Horst Kevin
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Du würdest dich wundern, wie krass die Denkprozesse das, was du als Wahrnehmung bezeichnest beeinflussen.Das was wir als Stuhl interpretieren ist die Interpretation die wir der Wahrnehmung anhängen, wir interpretieren einen Stuhl als Sitzgelegenheit. Aber das ist nicht die Wahrnehmung, die Wahrnehmung zeigt uns ein dreidimensionales Gebilde in bestimmten Maßen und Größenverhältnissen, dieses interpretieren wir mit einem Denk-/ Erinnerungsprozess als Stuhl und dieser Begriff ist klar in seinen Funktionen definiert, so wie wir das kennen. Schwieriger wird es wenn wir noch andere Funktionen in ihm erkennen könnten. Z.B. gibt es Stühle, die man in Treppen umfunktionieren kann. Hier kann man in seinen Interpretationen noch dazulernen.
Einige erleben es manchmal für sehr kurze Momente in der Aufwachphase, wo die Denkprozesse sich noch nicht richtig eingestellt haben.
Da ist nichts von Dreidimensionalität. Du weißt weder was du siehst, obwohl du vielleicht gerade auf deine Zimmerwand schaust, du kannst keine Entfernung zu ihr erkennen, keinen Abstand, keinen Raum, du weißt nicht welche Farbe sie hat, obwohl sie, wie immer weiß ist, du weißt nicht, wer auf die Zimmerwand schaut, du weißt nicht, wo du bist, du weißt nicht, dass dies eine Wahrnehmung ist, und dass du sie gerade hast, etc...
Erst mit dem vollständigen Greifen der Denkprozesse, setzt das Erkennen einer Zimmerwand ein, die einen Abstand zu einem Wahrnehmenden zu haben scheint, und zu diesem Abstand hast du ein Einschätzungsgefühl von vielleicht 2 Metern.
Deswegen behaupte ich, dass erst die Denkprozesse die Wahrnehmung entstehen lassen. Zuvor können wir nicht von Wahrnehmung sprechen, weil zuvor der Wahrnehmende als auch das Wahrgenommene nicht zwei Dinge und somit unbeschreibbar sind. Du benötigst Denkprozesse, um beschreiben zu können, was du wahrnimmst. Und mit den Denkprozessen entsteht erst Zeit, Raum, Trennung und Beschreibbarkeit.