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Jede Gemeinschaft, die fortbestehen will braucht bestimmte Regeln.

(Nachzulesen in jedem Soziologie-Schinken.)
Richtig, nur sind die Dogmen der RKK teilweise noch aus der Frühzeit, außerdem sind es ewige und unveränderliche Wahrheiten, was das eigentliche Problem ausmacht. Wie sehr der alte Text im inhaltlichen Sinn verfälscht wurde, zeigt folgendes
Außer den 39 Büchern des AT existierten noch weitere Bücher wie Baruch, Tobias, Judith, 1.u.2. Makkabäer, Weisheit, Jesus, Siracht, Philipp, Hermes, Judas, Petrus, Thomas, als der Kanon des AT bereits gebildet war, wobei Autoren wie etwa Petrus nie existierten. Hieronymus bezeichnete diese Bücher als Apokryphen. Sie wurden weder in den hebräischen Kanon oder noch in hebräische Bibeln aufgenommen. Diese Bücher wurden in Altgriechisch verfasst und unterscheiden sich in grotesker Weise von den kanonischen Büchern durch Lehre, Art und Inhalt. Außer von Augustin, der sie dem AT zuordnete, sie aber nicht als autoritativ ansah, wurden sie von den Kirchenvätern verworfen. Martin Luther hält sich bei seiner Übersetzung an den hebräischen Kanon und setzt die Apokryphen zwischen AT und NT. Erst im Konzil zu Trient (1546 n.C.) werden die bis dahin unterdrückten Apokryphen zur Schadensbegrenzung nachträglich als kanonisch erklärt.
Die Evangelische Kirche legte in 100 Jahren 3 Revisionen der Lutherbibel vor. In der Fassung von 1975 wurde jedes dritte Wort geändert - von etwa 181.170 Wörtern von 63.420. Vom ursprünglichen Wortlaut ist wenig original erhalten. Auch hat Luther fleißíg umgedeutet, wenn es ihm nicht in den Kram paßte
In der Lutherbibel von 1912 n.C. lesen wir die fromme Version wie König David nach seinen Eroberungen die Kriegsgefangenen der Amoniter behandelt: (2. Sam 12,31): Aber das Volk darin führte er (David) heraus und stellte sie als Fronarbeiter an die Sägen, die eisernen Pickel und an die eisernen Äxte und ließ sie an den Ziegelöfen arbeiten. Luther übersetzt 1545 n.C. in seiner Bibelversion noch korrekt: und verbrand sie in Ziegelöfen. Im masoretischen Tanach werden die Gefangenen im Konzentrationslager noch durch die Ziegelöfen geschickt.
Einen Vers des Evangelisten Lukas übersetzte Martin Luther mit (Lk 2,14): Friede auf Erden, an den Menschen ein Wohlgefallen. Schöne Worte mit denen die himmlischen Heerscharen nach der Geburt Jesu jubilierten und allen Menschen Frieden und Wohlgefallen wünschten. Richtig übersetzt heißt die Zeile aber: Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Dieser feine Unterschied besagt, dass nur Menschen, die Gott gefallen, Frieden finden sollen. Das ist das klassische Gottesbild - entweder du glaubst oder es soll ewiges Heulen und Zähneklappern sein.
Warum Gott anordnet, kein Mann soll in die Gemeinde aufgenommen werden (5. Moses 23:2), dessen Hoden zerquetscht sind oder dessen Glied verstümmelt ist, bleibt ein Rätsel, zumal Beschneidungen wie die von Jesus eine Verstümmelung ist. Unerbittlich bekämpften die Bibelschreiber den Kult um die Göttin Asherah - einst die Frau Jahwes (Mi 5,12-13): Ich will deine (...) Asherahbilder ausreißen. Der biblische Eifer wäre kaum so groß, wäre die Gottin Asherah und Gattin des Schöpfers der Welt nur eine Randerscheinung gewesen. Der Kult um sie war Jahrhunderte in vielen Kulturen verbreitet und wurde auch im Jerusalemer Tempel gepflegt (2. Kön 21,7): Er (Manasse) stellte auch das Bild der Asherah, das er gemacht hatte, in das Haus. Dem Frauenfeind und krassen Antisemit Luther war die Verehrung einer Frau an Gottes Seite ein Horror. Er tilgte den Namen Asherah vollkommen aus seiner Bibelfassung und phantasierte stattdessen (2. Kön. 13,6): Auch blieb stehen der Hain zu Samaria. In der modernen Bibel steht die Göttin Asherah textgetreu wieder auf und wir lesen: Auch blieb das Bild der Asherah zu Samaria stehen
Geradezu harmlos heißt es bei 3. Moses 20,27 noch: Wenn ein Mann oder eine Frau Geister beschwören oder Zeichen deuten kann, so sollen sie des Todes sterben; man soll sie steinigen. Diese Stelle liest sich ursprünglich: Männer oder Frauen, in denen ein Totengeist ist, sollen gesteinigt und getötet werden. Dies bezieht sich klar auf Geisteskranke, eine Textkorrektur macht im Sinne der modernen Kirche daraus einem bösartigen Geisterbeschwörer und begründet für den Vatikan den Bedarf an Exorzisten.
Eine andere typisch religiöse Verharmlosung liest sich wie folgt (1. Sam 6,19): Aber die Söhne Jechonjas freuten sich nicht mit den Leuten von Bet-Schemesch (Andersgläubige), dass sie die Lade des Herrn sahen. Und der Herr schlug unter ihnen siebzig Mann. Gott erschlug siebzig Männer weil sie seine Bundeslade angeschaut hatten. In der aktuellen Jerusalemer Einheitsübersetzung und der frühen Bibelausgabe ist von "fünfzigtausend Mann" die Rede. Der vertrottelte Heilige Geist diktiert immer weniger Gottesopfer-