Sarah Wagenknecht lehnt die Unterstützung von Chrupalla (AfD) ab:
Der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla hat einen Aufruf gegen Waffenlieferungen von Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht unterzeichnet. Doch Wagenknecht will die Unterstützung des Rechtsaußen nicht.
www.spiegel.de
Ihre Begründung:
Dass Tino Chrupalla das Manifest unterschrieben und auch zu der Kundgebung aufgerufen habe, habe bei all denen Begeisterung ausgelöst, »die den Krieg in der Ukraine mit Panzern und Kampfjets bis zum letzten Ukrainer fortsetzen möchten«, sagte Wagenknecht dem SPIEGEL. »Aber dieser Versuch, unsere Friedensinitiative zu diffamieren, ist leicht durchschaubar. Wir haben mit der Auswahl unserer Erstunterzeichner deutlich gemacht, mit wem wir zusammenarbeiten und von wem wir uns Unterstützung erhoffen – und von wem eben auch nicht.«
Das ist durchaus eine nachvollziehbare Begründung - sie zeigt halt die üblich gewordene Angst vor dem "Applaus von der falschen Seite" auf.
Besser bzw. interessanter wäre daneben aber noch gewesen, wenn sie erklärt, was ihre Petition z.B. denn nun genau von dem entsprechenden vom Inhalt her ähnlichen Vorschlag der AfD unterscheidet. Sie hätte z.B. sagen können, dass sie die vielen Zugeständnisse, die die Ukraine im AfD-Vorschlag hätte machen sollen, nicht ok findet, und dass DAS eben tatsächlich KEIN Kompromiss wäre, wie sie es meinten. Dann hätte sie auch konkreter beschreiben können, wie sie sich denn ein Kompromiss vorstelle, was die Ukraine auf keinen Fall aufgeben bräuchte bzw. welche Zugeständnisse der Ukraine auf jeden Fall zu machen wären, welche Garantien "der Westen" der Ukraine zu geben hätten etc. Da würde sich dann auch mal wirklich die Solidarität zeigen, die sie laut ihrem Manifest der Ukraine zollt.
Das wäre mal eine interessante inhaltliche Äußerung gewesen, und, wenn dabei nachvollziehbar erklärt worden wäre, dass das tatsächlich so klappen kann...
dann hätte ich die Petition glatt mit unterzeichnet.
So aber ist und bleibt es eine äußerst schwammige Forderung danach, den Krieg zu beenden, ohne irgendwie mal weiter darüber nachzudenken und ggf. zu erklären, wie die Optionen für die Ukraine danach aussehen etc. Viel nebulöses Wünschen ohne konkrete Erklärung und darum mit sehr viel Interpretationsspielraum, der leider dann dazu neigt auch Applaus von der falschen Seite anzuziehen..
Die Petition liest sich nunmal so, dass sich darin auch Menschen leicht wiederfinden, die meinen: "die Ukraine braucht nur Putin XYZ zuzusichern und zu geben, der Krieg hört auf, wir heucheln ein wenig weiter Solidarität bedauern, dass die Ukraine nun nichts mehr darf, und dann bekommen wir wieder günstig Gas." Was unterscheidet die Petition von dieser Position?