Hallo Simi,
wie einsam bist Du eigentlich wirklich?

Ja, warum solltest Du die Welten anderer Leute betreten? Ach ja, sie liegen hinter dir, sowas brauchst Du nicht.
Was meinst du mit "einsam", Martina? Das, was die Katze mit "alleine vor sich hinzuschimmeln" meint?
Kayamea schrieb:
Gott ist in den vielen kleinen Dingen, nicht irgendwo alleine in Deiner Welt, verbunden mit einem Geist. Gott ist in einem Lächeln, in einer Umarmung, in einem Streit, er ist in all dem, er ist "lebendig". Und er hat nicht vorgesehen, dass wir uns in geistige oder körperliche Isolation begeben und darauf warten, dass andere in so einen kalten, sterilen Raum treten, um es jemandem gleich zu tun.
Was denn für'n kalter, steriler Raum? Was denn für'ne Isolation? Wovon sprichst du? Der Eine Geist IST Gott, Martina. Der lebt nicht in nem kalten, sterilen Raum, den du mit geistiger und körperlicher Isolation gleichsetzt- er IST der Raum. Ich lebe in Gott. Wo du einen sozialen Kontakt mit einer Person siehst, sehe ich eine Verbindung mit Gott. Das geht aber nur, wenn ich die Person ausblende. Man kann nicht beides gleichzeitig sehen: entweder man sieht die Person oder man sieht Gott, beides gleichzeitig geht nicht.
Kayamea schrieb:
Ich weiß, ich verstehe Dich falsch.

Du sagst aber, Du möchtest Deine Wahrheit auf dem Prüfstand wissen. Dazu reicht es aber nicht aus, intellektuell zu parieren, dazu ist es erforderlich, eben doch runter zu steigen vom Thron und sich in die Welten anderer Leute zu wagen, auch auf die Gefahr hin, dass man dort nur "alten Käse" findet, den man selbst schon erlebt hat und angeblich hinter sich gelassen hat.
Ja, du verstehst mich falsch. Das ist nicht schlimm, das tun die meisten, für mich ist es eine Herausforderung, aber nicht intellektueller, sondern spiritueller Art. Ich kann nicht mehr zurück in diese Welten, Martina. Ich sehe sie, ich kenne sie, aber was soll ich da? Ich reiche dir gerne die Hand: komm' in meine Welt. Du schlägst die Hand aus, nennst die Welt Gottes kalt und steril, was soll ich da tun? Ich weiss es nicht, ein Meister weiss es- ich bin aber keiner.
Kayamea schrieb:
Ich bin sicher, jeder hier hat das, was Du als Erleuchtung betrachtest schon erlebt, nur bauschen wir das nicht so auf, unterziehen es keiner so überdimensionierten Überbewertung. Und ich glaube auch, dass einige gar nicht checken, dass das, was Du hier erzählst zur ganz normalen Bewusstseinsentwicklung eines Menschen gehört, nur durch Deine Darstellung der Konsequenzen, die das für Dich hat, nicht mehr zugänglich ist, weil es unrealistisch, unglaubwürdig und einsam wirkt.
Es steht jedem offen- ja. Und es sollte normal sein, sein Bewusstsein zur Erleuchtung zu entwickeln- ja. Leider ist es nicht der Regelfall, ich wünschte, es wäre so. Ich bausche das nicht auf, Martina- ich kann es gar nicht genug preisen. Aber um diesen Zustand zu erreichen, muss man einige Konsequenzen ziehen- und die wirken unrealistisch, unglaubwürdig und einsam auf dich. Das ist aber der Preis. Soll ich dir lieber was von dem Lohn erzählen? Das klingt ja dann noch unglaubwürdiger. Hmmm....
Kayamea schrieb:
Laut Geschichte: Gott ist Mensch geworden, Simi. Warum hat er sich auf diese "niedere Stufe" begeben? Um die Sünden der Welt auf sich zu nehmen. Und wo entsteht Sünde? Da, wo sich der eine über den anderen stellt.
Gott oder für mich die Liebe, ist dort, wo "zwei oder drei ... in seinem Namen versammelt sind".
Du spielst auf Jesus und die Bibel an, richtiger wäre: Mensch ist Gott geworden. Er hat sich auf diese hohe Stufe begeben. Er hat auf dieser hohen Stufe die Sünden auf sich genommen, die die Menschen ihm angetan haben. Sünde ist da entstanden, wo sie ihn angespuckt haben, Steine nach ihm geworfen und ihn gekreuzigt haben. Liebe ist das, was er verkörpert.
Kayamea schrieb:
Es ist verzwickt, ich weiß genau, wo Du stehst und was Du brauchst und einige hier wissen das mittlerweile auch - so scheint mir. Du sprichst davon, dass Du Kontakt nur suchst, um zu geben .... was gibst Du denn?
Wo stehe ich denn und was brauche ich denn, was meinste? Sag' es mir.

Ich suche keinen Kontakt. .... Ah, doch. *lach* Natürlich! Göttlichen. Ich halte Ausschau nach Gott. Ich höre ihn, aber ich sehe ihn nicht. Sozialen Kontakt suche ich nicht, auch nicht, um zu geben. Aber manchmal treffe ich Menschen, die suchen auch Gott und die fragen mich dann. Weil sie sehen, dass ich Gott nahe bin. Ich bin nicht Eins mit ihm, ich bin ja erst auf der 5ten, aber ich bin ihm nahe, ich höre, wie er spricht. Durch mich und durch jeden anderen. Die, die mich aufrichtig fragen, die stellen Kontakt her durch den Geist- den einzig wahren Kontakt. Denen gebe ich, was ER mir gibt- was auch immer das ist.
Kayamea schrieb:
Du seist das Sprachrohr Gottes? Ja, was bringt Dir dieser Job, ohne jemanden, der Dir zuhört?
Job, lach. Nein, Martina, das ist kein Job, das ist mein Dasein. Ich sage, was ich sehe, die Worte legt ER mir in den Mund. Ich sage manchmal Sachen, da staune ich selbst, lach- und sehe. Ich höre zu- das ist das Wesentliche. Das Erstaunliche dabei ist, dass das Gesagte bei anderen um so mehr Wirkung zeigt, je mehr ich sie ausblende. <-- da isses wieder, der Zwiespalt, siehste.
Kayamea schrieb:
Eine Umarmung, ein Kuss, eine liebes Wort - kein noch so ausgeklügeltes theoretisches System und dessen verbale Vermittlung kann diese Dinge jemals ersetzen.
Ein theoretisches System taugt nix, das stimmt. Ich vermittle hier aber kein theoretisches System, das sagste bloss, weil es für dich wie Theorie klingt- für mich ist es Praxis. Ich habe nichts gegen eine Umarmung, einen Kuss oder ein liebes Wort- alles zu seiner Zeit, so wie es mir einfällt. Ich hab's schon mal gesagt: mein Herz ist weich wie Butter, aber auch hart wie Stahl.
