Ich glaube, es braucht vor allem eine wesentliche Erkenntnis. Und zwar, dass man nie etwas anderes hat als die Wahrheit der eigenen Perspektive im jeweiligen Moment und das es anderen ebenfalls so geht... Das ist keine absolute Wahrheit, aber m.A.n. geht es eben nicht um Wahrheit sondern um Effektivität... Und effektiv ist, was Leid auflöst, beendet, zumindest lindert. Und wenn man das so sieht, dann kann man erkennen dass es vor allem um "Einstellung" geht... mehr um das WIE als um das WAS. Die meisten Menschen suchen nach der perfekten Methode, dem perfekten Weg, kurz: nach dem was RICHTIG ist... Aber unter dem Strich wird "etwas" erst durch einen selbst zu richtig oder falsch gemacht. Und in den allermeisten Fällen scheitert es an einem Mangel an Konsequenz, der wiederum auf einen Mangel an Zuversicht zurückführbar ist. Und ein Mangel an Zuversicht hat sehr viel mit einem Mangel an Selbstwert zu tun. Das alles jeweils in beide Richtungen.
Und daher bin ich der Ansicht, dass der Mut zur totalen Subjektivität nicht nur etwas ist, dass die Folge eines guten Selbstwerts wäre, sondern auch dessen Ursache sein kann. Kann jeder ausprobieren... nur für Momente mal die Einstellung in der Hinsicht verändern, dass man die eigene Perspektive schon alleine deshalb voll annimmt, weil man sich nicht mehr vormacht, es gäbe eine bessere... Denn das ist der Vorgang der einen in die Unsicherheit führt. Und auch hier wieder umgekehrt: Unsicherheit schickt einen auf die Suche nach vermeintlicher Objektivität. Und genauso wie Wille zur Liebe ein Ausdruck VON Liebe und damit Liebe IST, ist es sinnvoll in jeder Hinsicht mutig zu sein und die Initiative zu ergreifen und zwar vollkommen subjektiv... aus der jeweiligen Perspektive heraus. Das kann man schon alleine daran sehen, dass es offensichtlich Unsicherheit/Angst ist, die davon abhält das als vollkommen natürlichen Zustand zu erfahren.