Einfach Mensch
Sehr aktives Mitglied
Statistik etc. ist schon viel länger Teil des Psycholgie-Studiums. Da habe ich so einige Psychologen im Bekanntenkreis, die das kennen.
Eine Studie ist z.B. dann ethisch fragwürdig, wenn die Kontrollgruppe bewusst größerer Gefar zu sterben ausgesetzt wird. So gibt es beispielsweise keine Placebo-Kontrollierten Krebs-Studien mehr. Da wird dann nicht gegen Placebo getestet, sondern gegen die beste aktuel etablierte Therapie. Und verblindet wird hier soweit ich weiß auch nicht.
Wenn die Krankheiten nicht tödlich sind, oder das Ausbleiben der untersuchten Behandlung keine bewusste tödliche Gefahr darstellt - das dieses Kriterium war in der von Dir genannten Reiki-Studie nicht erfüllt - ist das schonmal ethisch kein Problem, da Schauspieler als Reikimeister auf die Kontrollgruppe loszulassen.
Und nun zu der Psychotherapie: Im Gegensatz zur Homöopathie ist die Psychotherapie immerhin plausibel und eine Wirksamkeit widerspricht nicht etablierten Kenntnisstand, wo erst einmal auch gezeigt werden müsste, was da bisher in der Erkenntnis so falsch gelaufen ist. Auch werden keine absolut gigantischen weiteren Entitäten postuliert, die das Weltbild unnötig aufblähen würden. D.h. die Psychotherapie hat im Gegensatz zur Homoöpathie (und diversen esoterischen Lehren) einen Plausibilitäts-Vorteil.
Und ich schreibe nochmal: So schlecht sind die Studien der Psychologie nicht, wie Du sie hier darstellst.
Viel Glück. Es ließe sich vielleicht leichter jemand finden, wenn Du kleinere Erfolge - wie z.B. einen positiv verlaufenden PSI-test - vorzuweisen hättest.
Statistik ist gymnasialer Oberstufenstoff. Und wissenschaftliches Vorgehen sollte man eigentlich schon im Physikunterricht begriffen haben.
Klar, die Erwähnung der Homöopathie war eine polemische Überzeichnung.
Aber ich mach mal ein Beispiel:
EMDR wurde von einem Psychologieprof. zufällig während eines Spaziergangs entdeckt. Nun hatte dieser Mensch alle Möglichkeiten, die eine akademische Umgebung bietet. Er konnte mit seinen Studenten weitere Versuche machen. Und der Zugang zu der Finanzierung einer weiterführenden Studie ist einfacher.
Die Wirkung von EMDR wird auf REM zurückgeführt. Zumindest dort vermutet. Liest man bei REM nach, ergibt sich, dass vermutet wird, dass REM in den Traumphasen eine noch nicht näher definierte Wirkung hat.
Daas bedeutet, dass EMDR sich wissenschaftlich auf eine Vermutung stützt, die wiederum eine Vermutung ist. Wissenschaftlich schwach.
Wäre der Entdecker auf den entspannenden Effekt von EMDR gestossen und wäre ein Heilpraktiker gewesen, wäre die Methode schließlich im Esomarkt gelandet. Denn, es wäre Niemand bereit gewesen, diese Methode zu untersuchen. Spannend ist dabei, dass in der Psychokinesiologie bereits in den 50ern die Wirkung schneller Augenbewegungen genutzt wurde, also lange vor EMDR.
Was kann man daraus sehen?
Es hängt viel davon ab, in welchem Umfeld eine Entdeckung gemacht wird.
Und zur Studienqualität: Ich rede von Studien aus dem Bereich Psychotherapie, nicht Psychologie. Psychotherapie ist, bestenfalls, die praktische Anwendung psychologischer Erkenntnisse. Aber eben nicht immer.
Übrigens, auf diese Unterscheidung besteht Ireland.