Hallo Esotikforum, das hier ist mein Debut.
Eigentlich nehme ich sonst immer mit dem passiven Lesen vorlieb, vor allem, da ich philosophische Anregungen und Inspiration in diesem Forum allein schon zum Schreiben meiner Projekte brauche, aber ich kam nicht umhin, letztendlich doch auf Jaguars (rhetorishce) Frage zu antworten.
Warum rhetorisch? Nun, weil jede Kritik, die geäußert wird - und sei sie nun polemisch oder adäquat - entweder ignoriert wird oder schlicht mit dem Fingerdeut auf einen anderen "Leidensgenossen" beantwortet wird.
Wie dem auch sei, das ist kein Flamepost. Beleidigung ist nicht meine Intention, viel mehr Identifikation mein Motiv.
Ich selbst habe auch eine recht genaue Vorstellung zur Seelenverwandtschaft, um die es ja hier nicht wirklich geht. Die Leitfrage ist ja was an dir, Jaguar, "falsch" ist. Ich wende mcih direkt an dich, weil ich auf einen kurzen Dialog hoffe, den du mir ja vielleicht gewährst, auch wenn ich noch keine duzent Beiträge in diesem Forum verfasst oder in irgendeiner Hinsicht eine Position zu dir oder diesem Forum eingenommen habe.
Im realen Leben würde ich nur selten auf solch eine Frage überhaupt reagieren, und dann auch nur wenn sie mir ein enger Freund stellt. Denn das ist persönlich, sollte eine ehrliche Antwort erhalten und führt meist nur zu streitähnlichen Diskussionen - so wie hier.
Aber wie gesagt: Identifikation.
Ich erkenne mich ein Stück weit in dir wieder - ich nehme vorweg - z. B. den Enthusiasmus und die Verbissenheit und auch ein wenig von deinem Solipsismus oder von deinem "Schamatismus", wenn man das Interpretieren von Zeichen einfach mal neologistisch so nennen will.
Und wie ich wollen würde, gebe ich dir zu ersteinmal auf selbst getätigte Äußerungen mein Feedback - denn die Antwort auf eine Sinnfrage liegt oft im Fragensteller.
1. Die Intention deines Thrads, der zum wiederholten Male die Beziehung zu dir und deiner SV thematisiert - aber eigentlich ja ein Ausheulen wegen Vorkommnissen der letzten Tage darstellt - eine Antwort herauszufordern, eine die du dir selbst nicht geben willst oder nciht geben kannst. Warum nicht? Was glaubst DU, stimmt mit dir nicht? Meinst du vielleicht, dass du mittlerweise an deinem Verhalten oder an deiner Denkweise selbst etwas gefunden hast, was du als "falsch" empfindest? Oder spricht aus dir nur die Unzufriedenheit? Die Unzufriedenheit - ohne dies herabwürdigen zu wollen, weil ich selbst dieses Alter habe - eiens 19jährigen, der am Anfang von allem Neuen und vielem, schmerzhaften Altem steht? Diese schreit zumindest für mcih aus jedem Post, der in Threads mit vollkommen anderen Themen von dir erstellt wurde, heraus.
2. Ungerechtigkeit. Es gibt sie überall. Ich würde mir nie anmaßen, zu kritisieren, dass jemand seinem Ärger Luft macht, bin selbst leidenschaftlicher Pseudo-Koleriker. Aber suchst du sie tatsächlich? Ich meine, jemand wie du scheint mir tatsächlich eine realistische Ahnung davon zu haben, was für eine Worthühlse das ist, die diesen utopischen Zustand von Ausgewogenheit beschreibt. Klar ist es nicht gerecht. Es ist Nonsinns es damit in Verbindung zu bringen. Menschen sind nciht gerecht. Für Gerechtigkeit sind in diesem Fall Gewerkschaften zuständig oder Personalräte. Bist du im Recht? Geh dort hin. Diese Einrichtungen sind ein plausibler Versuch - wie das Strafgesetz - Gerechtigkeit herzustellen. Aber diese himmelschreiende Frage ist albern. Verzweifelt und verständlich und alles - aber albern.
3. Ich bin ebenfalls von der Treffgenauigkeit von Astrologie überzeugt. Erfahrungswerte. Und von Zeichen sein Leben bestimmen zu lassen halte ich auch für eine gute Idee, weil man sie drehen und wenden kann, wie man will - und weil sie einen dazu zwingen, das beste aus einer Situation herauszuholen. Aber diesen Aspekt nutzt du nicht. Ich glaube, du nutzt Astrologie zur Rechtfertigung deiner Sehnsucht, die - soweit man Solipsismus aufgrund seiner Erklärbarkeit einfach mal Raum gibt - allein von dir kommt.
Ich rede im Übrigen ncht von der allumfassenden Ansicht von Solipsismus, sondern von der Beobachtung, dass man im hohen Maßen - abgesehen von Schicksalsschlägen - sein Leben selbst bestimmen kann.
Es ist deine Welt - eine ganze Welt nur für dich allein.
WIe sie aussieht, bestimmst in Alltag zumindest du.
Findest du es nicht engstirnig, dich von Tendenzen bestimmen zu lassen? Tendenz ist eine Wahrscheinlichkeit. In der ersten Stunde Wahrscheinlichkeitsrechnung in Mathe merkt man, dass die Augenzahl 6 beim Würfeln gar nicht zur vorher berechneten Chance von 17% aufkommt. Gut, man könnte jetzt die nötigen, unfassbaren Ausmaßen eines Experiments mit den Ausmaßen des Kosmos vergleichen - irrelevant. Du weißt sicher, was ich meine. Sei ein Pragmatiker. Diesmal.
4. Die Beziehung zur SV. Soweit ich das interpretieren kann - und ich entschuldige mich für voreilige oder dumme Schlüsse - hatte und hat sie Interesse an dir. Richtig, der DVD-Nachmittag spricht dafür. Sie hat sich in dein Umfeld begeben, dir zuvor das Gefühl gegeben, richtig zu sein und ähnliche Erfahrungen im Leben gemacht wie du. Aber ich glaube, dass du sie mehr als verschreckt hast. Ihre "widersprüchlichen Aktionen" sind ein Resultat der Unsicherheit dir gegenüber, die zum eine Folge deines frühen Geständnisses und der weiteren, andauernder, indirekter Geständnisse an sie sind und zum andern weiblihce Diplomatie. Ich glaube, wenn es sich hierbei nicht um deine SV handeln würde, würdest du es sehr schnell durchschaut haben, ihr Motiv. Empathie würde dich befähigen, sie zu durchschauen, sie nicht als Mysterium anzusehen, ein Enigma, deine Muse, deine Serpentina, dein Lebensmittelpunkt. Sie wäre eine junge Frau - und du ein junger Mann.
Pragmatik. Sieh es durch die Augen eines anderen. So wie z. B. die Beziehung zu dem Mädchen, das jederzeit für dich verfügbar wäre. Ist dir vielleicht schon einmal in den Sinn gekommen, dass du ihre Rolle einnimmst?
Und dass deine Entschlossenheit ihr latente Zuneigung zu dir zerstört?
Du sprichst oft von Trost, der unabdingbar ist. Du brauchst ihn.
Das ist unsexy. So traurig es ist, es gibt nichts, was potentielle Partner mehr abschreckt als offensichtliche, fanatische Abhängigkeit. Wahre Liebe ...
Sie sieht sich nicht als deine SV, sondern als junge Frau - und dich als jungen Mann.
Außerdem ist eine billige Faustregel, dass 0,5 und 0,5 1 ergeben, was weniger ist, als wenn man die individuelle 1 und die anderen individuelle 1 addiert.
Das ergibt 2.
Bevor du einem Menschen aufbürdest, mit dir ein Leben zu teilen, musst du genug aufgebaut haben, das du ihm bieten kannst. Eine Bereicherung musst du sein. Keine Last. Messias ist ein schönes Wort. Ich war mal einer. War keine schöne Zeit. Glaub mir, das ist der undankbarste Job der Welt. Man gibt zuviel von sich selbst auf, investiert es in den andern, um hinterher wieder gerade stehen zu können. Ist das "Geben und Nehmen"? Was wrüdest du ihr geben? Aber ich glaube, darauf hast du bereits eine Antwort. Nur vielleicht will sie es nicht haben. Schlimm. Grauenhaft. Ungerecht. Das Leben.
Ob der Dualismus nun von Gott gewollt war oder nicht, tut hier nichts zur Sache. Wichtig ist, dass du begreifst, dass 99% deiner Seelenqual von dir kommt - nicht von ihr, ihren Aktionen, deiner Chefin. Verstehe mich bitte nicht falsch, ich weiß, dass man manchmal einfach drei ganze Jahre im Bett bleiben sollte und trotzdem raus geht, taper, wie ein Alltagsheld eben ist, sich in den Regen wagt, auch noch ein scheinlebendiges Psychowrack auf einer Brücke trifft, die Eltern sterben, man die Existenzgrundlage verliert oder was man noch alles rumpessimisteln kann. Da kann man nichts machen. Ist halt Ungerecht. Aber was du dir selbst antust, ist kein Schicksalsschlag, es ist noch nicht einmal wirklch ungerecht, oder?
Denn der Richter bist du.
Was an dir "falsch" ist? Rein gar nichts. Du solltest deine Einstellung zum Leben überdenken, weil es mit ihr keinen Spaß machen wird. Gar keinen. Und ich glaube nur begrenzt an Reinkarnation (romantisierender Teil ja - realistische, faktengläubiger nicht).
Relativiere die Krise, die dich verfolgt. Rechtfertigt sie einen Selbstmord wirklich oder ist es eine Phrase, die man eben so verwendet, wenn der Körper es schon morgens beim Aufstehen gewohnt ist, depressive Self-Made-Hormone auszuschütten?
Was mir tatsächlich geholfen hat, als Antwort auf eine ähnliche Frage war - wie schon erwähnt - dass du vor dir deine eigene, kleine, unbegrenzte Welt siehst. Deine. Du gestaltest die Farben, den Himmel und wen du hineinlässt.
Mach damit, was du willst. Aber wisse, dass du dafür verantwortlch bist, bei aller menschlichen Emotionalität. Du hast es in der Hand, kein Chef, keine widersprüchlichen Aktiionen, die vielleicht einfach nur diplomatische Distanz herstellen wollen oder SVs, die nur Mädchen sind.
Es ist deine Welt. Eine ganze Welt nur für dich allein.