Schulmedizin vs. alternative Heilungsmethoden

Verantwortung heisst - zumindest für mich -, sowohl die Bedürfnisse des Klienten zu beachten, also auch innerhalb des rechtlichen und ethischen Rahmens zu bleiben. Insofern sehe ich natürlich auch die Ethik in diesem Vergleich als Thema.

Ja, das sehe ich auch so, nur Moral und Ethik sind keine messbaren Attribute, drum halten sich die behandler an die Gesetze, die natürlich letztendlich die Ethik als aktuellen Stand vorgeben bzw. deren Grenzen. Als Mindesmaß, das es einzuhalten gilt.

Ob und wer sich daran hält oder darüber hinaus arbeitet ist wiederum individuell und subjektiv.

Dem Rest deines Beitrages stimme ich zu. :)

LG
Any
 
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Und weils so schön ist:
Göddel hat bewiesen, dass jedes axiomatische formale System, welches in der Lage ist das Rechnen mit den natürlichen Zahlen zu beschreiben, Aussagen enthalten muss, welche nicht bewiesen und nicht widerlegt werden können. (Da geht die Mathematik ein wenig den Bach herunter)
 
Mappt nur auf Joeys Aussage der "evidenzbasierten" Wissenschaft. Komischerweise sind Marketing und Werbung nur für die eigenen Methoden evidenzbasiert (und das sogar sehr gut), weniger gut, wenn es um die Werbeaussagen geht. Da lebt sie dann plötzlich von Falschaussagen, Übertreibungen, unbewiesenen Behauptungen .... Auch das ist "Wissenschaft"!

Ich weiß irgendwie nicht so genau, worauf Du hinauswillst ... :confused:

Natürlich suggerieren Werbeaussagen Menschen etwas, was nachweisbar nicht haltbar ist (es gibt kein Mittel, daß einen Menschen in zwei Wochen 20 Kilo abnehmen läßt; keines, was alle Falten verschwinden läßt; keines, was blendend weiße Zähne macht und weitere Millionen Beispiele).
Und wenn man dann die Werbeaussage ganz genau betrachtet, dann wird deutlich, daß das ja auch gar nicht gesagt wurde - es ist ein riesiger Unterschied, was Menschen aus bestimmten Aussagen/ bunten Bildchen heraussehen/ herauslesen.
Wenn irgendwo steht "Mittel kann auch ihnen helfen, gesünder, erfolgreicher, glücklicher, schöner ... zu werden", dann ist das nicht mal eine Lüge - es KANN ja schließlich sein (auch wenn das mehr als unwahrscheinlich ist) und WIE das Mittel das macht, ist ebenfalls dahingestellt (es KANN ja auch ein Placeboeffekt sein).
Wenn man diese Aussagen mit ein paar Bildchen von jungen, gesunden, offensichtlich glücklichen Menschen hinterlegt und ein paar "Erfahrungsberichte" einstreut, dann wirkt es noch mal so gut.
All das basiert auf Psychologie und die menschliche Wahrnehmung, Motivation und das menschliche Verhalten ist allerbestens erforscht.
So plaziert die Wirtschaft äußerst "gute" und effiziente Werbung - weder wahr noch falsch (das ist auch gar nicht die Intention), aber ein Ziel wurde erreicht: die Menschen kaufen es.
Nur wenige haben es sich zum Prinzip gemacht, erstmal z.B. Stiftung Warentest oder andere kritische Seiten zu befragen oder aus Prinzip so etwas zu überlesen.
Werbung zu verstehen und zu beurteilen ist Unterrichtsstoff der 5. Klassen in der Schule.



Vorher schon. Im Wesentlichen kann man sagen, dass die Wissenschaft dem römischen Reich in seinem Niedergang gefolgt ist.



Lernen durch Erfahrung ist naturgemäß auf den "erfahrbaren" Bereich beschränkt. Was sich ja auch dadurch zeigt, dass die systematischen Wissenschaften erst begonnen haben, als in Bereiche vorgestoßen wurde, die eben nicht mehr so leicht erfahren werden können (Physik, Chemie).
Letztendlich ist aber die Erfahrbarkeit wiederum eine Funktion der Mess- bzw. Darstellungsmethode. D.h. eigentlich ist systematische Forschung mehr die Entwicklung von Messverfahren, als die tatsächliche Erforschung, wie man z.B. in Institutionen wie CERN sieht.

Lernen durch Überlieferung ist nicht begrenzt. Die gesamte Wissenschaft lernt und lehrt heute ja noch immer mit einer wilden Mischung aus schriftlicher und mündlicher, sogar auch ein bisschen tradierter Überlieferung. Mit allen ihren Vor- und Nachteilen.

Wobei sich daraus ja auch eine spannende Frage ergibt: Wie viel Wissen braucht die Menschheit eigentlich für ihr Überleben?

Es kommt nicht nur auf die Vermittlung reiner Erkenntnisse an, es kommt besonders auf die Fähigkeiten der Menschen an, zu lernen.
Der "Urvater" der Entwicklungspsychologie, Jean Piaget, hat gut aufgezeichnet, daß es unterschiedliche Arten von kognitiven Strukturen gibt, die Lernen ermöglichen - angefangen von einfachem Reproduzieren bis hin zu komplexen Problemlösestrategien.
Und erst diese höhere Stufe ermöglicht es, z.B. dieses überlieferte Wissen nicht nur aufzunehmen, sondern auch zu kritisch beurteilen, aufgrund zahlreicher weiterer Faktoren einzuordnen und zu überprüfen.
Dazu bedarf es aber nicht nur einer entsprechenden kognitiven Struktur, sondern auch der Motivation.
Die Frage ist also nicht, wieviel Wissen (dazu gehören auch unbedingt die "Verarbeitungskapazitäten") BRAUCHT der Mensch nur zum Überleben, sondern eher, wieviel braucht er, um gut zu überleben, sich weiter zu entwickeln, unabhängig zu sein, nicht auf alles hereinzufallen ... .
Aber jetzt kommen wir schon in die philosophische Ecke.
 
Ist doch auch furchtbar.
Wenn einer selbst was erzielen will, habe ich vollstes Verständnis dafür, aber nicht wenn jemand konform gemacht werden soll. Und hier fragt sich dann, welche Ausbildung diese "Fachtherapeuten" dann haben, die konform machen sollen. Und da springen mir sofort Dipl. Psychologen mit HP-Ausbildungen ins Auge, damit sie therapieren dürfen oder noch besser SozPäds mit Psycho. Und letzteres sind Erzieher, mehr nicht.

Und so werden dann auch die psychologischen Pflichtgespräche bei Jobcentern interessant, wer macht das, welche Ausbildung.

Stand ja auch in meinen Links, drauf achten, wer und welche Ausbildung dahintersteckt. Denn Psychotherapie dürfen viele machen, auch HPs. Und die bestimmen dann quasi einem sein Leben. Und vom Amte aus, wenn da Personen hinterstehen die erzieherische Berufe ihr eigen nennen und auf Psychotherapie machen, was soll da rauskommen, außer erzieherische Maßnahme.

Daher auch, wer wirklich etwas hat, geht zum Psychologen, oder Psychiater und das sind in der Regel Ärzte, die sollten ihr Handwerk verstehen. Aber bei Psychotherapie, frage ich mich immer, was steckt dahinter, wer will da was erreichen und wenn es ums konform machen geht, sollen die sich mal ganz schnell selbst heilen gehen. Das ist auch der alte Ursprung des berechtigen Misstrauens, das Überholzen derer Meinung.

Das es hier beliebt ist, verwundert einen dann überhaupt nicht. ;)

Was meinst du bitte mit "konform machen"? Zum Psychotherapeuten werden die meisten Menschen wohl freiwillig gehen, eben weil sie einen Leidensdruck verspüren und Unterstützung suchen. Ein Psychotherapeut kann auch niemanden "ruhigstellen" und zwangsbeglücken. Er hört zu, macht aufmerksam, fragt nach, erarbeitet mit dem Klienten gemeinsam. Natürlich gibt es auch schlechte Therapeuten, so wie es schlechte Bäcker, Mechaniker und Tischler gibt. Aber ich frage mich, wieso so oft die Psychotherapie angeklagt wird, nichts zu verbessern, zu manipulieren, sinnlos oder gar gefährlich zu sein. Liegt es vielleicht gar daran, dass viele Menschen sie in Anspruch nehmen mit der Erwartungshaltung "man löst mir schmerzfrei meine Probleme, ohne das ich sonderlich was tun muß" und der daraus resultierenden Ent-täuschung?
 
Aber ich frage mich, wieso so oft die Psychotherapie angeklagt wird, nichts zu verbessern, zu manipulieren, sinnlos oder gar gefährlich zu sein. Liegt es vielleicht gar daran, dass viele Menschen sie in Anspruch nehmen mit der Erwartungshaltung "man löst mir schmerzfrei meine Probleme, ohne das ich sonderlich was tun muß" und der daraus resultierenden Ent-täuschung?

Nö, ich sehe darin eine gesunde Gegenreaktion ggü. der Selbstherrlichkeit vieler Behandler aus dieser Branche. Wie ich schon schrieb: wenn der Patient nicht gesund wird, hat er was falsch gemacht, die Methode aber ist immer richtig.

Alles menschgemacht und menschlich.

Lg
Any
 
Mein Gott. Immer soviel eindimensionales denken. Ich hasse es.

Es gibt sogar Leute, die froh sind, wenn sie ans Bett gefesselt worden sind damit sie sich nicht selbst umbringen konnten, obwohl es deren größter Wunsch zu dem Zeitpunkt war.
 
Zuletzt bearbeitet:
@FIWA
Wenn ein SozPäd oder ein SozArb sich in der Kinder und Jugendtherapie ausbilden lässt, dann umfasst das per Gesetz 4200 Stunden.

Die praktische Tätigkeit von den 4200 Stunden umfasst mindestens 1800 Stunden.
Und die Ausbildung dauert in Vollzeitform 3 Jahre.

Und SozPäds oder SozArbs dürfen sich dann per Gesetz auch Kinder und Jugendlichenpsychotherapeut nennen.

Das ist eine anständige Ausbildung. Sie zu diskreditieren ist völlig Fehl am Platze.
 
Nö, ich sehe darin eine gesunde Gegenreaktion ggü. der Selbstherrlichkeit vieler Behandler aus dieser Branche. Wie ich schon schrieb: wenn der Patient nicht gesund wird, hat er was falsch gemacht, die Methode aber ist immer richtig.

Alles menschgemacht und menschlich.

Lg
Any

Muss ich jetzt doch mal ne Lanze für Psychotherapie brechen:

Unter den Wirkfaktoren einer Therapie steht die Methode mit 15% ziemlich weit hinten.

Quelle: http://www.ruv-blog.de/funktioniert-psychotherapie/

Wichtiger ist der Einfluss des Patienten mit 40%.
 
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Was meinst du bitte mit "konform machen"? Zum Psychotherapeuten werden die meisten Menschen wohl freiwillig gehen, eben weil sie einen Leidensdruck verspüren und Unterstützung suchen. Ein Psychotherapeut kann auch niemanden "ruhigstellen" und zwangsbeglücken. Er hört zu, macht aufmerksam, fragt nach, erarbeitet mit dem Klienten gemeinsam. Natürlich gibt es auch schlechte Therapeuten, so wie es schlechte Bäcker, Mechaniker und Tischler gibt. Aber ich frage mich, wieso so oft die Psychotherapie angeklagt wird, nichts zu verbessern, zu manipulieren, sinnlos oder gar gefährlich zu sein. Liegt es vielleicht gar daran, dass viele Menschen sie in Anspruch nehmen mit der Erwartungshaltung "man löst mir schmerzfrei meine Probleme, ohne das ich sonderlich was tun muß" und der daraus resultierenden Ent-täuschung?

:D
Du beantwortest deine Entrüstung und Frage damit schon selbst. ;)

Dazukommend natürlich auch die Selbstherrlichkeit dieser "Fachtherapeuten".


Weiß du wann es bei diesen Fachtherapeuten luschtig wird, wenn man das psychologische Spielchen umdreht. Meinst du was die schreien können dann, eine hat mich durchs Telefon angeschrieen, nur weil ich fragte, was sie für eine Ausbildung hat und wo gemacht. Die wurde von Amtswegen sauer, so was habe ich noch nicht erlebt, erstrecht als ich laut dachte, ob man solche Ausbildungen auf dem Jahrmarkt gewinnen kann. Ich konnte mir dann auch nicht verkneifen, ihr den Weg zum Psychologen zu empfehlen.

Bei manchen Threads, habe ich hier ein Déjà-vu, nur nicht das Gegenüber in seiner Überzeugung antickern, sonst geht ne Bombe hoch :D
 
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