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Italien - mögliche EU- und Eurokrise 3.0

Dieses Thema im Forum "Gesellschaft und Politik" wurde erstellt von Condemn, 27. Mai 2018.

  1. Condemn

    Condemn Sehr aktives Mitglied

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    Beiträge:
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    Mit der neuen extremeren Regierungskoalition in Italien sieht alles danach aus, dass die Euro-Krise ein Comeback feiern wird. Sie war m.A.n. sowieso nie weg, aber seit Griechenland hat das Problem nicht mehr besonders viel Aufmerksamkeit bekommen. Italien ist deutlich größer als Griechenland und daher dürfte jedes derzeit als möglich erscheinende Szenario auch härter werden. Wie schon die Tsipras-Regierung versucht hat die Euro-Gemeinschaft in gewisser Weise zu erpressen indem sie mit etwas drohte was sie selbst nicht wollten und auch das griechische Volk nicht wollte - Austritt - könnte es auch mit Italien auf ein ähnliches Szenario hinauslaufen. Es gibt dann aber zwei große Unterschiede:

    1) Italien hat mehr Macht, mehr Erpressungspotential. Griechenland wäre vermutlich zum Austritt gedrängt und in die Pleite gezwungen worden wenn Tsipras nicht nachgegeben hätte. Mit Italien wird das schwerer.

    2) Natürlich haben die Italiener aus der Griechenland-Krise gelernt, werden nicht so naiv agieren wie es Tsipras tat, der als Tiger startete um dann als Bettvorleger zu enden.

    Falls sich die Situation nicht irgendwie entschärfen sollte wird die kommende Krise die Vergangenheit mit einiger Sicherheit in den Schatten stellen, auch weil sich der Kontext insgesamt verschärft hat. Im Vergleich zu heute schien die Welt vor einigen Jahren noch ziemlich "in Ordnung" zu sein, ohne Trump im weißen Haus, ohne Brexit, ohne Flüchtlingskrise, ohne derartige Spannungen "überall". Warum das bedeutend ist: Gerade weil die Zeiten immer unsicherer werden, wird das Argument der Euro und EU - Gläubigen sein, dass sowohl EU als auch Euro stark sein müssen. Das ist auch nicht mal falsch, denn keine der derzeitigen großen Probleme können national gelöst werden. Aber gerade weil das so ist, darf kein weiterer Riss in der EU und dem EURO riskiert werden, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass jedes verdammte Schlupfloch gesucht oder sogar geschaffen wird um noch irgendwie Zeit zu kaufen.

    Auf der anderen Seite ist der Vertrauensverlust massiv. Auch die Bevölkerungen der einzelnen Länder haben gelernt und werden vieles nicht noch mal so einfach akzeptieren (neue Vergemeinschaftungen von Schulden, Banken-Rettungsaktionen etc.). Sollte es also auf eine Art Showdown hinauslaufen haben beide Seiten weniger Spielraum. Die italienische Regierung wird vermutlich nicht so einfach einknicken wie Tsipras und die EU kann sich kaum leisten mehr Zugeständnisse zu machen - erstens, weil andere Länder dem Beispiel folgen würden (Spanien, Portugal etwa), zweitens: Die eigene Bevölkerungen würden dann noch verstärkter zu Extremen tendieren was ja sowieso eine deutliche Tendenz ist.

    Auch wenn diese Situation noch nicht voll im Krisenmodus angekommen ist und daher noch nicht so hysterische Schlagzeilen produziert, scheint es möglich, dass Italien das Ende des Euro einläuten könnte - zumindest des bisherigen Modells.

    __________________________________________________

    Ein bisschen Kontext zum Thema:

    Italien ist die Sollbruchstelle des Euro
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/so...hstelle-des-euro-muellers-memo-a-1209744.html

    Trotz Verbot: Künftige italienische Regierung erwägt Parallelwährung zum Euro
    https://www.focus.de/finanzen/news/...egt-parallelwaehrung-zum-euro_id_8986639.html


    Führende Finanzexperten sehen den Konfrontationskurs der neuen italienischen Regierung als Gefahr für den Euro. Sie stelle die Gemeinschaftswährung grundsätzlich infrage. Das hat bereits Folgen für die Märkte.
    https://www.welt.de/wirtschaft/arti...-offenem-Bruch-mit-etablierten-EU-Regeln.html






     
  2. Condemn

    Condemn Sehr aktives Mitglied

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    Eigentlich wollte ich das Thema in "Gesellschaft und Politik" posten - habe mich offenbar vertan. @Walter, könntest Du es verschieben?

    ___________

    Das ging ja superschnell! Danke! :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Mai 2018
  3. Condemn

    Condemn Sehr aktives Mitglied

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    Regierungsbildung ist gescheitert. Der Präsident hat wegen eines sehr extremen Typen der für das Wirtschaftsministerium vorgesehen war, und dessen erklärter Feind übrigens Deutschland ist, sein Veto eingelegt.

    Zurück im Krisenmodus

    Nachdem in Italien die Bildung einer Regierung gescheitert ist, sucht Italiens Staatschef Mattarella eine Lösung. Ein Finanzexperte könnte Chef einer Übergangsregierung werden. Doch damit ist die Krise nicht vorbei.
    https://www.tagesschau.de/ausland/regierung-italien-103.html

    Die Überschrift ist interessant, denn Krise wäre es wohl so oder so geworden. Die Eurokrise wiederum ist damit vermutlich aufgeschoben worden, denn bis zu Neuwahlen in einigen Monaten sieht es momentan aus als ob ein IWF-Mann die Regierung übernehmen wird:


    "Auch angesichts dieser Lage wird heute Carlo Cottarelli auf dem Quirinalshügel erwartet. Er könnte Chef einer Übergangsregierung des Staatspräsidenten werden und soll vor allem die Märkte beruhigen. Denn als ehemaliger Direktor im Internationalen Währungsfonds genießt er hohes Ansehen in der Finanzwelt - und hat als eine Art Sparkommissar konkrete Vorschläge gemacht, wie der italienische Staat effizienter werden kann."

    Das dürfte gerade jenen Wählern die extrem gewählt haben natürlich eher nicht gefallen...


     
  4. KingOfLions

    KingOfLions Sehr aktives Mitglied

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    Die EU und vor allem der Euro sind sowieso eine Krise seit es sie gibt. Viel mehr als viel Geld verbrennen und Steuergelder an die Industrie und Banken zu schaufeln ist bisher nicht dabei herausgekommen. Es wird Zeit, dass endlich Konsequenzen gezogen werden, und nicht wieder wie bei Griechenland ein ganzer Staat erpresst wird, um nur den "heiligen Euro" nicht zu stören. Oder wie bei England den Austritt zu verhindern.

    Es fragt sich halt, welches Setting eine Staatengemeinschaft hat, die es notwendig haben muss, mit wirtschaftlicher Erpressung, politischem Druck und unfairen Mitteln gegen die eigenen Mitglieder vorzugehen.
     
  5. Gabi0405

    Gabi0405 Sehr aktives Mitglied

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    Die "Italienische Krise", die schon jetzt ein leichtes Beben in Brüssel ausgelöst hat, ist doch nur verschoben, bis zu den nächsten Wahlen. Dann werden wahrscheinlich die Rechtspopulisten noch mehr Zulauf bekommen, lt. der neusten Wahlumfragen, und dann stellt sich das Problem erneut und es wird dann wohl kein leichtes Beben mehr sein, sondern ein Erdbeben, so stark, dass die ganze EU gesprengt werden könnte.
    Italien: too big to fail too big to jail
     
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  6. Condemn

    Condemn Sehr aktives Mitglied

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    Ich las heute einen Artikel in dem mindestens die Möglichkeit in den Raum gestellt wurde, dass die Rechten es auf Ablehnung abgesehen hatten, weil sie es auf genau das Szenario absehen.
     
  7. Condemn

    Condemn Sehr aktives Mitglied

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    Obwohl die "Euro-feindliche-Regierung" in Italien blockiert wurde und es daher wohl zu Neuwahlen kommt, zeigen die Finanzmärkte jetzt Nerven:

    Unsicherheit um Italien belastet Finanzmärkte

    (...)

    Investoren befürchten, dass Neuwahlen de facto ein Referendum über den Verbleib in der Währungsunion werden könnten.

    (...)
    https://www.welt.de/wirtschaft/arti...erkte-fuerchten-die-Rache-der-Populisten.html
     
  8. KingOfLions

    KingOfLions Sehr aktives Mitglied

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    Was ja gut wäre, denn genauso wie in Griechenland wäre auch in Italien ein Rückschritt auf die Lira die geeignete Methode um das Land zu stabilisieren. Der künstliche Verbleib (oder die Erpressung) in der Eurozone würde zum Einen den Euro abwerten (was wir zwar durch die Bindung an den Dollar sowieso schon laufend tun, aber man braucht ja nicht noch zusätzlich) und die Menschen im Staat an den Rand der Existenz treiben und ggf. Unruhen auslösen (besonders wo die Italiener eh so gerne streiken), siehe Beispiel Griechenland.
     
  9. Condemn

    Condemn Sehr aktives Mitglied

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    Kann man sicherlich so sehen. Langfristig hätte es vermutlich Vorteile. Kurzf- mittelfristig wäre das aber eine Staatspleite mit allen Konsequenzen, sowohl in Griechenland als auch in Italien. Beide Länder wollen das verständlicherweise nicht, denn das würde noch mehr Armut für viele und einige Jahre bedeuten.

    EU-Perspektive: Die anderen EU-Staaten, v.a. Deutschland, sind ja über die Rettungsmechanismen hohe Verpflichtungen eingegangen, insofern würden alle bluten. Dazu kommt: Banken... Ginge Italien pleite würde das vermutlich einige Banken ins Taumeln bringen oder sogar in die Pleite schicken. Viele davon sind dann auch wieder systemrelevant und müssen dann gerettet werden.

    Worauf ich hinaus will: Italien hat keinen so schwachen Stand in Verhandlungen. Griechenland hätte man in die Pleite geschickt wenn sie hart geblieben wären. Bei Italien bin ich nicht so sicher wie das aussähe, denn es könnte tatsächlich das gesamte Finanzsystem, den EURO und die EU gefährden.

    Nur... auf längere Sicht wird sowieso irgendwas passieren. Auch andere Länder stehen an der Kante und keines der Probleme wurde gelöst, sondern es wurde lediglich Zeit gekauft.
     
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  10. KingOfLions

    KingOfLions Sehr aktives Mitglied

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    Das stimmt so nicht. Zum Einen weil eine Abwertung nur das Land nach aussen betrifft, d.h. im Land bleiben die Preise für lokale Waren (= Waren des täglichen Gebrauchs) stabil. Damit bleibt das Leben für die Menschen leistbar (z.B. in Griechenland nur durch die Euro Einführung teilweise 200-400% Preissteigerungen!).
    Zudem sind beide Länder Tourismusländer, d.h. eine Abwertung der Währung kommt - gerade bei den aktuellen Problemen im arabischen Raum - diesen Ländern direkt zugute und ermöglicht einen Aufbau. Ebenfalls werden die Exporte billiger und dadurch konkurrenzfähiger auf den EU- und Weltmärkten.
    In Summe ist daher der Rückschritt auf die eigene Währung das EINZIGE Mittel, um den Staat überhaupt zu sanieren ohne das Volk (wie ja jetzt in Grichenland) in Armut und Arbeitslosigkeit zu stürzen.

    Ja, kommt davon, weil man diesen riesigen Fehler prolongiert hat, nur um eine Schein-EU zu schaffen, die nicht zu halten ist. Die Banken betrifft's sowieso ... egal wie man es sieht ... nur wenn der Staat wieder stabil wird, gibt es die einzige Chance, dass überhaupt irgendwas von dem Geld jemals wieder zurückkommt. Die Folgen eines Verbleibs im Euro dagegen wären fatal, weil sie wie man mit Griechenland gesehen hat eben auch die anderen EU Länder in Mitleidenschaft zieht.
    Warum es gemacht wird, ist ja nicht der Grund um zu helfen, sondern um sich billig in diese Länder einkaufen zu können, und sich dabei noch das Mäntelchen der "Hilfe" umhängen zu können.

    Dann nicht, wenn man sie aus der Eurozone hinausschmeisst. Nur zu dieser Maßnahme ist die EU zu feige, weil sie dann selber das Scheitern des Projekts Europa = USA (eigentlich nur Prolongierung der EWG, was der grundlegende Fehler war) zugeben müsste.

    Sehe ich genauso. Spanien hat es geschafft, Portugal kämpft noch immer ziemlich. Spanien hat es deshalb geschafft, weil durch die Diktatur ein gravierender Abbau des Sozialsystems möglich war (das vorher schon kaum vorhanden war). Das Land ist zwar der EU gerettet, dem Volk hat's aber nicht gut getan (und wie man im Rahmen der Freiheitsbestrebungen der Basken sieht - Spanien lebt zu einem grossen Teil vom Fleiss dieses Volkes, weshalb sie diese Volksgruppe unterdrücken und nicht auslassen). Wäre Spanien alleine ohne Baskenland, wären die Probleme noch weitaus größer als in Italien.
     
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