Genau meine Rede und Befürchtung, hinter der Paywall, aber die Überschrift sagt schon Einiges:
Der Ukrainekrieg dauert noch lang – und er wird noch schlimmer, sagt der Russlandexperte Alexander Gabujew. Dem Westen wirft er vor, Putin zu unterschätzen.
www.spiegel.de
Der Mann heißt übrigens Gabuev, Fehler im Spiegel, für diejenigen, die sich sofort ins Netz stürzen, um den Experten
Putin zuzuordnen.
Daraus wird nur leider diesmal nichts...
Und was folgt daraus?
Putin-Trolle "argumentieren" hier jetzt gerne folgendermaßen, dass die Ukraine eh keine Chance hätte, also es besser für sie wäre, sofort aufzugeben und Putin alles zu geben, was er will. Sie behaupten dann, dass es schon nicht so schlimm für das Land wäre, zerstückelt zu werden und verboten zu bekommen, der EU und der NATO beizutreten, egal, ob es das Volk will (weswegen es ja 2014 gegen den damaligen Präsidenten geputscht hat, der die Annäherung an die EU gestoppt hat). Einige wirklich hartgesottene Putin-Trolle schlagen da noch nach und geben an, dass Selenksyj eh nur korrupt und unrechtmäßig im Amt ist, und dass diese besagten Ausschreitungen - der Euromaidan - nur eine FalseFlag-Aktion gewesen wäre, und dass das Volk in Wirklichkeit nicht in die EU wolle (d.h. =Verschwörungsmythos).
Auf Telegram und Twitter findest Du haufenweise solcher (und schlimmerer) Äußerungen.
Da Du ja kein Putin-Troll bist, kannst Du jetzt mal zeigen, was Dich von diesen Putin-Trollen unterscheidet.
Also: Darf die Ukraine sich weiter gegen den Angriff Russlands verteidigen, oder wäre es Deiner Meinung nach besser, wenn sie jetzt kapituliert?
Wie könnte die Ukraine in Verhandlungen eintreten, die auch eine realistische Chance haben ein Ergebnis haben, was auch den Namen Kompromiss verdient?
Darf die Ukraine dabei Deiner Meinung nach weiter unterstützt werden, sich militärisch zu verteidigen, oder sollten wir - "der Westen" - sie militärisch in Stich lassen und so eher früher als später zur Kapitulation zwingen?
Hat Putin irgendetwas darüber zu bestimmen, welche Wirtschaftsbündnisse die Ukraine eingeht? Muss sein Wort da mehr gelten als der Wille des Volkes? Oder darf das Land das prinzipielle Recht zur EU beizutreten (sofern sie die nötigen Kriterien erfüllen) verteidigen? Ich rede hier wie gesagt von der EU und noch nicht der NATO - ein EU-Beitritt alleine (sofern möglich) hätte keine militärischen Folgen, dahingehend, dass NATO-Militärbasen gegen Russland errichtet würden.
Welche Verteidigungsbündnisse kann die Ukraine dann noch eingehen? Du hast hier im Thread ja selbst schon Sicherheitsgarantien von der NATO vorgeschlagen... aber was wäre das dann anderes als ein NATO-Beitritt?
Viel reden immer von einem "Kompromiss, mit dem beide Seiten leben können". Was glaubst Du, wie sähe ein solcher Kompromiss aus? Und bei welchen Punkten würdest Du auch der Ukraine zubilligen dafür weiter zu kämpfen und den Wünschen Putins nicht nachzugeben? Oder glaubst Du, dass es sich ohnehin nicht lohnt, weiter zu kämpfen und zu verteidigen? Das würde schlicht bedeuten, dass Putin sicher alles bekommt, was er erreichen will: Die Ukraine würde zersrtückelt, und der Rest darf weder der EU noch der NATO beitreten.
Du sagst ja gerne, die Ukraine solle sich von u.a. Europa den Wiederaufbau bezahlen lassen. Hilfsleistungen werden wahrscheinlich notwendig werden. Aber was hätte beispielsweise Europa davon, wenn Putin weiter nähere/engere Beziehungen der Ukraine mit Europa verbieten möchte? Das ist immerhin immernoch auch ein Punkt auf seiner erkläreten Kriegsziel-Liste. Warum sollte Europa dann irgendetwas zahlen/helfen?
Mit diesen Fragen, über die Du mal wirklich konkret nachdenken kannst, könntest Du mal deutlich und konkret zeigen, was Dich von Putin-Trollen unterscheidet.