Haben wir wieder ein neues Lieblingswort?
Wo bitte wird propagiert, dass es nicht gut ist den ukrainischen Menschen zu helfen (humanitĂ€re Hilfe)? Wo wird behauptet sie dĂŒrfen sich nicht wehren und man darf ihnen nicht dabei helfen? Zitat, Quelle?
Alles was ich weiĂ, man macht keinen Frieden mit Gewalt.
Waffen zu liefern dient der Selbstverteidigung. Und alles andere wird wohl nicht ausreichen, und implizit lĂ€sst du ihnen also kaum eine andere Wahl als zu kapitulieren. Selbst wenn der Angegriffene sich auch alleine (ohne Waffenlieferungen) verteidigen kann, was in Bezug auf die Ukraine zumindest langfristig doch eher nicht wahrscheinlich ist, wĂŒrde das bedeuten, dass schlechtere und weniger Waffen des Selbstverteidigers dazu fĂŒhren, dass es auf seiner Seite mehr Opfer gibt. Und es ist möglicherweise sogar mit mehr Toten insgesamt zu rechnen, denn der Aggressor wird den Kampf eher fortfĂŒhren, solange er sich weiter Siegchancen ausrechnet. Er wird hingegen eher reden, und/oder sich zurĂŒckziehen, wenn es fĂŒr ihn selbst schmerzhaft wird, genauso wie in der Natur auch, wo das Raubtier einen Angriff aufgibt, wenn es Hörner oder Hufe spĂŒrt.
In Bezug auf gewöhnliche Verbrecher wird den Opfern jedenfalls auch dadurch geholfen, dass ein TÀter, wenn nötig mit Gewalt gestoppt wird. Insofern machst du dann also tatsÀchlich Frieden in Bezug auf einen AmoklÀufer, indem du ihn mit Waffengewalt stoppst, oder ihn mit Waffengewalt zur Aufgabe bewegst. Darum tragen Polizisten Waffen, bzw. setzen einen TÀter zumindest durch die angedrohte oder implizit mögliche "Gewaltanwendung" fest.
Es wĂŒrde fĂŒr mich zum Beispiel auch keinen Sinn machen zu sagen, dass sich eine Frau gegen einen potentiellen Vergewaltiger zwar wehren darf, aber wir sollen dann trotzdem weder als dritte Partei körperlich eingreifen, noch zumindest das Pfefferspray in unserem Besitz ĂŒberreichen? Und soll sie vielleicht auch noch kapitulieren, in der Hoffnung, dass der TĂ€ter nur Sex will, und anschlieĂend keine weitere Gewalt verĂŒbt, so wie manche denken, dass sich die Ukraine Putin unterwerfen und Selbstbestimmung und Demokratie aufgeben soll?
Klar kann es GrĂŒnde geben, eine bestimmte Handlung nicht auszufĂŒhren, wie dass man zum Beispiel keinen direkten Konflikt zwischen russischen Truppen und der NATO provozieren will, da es Atomwaffen im russischen Besitz gibt. Und klar, selbst ohne Atomwaffen ist/wĂ€re das Risiko fĂŒr die eigenen Soldaten entscheidungsrelevant, und mag dazu beitragen, dass man sich vielleicht heraushĂ€lt. So wie es im normalen Leben auch GrĂŒnde geben kann nicht einzugreifen. Aber diese GrĂŒnde haben schlicht damit zu tun, ob mein Eingreifen auch erfolgsversprechend ist oder nicht, ob ich das Risiko eingehen will, oder eben nicht. NatĂŒrlich ruft ein kleiner Junge besser die Polizei, wenn er einen gesuchten Mörder auf der StraĂe erkennt als ihn selbst zu stoppen, weil das keinen Erfolg haben wĂŒrde und katastrophale Folgen hĂ€tte.
Klar kann und soll man reden, und einem Lehrer gelang es damals auch den AmoklÀufer SteinhÀuser zur Aufgabe zu bringen durch Suizid, was Putin allerdings sicher nicht tun wird. Sanktionen sind bei StaatsmÀnnern effektiver eventuell, aber selbst das reicht oft nicht.
Man stoppt sowohl groĂe als auch kleine GewalttĂ€ter eben leider nur mit tatsĂ€chlicher, angedrohter oder implizierter Gewalt, in den meisten FĂ€llen zumindest. Es ist nahezu nicht zu erwarten, dass Putin einfach so nachgeben wird, wenn er sich nicht aufgrund von militĂ€rischen RĂŒckschlĂ€gen dazu gezwungen fĂŒhlt. Das wurde mittlerweile doch sehr deutlich.
