Joey
Sehr aktives Mitglied
Mathematisch gesehen kann ich eine nichtexistenz doch errechnen.
Nein.
Du kannst z.B. mathematisch beweisen, dass es keine umkehrbare und konstante Funktion gibt, weil die beiden Eigenschaften von Funktionen sich widersprechen.
Und derartige mathematische Nicht-Existenzen führen durchaus auch in der Physik zu belegen, dass es z.B. gewisse Materiezustände nicht gibt. Mit Hilfe der Mathematik vorhergesagt und auch experimentell bestätigt.
Für die beobachtenden Naturwissenschaften sind solche Beweise, dass etwas sicher nicht gibt oder eine Behauptung sicher nicht stimmt, allerding äußerst selten und die absolute Ausnahme. Wie gesagt: Du kannst Du reinen Beobachtungen und logischen Schlüssen alleine daraus nicht schließen, dass es den Weihnachtsmann - ein Mann, der am Nordpol lebt und einmal im Jahr vielleicht auch nur ein paar christlichen Haushalte durch den Kamin besucht um irgendetwas dazulassen - nicht gibt.
Argument: Wurde noch nie beobachtet
Gegenargument: Na und? Vielleicht besucht er nur ganz wenige
Argument: Wen denn?
Gegenargument: Weiß ich nicht. beweise mir, dass es ihn nicht gibt.
Oder zum feuerspeienden Drachen in der Garage:
Argument: Ich sehe ihn nicht.
Gegenargument: Er ist unsichtbar
Argument: ich sehe kein Feuer
Gegenargument: Sein feuer ist ebenfalls unsichtbar und auch nicht heiß
Argument: Ok, ich gehe rein... ich spüre auch nicht.
gegenargument: Er drängt sich vielleicht gerade in die Ecke und achtet tunlichst drauf, nicht angefasst zu werden.
Merkst Du was? Mit solchen Gegenargumenten kannst Du Behauptungen beliebig wahr halten. Der definitive Gegenbeweis, über derartige Nicht-Existenzen oder nicht-Wirkungen ist extrem schwierig bishin zu unmöglich.
Das merkt man auch in den Diskussionen zu den vielen negativ verlaufenden Studien zu z.B. Wünschelrutenlaufen oder diverser "alternativer Heilmethoden". Da ist die Ausrede dann: "In den Studien wurde es falsch angewendet" - KoL sagt dann hier einfach: "Die Studien gingen vom falschen Modell aus." Diese Ausrede ist druchaus möglich. Aber sie dient halt dazu, eine unplausible und fast widerlegte Behauptung wahr bzw. möglich zu halten.
U.a. deswegen ist die Belegpflicht auch bei den Leuten, die Behauptungen aufstellen udn nicht bei den Leuten, die sie anzweifeln.
Solange die Studienlage so negativ ist, sonlange nicht gezeigt wurde, was in den negativ verlaufenden Studien genau falsch lief, und solange dann nicht besser designte Studien reproduzierbar einen positiven Effekt zeigen, gibt es einfach keinen guten Grund von der Existenz/Wirksamkeit auszugehen. Warum sollte man?
Ich kann dir nicht belegen, das ich den Wunsch habe, nächste Woche nach Australien zu fliegen. Aber dieser Wunsch deswegen nichtexistend, nur weil ich ihn nicht für dich belegen kann?
Es geht hier um Behauptungen über Naturgesetze oder Wirksamkeiten von Behandlungen - d.h. allgemeingültiger als Deine Wünsche. Z.B. die behauptung: "Ich schaffe es Menschen überzufällig häufig (und übersuggestiv gut) wieder gesund zu machen."