Hallo Fist
Jeder Katholik hat die uneingeschränke Verantwortung sich selber und seinem Heil gegenüber. Niemand kann ihm diese Verantwortung abnehmen (was auch so im Katechismus steht) - der Mensch, im Katholischen Verständniss ist mündig und eigenverantwortlich. Die Kirche kann dich ja nicht zum Heil zwingen und sie kann dich nicht vom Unheil abhalten.
Inwieweit fördert die RKK aber genau diese Selbstverantwortung?
Mir erscheint es eher so, dass die Kirche schon subtil, durch Drohungen
(Mach mal so, wie wir sagen, sonst kommst Du nicht in den Himmel, weil wir wissen, wie Du da hinkommst) zumindest versucht, die Menschen zum Heil zu zwingen.
Was genau steht denn im Katechismus, das belegt, dass der Mensch im katholischen Verständnis eigenverantwortlich und mündig gesehen wird?
Sie kann dir ja nur ihre Meinung ans Herz legen, sie kann dir sagen: so und so legen wir das aus, das und das ist katholische Glaubenslehre - aber sie kann nicht sagen: Du musst das, was wir sagen Glauben - und das sagt sie auch nicht:
Einfachere Gemüter nehmen die Kirche aber schon als absolute Autorität wahr, deren Glaubenslehre zu folgen ist, oder?
Wie ist denn die RKK auf ihre ganz bestimmte Lehre/Auslegung/Interpretation gekommen, also womit begründet sie ihre Dogmen, die Du oben aufgezählt hast?
Laut Katechismus ist ja das Gewissen des Menschen das Sprachrohr Gottes - und aufgrund dieses Sprachrohres muss der Mensch seine eigenen Entscheidungen treffen. Der Katechismus sagt dazu, dass der Mensch NICHT gegen sein Gewissen handeln darf - das Gewissen, und darum auch die eigenen Erfahrungen stehen für den Einzelnen Menschen über allen Dogmen.
Das ist erst mal schlüssig. Ich denke, dass das Gewissen, in gewisser Weise

viele "Lehren" ersetzen kann.
Was ich damit sagen will ist, dass Jemand, der gegen die 10 Gebote verstösst, auch dann ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn er noch nie von ihnen gehört hat.
Anders sieht es bei Verstössen gegen die dazuerfundenen Verhaltensregeln aus, die sehr wohl auch ein schlechtes Gewissen machen können.
Beispiel ist z.B. die Haltung der Kirche zur Sexualität.
Es gibt da aber die Unterscheidung zwischen Privatoffenbarung und Gesamtoffenbarung - will heissen: auch wenn das eigene Gewissen des Menschen eine eigene Lehre hat, ändert diese Lehre nicht die Lehre der Kirche, denn diese Privatoffenbarung hat nur für den einzelnen Menschen Bedeutung und ist nur in Bezug auf den einzelnen Menschen dogmatisch - nicht aber auf für die Gesamtheit der Kirche. Also kann man da nichts in Bezug auf die Selbstverantwortung reformieren, da die Selbstverantwortung grundlegender Bestandteil des Katholischen Katechismus ist.
Was passiert aber mit den Kirchenmitgliedern, die ihre private Offenbarung, die sie auf Grund eigener Erfahrung, gewonnen haben, im Rahmen der Kirche veröffentlichen?
Als Mitglied der Kirche darf ich meine eigene Interpretation nicht öffentlich machen, nur weil meine Interpretation eine andere ist, wie die der Amtskirche, wenn ich nicht ausgeschlossen werden will, oder?
Diejenigen, die darauf Wert legen ihren Glauben im Rahmen der Kirche zu leben, müssen sich mit eigenen Sichtweisen sehr zurückhalten.
Darum gibt es ja auch keinen Zwang im Glauben - denn man kann nicht den Glauben aufzwingen - Glaube kann nur von innen kommen.
Liebe Grüsse
FIST
Da sind wir uns einig.
Wenn er aber von Innen kommt, dann brauche ich auch keine, wie auch immer geartete, Kirche, oder?
Liebe Grüße
Bonobo
(Rest später)
P.S. Du schreibst weiter unten von "Staub, den Du abschütteln würdest"
Was genau, meinst Du damit?