Zu der Abhängigkeit:
Es ist, sollte eigentlich im Tantra so sein, dass ein Lehrer eine Aufgabe stellt, aber nicht das Ergebnis vorwegnimmt. Das Ergebnis bringt man als Schüler und determiniert so in gewisser Weise das weitere Vorgehen. In dem Sinne gibt es tatsächlich keine falschen Ergebnisse, sondern Ergebnisse, die zu unterschiedlichen Konsequenzen führen.
Das sollte eigentlich in jeder Art Lehre so sein, denn das andere ist nicht lernen sondern Dressur.
Man "braucht" eigentlich einen Lehrer, weil der einen (Lehr)Plan hat.
Ja, dieses "man braucht einen Lehrer" höre ich landauf-landab überall wo es irgendwas mit Magie zu tun hat. Ist das wirklich so?
Wenn ich nämlich mal von der Magie/Spiri/etc. weggehe und bei anderen Dingen schaue, dann höre ich auch da sehr viel diese These, "man braucht einen Lehrer" - und zwar bei dingen, die man sich sehr wohl auch selber beibringen könnte, wenn man das entsprechende Interesse, Engagement, Hingabe, Disziplin und Ausdauer aufbrächte.
Wenn man nämlich einen Lehrer sucht, dann findet man vor allem Orgs, die ihre jeweilige eigene Ideologie und Dogma lehren und i.W. Unterwerfung unter diese fordern - und das in einer Skala von relativ gesunden bis zu ausgesprochen sektenartigen Strukturen - aber in jedem fall für Anhänger, die das eigene Denken aufgeben wollen.
Dann wiederum - und ich bin jetzt nichz mehr bei Tantra, sondern bei Mysterienschulen allgemein - lese ich bei Matthews+Matthews:
Einsame Individuen gehen ihre eigenen Risiken ein und haben ihre eigenen Abenteuer, während andere vielleicht eine Pauschalreise unter den Schutz einer Mysterienschule vorziehen, die Landkarten und vorgefertigte Führer für die Vorsichtigen bereitstellt.
Demnach ist also der (Lehr)Plan eine Sache für die Vorsichtigen+Ängstlichen, die sich nicht allein zu verreisen trauen.
Ich für meine Teil wiederum hatte, bevor ich eben das gelesen hatte, sehr wohl nach Orgs und Lehrern gesucht - bin aber dann zu dem Schluss gekommen, dass ich mir das "
du hast alles ganz falsch verstanden" ebensogut auch selber auf Band sprechen und in Endlosschleife von der Soundkarte abspielen lassen kann. :/
Dem von dir zitierten Text entnehme ich, dass man sich um die eigene spirituelle Praxis kümmern solle.
Persönlich würde ich es bevorzugen zu meditieren, als die eigenen Unzulänglichkeiten zu besingen.
Wenn man aber bedenkt, dass ein Buddhist (wörtlich zu verstehen) Zuflucht in der Lehre nehmen sollte, und dass konkrete Lehren auf einer Linie fußen, die weit in die Vergangenheit reicht ist der Text schon verständlich
Ja sicher, in einem solchen Zusammenhang schon.
bzw. für mich nicht als Unterwürfigkeit zu verstehen, sondern als Sehnsucht.
Okay - das Sehnsuchtsding funktioniert für mich bewusstseinstechnisch nicht - danach sehne ich mich nicht, sondern dahin hab ich mich schon mal verirrt und fand es nicht so lohnend (wahrscheinlich weil ich was ganz anderes suchte). :/