Mut

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Ja, auch auf die Gefahr hin damit auf die Nase zu fallen. Welche Nase nämlich?
Tun wir das nicht, was du beschreibst, inszenieren wir uns unsere eigenen Dramen. Das finde ich persönlich dann noch viel tragischer.

LG :)

auf meine Nase, schrieb doch deutlich. ich nehme es quasi á priori in Kauf. bei Mut-Tat kann doch nicht mit abgesichertem Ausgang rechnen, nicht mit Netz arbeiten, sonst wäre die Handlung nicht mit Mut verbunden.
 
Es ging ja darum, den Mut zu haben, einfach nur ich selbst zu sein. In meine Kraft zu kommen, in die Freude. Das hat gut geklappt. Dann beginnt das Drama ... eine Stunde später halte ich einen Brief von der Schule in den Händen und peu á peu erzählt mir mein Sohn dann, was er alles in der Schule so hat auflaufen lassen und das Kartenhaus (Mama, mir gehts super, ich hab keine Probleme, alles ist bestens) bricht über mir zusammen.
Hm. Weißt Du: Ich kann noch immer nicht verstehen, was das Problem ist. Du erlebst ja etwas völlig Normales mit Deinem Sohn, ne? Warum sollte Dich das in irgendeiner Weise von Dir selber entfernen?

Du selber bist ja nicht Kraft und Freude, Du bist Du. Mit Deinem Sohn und allem Sonstigen, was Teil von Dir ist oder aus Dir kommt. Das Leben wird nicht "schön", wenn man sich bewußt wird über sich selbst. Es verläuft weiter wellenförmig und dat bleibt auf ewig so. Nur hat man dann eine Ebene, auf der man auch allein sein kann. Und man selber wird schön, verstehste? Äußerlich wie innerlich.

Du hast ja Dein Leben hier preisgegeben, Deine Erlebnisse erzählt. Danke dafür. Ich glaube, es ist jetzt wichtig, daß Du so etwas wie eine Meta-Position über diesem ganzen Geschehen einnimmst, das da in Deiner Familie stattgefunden hat und stattfindet. Daß Du dich also zum Teil de-identifizierst mit dem, was Du innendrin warst. Und daß Du quasi wie zu einer neuen Mara wirst, welche die neuen Wege auch wirklich geht, die sie gehen möchte. Mit den Emotionen, die sie dabei haben möchte. Dafür mußt Du dich energetisch entladen von dem, was Du erlebt hast und eine Meta-Position finden. Ich schreibe Dir unten auf, was mir von gestern bis heute dazu eingefallen ist.

Ich hatte übrigens auch den Anlaß in mir, Dir etwas zum Umgehen mit Deinem Sohnemann zu raten, aber da hast Du hier vermutlich die beste Hilfe mit den Erfahrungen derer, die denn auch Kinder haben. Also halte ich mich da geschlossen.

Das Thema Aufmerksamkeit geht mir auch durch den Kopf: wichtig ist, "positive" von "negativer" Aufmerksamkeit zu separieren. Dazu unten aber mehr.

Sobald meine Mutter oder mein Sohn da sind oder irgendwie geartet in Erscheinung treten - meine Mutter weniger, mein Sohn mehr.

Wenn ich allein bin oder mit anderen Menschen Kontakt habe - kein Problem. Alles gut.

Ohnmacht, Hilflosigkeit. Das Gefühl gehasst zu werden, allein zu sein, alles allein machen zu müssen, nie schwach sein zu dürfen, keine Hilfe zu bekommen. Ich bin wütend, hab das Gefühl ich kann machen was ich will, es ist nie genug, immer schmeißt man mir Steine in den Weg.

Eher Situationen. Ich koche Essen - Sohn sagt: "Ich hab keinen Hunger." ich koche kein Essen, Sohn sagt: "Warum ist das Essen nicht fertig. Ich hab Hunger."

Jeden Morgen geht er später zum Bus. Ich habe ihm jetzt 25 mal gesagt, dass ich das morgens nicht vertrage und er bitte pünktlich das Haus verlassen soll, weil ich sonst nicht mehr mitaufstehe ... ab morgen bleib ich liegen... dann schreit er wieder und fährt die "ich bin soooo arm"-Nummer ...

Hausaufgaben machen: Ich will aber nicht jetzt - ich will später. "nein - sorry .. du hattest deine Chance - das hat nicht geklappt (3 Briefe in 2 Monaten) - jetzt übernehme ich das und helfe dir - aber wir machen die Aufgaben jetzt und nicht heute Abend wenn ich und du müden sind." Ich muss aber spielen, ich muss aber erst noch Zeit für mich haben (ich bin ja so ein armer überforderter Junge) - ich könnte platzen ! :tomate:
Ok. Halbe Stunde noch raus. Wer kommt nicht wieder ? Genau ...
Wir wollten doch Hausaufgaben machen. Ja - aber warum kann ich das nicht morgen machen, heute abend machen ... ich weiß nicht was wir aufhaben, ich muss telefonieren. Ich finde das Blatt nicht. *grrrrrrr*
Mama - ich hab schon wieder einen Strich. - Wie kann das sein ? - wir haben doch alles gemacht ? - Der T. ist schuld, der hat mir nicht gesagt, dass wir auch noch die Aufgabe 3 machen sollten. - Zähneknirsch ... wenn du dich nicht um deine hausaufgaben kümmerst, ist es nicht T.s schuld, wenn dir dann was fehlt, sondern deine. Kümmere dich darum und schreib dir auf, was du aufhast. Wenn das jetzt nicht klappt - passiert das und das.

Du bist so gemein. Immer drohst du mir.

*aufgeb*

:D
Man muß ja mal sehen: man ist nur Einer. Auch ich bin nur Einer und es ist irgendwie nicht leicht, das alles zu überblicken und noch schwieriger ist es, es auszudrücken. Du kennst das von mir, mara, und ich weiß daß es Dir nichts ausmacht, wenn ich einfach mal meine Gedanken auf ON stelle und mitschreibe, was mir einfällt. Mal gucken, wann es vorbei ist. :D Vielleicht ist was dabei für Dich.

hm. *hinhör*

In dieser Zeit jetzt erleben wir ja die sogenannte Erfüllung von Schicksalen auf einer ganz neuen Ebene. Ich selber habe irgendwann in den Achtzigern mit 15 mein erstes Buch zum Buddhismus gelesen. Dort war von Karma die Rede und all dem Kram, unter dem ich mir nichts vorstellen konnte, weil es eine ganz andere Welt beschrieb.

Mir ist so gut wie nichts aus dem Buch in Erinnerung geblieben, weil ich kein Wort davon verstanden habe. Das Einzige was ich erinnere ist folgende Aussage und die hat mich mein Leben lang bis heute begleitet:

Wir als Kinder des Friedens (damit meine ich, daß wir keine Kriegskinder sind und auch nicht in einer Kriegszeit gelebt haben) haben eine ganz andere Stärke, Kraft, einen ganz anderen Mut als Menschen, die Kriege erlebt haben.

Und es ist unsere Aufgabe jetzt, die Aufgabe unserer Generation, diesen Samen des Friedens in uns selber zu entwickeln- unsere Eltern können das meist nicht wegen dem, was sie erlebt haben.

Wir müssen das unseren Eltern allumfassend verzeihen, gell, daß sie teilweise in einem Schattenreich leben, in dem Angst, Verhaltensindoktrinierung und Kleinhalten und Kleinmachen geschah und geschieht. Diese Dinge geschehen in unseren Eltern, im Bereich ihrer Gedankengefühle, die durch ihr Leben gestaltet wurden. Und diese feinstofflichen Energien geben sie ja an uns weiter. Wir hören ja ohne Frage alle in unseren Gedanken hin und wieder Einrufe von unseren Eltern - so setzt sich das ja dann fort.

Je weiter sich ein Volk (oder eine Failie) vom Krieg und vom Faschismus des letzten Jahrhunderts etc. entfernt, um so geringer wird natürlich die Anzahl der Menschen, die innendrin auch Krieg empfinden und daher auch Unfrieden um sich herum verbreiten. Es gibt dann eine Generation, die damit beginnt, zu separieren: welche Verhaltensweisen in meiner Familie und also auch in mir sind eigentlich kriegerischer Natur? Wo denke/handele/urteile ich widerständlich ("negative Aufmerksamkeit") und wo denke/handele/urteile ich mit positiver Aufmerksamkeit, also annehmend?


Von unseren Eltern, die zur Zeit des Nationalsozialismus aufgewachsen und/oder gearbeitet haben und auch von der Generation der Nachkriegskinder dürfen wir Eines meines Erachtens nur eingeschränkt erwarten: daß sie die gaaaaaanz tief verwurzelten Ideen von Erziehung und Wertigkeit im Leben vollständig ablegen können, durch welche sie traumatisiert worden sind.

Sie werden immer in sich hören - und das müssen wir lassen wie es ist, meine Lieben: "man kann nicht...", "man muß...", "es geht nicht daß ich/Du..." "Du mußt dies und jenes um..." etc.pp. Also: Bemerkungen, welche die Möglichkeiten minimieren, Freiheiten nicht zulassen und Entwicklung nicht etwa fördern (das wäre "positive Aufmerksamkeit"), sondern eher behindern (="negative Aufmerksamkeit, gerichtet auf das, was "muß", "noch nicht richtig ist" und "wo es hingeht" etc. --->kontrollierend-redigierend-dirigierend ).


Wir müssen und dürfen das so lassen wie es ist, was in unseren Eltern ist, es ist das Leben unserer Eltern was sich uns da zeigt.

Es war ein schreckliches Jahrhundert. Die Vater- und die Mutterrolle sind vollkommen pervertiert worden durch den Nationalsozialismus. "Ein Mann" ist nicht das, was uns allermeist von unseren Vätern vorgelebt wurde. Und eine Frau ist nicht das, was uns allermeist von unseren Müttern vorgelebt wurde. Und was wir meinen empfinden zu müssen, damit es uns gut geht. (tatsächlich sind wir davon dann "abhängig", daß wir so oder so fühlen wollen und nicht so, wie es sich nunmal ehrlicherweise ohne Herzchengeschnörkel anfühlt. Also geerdet, ne?!)



Sie haben Rollen gelebt, unsere Mütter und Väter und Großeltern und Urgroßeltern, weil sie nicht die Kraft hatten, sich aus ihnen zu befreien. Die das Individuum schwächende Komponente nationalsozialistischer Erziehnung und Lebensweise schieben da dauerhaft einen Riegel vor. (es sei denn man verarbeitet vollständig auf der Ebene des Nationalen Traumas, aber das kann man dieser Generation einfach nicht zumuten. Die Erlebnisse waren zu schrecklich und durch die "Rollen-Indoktrinierung", die ja schon im Kaiserreich ganz deutlich war "T. Mann: Der Untertan..." ist bei vielen Menschen dieser Generation das gesamte Innere starr und das wird dann auch so sterben. Stichwort "Volksgeschichte", je nach Nationalität eine traurige oder eine freudige Geschichte. Sehr entscheidend für das Selbstwertgefühl (gesunder "Stolz").)

Man muß es lassen wie es ist, es führt kein Weg daran vorbei, ich sage es noch einmal. Die Vergangenheit war die Vergangenheit und die Gegenwart und Zukunft kann nicht von ihr getrennt werden. Es wird "den Schnitt" nie geben, auf den man wartet. Aber es ist alles fluide.




So, Mara. Jetzt ist aber doch die Frage: was ist jetzt die Aufgabe unserer eigenen Generation? In dem Buch, das ich mit 15 gelesen habe stand, daß wir diejenigen sind, die zum ersten Mal durch das Erleben einer Friedenszeit die Möglichkeit haben, die Traumata unserer Ahnen in uns selber zu klären. Wir können wie gesagt nicht unsere Ahnen klären, aber bei uns selber gelingt uns das.

Mein Schwager erzählte mir neulich in einer kleinen Geschichte, daß es sieben Generationen seien, über die hinweg sich Verhaltensnormen und z.b. auch chronische Erkrankungen in Familien fortsetzen. Das heißt: es sammelt sich sieben Generation an, und dann gibt es immer irgendeinen, der als schwärzestes aller schwarzen Schafe in der Familie all diese Energien aufarbeiten muß und damit das Karma der Familie heilt.

Dieser Mensch geht durch die Hölle, ne. Wer es erlebt hat oder erlebt weiß, wovon ich rede. Er erlebt alles, was an Problemveranlagung in der eigenen Familie gelegen ist am eigenen Leib und im eigenen Geist. Und dann findet dieses schwarze Schaf aber die Erlösung. (Es sei denn es bringt sich um, was oft der Fall ist. Ja Leute, so ist das, ne. Das ist der grössere Zusammenhang des Erlebens, das man innendrin mit sich führt.)
Das Schwarze Schaf wird dann erst grau und schließlich wird es weiß - im esoterischen Sinne der Farbbedeutung gedacht.


Kann das weiß gewordene schwarze Schaf dann jetzt aber etwas klären in der Familie? Ja, schon. Es kann auf jeden Fall zusammenführend wirken und sich öffnen, indem es über seine Erfahrungen spricht. Aber: viele ältere Menschen halten dann leider die Wahrheiten über sich selber nicht aus. Sie können sich nicht damit auseinandersetzen, was sie falsch gemacht haben, denn das wäre zu schmerzlich. Man hat also die Verantwortung - wenn man denn schon begriffen hat - diese wirklich armen Teufel, die selten ein gesundes Leben führen dürfen, zu begleiten. Die Eltern zu pflegen sozusagen. Und dafür muß man durchaus lernen, gegenüber Vielem, was einen früher an diesen Personen innendrin aufgeregt hat, eine gewisse Gelassenheit zu entwickeln.


so. Und mit den eigenen Kindern will man ja aber anders verfahren als diese Rollen-Eltern, die ihre Kinder in vorgefräßte Bahnen hineindachten, aus denen diese dann 68 ausstiegen. Und meine Generation ist dann ebenfalls ausgestiegen - via Burnout beim unreflektierten Hereinspringen in diese Gesellschaft. Die 68er-Eltern haben uns leider nicht zeigen können, wie man in diese Gesellschaft hier gesund hereinkommt und ein gesundes Leben führen kann - ohne Drogen und Abhängigkeit vom Konsum - denn sie haben sich der Aufgabe dieser Gesellschaft vielleicht nie wirklich gestellt.
--> Teil 2
 
Wir stehen jetzt als schon etwas bewußtere Menschen vor dem Scherbenhaufen, Leute. Guckt es Euch im Fernsehen an (Super-Nanny etc.), was in Familien und mit Kindern und Eltern heute geschieht. Wie hilflos sie sind. Es ist ein Drama allererster Güte, ein Sozialdrama.

Wenn man jetzt da schon mitspielt oder mitspielen muß, dann ist das m.E. unsere Aufgabe, das bewußt zu tun. Und objektiv. Und dafür ist zunächst einmal eine begriffliche Klärung nötig. Denn: ganz entscheidende Begriffe wie Freiheit, Freude, Kraft, Arbeit, Liebe, Aufmerksamkeit, Gefühl, Emotion, Wille, Entscheidung, Durchsetzung, Autorität und viele weitere hochstehende Begriffe sind uns in ihrer Bedeutung aus einem faschistischen Gedankengut heraus in die Jetzt-Zeit transferiert worden und diese Bedeutungen finden jetzt in unseren eigenen Köpfen noch immer zum großen Teil statt!

Wir stellen uns etwas vor: "Freiheit". Wenn wir aber mal genauer hinschauen und uns austauschen, dann stellen wir fest, daß wir alle etwas Anderes darunter verstehen. Und das muß man mal bitte als völkisches Problem erkennen, daß der Eine nicht mehr weiß, was der Andere mit einem Wort eigentlich meint. Das ist nicht normal !!!

Wir nehmen das so hin, daß wir uns mit Worten nicht optimal kontakten können, aber normal ist das eben nicht. Das ist die Wurzel des Gesamtproblems und die Lösung liegt im Lesen und Schreiben. Diese Sprachlosigkeit zwischen den Generationen ist das Produkt einer vollkommen desorientierten Gesellschaft in Mitteleuropa, wie sie durch den Nationalsozialismus im letzten Jahrhundert verursacht wurde. Ganz tief in den Menschen, bis in die Wurzeln des Denkens hinein sind diese Fühl- und Denkverhaltens-Indoktrinationen unserer Vorfahren in uns drin. Kraft durch Freude ist z.B. so etwas. Durch Freude entsteht aber gar keine Kraft, wenn man mal genauer beobachtet. Durch Freude entsteht Freude. Und sonst nix. Den Zusammenhang dann im Bewußtsein eines Volkes zu verankern: "Kraft durch Freude" - das ist das Anbringen einer riesigen Oberflächlichkeit in einer gesamten Bevölkerung und es ist ganz wichtig, daß man sich von dieser Sehnsucht nach Freude auch mal frei macht. ;-)

Daher ja: Ruhe. Erst mal zur Ruhe kommen und bemerken: Mensch, ich bin ein Produkt meiner Zeit. Mit meinen Gefühlen, mit meinen Gedanken, mit meinem inneren Zusammenhängen - mit allem was ich bin außerhalb des berühmten "ich bin".

wow, und dann bemerkt man: ich darf hier teilnehmen. Weil "ich bin". Ich darf hier in dieser unglaublich schwierigen Zeit teilnehmen und darf verstehen in mir drin, was andere nicht verstehen können.

Und das ist ein Segen, ein echter Segen, jetzt müssen wir nur etwas daraus machen, gemeinsam als Gesellschaft. Wir müssen wieder lernen, zu gestalten. Mutig, aktiv zu sein. Und auch einmal alleine eine Entscheidung zu treffen, ein "Nein" in den Raum zu stellen und einfach mal zu schauen, was um dieses Nein herum geschieht, wenn ich es dort stehen lasse Kraft meines Willens.

ICH WILL NICHT MEHR UNTER MEINER HERKUNFT UND MEINEN INDOKTRINIERTEN GEDANKENGEFÜHLEN LEIDEN.

So zum Beispiel. NEIN.


Es läuft darauf hinaus, daß wir den gesamten Quatsch, den wir denken und fühlen, mal hintenan stellen und bewußt werden. Ich weiß: viele Frauen mögen das nicht: das Fühlen hintenan stellen, das Herzerl das doch so für jemanden pocht (z.b. der eigene Sohn) mal einen guten Mann sein lassen und mal objektiv auf den Teppich kommend sehen, daß man gerade mit diesem inneren Gefühlsquark, aus dem man ein Leben fühlen aber nicht führen kann, gescheiert ist.



(sorry. Wir Männer scheitern natürlich auch, aber auf andere Weise. Wir scheitern beim In-Kontakt-Kommen, während ihr Frauen scheitert am Im-Kontakt-Bleiben. Das liegt aber eben an den Rollen, die uns zugedacht sind um unser Leben zu fühlen, zu führen etc. Und nicht an uns selber.)




Wir sind Geist, von unserer Essenz her. Männer wie Frauen. Das steht überall aufgeschrieben und ich glaube das den Leuten mittlerweile. Unser Gefühl aber ist nicht Geist. Es wird aber im Geist wahrgenommen. Wenn das Gefühl jedoch den Geist "übermannt", und es daher aus dem Gefühl heraus zu Handlungen im Leben kommt oder zu Äusserungen, dann verliert man natürgemäß den Zugang zur Essenz und damit den Überblick.

Wir sind reiner freier Geist. Da ist Nichts außer dieser Tatsache, daß wir reiner freier Geist sind, der gesamte Rest ist in buddhistischer Terminologie "Illusion". Purer, reiner Geist. Wenn wir ganz alleine sind und alles was uns belastete abgelegt haben wie Kleider und Mäntel, dann erkennen wir das. Purer reiner Geist, der anwesend ist. Mit voller Präsenz in ungerichteter Aufmerksamkeit, dadurch automatisch zentriert. Und aus reinem, zentriertem, freundlichem Geist heraus kann gewählt werden: richte ich meine Aufmerksamkeit positiv auf mich und meine Umgebung aus, oder richte ich sie negativ auf meine Umgebung und mich selber aus? Wie will ich werden und sein, gut oder böse?


Wenn ich die Entscheidung treffe, daß ich ab heute positive Aufmerksamkeit mit mir selber pflegen will (immerhin nennt man sie auch die Liebe!), dann muß ich mir angewöhnen, manche Dinge zu unterlassen. Ich kann sie nicht im Keim ersticken - sie steigen ja auf als Gefühl mich zu äussern und etwas zu veranlassen um etwas kontrollieren zu können, was ich nicht will.

Aber genau da muß dann die Meta-Ebene, der freie reine Geist so präsent sein zu bemerken: ich will frei sein. Und ich will auch, daß meine Umgebung endlich frei wird. Und deshalb gehe ich mal auf die Suche nach eine Quelle in mir, die frei von Emotionen ist und von Angst, Mißgunst und Neid. Die über all dem steht, was "Problem" ist und sich der Dinge annimmt, die wie Steine im Weg liegen. Die die eigene Aufgabe sind. Das passiert irgendwann auf dem Weg automatisch, daß man da vorbeikommt, daß man sich von allem befreit. Und vom Nichts gleich mit, man wacht dann auf auf einer ganz anderen Präsenzebene des Seins: im Körper mit seinem reinen puren Geist, der in ihm wie in einem Tempel wohnt. Vorübergehend wenn man es körperlich betrachtet und doch bis in die Unendlichkeit von der geistigen Klarheit her, die man empfinden kann und die man aber auch zu verlassen jederzeit bereit sein muß, um weiterzulernen.


Es ist ganz traurig, das möchte ich auch noch sagen, wenn man das ganze Leid einer Familie durch sich durchleiten muß. Und das Leid einer ganzen Zeit gleich mit, damit man in der eigenen Familie mit den eigenen Kindern anders leben kann. Das ist ein Ziel, für das es sich lohnt zu leben! Und eben durch diese Trauer zu gehen.

Es gibt eine sehr schöne Übung im Tibetischen, mit der man das Karma, das man in sich selber findet, weil man sich mit Anderen Menschen innendrin widerständlich beschäftigt (also mit negativer Aufmerksamkeit), "löschen" kann. Sie heißt "tonglen". Diese Übung muß man immer wieder machen, über Jahre vielleicht, bis die eigene Präsenz dann wirklich so weit gewachsen ist, daß man für sich weiß: jetzt ist das Karma gereinigt. Jetzt bin ich frei. Und dann ist eine Menge an Erlösung, die man mit Worten nicht wiedergeben kann.

Da muß man ja hinkommen, gell? Daß man das für sich weiß, fühlt und empfindet: frei sein. Das geht, nur Mut.

lg,
Trixi Maus
 
Ich möchte euch aber nur darauf hinweisen:

Übermut tut selten gut!


Alte Volksweisheit und ich weiss zufälligerweise, dass sie stimmt ...


Ich bin nämlich des öfteres zu mutig gewesen im Leben und muss ich da oft eher zurücknehmen.


:)
Mandy
 
so kommen wir näher der mehrfachen, verdienten und ausgezeichneten Heldin-Mutter, die es nur in deutscher Sprache gibt. das wäre dann bedeutsam;) :)
 
Doch. Ich bin schon sehr klar. Ich hab auch kein Problem damit Härte zu zeigen. Nur sehe ich - oder meine zu sehen - dass er damit eher unselbständiger wird und das ist ja sein Problem. Ich sage oft mit einem halben Lächeln: Einatmen, ausatmen ... er weiß dann was ich meine.

Er glaubt völlig überfordert zu sein - ich hab das selbst gebaut, ich weiß das. Aber was hilft mir das jetzt - wie krieg ich die Programmierung da wieder raus.



Hab ich gemacht, mache ich so. Ich habe jetzt angefangen, mir selbst wieder Aufgaben außerhalb von zu Hause zu suchen. Das ist auch noch ein Aspekt, der sein Problem vll. vergrößert. Er wollte mich erst nicht gehen lassen - aber jetzt langsam aktzepiert er das, weil er merkt, dass bei mir damit gleichzeitig die Bereitschaft wächst mehr und intensiver für ihn auch da zu sein.

Ich hab das Problem einfach, dass ich jetzt im Grunde auch noch neue Situationen handeln muss und mich auch intensiver mit seinen Befindlichkeiten beschäftige ... ich muss aufpassen, dass ich mit meinen Kräften vernünftig umgehe - aber auch das muss ich erst mal lernen. In der Vergangenheit war ich eher sehr destruktiv unterwegs, wenn es um mich selbst ging.



Yep. Tu ich ja. Die Grenze ist da, wo ER mal rauskommen muss. Da kommt nix. Ich hab oft das Gefühl er sagt einfach, was er meint, was ich hören will. Wenn ich im das sage, sagt er "Sag mir was ich sagen soll." - Dann zerbricht bei mir irgendwas.

Jetzt bin ich dazu übergegangen ihn in ruhe zu lassen, einfach machen zu lassen und es wird besser. Er kommt langsam wieder, macht auch mal wieder was von sich aus. Aber ich hab halt nicht immer die Kraft, ihn machen zu lassen ...

Im Haushalt war es so, dass er alles hingeschmissen hat. Müll zum Beispiel, wenn er sich trinken oder Essen nahm, konnte ich danach die Küche putzen. Nach ewigen Debatten und Geredespielchen (was ist los, warum tust du das, was können wir ändern-bla) hab ich gesagt: Ok. Wenn ich hier als Dienstmagd fungiere, dann möchte ich bezahlt werden. Somit bekommt er kein Taschengeld mehr von mir und ich fühle mich jetzt gut dabei, wenn ich seinen Müll wegräume. Keine Debatten mehr, keine Wut mehr bei mir und er hat keinen Druck mehr.

Will er sein Taschengeld wieder, weiß er was er zu tun hat.






Aber was soll ich machen, wenn er nicht gleichgestellt SEIN will. Das ist es ja.
Der führt mich doch vor, wenn ich ihm auf der "komm lass uns über alles reden-Schiene" komme und lacht mich aus. Ich rede jetzt nicht mehr. Finito.

 
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Hallo TrixiMaus ...

danke für diesen Text. Du hast dich wirklich reingedacht und mich verstanden :) ... das hat mir sehr gut getan. Mir ist nach dem Lesen und dem reflektieren über diesen Text klargeworden: Mir geht es um Anerkennung ... ich suche sie stellvertretend im Außen - aber im Grunde ist mein Schmerz das Wissen, dass ICH es bin, die es nicht anerkennt.

Ich denke ich nehme mich einfach mal in den Arm für diesen Job, den ich mir da ausgesucht hab. Ich hab schon soooooo viel erlösen können und den Rest kann ich jetzt meinem Sohn überlassen. Er hat mal zu mir gesagt: Du weißt ja, dass ich ab jetzt übernehmen kann und ich hab gesagt, so lange ich atme, mache ich weiter ... vielleicht ist doch der Zeitpunkt gekommen aufzuhören und der nächsten Generation auch noch was zu tun zu lassen :)

Ich merke auch, dass ich keine Lust mehr habe, ich will einfach nicht mehr. Ich habe mein Leben lang gedient - ich hab da immo nichts mehr zu geben. Und das ist wohl okay so. Ich habe mich nur immer damit identifiziert und jetzt muss ich lernen, dass ich auch ohne dieses Dienen bin ... :) - das ist sehr schwer.

Vielen Dank dir ... du hast da ganz viel in mir hochgebracht heute morgen !!!
 
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