wer jedoch fest an etwas glaubt wird sich auch nicht aus der Ruhe bringen lassen, und behält so den Überblick/ seine Festigkeit usw.
    LG,
    Flo
     
  7. ElaMiNaTo

    ElaMiNaTo Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Wer glaubt hat auch nicht die Fähigkeit zum klaren denken, denn sein denken wird von seinem Glauben geleitet.
     
  8. Elli

    Elli Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    im Wald
    ...

    Erstmal danke allen für die Antworten. Die sind schon ziemlich aufschlussreich und helfen mir beim Durchsortieren meiner eigenen Gedanken.

    Dieser Abschnitt lässt mich wieder grübeln. Es scheint, es gibt viele verschieden Varianten von Glauben.
    Ich denke auch, dass Glaube viel mit dem Intellekt zu tun hat, aber deswegen ist er nicht automatisch kein Gefühl. Oder?

    Könnte man Glauben vielleicht als eine Entscheidung bezeichnen? Eine Wahl? Wo man mehrere Optionen vor sich hat und sich für eine davon entscheiden will/muss? Gibt es einen Gott, gibt es keinen? Gibt es Magie, gibt es keine? Regnet es Morgen oder nicht? etc.

    Manchmal folgt der Intellekt dem Gefühl, andere Male ist es umgekehrt. Macht das Glaube zu einem Mischding aus Intellekt UND Gefühl? Oder kann es auch nur eins von beidem sein?

    Der Ursprung des Wortes findet sich im Gemein-Germanischen "Ga-lauba" und bedeutet eigentlich "Vertrauen erwecken". Und da haben wir dasselbe Problem. Vertrauen kann auf Grund von Intellekt (Logik), persönlichen Erfahrungen oder auch Hoffnung entstehen.

    Ist Glaube Vertrauen in eine nicht beweisbare Sache? Ein Ausdruck von Hoffnung?

    Oder füllt Glaube einfach nur die Lücken, wo das Wissen fehlt? Glaube als eine Art Prä-Wissen, das dann halt beizeiten widerlegt oder bewiesen wird?

    Hm, ein endloses Thema. Aber sicher fallen euch noch ein paar Hinweise und Bemerkungen ein.

    Grüessli
    Elli

    :zauberer1
     
  9. ElaMiNaTo

    ElaMiNaTo Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    NRW
    Und eben ganz genau, weil es diese Lücken gibt, gibt es die informale logik. Sie versucht den Abgrund des nicht-wissens zu überwinden, aber wir brauchen die informale Logik auch, sie ist wichtig. Denn es ist nicht alles mit formaler Logik beantwortbar.

    Ich gehe davon aus, dass jeder Glaube irgendwie eine Begründung hat. Egal wodrin diese Begründung liegt und wenn das so ist, dann ist dieser glaube logisch! Jede Schlussfolgerung ist logisch egal ob die schlussfolgerung nun richtig ist oder nicht. Wenn der glaube eine Begründung hat, wird diese Begründung als Evidenz für den Glauben genommen, man denkt also mehr oder weniger logisch. Wenn nazis behaupten, die Ausländer seien an allem Schuld und deswegen an Hitlers Regierung glauben, so denken diese (informal) logisch. Die Begründung ist hier die Evidenz für den Glauben, dass er richtig sei. (wobei man das natürlich alles widerlegen kann).

    Genauso sieht es auch aus, wenn man mehrere Optionen zur Wahl hat. Für welche Entscheide ich mich? Es gibt mehrere Möglichkeiten dies zu entscheiden. Man kann der Option den Vorteil geben, die man mag (wobei hier dann das gefühl wohl dominiert). Man kann der option den Vorteil geben, die am logischsten erscheint oder am unlogischten. Man kann auch nen Würfel schmeissen. Egal wie man es entscheidet, bevor man entscheidet, denkt man darüber nach WIE ich es entscheide und das ist eine aufgabe ganz klar des Intellekts. Wer allerdings darüber nicht nachdenkt handelt einfach irgendwie...das entzieht sich dann wohl völlig unserem denken, wie man dann handelt.

    Glaube hat für mich nichts mit Gefühlen (primär) zu tun. Weil Gefühle selbst an nichts glauben können. Gefühle können aber durchaus Ursache für einen Glauben sein. Aus dieser Sichtweise könnte man sagen, dass der Glaube ein Mischding ist. Widerum kann der Glauben auf die Gefühle Auswirkungen haben. Glaube kann aber nicht alleine nur als Gefühl bestehen, weil Gefühle selbst nichts glauben können.

    Vertrauen und Hoffnung schließen sich gegenseitig aus. Da wo die Hoffnung ist, ist immer auch die Angst. Da, wo aber Vertrauen ist, ist keine Angst.
     
  10. Sansara

    Sansara Guest

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    Hochinteressant!
    Ich bin der Meinung, dass Glaube immer Zweifel offenlässt, also dass Vertrauen das "Richtige" ist (, um seinen Seelenfrieden zu finden).

    Und Vertrauen, damit klappt ja komischerweise viel mehr als ohne. Sobald ich Angst (eindeutig ein Gefühl!) habe, klappt vieles nicht mehr (das gilt z.B. fürs Stillen, das habe ich gerade überdacht, als ich diesen Thread fand, aber auch für Klettertouren etc. pp).

    Somit ist Glaube also der Schlüssel zum Vertrauen (vgl. Wortursprung)... (nochmal der Vergleich zum Stillen: Auch da müssen von der Milchindustrie verunsicherte Frauen erstmal Glauben, dass ihr Körper das kann - und wenn es dann klappt, erwächst daraus Vertrauen...)

    Hmm... So wäre Glauben eine intellektuelle Sache, die sich auf Informationen von Dritten stützt und daraus erwächst dann schließlich Vertrauen, das ich als Gefühl bezeichnen möchte. Vielleicht als Ur-Gefühl?

    Hoffnung ist vielleicht die Voraussetzung, um zu Glauben und Vertrauen das Ziel? Vertrauen als nicht-objektiv beweisbares Wissen?

    Intellekt-Gedanke-Gefühl - sind die Grenzen fließend?

    Danke für die Anregungen, Sansara
     
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