Das Wort "Liebe" leitet sich vom Adjektiv "lieb" (mittelhochdeutsch "liep"; althochdeutsch "liob", "liub") ab. Die Wurzeln liegen im indogermanischen "leub"; was "begehren, verlangen" bedeutet. Entsprechend könnten wir Liebe mit "Verlangen", "Begierde" übersetzen.
"Liebe" ist ein sogeanntes Abstraktum (lat. "das Fortgeschleppte"); es ist also etwas Nicht-Gegenständliches, unserer Wahrnehmung Entzogenes, Nicht-Zugängliches. "Liebe" kann als das unbeobachtbare Prinzip gedacht werden, das unserem Tun zugrundeliegt, wenn wir lieben.
Wenn wir das Tun "lieben" entsprechend als "verlangen, begehren" verstehen, dann folgt der Liebende dem ihm innewohnende Verlangen, seinen Begierden. Was wir lieben, verrät somit, wonach wir uns sehnen, verzehren.