Hi, Lilith.
Und was waren das bei dir für Situationen?
Nun, so oft habe ich ja nicht aufgehört
Aber das erste Mal war ich schon etwa ein Jahr das Zeug los, und dann fuhr ich wieder mal mit einem Bekannten mit, wie einige Zeit davor regelmäßig. In dem Auto waren immer unter dem Sitz meine Zigaretten-Stange und kaum saß ich in der Kiste, war es ein Griff, Packung raus, aufgerissen und geraucht. Nach fünfzig Kilometern und zwei Zigaretten ist mir dann irgendwie eingefallen, dass ich ja schon ein Jahr lang Nichtraucher gewesen war
Das war's dann für die nächsten 18 oder so Jahre

Danach habe ich dann nur noch ein paar Mal das Beenden probiert, aber mit jeweils mäßigem Erfolg, ich denke nie länger als zwei Monate, aber ich kann mich an diese Details nicht mehr erinnern. Ich weiß nur, dass ich aber dem dritten Tag jedes Mal lange Zähne bekam und das Zahnfleisch zu jucken begann, echt nervig.
Seit 11/06 hatte ich selten das Gefühl, wieder eine Zigarette haben zu müssen und die erste Zeit hatte ich immer Nicorette-Kaugummi als "Fallschirm" dabei. Nach etwa zwei bis drei Monaten war ich einigermaßen sicher, dass auch Café oder Bar mich nicht aus dem Konzept werfen würde und dann ging ich nach einiger Pause erstmals auch wieder fort. Immer wieder ertappte ich mich zu fortgeschrittener Stunde, eine Zigarette schnorren zu wollen und musste das ganz bewusst wieder zurückstellen.
Vor zwei Wochen war dann die bislang größte Prüfung -- ein Kunde kettenrauchte in meinem Büro, während wir in einigen Nachtschichten ein Projekt zusammendübelten. Bis auf ein paar spontanen Ideen hat mich das überhaupt nicht mehr beeindruckt, ich war nur verwundert, wie das Zeug stinkt und im Hals kratzt und müde macht

Irgendwie wurde das dann zu einer Art Abschreckung, die ich so noch nie zuvor empfunden hatte.
Und dann der Mief am nächsten Tag in meinen Hallen -- unglaublich, dass ich mir das jahrelang angetan habe (obwohl ich schon seit 12 Jahren nicht mehr in der Wohnung geraucht hatte, bloss im Büro, vor dem Computer, waren die Zigaretten unausweichlich).
Laut Österreichischer Ärztekammer werden mehr als die Hälfte aller Entwöhner in den ersten sechs Monaten wieder rückfällig, mit professioneller Begleitung (durch z.B. den Arzt) sind die Erfolgschancen um 13% (!) höher. Also soooo einfach sind die ersten sechs Monate schon nicht, wobei die nach der Studie "heißeste Zeit" die ersten zwei bis drei Monate sind.
Doch selbst wenn man sich wieder mit einer Zigarette ertappt, sollte man nicht die Flinte ins Korn werfen -- und gleich wieder Schluss machen.
In jedem Fall wünsche ich allen, dies probieren, viel Erfolg -- ich empfinde die fehlende Abhängigkeit als Bereicherung, doch würde ich nie versuchen, jemanden zum Aufhören zu überreden, das funktioniert nicht und macht nur ein unnötig schlechtes Gewissen.