Ich habe soeben eingesehen, dass ich ein fortgeschrittener, westlicher Yogi bin. Kein Guter, aber ein Fortgeschrittener.
Und ich habe meinen eigenen Stil entwickelt. Den sogenannten Lichtblick-Yoga.
Ich kann Stunden und Tagelang hier sitzen und mit weit aufgerissenen Augen in das Licht aus dem Flachbildschirm blicken,
ohne etwas von Bedeutung zu denken, zu tun oder den Körper merklich zu verrücken.
Wie aus weiter Ferne höre ich dabei die Tasten meines Keyboards klappern.
Wenn ich meine Meditation kurz unterbrechen muss,
weil ein dringendes Bedürfnis zur Toilette mich treibt,
dann sehe ich im Vorbeigehen in die Kerzenflamme,
die tagein tagaus in der Mitte meines Tempels brennt und weiß:
Nicht ich lebe - diese Flamme ist es, die da lebt.
Solcher Art praktiziere ich nun schon den vierten oder siebten Tag, so genau kann ich das nicht mehr sagen, doch ich gebe die Hoffnung nicht auf.
Irgendwann wird das Leben wieder in mich hineinfahren.
Oder war es umgekehrt?
Muss ich ins Leben hineinfahren?
Wenn ja - wie?
Wenn ich mich bloß erinnern könnt
