Wahrnehmung und Stimmigkeit

Ich wollte im Prinzip sagen: Eine Theorie ist durch die Deexistenz eines Nachweises NICHT widerlegt. Sie dann zwar eine Theorie, aber sie bleibt bestehen.

Ok. Ich stelle jetzt die Theorie auf, dass immer, wenn ich niese, deswegen (kausal zusammenhängend) ein Mensch auf der Welt gesund wird, verweigere aber den nachweis (wäre auch ziemlich schwer zu untersuchen).

Sollte es in Betracht gezogen werden?

Sollte mein Schnupftabak-Konsum staatlich getragen werden inklusive einem fetten Aufbreis, dass ich für den Gesundheit der Menschen meine Nasenschleimhäute ruiniere?

Oder ist es nicht doch angemessen einfach zu sagen: "An dieser Theorie ist höchstwahrscheinlich nichts dran"?
 
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Ok. Ich stelle jetzt die Theorie auf, dass immer, wenn ich niese, deswegen (kausal zusammenhängend) ein Mensch auf der Welt gesund wird, verweigere aber den nachweis (wäre auch ziemlich schwer zu untersuchen).

Sollte es in Betracht gezogen werden?

Sollte mein Schnupftabak-Konsum staatlich getragen werden inklusive einem fetten Aufbreis, dass ich für den Gesundheit der Menschen meine Nasenschleimhäute ruiniere?

Oder ist es nicht doch angemessen einfach zu sagen: "An dieser Theorie ist höchstwahrscheinlich nichts dran"?


Ja, aber man kann sie ohne Gegenbeweis nicht als unmöglich deklarieren.
 
Ok. Ich stelle jetzt die Theorie auf, dass immer, wenn ich niese, deswegen (kausal zusammenhängend) ein Mensch auf der Welt gesund wird, verweigere aber den nachweis (wäre auch ziemlich schwer zu untersuchen).

Sollte es in Betracht gezogen werden?

Sollte mein Schnupftabak-Konsum staatlich getragen werden inklusive einem fetten Aufbreis, dass ich für den Gesundheit der Menschen meine Nasenschleimhäute ruiniere?

Oder ist es nicht doch angemessen einfach zu sagen: "An dieser Theorie ist höchstwahrscheinlich nichts dran"?

Ich stelle mal die Theorie auf, dass dein Problem der Einheitsbrei ist, den du herstellen möchtest. ALLE haben so und so zu denken, und wehe, einer büchst aus. Dann kommt Joey und erklärt ihm seine Welt.
 
Joey, könnte man sagen, dass alles, was wir an Objekten (Materie) wahrnehmen, im Wesen aus Licht und Energie besteht?
Was sagst du als Physiker dazu?

Eine durchaus interessante Fragestellung. Warum nicht?

Hier eine mögliche Antwort von Hans Peter Dürr.

Vorinfo:

Hans-Peter Emil Dürr (* 7. Oktober 1929 in Stuttgart; † 18. Mai 2014 in München[1]) war ein deutscher Physiker und Essayist. Bis Herbst 1997 war er Direktor des Max-Planck-Institut für Physik (Werner-Heisenberg-Institut) in München. Von 1958 bis 1976 war Dürr Mitarbeiter von Werner Heisenberg, der einen großen Einfluss auf ihn ausübte. Er war sein engster Mitarbeiter bei Heisenbergs Projekt eines Versuchs der Aufstellung einer vereinheitlichten Feldtheorie der Elementarteilchen.

Diese Vorinfo muß man schon bringen, denn Zitate von Philosophen und Geisteswissensschadtler werden in Diskursen mit Hardcore-Materialisten sofort als *Spinnereien* weggepackt. Die meisten Schwierigkeiten macht man hardcore-Materialisten, indem man Leute aus ihren eigenen Reihen zitiert, das nur als kleiner Tipp. :D

Also Dürr O-Ton:

„Im Grunde gibt es Materie gar nicht. Jedenfalls nicht im geläufigen Sinne. Es gibt nur ein Beziehungsgefüge, ständigen Wandel, Lebendigkeit. Wir tun uns schwer, uns dies vorzustellen. Primär existiert nur Zusammenhang, das Verbindende ohne materielle Grundlage. Wir könnten es auch Geist nennen. Etwas, was wir nur spontan erleben und nicht greifen können. Materie und Energie treten erst sekundär in Erscheinung – gewissermaßen als geronnener, erstarrter Geist. Nach Albert Einstein ist Materie nur eine verdünnte Form der Energie. Ihr Untergrund jedoch ist nicht eine noch verfeinerte Energie, sondern etwas ganz Andersartiges, eben Lebendigkeit. Wir können sie etwa mit der Software in einem Computer vergleichen.“

– Interview im P.M. Magazin (Mai 2007)[7]

http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Peter_Dürr

Dürfte so in Richtung deiner Frage gehen.
 
Mit deinen *absoluten Gewissheiten* stehst du auf weiter Flur allein. Das fällt weit ins Vorkantische zurück, erkenntnistheoretisch gesehen. Kenne selbst unter hardcore-Materialisten keinen, der eine solche brachiale These vertritt.

Inzwischen ist die Wissenschaftsgemeinde durchgängig *Popper*-informiert und weiß, daß *absolute Gewissheiten* nur in religiösen Kontexten formuliert werden.

Richtig. Sowas wie absolute Gewissheit ist ziemlich selten möglich. Dennoch lehnt man sich bei diversen Aussagen nicht sehr weit aus dem fenster, wenn man sie deutlich anzweifelt.

Um mal die Metapher "Es gibt nicht nur schwarz und weiß" zu bemühen: Es gibt sehr dunkles grau.
 
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Hier geht es um Wahrnehmungen und deren Realitätsgehalt, bzw. wenn man es ein wenig aufweichen will um behauptungen und deren Realitäts-Checks.

Wieso sollte man z.B. von der Wirkung einer "alternativen Heimlethode" weiter ausgehen, wenn sie bei gute randomisierten doppelt verblindeten Vergleichsstudien (und wozu diese Maßnahmen bei Vergleichsstudien angeraten ist, habe ich schon mehrfach beschrieben) durchgefallen ist? Was spräche so dermaßen dafür?
 
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