Ein wichtiger Punkt. Dass Rangeleien und Dominanzspielchen unter Magiern eine bedeutende Rolle spielen, zeigt uns ja die Geschichte so gut wie aller Orden.
Nein, nicht nur "Orden", also bei den Westlern, das ist in sämtlichen östlichen Bereichen, wo Magie o.ä. praktiziert wird, nicht anders.
Da gibt es erstmal ein Streitgespräch über die Lehren .. und wenn dann eine Partei zu dem Schluss gekommen ist, dass die Anderen eh alle Idioten sind, sprich, wenn eine Partei eigentlich dabei ist, zu verlieren, geht man über zur "Praxis", soll heißen, dann gibt's ein Duell per Siddhis, wobei auch gern mal Leute sterben können.
Die Anhänger des Verlierers sind angehalten, anschließend auf ihren gesunden Menschenverstand zu sch***en, der ihnen theoretisch sagen könnte, dass die größte Wahrheit nicht immer bei der größeren Kanone oder dem besseren Kriegsherrn beheimatet sein muss, und den traditionellen Regeln nach angehalten, den Gewinner für erleuchteter zu halten als den Verlierer.
Sprich, zur Lehre des (physischen) Gewinners zu konvertieren.
Es hat echt nichts mit Orden im engeren Sinne zu tun, und auch nicht mit irgendwelchen westlichen Mentalitäten. Es ist einfach typisch menschlich, dass automatisch die Person für besser gehalten wird, die rein physisch die größere Durschlagskraft hat (das Patriarchat lässt hier übrigens grüßen, denn der höhere Wert eines Mannes geht letztlich darauf zurück, dass Männer wegen ihrem Testo nunmal mehr Körperkraft und körperliches Durchhaltevermögen mitbringen und daher die besseren Kämpfer/Krieger abgeben - was in dem Moment zur zentralen Qualität wurde, als Menschen entdeckt haben, dass es inzwischen genügend niedergelassene, "schwache" Gemeinschaften gab, um davon leben zu können, die zu überfallen und mit sehr physischer Gewalt zu unterdrücken).
Auf Weisheit und gesunde Menschlichkeit wird und wurde hier wie dort geschissen, und mit der Erfindung von Schusswaffen können wir dann nur postulieren, dass die westliche Wissenschaft wohl gewonnen hat. Womit wir dann auch klar sehen, dass "eigentlich", traditionellen Regeln nach, widerlegt ist, dass Magie und Siddhis so toll sind. Eine funktionierende nicht-physische Schussweste kann sich halt nicht jeder generieren - dafür braucht es Veranlagung bzw. Talent, das Karma/Glück, die richtigen Lehren zu finden, und Jahre bis Jahrzehnte an Training.
Sich eine physische Schussweste und eine physische Schusswaffe zuzulegen, erspart jegliche eigene Entwicklung und macht den Anwender in solchen Fällen doch überlegen. Grausam, gell? Aber eben dann auch das "Ende" der Magie.
In dem Sinne ... braucht man sich mit sowas nu wirklich nicht auf westliche Orden beschränken. Wer Magie betreibt, braucht(e) hier wie dort einen gewissen Schaden und ein meist nicht gerade ethisch korrektes Motiv (oder mehrere, je nachdem).
Ein Übel ist es.
Meistens sind wie waren es ab einer Verfügbarkeit "besserer" Alternativen die Verlierer, die darauf hofften, etwas in die Hand zu bekommen, das Andere nicht verstehen, um sich Vorteile zu verschaffen. "Das Okkulte", Verborgene eben. Menschen, denen es gut geht, haben wenige Motive, nach sowas zu suchen. Allerdings haben Menschen, denen es (zu?) gut geht, auch wenig Bedarf nach Weiterentwicklung oder danach, zu lernen.
An letzterem Punkt lässt sich dann tatsächlich da was sinnvoll kombinieren.
Aber das muss man dann wollen.
Die gerissensten Tiere sind nunmal Räuber/Beutegreifer, und die besten und einfachsten Motive, Fortschritte zu machen, haben mit Tugenden doch meist weniger zu tun als mit Egoismus. Sollte man sich einfach mal drüber klar werden.