Das war der Beginn des Bestrebens, ein europäisches Bündnis zu schaffen, weil lt Russland das Land zu Europa dazugehört. Genauso wie auch danach immer wieder versucht wurde der NATO beizutreten. Gerade nach dem Fall der UdSSR.
Und damit hätte sich viel Blutvergiessen vermeiden lassen, der Demokratisierung Russland wäre Vorschub geleistet worden, und es wäre nicht zu diesem Krieg gekommen.
Hätte hätte Fahrradkette. Wenn das Bestreben da war, und Putin war sehr erpicht darauf, der NATO beizutreten, er wollte die NATO nicht als Feind sehen. Dann kam die NATO-Osterweiterung, und dann ging alles den Bach hinunter.
Du hast dazu ja einen Artikel der Welt verlinkt. Lies den mal durch, wer da noch so alles ein Anliegen hatte, dass Russland nicht zur NATO gehört. Das war nicht nur die USA, und die Begründung, warum z.B. Polen Russland nicht in der NATO haben wollen könnte, wenn Russland denn wirklich auch einen formellen Antrag gestellt hätte, ist durchaus nachvollziehbar. (Meines Wissens hat Russland übrigens NIE einen entsprechenden formellen Antrag gestellt; u.a. darum wurde darüber auch nicht intensiver diskutiert)
Und zur NATO-Osterweiterung kann ich immer nur das gleiche schreiben: Es sind Staaten, die sich um Mitgliedschaft bewerben. Es ist schon ziemlich dreist, dass Russland es als Provokation ansieht, wenn die NATO zu einigen Staaten im Umfeld Russlands nicht kategorisch nein sagt. Die Zusage, dass es keine NATO-Osterweiterung geben würde, kam zum einen von Leuten, die da keinerlei Befugnisse darüber hatten, und ist auch alleine durch diese simple Überlegung obsolet, dass es eben nicht die NATO ist, die sich aktiv erweitert, sondern dass sich ihr Staaten anschließen wollen.
Es wurde von verschiedenen Seiten gewarnt, dass es ein Spiel mit dem Feuer ist.
Ja, das wird immer wieder gewarnt, und es ist auch immer wieder ein Spiel mit dem Feuer.
Ich sehe, daß die Menschen in der Ukraine, als auch in Russland, verlieren.
Für dich bedeutet verhandeln gleichzeitig verlieren, und du lässt es nicht zu, diesen ausgetretenen Pfad zu verlassen, um eine Lösung anzudenken.
Für mich bedeutet kämpfen schon verlieren.
Nein, ich glaube nicht, dass verhandeln gleichzeitig verlieren bedeutet. Es ist nur in der aktuellen Situation so, dass die Ukraine keine fairen Verhandlungen wird bekommen können, wenn sie nicht kämpfen kann. Ein Stopp der Waffenlieferungen, wie es sich Schwarzer, Wagenknecht und co wünschen, bedeutet schlicht nur, dass Putin sagt: "Ok, hier ist meine Wunschliste, und wenn das nicht alles erfüllt wird, kämpfen wir weiter, und Ihr könnt Euch dann nicht mehr wehren. Hahaha."
Damit die Ukraine eine Chance hat, am Verhandlungstisch nicht vollkommen zu verlieren, muss Putin sehen, dass er auch auf dem Schlachtfeld nicht auf einfachem Weg und billig alles bekommen kann. Denn, wenn er auf dem Schlachtfeld alles leicht und einfach bekommen könnte, wird er am Verhandlungstisch sicher nicht fair sein und der Ukraine wahrscheinlich keine Zugeständnisse machen.
Und ich würde gerne den Zankapfel ’wegnehmen’ und beide Parteien an den Tisch bitten. Natürlich interessiert das so niemanden. Ist ja ‘realitätsfern’.
Das würde ich auch gerne. Darum frage ich ja dauernd nach: WIE? Wie kann das vonstatten gehen, damit die Ukraine auch faire Chancen am Verhandlungstisch hat und Putin nicht einfach sagt: "So lange nicht alle meine Wünsche abgenickt sind, schießt meine Armee weiter." oder beispielsweise: "Oh, Ihr wollt also unbedingt in die EU. Dann greife ich eben weiter an."
Aber genau das muss passieren, damit langfristiger Frieden einkehrt. Und bitte nicht erst nachdem kein Grashalm mehr in der Ukraine steht. Und es muss einen Weg geben. Vielleicht ein Gipfel mit Uncle Sam?
Ja, es wäre schön, wenn es einen schnellen Weg dahin gäbe. Der kann aber leider nicht darin bestehen, einfach die militärische Unterstüttzung der Ukraine einzustellen und so zu drängen: "Nun verhandelt mal!", wie es Schwarzer und Wagenknecht es darstellen. Darum frage ich doch dauernd, wie das gehen kann. Wie kann man Putin dann an den Verhandlungstisch bringen, dass er sich auch mit weit weniger als seiner Wunschliste zufrieden gibt... dass die Ukraine beispielsweise sagen kann: "Wir wollen in die EU beitreten, und dabei bleiben wir!", und Putin das dann auch akzeptiert.
Das einzige, was ich mir vorstellen kann, das Putin beeindruckt, ist die Ukraine als neutrales Land, und wirtschaftlichen Aufschwung.
Und dazu habe ich schon geschrieben, dass Selenskyj schon geäußert hat, dass er auf die NATO-Mitgliedschaft verzichten könnte. Das ist Putin allerdings offensichtlich nicht neutral genug.
Wenn du dich als Kriegstreiber siehst, dann bitte; ich beziehe mich da auf Kommentare anderer User.
Welche denn? Wer ist hier ein Kriegstreiber?
Auch ich muss mich für meine Haltung beschimpfen lassen, auch ich muss mich wiederholt erklären.
Da ich keinesfalls vorschlage, dass die Ukraine Gebiete abtritt, verstehe ich nicht, wieso du mir das immer wieder auf das Brot schmierst. Bist du so eingefahren in deiner Rhetorik?
Weil es automatisch drauf hinaus laufen würde, dass die Ukraine Gebiete abgeben muss, wenn sie sich nicht mehr militärisch wehren kann.
Wie willst Du in diesem Fall Putin dazu bewegen, freie, faire und ehrliche Wahlen in diesen Gebieten abzuhalten?
Ich will nicht gegen dich argumentieren, ich will mit dir argumentieren, um Lösungen zu finden. Weil ich es nicht richtig finde, dabei zuzusehen, wie sich Menschen aufreiben. Javisst!
Ich will auch Lösungen finden. Lösungen, die den Krieg da möglichst schnell beenden, UND die dann die Ukraine als freien, souveränen und handlungsfähigen Staat hinterlassen. Letzteres würde allerdings nicht passieren, wenn sie jetzt einfach aufhören würde, sich militärisch zu wehren zu können mangels militärischer Unterstützung. Dann würde Putin sich einfach alles nehmen, was er will, und die Ukraine könnte am Verhandlungstisch rein gar nichts mehr für sich rausholen. Darum frage ich ja immer, wie Putin dazu gebracht werden kann/soll, an den Verhandlungstisch zu kommen und wirklich fair zu verhandeln und sich auch mit weniger als seinen kompletten Kriegszielen zufrieden zu geben?