Condemn schrieb:
Hi Mara!
Hat nen bisschen länger gedauert...
Irgendwie witzig, dieser Thread hat sich zu einem "Privatgespräch" entwickelt... das man mitlesen kann
ich war schon ungeduldig

...
Genau darum gehts meiner Meinung nach, eben das zu erkennen, aber nicht schlimm zu finden. Es geht nicht darum zu sagen "Oh je, ich will gefallen" und das dann Krampfhaft versuchen zu ändern, sondern so zu lassen und gut zu finden, bis man es nicht mehr braucht und selbst dann kann man noch immer gefallen wollen, aber ohne es zu müssen. Das ist der Unterschied.
voraussetzung wie immer - bewußtheit. ich habe mich auch wieder gestreubt, so lange zeit gegen alles mögliche, was ich nicht sein wollte - und doch unweigerlich bin ... aber es hat alles seinen sinn und zweck

dazu komme ich später, weil es dir vielleicht hilft ...
Sich extra in Sack und Asche zu kleiden um sein Ego kleinzukriegen ist ja nur die andere Seite der Medaille und auch ein "müssen". Wenn es so ist, verfährt man damit genau so, eben anerkennen das es eigentlich dasselbe ist und dadurch frei werden.
ich habe es so erlebt: als mir bewußt wurde, dass ich alles mögliche lebe, nur nicht mich selbst, habe ich erst einmal völlig auf anti geschaltet. ich habe einfach grundsätzlich anders gedacht, geredet, gelebt. dann erst langsam habe ich wieder begonnen, etwas zuzulassen ... also gemocht werden wollen und mit dem strom schwimmen und so ... und so fand ich meins ... bzw. dieses "ich bin" ... denn wenn wir wirklich frei sind, dann leben wir keine vorstellung mehr von uns, sondern wir sind einfach jeden moment so, wie wir gerade fühlen ...
seit ich mein kind habe geht das nicht mehr so einfach. das ist noch einmal eine zusätzliche herausforderung. ein partner ist mE kein unterschied. sobald uns im außen etwas "wichtig" ist, wird es schwierig mit dem einfach sosein ...
Nachher kann man dann der Yogi auf der Parkbank sein, wie Tolle (E.Tolle soll Jahre lang nach seiner Erleuchtung auf Parkbänken gelebt haben und nur das Nötigste getan haben um physisch zu existieren), oder auch in Samt und Seide. Mir gehen diese "Kinder" auf den Keks die irgendwelche Messlatten anlegen wollen, wie moralische Qualitäten, von wegen "ein Erwachter" müsse Selbstlos sein, dürfe kein Interesse mehr an Geld haben, oder wie Du auch meintest sexuell enthaltsam leben. Der Unterschied zwischen denen und uns ist, dass sie ALLES dürfen, sich alles gestatten können aber nichts davon müssen oder brauchen.
mein größter lehrmeister ist und bleibt da osho. ich las erst kürzlich hier wieder einen link von ihm und jedesmal erfüllt mich dermaßen eine leichtigkeit, heiterkeit und freude, wenn ich seine worte lese, weil sie geradezu aus mir selbst zu entspringen scheinen.
LEBEN ... einfach nur LEBEN. das was da ist in vollen zügen genießen. da möchte ich hin. in die völlige hingabe an den moment, jede sekunde DA sein und mitnehmen ... und zwar egal, was sich bietet - ohne nachdenken, ohne vorstellung ... einfach zugreifen.
Ja, das sehe ich auch so. Alleine der Gedanke da sei ein Strom mit oder gegen den man schwimme zeigt ja, dass der Gedanke noch nicht weg ist und meiner Meinung nach geht es gar nicht um die Richtung, sondern die Freiheit jede zu wählen die man wünscht.
ja das stimmt. erst wenn sich "mit" und "gegen" erledigt haben ist auch der strom weg ...
die freiheit alles zulassen zu können. sowohl als auch ... da war ich am glücklichsten ... aber dieses "etwas" in mir war noch nicht zufrieden, wollte noch mehr, weiter, tiefer, reiner ... wie auch immer ...
Ich habe gemerkt, das es mir ziemlich wichtig ist das die Menschen mich so sehen wie ich mich selbst ungefähr einschätze.

das hört sich sehr "autoritär" an ... widersprich mir nicht *lol*
wer will das nicht *grins* - es heißt ja nur, dass wir nicht in frage gestellt werden wollen, wenn wir nicht in frage gestellt werden wollen, dann sind wir uns nicht sicher, oder ? kannst du gut kritik vertragen ?
Bei Menschen die mir wichtig sind nehme ich es dann auch gerne auf mich das klar zu stellen, wenn sie mich auf eine meiner Meinung nach falsche Weise sehen weil es z.B. ein Mißverständniss gab, bei anderen nicht, nur egal ist es mir immer noch nicht, aber doch immer mehr. Das merke ich auch im Forum. Mir geht es nicht darum einen bestimmten Eindruck zu erwecken, aber mir ging es immer gegen den Strich wenn jemand etwas vollkommen anders versteht als ich es gemeint habe und mittlerweile ist es mir doch ziemlich gleichgültig.
bei mir stelle ich das auch immer wieder fest. es hat was mit "recht" haben wollen zu tun, oder ? wieso ist es dir wichtig, dass andere dich so sehen, wie du dich siehst ? was könnten sie in dir sehen, dass du nicht sehen willst ? ich vermute das kommt später ... diese suche in dir nach etwas das du nicht findest und du gönnst es auch keinem anderen, es vor dir zu sehen, woll ?
Na ja... Das liegt aber meiner Meinung nach auch daran, das Menschen die sagen es nicht nötig haben Gefallen zu wollen, es dann scheinbar nötig haben genau DAS offensiv zu zeigen, wie der keine Punk der in der Oper rumgrölt

und wenn Du sagst Du verhältst Dich trotzdem ziemlich "gefallend" obwohl es Dir nicht wichtig ist, ist das meiner Meinung nach nur positiv.
ich glaube, dass es mir egaler ist, als ich denke, es mir nur nicht bewußt ist. wir hatten gerade so einen zwischenfall in der öffentlichkeit, wo mein sohn völlig ausgetickt ist. ich bin ganz ruhig geblieben und habe nicht eine sekunde daran gedacht, was andere jetzt denken oder fühlen. mir ging es nur um meinen sohn und darum, dass er seinen willen irgendwie mit gewalt durchsetzen wollte. in der öffentlichkeit ist das ein toller trick - ich bin da ziemlich gemein, weil ich da nicht drauf reagiere. jemand, der mit uns da war, war total schockiert darüber und hatte hinterher probleme damit ... das hat mir leid getan, aber ich kann und will das nicht ändern.
ich möchte die emotionen da leben, wo sie entstehen. echte gefühle lassen sich nicht warmhalten, bis man die passende umgebung hat, um sie rauszulassen ... außerdem gehe ich lieber an die ursachen für solche ausbrüche zum beispiel.
manchmal frage ich mich aber, ob es mir nicht vielleicht schon zu egal ist und diese diskrepanz kommt daher, dass ich einfach nicht mehr wahrlos die menschen vor den kopf stossen will. ich bin irgendwie durch nichts mehr zu sozialisieren. ich bin gerne alleine, ich kann mir selbst helfen ... ich liebe mich selbst. vielleicht ist da eine angst in mir, zu zufrieden mit mir selbst zu sein und mich so zu isolieren ?
ist das zu abgedreht oder verstehst du, was ich meine ?
Für mich war das ähnlich und ist auch noch nicht abgeschlossen. Ich bin die letzten Jahre in allen Bereichen eher weniger geworden als mehr, habe aber bis auf wenige Dinge nicht das Gefühl dabei etwas verloren zu haben. Eine gewisse Zeit war die Hoffnung weg, aber sie hat die Bedeutung mitgenommen, so dass es nicht zu schmerzhaft war. Jetzt kommt beides wieder und jetzt ist es manchmal schmerzhaft, denn beides ist noch nicht voll da.
brauchst du eine bedeutung ? eine hoffnung ?
Bei mir ist es eher so, dass ich das Gefühl habe irgendwas mit mir rumzuschleppen das so Grundlegend ist, das darauf alles was mir in meinem Leben an Negativem passiert ist darauf zurückgeht und ich keine Chance habe wenn ich es nicht finde, aber wenn ich es finde werde ich ein neuer Mensch sein und wie ein Besessener suche ich und weiß doch, das Einzige Problem ist die Angst des Suchenden das er nicht findet. Seltsam...
das war bei mir genauso. das war, was ich weiter oben andeutete: dieses sich in äußerlichkeiten verlieren hat bewirkt, dass ich in mir finden konnte. ích spüre da in dir irgendwas, was blockiert und es scheint mir in gewisser weise gar nicht um dich selbst und das was du finden willst zu gehen, als wirklich vielmehr um irgendeinen ehrgeiz, dass du nicht willst, dass es für andere sichtbar ist, bevor du es gesehen hast ... das ist wirklich seltsam. was treibt dich da ?
solange du nicht willst, dass es sichtbar wird - wirst du es aber nicht finden können. lenk dich ab. das hat bei mir auch funktioniert. es kam dann ganz plötzlich hoch - irgendwann zum jahreswechsel ... du steckst zu viel energie in dieses "nicht für andere sichtbar sein" ... und du verhinderst so die hilfe. ich habe auch hilfe bekommen von anderen ...
ich habe festgestellt, dass es in unserem leben irgendwann in der kindheit/jugend eine situation gibt, die alle "verletzungen" in sich vereint. es ist eine schlüsselsituation. meistens heftig und einschneidend. sie ist eine zeitpunktenwende, könnte man so sagen. bei mir war es ein tag, an dem sich in mir ein regelrecht "böser" teil gebildet hat. oder besser gesagt: an dem tag wurde ein teil von mir "böse" - bitterböse. ich habe mich dann - unbewußt - entschlossen, diesen teil nicht zu leben (gottseidank) und ihn verdrängt. doch er wirkte aus den tiefen in mein leben und zwar nachhaltig und jetzt - seit mein sohn geboren ist - kam er immer mehr zu "tage" - wurde sichtbar. ich konnte aber noch nicht hinschauen, es mir nicht bewußt machen.
jetzt weiß ich es und dieser teil von mir ist zwar noch da, aber er wirkt nicht mehr ...
wenn du dazu genaueres willst, dann frag ruhig.
Das was Du als Kreislauf empfindest wirst Du sicher verlassen und es ist meiner Meinung nach wirklich Bewusst-Sein, also Bewusstheit, das einen daraus hilft, aber ich glaube auch das es immer weiter geht, nur auf ganz andere Arten und ich bin mir ziemlich sicher das es nicht mehr so Leidend sein wird wie es für viele die in ähnlichen Situationen sind, ist und das sind viele, hier im Forum sind es auch viele.
interessant. vor einiger zeit sagte eine innere stimme "ab jetzt wird es leichter" und es IST leichter, bzw. völlig anders.
All die anderen wissen noch gar nicht wie sehr sie leiden weil sie glauben es akzeptiert zu haben, da sie annehmen es müsse so sein. Sobald die Einsicht kommt das es nicht so sein muss und es einen Ausweg gibt wird das Leid auch da sein.
ja. schön , dass du das so ausformulieren kannst. genial...
So viele hier "reden" von Aufstieg und es scheint manchmal so, als glaubten sie das käme über sie wie Regen und sei eine Art Massenereignis zu einem festen Zeitpunkt, aber sie sehen nicht die vollkommen Individuelle Seite bei diesem Bewusstwerdungsprozess. Er findet scheinbar wirklich auf großer Ebene statt und betrifft nicht nur eine kleine Minderheit, aber es ist das Leid des Einzelnen das ihn ausmacht. Es wird deutlicher und tiefer empfunden WEIL man sicher ist das es nicht sein muss und es zeigt sich im Aussen aus demselben Grund. Und das Paradoxe ist, dass das Urteil es sei unnötig ebenfalls falsch ist. Es ist nötig um sich selbst zu überwinden.
Viele Grüße,
C.
ja genauso war es bei mir auch. dieses gefühl dass es eigntlich nicht sein müßte. dieses leiden - ich hatte dem entsprechend auch heftigen widerstand von "außen" , der mich noch mehr leiden ließ, aber ich bin jetzt überzeugt davon, dass ich anders an diesen "bitterbösen" teil in mir nicht herangekommen wäre.
ich weiß nicht genau warum ? ich könnte nicht mal sagen, dass ich angst davor gehabt hätte. aber der druck der auf mir lastete war immens und es war, als ob dieser druck mich überhaupt erst "runtergedrückt" hätte, dahin wo ich dann fand, was ich nicht wirklich suchte ... jedenfalls nicht mit meinem tagbewußtsein.
wenn ich mich nun so umschaue, dann sehe ich dass das leid aus der angst des egos vor dem tod entsteht und je größer und stärker dieses "ego" ist, desto größer muss wohl der leidensdruck sein, damit es "stirbt" ... weggeht, kleiner wird, die kontrolle abgibt, wie auch immer.
aber weißt du. es ist schon irgendwie dämlich. jetzt wo ich sozusagen da durch bin, jetzt kann ich das leid annehmen ...
die welt ist schon verrückt, irgendwie. diese qual gehört wohl tatsächlich zwingend dazu, aber sag das mal einem, der mitten drin steckt oder erst gar nicht rein will ...
