Tatsachen als sagen wir mal "Normalverhalten" lasse ich mal gelten.
Vorsicht, Faydit! Wenn du sagst: "Normalverhalten", dann impliziert das, dass es Ausnahmen gibt. Und dann fängst du an, diese Ausnahmen zu suchen. Es gibt keine Ausnahmen! Oder machst du dir selbst vor, eine solche zu sein? Ein Mann, der keinen Sex will?
Faydit schrieb:
Aber auch die sind, wären ja nicht unveränderbar. Da spielt eine Menge an Faktoren mit.
Es gibt nur einen Faktor, der dieses "Normalverhalten" ändert: die Liebe zu sich selbst.
Die Frage ist also: wie geht das, sich selbst zu lieben? Wie kommt man in diesen Zustand der Selbstliebe? Silja hat das schön beschrieben:
Die vollkommene Liebe erkennt einen Misstand als Ergebnis einer Ursache und somit als vollkommen.
Ein Misstand ist eine relative Beurteilung.
Was für den einen ein Misstand ist, kann für den anderen Ausdruck der Perfektion sein.
Wenn ein Mensch anfängt, ein Instrument zu üben, so kann er nach zwei Wochen noch nicht gut spielen, aber das ist kein Misstand, sondern er befindet sich im Wachstum des Übens- das gilt auch für alle anderen sogenannten Misstände.
Deine Antwort darauf war:
Was wenn einer eine Vergewaltigung zum Zwecke seiner "Perfektionierung" glaubt, brauchen zu müssen? Oder dich zum Zwecke seiner "Perfektionierung" grün und blau prügelt? Ist das dann für dich auch vollkommen? Vollkommene Liebe, das zu akzeptieren?
Das ist klar sehr heikel sehr direkt tief in das Problem Vollkommenheit eingestiegen, aber Gesetze haben keine Ausnahmen.
Es ist eben definitiv so, dass wir das bekommen, was wir säen und wenn wir verprügelt werden, so haben wir die Ursache in uns.
Es geht nicht ums akzeptieren, sondern darum, heraus zu finden, wo wir so wenig lieben, Grenzen übertreten, bösartig sind, dass wir diese Resonanz haben.
Es geht um Selbsterkenntnis und die ist in sich auf vollkommener Liebe aufgebaut, das System selbst ist vollkommen, der einzelne entwickelt sich innerhalb des vollkommenen Systems zum vollkommen liebenden Menschen erst mit der Zeit- trotzdem ist das System vollkommen, denn es bildet vollkommene Wesen aus.
Das kann beim besten Willen nicht in Ordnung sein. Egal was wir verbockt haben. Wo bleibt sowas wie Gnade, Vergebung?
Ist dein Gott so erbarmungslos?
Wir haben 2009 schon mal darüber gesprochen, über die vollkommene Verantwortung für alles, was geschieht.
Wer sich selbst liebt, hat erkannt, dass alles von ihm ausgeht- jedes Ereignis, und sei es noch so schlimm und schmerzhaft. Eine Vergewaltigung, Prügel, Diebstahl, Betrug- es liegt im Willen desjenigen selbst. Er erntet, was er gesät hat.
Was die Sache etwas schwierig macht, ist die Übersetzung. Kein Mensch will vergewaltigt, geprügelt, beklaut oder betrogen werden. Keiner will das! Aber die Früchte davon, die will er sehr wohl! Wenn jemand die Wahrheit wirklich wissen will, warum ihm geschieht, was ihm geschieht, dem wird die Gnade der Offenbarung zuteil.
Hier habe ich ein Beispiel von mir erzählt:
https://www.esoterikforum.at/forum/showpost.php?p=1053459&postcount=574
Dieses Beispiel ist aus meiner Übungsphase und lange her. Sich selbst zu lieben bedeutet, sich seiner Schuldgefühle und den daraus resultierenden falschen "Nettigkeiten" bewusst zu werden. Das Beispiel bezog sich nur auf eine Freundschaft, in einer Partnerschaft sind solche "Nettigkeiten" an der Tagesordnung- sie zu erkennen und zu unterlassen ist Selbstliebe.
Was die Vergebung angeht, sie geschieht während des Erkennens von selbst, ja mehr noch: die Anklage des Täters entfällt, so dass sie überflüssig ist.
Faydit schrieb:
Was tut, täte der/die dann?
Die Frage ist zu unspezifisch, da kann ich nur ganz allgemein sagen: wer sich selbst liebt, lebt so, wie es ihm wahrhaft gemäss ist.