Europäer und Griechen haben sich nie wirklich verstanden, sich nie in die Gedanken- und Gefühlswelt des anderen hineinversetzt. Auf jede Art von Einmischung, besonders von außen, reagieren Griechen allergisch. So verwandeln sich Ratschläge und Empfehlungen, egal wie richtig, falsch, sachlich oder polemisch sie sind, in ihr Gegenteil. Auch mit Regeln halten Griechen es anders. In Europa herrscht das Primat der Regeln, in Griechenland das Primat des Regelbruchs.
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Nur, wo liegt der Nullpunkt? 1981? 2001? 2009? Unterhält man sich mit Handwerkern, Bauingenieuren und Einzelhändlern, sagen alle, dass es mit der Einführung des Euro kometenhaft aufwärtsging.
Es wurde gebaut und gekauft, was das Zeug hielt. Keiner hielt sich zurück, nicht der Staat, nicht die Bürger. Die Olympischen Spiele 2004 hinterließen nichts als Bauruinen und ein Schuldendesaster. Unter der Nea Dimokratia hat sich zwischen 2004 und 2009 die Zahl der Beamten verdoppelt.
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Zu keiner Zeit war Griechenland auf der Höhe der westeuropäischen Länder, als es 1981 der Gemeinschaft beitrat. Weder finanziell noch wirtschaftlich, noch infrastrukturell. Das musste es auch nicht. Man wollte Griechenland nach der Junta stabilisieren.