das betrifft den willen des gesamtaspekts und nicht des teilaspekts, der witz dabei ist, ich bin beides zugleich. das heisst, da hat simi leider recht, als mensch habe ich keinen freien willen, denn alles was von meinen gesamtselbst zu mir durchdringt, muss sich zwangsläufig als wunsch oder bedürfniss äussern, weil, wenn wir mit "wir" den teil von uns meinen, den wir derzeit wahrnehmen, "ich, r3is3nd3r" oder "du, Izabella", dann existiert kein freier wille, denn sowohl "r3is3nd3r" als auch "Izabella" sind weit grösser als sie wahrnehmen. und solange wir nur einen TEIL unseres gesamtselbst wahrnehmen, können wir keinen wirklichen freien willen haben. wir können nicht, weil alles, was wir wollen, von unserem höheren selbst als wunsch/bedürfnis zu uns gelangt. denn woher kommen deine bedürfnisse? es ist ja nicht so, dass du wunschlos bist und eines tages entscheidest: "ich will heute einen appetit auf schokolade verspüren" oder "heute will ich birnen lieber mögen als äpfel". wir sind also geprägt durch unsere beduerfnisse, wünsche und gefühle, die dafür sorgen, dass wir uns für bestimmte dinge entscheiden. und diese entscheidungen sind eben alles andere als frei.
und doch sind wir absolut frei. wir sind absolut frei, wenn wir uns nicht als teil betrachten, sondern als das ganze erkennen, was wir sind. denn jeder wunsch, den wir je verspüren, kommt aus unserem gesamtselbst, somit auch aus uns. die frage nach dem freien willen, lässt sich nur mit einem klaren "ja" und einen klaren "nein" beantworten, wenn du bücher wissen willst, wo das nachzulesen ist, kann ich dir gerne welche empfehlen, je nachdem, aus welcher perpektive du das betrachten willst.
die meisten menschen jedoch glauben, sie hören da auf, wo ihre wahrnehmung von sich selbst endet. Und wenn sie sich entschliessen, einen apfel anstatt einer birne zu essen, so glauben sie, dies basiere auf ihrem freien willen. dabei ist ihnen nicht bewusst, dass ihr vorliebe (sie mögen gerade äpfel lieber als birnen) dafür gesorgt hatte, dass sie sich für einen apfel, anstatt einer birne entschieden hatten.
wäre ihnen jedoch bewusst, dass sie mehr sind, als sie derzeit wahrnehmen, so wüssten sie auch: "ich wollte äpfel lieber mögen als birnen. das hatte ich mir für meine irdische persönlichkeit so ausgesucht." und aus der perspektive gesehen, wäre ihr wille absolut frei. aber dies betrifft eben den willen der GESAMTSELBST und nicht nur des teils.

so hat mir das mal jemand erklärt und es stimmt, nur sollte man das nicht als konzept zu genau nehmen, um es mal zwischenmenschlich auszudrücken, ob man einen freien willen hat oder man sich selber überhaupt kennt (hat mir kürzlich jemand erklärt, was meine frage war

): In dem augenblick, wo man sich selbst immer wieder neu kennenlernen will, ja! doch wer sich glaubt bereits zu kennen - nein
mfg,
r3is3nd3r