Wege in den Wahn

  • Ersteller Ersteller Hellequin
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Für einen Fehler halte ich es allerdings, sich für automatisch frei von Macken zu halten, bloß weil man selbst sie nicht findet. Immerhin besteht da ein nicht geringes Eigeninteresse daran, keine haben zu wollen.
Ein wichtiger Punkt. Dass Rangeleien und Dominanzspielchen unter Magiern eine bedeutende Rolle spielen, zeigt uns ja die Geschichte so gut wie aller Orden.

Insofern rennt eben auch gewaltig etwas falsch, wenn man ewig praktiziert oder zu praktizieren meint und dabei nichtmal die gröbsten Macken in den Griff bekommt, weil einfach nie ein Interesse da war, die überhaupt wahrzunehmen und zu identifizieren. Und die Art Macke dürfte im Vergleich zu der Art Schaden, die man frühzeitig identifiziert und zu eliminieren trachtet, auf lange Sicht auch das tatsächlich deutlich größere Problem ausmachen.
Ja, das ist ein Problem der Perspektive. Manche hegen eine so große Scheu vor allem Magischen, dass sie zu Hysterie neigen. Andere sind so selbstverliebt, dass sie annehmen, alles, was ihnen begegne, müsse etwas ganz Besonderes sein. Und so geschieht es, dass man sich rühmt, die Mutter aller Drachen besiegt zu haben, nachdem man versehentlich auf eine Eidechse getreten ist. Wenn dann die ersten echten Gegner auftreten, ist Sense. Ich bin da ab und an recht skeptisch, was meine Erfahrungen angeht. Es ist nicht auszuschließen, dass auch meine Wahrnehmung verzerrt ist.
 
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Ich sehe im Schaden den Normalzustand, was die menschliche Psyche angeht. Geistig rundum gesunde Menschen gibt es nicht, nur treten viele Schäden eben erst dann spürbar zutage, wenn man sich anschickt, die gewohnten Bahnen zu verlassen. Gerade dies ist aber ein elementarer Schritt zur Bewusstwerdung über das gewöhnliche Ego hinaus, findest du nicht? Gut, ich mag mich nicht in meine Wortwahl verbeißen. Es ist gut möglich, dass das, was ich als Schaden bezeichne, der behoben werden muss, in deiner Sprache eine Lehre ist, die gezogen werden muss. Jedenfalls ist der Grenzübertritt ja keine einmalige Sache und es gibt auch wesentlich mehr als nur eine Grenze. So gesehen gibt es Herausforderungen en masse. Die Frage ist halt, wann man sich welcher stellt. Ich will nicht so klingen, als müsse meiner Meinung nach jeder Schritt auf dem Weg transgressiven Charakter haben.

Sehe ich genauso. Meine grösste Macke habe ich beseitigen können, hatte aber schmerzhafte Konsequenzen zur Folge. Andere Macken sind noch da, die einen mag ich, sie gehören halt zu mir, an den anderen arbeite ich noch, so sie sich mir in den Weg stellen.
Du benutzt andere Worte als ich. Ich meine nicht unbedingt eine Lehre aber ich versuche es für mich immer von einer lichteren Seite zu betrachten. Das geht aber nur wenn ich gewöhnliche gesellschaftliche Strukturen (also wie etwas für gewöhnlich zu sein hat) verlasse. Sonst würde ich wohl auch Depressionen bekommen.
 
Wenn du deine eigenen ängste/angststörung als 'jeden scheiss' bezeichnest, könnte ich davon ausgehen, dass sie nicht so arg sind. In der tat tue ich es nicht, da du sie schon ein paar mal erwähnt hast, auch an anderen stellen. Man ist mit ängsten nicht lebensunfähig, kann das allerdings werden und dann ist eben tatsächlich nix mehr mit 'selber lösen'. Dann allerdings fällt man vor dankbarkeit auf die knie, wenn sich eine/r findet, der einem raushilft und mit dem man ein stück des weges gemeinsam gehen darf.
In unserer Zeit gilt es als schick, einen Opferstatus einzunehmen. Mir tut das erfahrungsgemäß nicht gut, auch wenn ich dazu neige. Davon abgesehen sind Gesprächstherapien für die Katz und Versuchskaninchen für unberechenbare Psychopharmaka will ich auch nicht spielen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Drei verschiedene Ärzte mit drei verschiedenen Strategien konnten damals, von 2010 bis 2011, nichts bewirken, als die Störung am stärksten war. Ich selbst habe sie mir soweit vom Hals geschafft, dass ich wieder freier atmen konnte. Daher bin ich der Überzeugung, dass es meine Aufgabe ist, sie zu bändigen, wenn sie aufbegehrt. Alles andere ist keine Option, es sei denn für den Notfall.

Und genau das stimmt nicht. Zum einen habe ich selbst schon hier und auch im psychologie-uf durchaus von meiner früheren angsterkrankung geschrieben, zum anderen gehe ich davon aus, dass gerade hier menschen sind, die durchaus ähnliche probleme haben/hatten, aber sie eben angegangen sind. Das mag dann von aussen als 'fortgeschritten' aussehen. Und ja, das ist es vermutlich auch.
Genau das meine ich. Kaum spricht man von Schwächen, kommen Leute daher, die alles im Griff zu haben behaupten, und lenken vom Thema ab, um einen in den Opferstatus zu drängen. Ob das gut gemeint ist oder nicht, ist zweitrangig, denn letztlich pathologisierst du mein Verhalten, weil ich mich nicht in strahlendem Licht präsentiere - und das finde ich übergriffig und verletzend, zumal es von dir kommt und du allen Ernstes behauptest, ich sei meine Probleme nicht angegangen.

Das ist kein tabu. Du deklarierst es als solches, weil du es als eines siehst. Hier haben schon andere - auch ich - über schwächen, ängste, etc. geschrieben. Ich habe mich schon vor vielen jahren damit konfrontiert, also eher früher.
Kein Tabu wäre es gewesen, zu erzählen, ich hätte alles überwunden und wäre jetzt die Ruhe höchstpersönlich.

Und jetzt zurück zum Thema. Ich habe nicht um psychologische Lebensberatung gebeten (das würde ich in so einem Forum ohnehin nicht tun), sondern um Strategien im Umgang mit einem magischen Phänomen.
 
In unserer Zeit gilt es als schick, einen Opferstatus einzunehmen.
Ich finde es angebracht , dass du die Verantwortung über dich selber tragen willst.

Du sagtest , wenn du magisch arbeitest , dann verstärkt sich z.B. Angst , oder Emotion.

Das , denke ich , wird daher kommen , da du im magischen Akt eine Ebene betrittst , welche unstrukturiert, offen für alle Eventualitäten ist ...so kann ich mir das vorstellen das da für alles Mögliche auch die Tore offen stehn .

Weshalb ich verstehe , wenn jemand sagt , erst Schattenarbeit erledigen und dann magisch weiterarbeiten.

Ich mache dies auch so , Zeit ist ja nicht relevant.
 
In unserer Zeit gilt es als schick, einen Opferstatus einzunehmen. Mir tut das erfahrungsgemäß nicht gut, auch wenn ich dazu neige. Davon abgesehen sind Gesprächstherapien für die Katz und Versuchskaninchen für unberechenbare Psychopharmaka will ich auch nicht spielen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Drei verschiedene Ärzte mit drei verschiedenen Strategien konnten damals, von 2010 bis 2011, nichts bewirken, als die Störung am stärksten war. Ich selbst habe sie mir soweit vom Hals geschafft, dass ich wieder freier atmen konnte. Daher bin ich der Überzeugung, dass es meine Aufgabe ist, sie zu bändigen, wenn sie aufbegehrt. Alles andere ist keine Option, es sei denn für den Notfall.

Ok.

Genau das meine ich. Kaum spricht man von Schwächen, kommen Leute daher, die alles im Griff zu haben behaupten, und lenken vom Thema ab, um einen in den Opferstatus zu drängen.

Wieso denn in den opferstatus drängen? Ich habe nicht alles im griff, lediglich die ängste/angstzustände.

Ob das gut gemeint ist oder nicht, ist zweitrangig, denn letztlich pathologisierst du mein Verhalten, weil ich mich nicht in strahlendem Licht präsentiere - und das finde ich übergriffig und verletzend, zumal es von dir kommt und du allen Ernstes behauptest, ich sei meine Probleme nicht angegangen.

Ich wusste ja nicht, dass du sie angegangen bist. Was du oben geschrieben hast, lese ich zum ersten mal.

Kein Tabu wäre es gewesen, zu erzählen, ich hätte alles überwunden und wäre jetzt die Ruhe höchstpersönlich.

Ok, dann sorry, dass ich zu denen gehöre, die mit ihren ängsten inzwischen umgehen können.

Und jetzt zurück zum Thema. Ich habe nicht um psychologische Lebensberatung gebeten (und würde das in so einem Forum ohnehin nicht tun), sondern um Strategien im Umgang mit einem magischen Phänomen.

Mir gings nicht um beratung, sorry.
Auch für's OT.
 
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Sehe ich genauso. Meine grösste Macke habe ich beseitigen können, hatte aber schmerzhafte Konsequenzen zur Folge. Andere Macken sind noch da, die einen mag ich, sie gehören halt zu mir, an den anderen arbeite ich noch, so sie sich mir in den Weg stellen.
Alles aufzulösen, halte ich auch für Unsinn. Es gibt ja genügend Macken, die nützlich sind - oder einfach harmlos und wohltuend.

Du benutzt andere Worte als ich. Ich meine nicht unbedingt eine Lehre aber ich versuche es für mich immer von einer lichteren Seite zu betrachten. Das geht aber nur wenn ich gewöhnliche gesellschaftliche Strukturen (also wie etwas für gewöhnlich zu sein hat) verlasse. Sonst würde ich wohl auch Depressionen bekommen.
Ja. Ich suche noch nach den passenden Strukturen, aber da haben wir offensichtlich etwas gemeinsam.
 
Mir gings nicht um beratung, sorry. Auch für's OT.
Ich spreche dir deine Erfahrungen nicht ab und bezichtige dich auch nicht der Lüge. Das ist mir wichtig. Was mich ärgert, ist, dass du meinen Hinweis auf den möglichen Hintergrund der Erscheinung dafür verwendest, um mir zu sagen, ich gehörte in psychiatrische Behandlung. Auch wenn das ehrlich und gut gemeint ist, ist es in diesem Umfeld unangemessen.

Ich mag mich einfach nicht kränker reden, als ich bin - und auch nicht kränker reden lassen. Wohin das führt, kann ich als Hypochonder nämlich sehr gut beurteilen.
 
Ich finde es angebracht , dass du die Verantwortung über dich selber tragen willst.

Du sagtest , wenn du magisch arbeitest , dann verstärkt sich z.B. Angst , oder Emotion.

Das , denke ich , wird daher kommen , da du im magischen Akt eine Ebene betrittst , welche unstrukturiert, offen für alle Eventualitäten ist ...so kann ich mir das vorstellen das da für alles Mögliche auch die Tore offen stehn .

Weshalb ich verstehe , wenn jemand sagt , erst Schattenarbeit erledigen und dann magisch weiterarbeiten.

Ich mache dies auch so , Zeit ist ja nicht relevant.
Schattenarbeit ist magisch, wenn du mich fragst. Aber gut, das ist Korinthenkackerei. Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass die magische Arbeit den Schatten entfesselt und dass in meinem Fall der Schatten etwas schwieriger ist, eben wegen der Ängste und der depressiven Verstimmung.

Sollte ich nicht damit zurechtkommen, dann muss ich eben in Behandlung. Das ist Berufsrisiko.
 
Und warum dann die Überschrift "Wege in den Wahn" ?
Ein Fragezeichen am Ende wäre besser gewesen. Es geht um den richtigen Umgang mit Energien, die sich aus den Teilen des Schattens speisen, die man nicht im Griff hat, und um die Sorge, überwältigt zu werden, wenn das Kräfteverhältnis nicht stimmt. Aber so weit waren wir eigentlich schon vor 10 Seiten.
 
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.... Was mich ärgert, ist, dass du meinen Hinweis auf den möglichen Hintergrund der Erscheinung dafür verwendest, um mir zu sagen, ich gehörte in psychiatrische Behandlung. ....
Das schrieb ich so nicht, Helle und ich wollte dich doch nicht 'krankreden'. Es kann sein, dass ich leichtfertig(er) bin, was dieses thema angeht, weil ich lange mit einer angststörung gelebt habe und sie für mich eine krankheit ist, wie jede andere. Ich habe mich auch nie für sie geschämt und deshalb auch offen über sie kommuniziert (will dir e contrario hier aber gar nichts unterstellen).
Ich schrieb, bei ängsten gebe es gute therapien (da kann man ziemlich viel drunter subsumieren) und dass man es 'angehen' sollte. Was dann letztlich für dich passend ist, musst du selbst wissen und dass du schon etwas in die richtung unternommen hast, wusste ich nicht.
Ich weiss jetzt gerade nicht genau, ob wir nicht etwas empfindlich reagieren oder uns eigene erinnerungen einen streich spielen.....

Ich denke, Dvasia hat gerade das bessere händchen und ziehe mich zurück.
 
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