Doch auch dafür gesorgt das Küng und andere Exkommuniziert wurden. Er hat damit gewirkt und einiges zugelassen. Das mit dem freigeben der Archive war ja unter Druck gelaufen. Die Kirche war Gezwungen das zu tun, um nicht noch mehr Gläubige zu verlieren. Wenn dann auch das mit einbeziehen. Nicht immer alles schön reden. Das ist auch eine Art von Scheinheiligkeit. Auch geht es nicht um Klug oder Dumm zu sein. Hat nichts mit Lichtwesen gemein. Bedenke auch das Dunkele kann leuchten wie das Licht. Siehe dir die Despoten hier auf Erden an. Laufen genug Menschen hinterher, nur weil sie das sagen was eine Bestimmte Masse hören will. Und auch noch gewandte die Worte so verbal nutzen können, das diese für diese Massen wie Licht rüber kommt.
Lieber Roti,
natürlich gehört Ratzinger zum konservativen Lager des Klerus, aber man sollte dabei auch fair bleiben. Ich schätze Küng sehr und nehme seine Bücher auch immer wieder gerne zur Hand.
Man sollte zu den beiden Denkern wissen, dass es Küng war, der 1966 Ratzinger als Dozent der Dogmatik an die Uni Tübingen holte. Küng hatte aber schon Ende der 50er Jahre Probleme mit der Kongregation im Vatikan. Das setzte sich dann auch weiter fort, bis ihm dann letztlich 1979 durch Papst Paul II die Lehrerlaubnis entzogen wurde. Ratzinger wurde aber erst im Jahr 1981 auf mehrmaligen Drängen Papst Pauls zum Präfekten der Kongregation ernannt.
Es ist ja kein Geheimnis, dass Paul eine äußerst konservative Linie verfolgte und damit wird auch klar, warum er unbedingt Ratzinger dieses Amt anvertrauen wollte. Ratzinger wurde dann 2005 zum Papst gewählt und schon im folgenden Jahr hatte er Küng zu einem versöhnlichen Gespräch eingeladen.
Ich denke, dass Ratzinger sein Amt als Präfekt sehr ernst nahm und von dem Gedanken eines Bewahrers schon immer erfüllt war. Küng hingegen trat verstärkt für die Öffnung und Ökumene ein. Wie überall hatten es die Andersdenkenden immer schwer, so auch im Christentum. Das fing schon bei Jesus an und setzte sich über Franz von Assisi, Hildegard von Bingen, Giordano Bruno oder Luther bis in unsere Tage fort.
Ist es nicht so, dass viele von uns immer wieder die Authentizität und Kontinuität der Evangelien beklagen und von Fälschungen reden? Anderseits wird nun aber auch die Klage erhoben, dass es der Lehre an Veränderungen fehlt. Es ist also nicht so einfach, die rechte Balance vom Bewahren und Verändern zu finden.
Ich weiß jetzt nicht, ob man deshalb Ratzinger als Scharlatan bezeichnen sollte, nur weil auch er seinen Standpunkt vertrat?
Merlin