Reife in politischen Urteilen

Werbung:
Für mich wirkt es überhaupt nicht widersprüchlich. Allerdings habe ich manchmal den Eindruck, dass einige die Erwartungshaltung hegen, hier könnte ein gruppentherapeutisches Setting wünschenswert sein. - Erinnert mich an "Iss deinen Teller leer - in Afrika müssen Kinder hungern!"
Ich wollte niemanden moralisch belehren.
Mir geht es nicht um „Iss deinen Teller leer“-Logik, sondern um eine einfache Frage:
Wenn uns Mitgefühl bei großen Themen wichtig ist – warum sollte es im direkten Austausch weniger wichtig sein?
 
Wer weiss schon, wer sie/ersich in wirklichen Krisensituationen anderen gegenüber verhalten würde.
Es ist leicht, Mitgefühl zu zeigen, wenn man selber nicht betroffen ist von Krieg oder Hunger.

👍
Das stimmt. In echten Krisen zeigt sich vieles anders.
Vielleicht geht es mir gerade deshalb um die Frage, wie wir im Kleinen miteinander umgehen – weil das der einzige Raum ist, den wir tatsächlich gestalten können.
 
Ich bin ein böser Mensch, an mir perlt es ab
Einiges ist ja auch weit weg und berührt mein Leben ja nicht wirklich
(Wäre ich vor Ort, sähe es anders aus)
Ich würde dich nicht als „bösen Menschen“ bezeichnen.

Vielleicht zeigt es einfach, wie stark Nähe oder Distanz unser Mitgefühl beeinflusst.

Und genau deshalb finde ich es spannend, wie wir hier – in einem Raum, der uns direkt betrifft – miteinander umgehen.
 
Ich denke auch 2 jährige dürfen sich politisch äussern.

Die 2. Frage ist m.E. weltanschauungsabhängig.
Sich äußern darf natürlich jeder.

Meine Frage zielte weniger auf das „Dürfen“, sondern auf die Verantwortung, die mit politischen Urteilen verbunden ist.

Und ja, was als bedacht gilt, ist sicher auch weltanschaulich geprägt – vielleicht macht genau das die Selbstreflexion so wichtig.
 
Politik ist vermutlich kein Spielfeld für moralisch Perfekte.

Sie ist ein Feld, auf dem Menschen handeln – mit Überzeugungen, Ego, Widersprüchen und blinden Flecken.

Wenn man politische Beteiligung an innere Reinheit koppeln würde, bliebe am Ende wohl niemand übrig.

Auch historisch waren prägende Persönlichkeiten widersprüchlich.
Mahatma Gandhi hatte hohe moralische Ideale und gleichzeitig problematische persönliche Seiten.
Winston Churchill spielte eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Hitler und war dennoch stark vom Imperialismus seiner Zeit geprägt.

Vielleicht gehört es zur menschlichen Realität, dass Überzeugung und Unvollkommenheit nebeneinander existieren.
 
Werbung:
Zurück
Oben