Leben oder warten?

...ja, und genau da hakt es bei mir, weil woher sollte man denn wissen, ob es sich lohnt, weil wenn ich mir sage, das Warten lohnt sich, gehe ich ja automatisch davon aus, dass sich mal "etwas" erfüllt und es zur Realität wird, was jetzt nur in meinen Vorstellungen, Wünschen etc. existiert. Und wenn es sich dann doch nicht erfüllt, hat sich das Warten wohl nicht gelohnt und viel Zeit ist dabei draufgegangen, die unwiederbringlich ist.
Deshalb halte ich nichts von "warten"... ich kann mir was "wünschen", ich kann auch davon träumen, dass etwas irgendwann mal sein wird, aber ich sollte nicht darauf warten...
Ja klar. Geht ja sicher (fast) allen so. Vielleicht hört es sich deshalb so komisch an, weil man "Warten" mit Stillstand und Fixierung auf das wartende Objekt verbindet.
Warten heisst ja auch, dass man darauf wartet, dass sich die Situation klärt...

Und wartet man nicht immer auf irgendwas und lebt trotzdem? Man wartet zb. auf den Richtigen, auf die Volljährigkeit, auf Perspektiven... auf einen bestimmten Tag, auf Urlaub... usw...

Wenn man wartet und nebenbei lebt, dann kann man bei Nichterfüllung halt sagen "Ok, war wohl nichts..." und während des Wartens soll man ja nicht nur auf die eine Sache fixiert sein.. dass ist der springende Punkt. Man muss es abwiegen, ob man wirklich warten will.

Nur ein Tipp, aus Erfahrungswerten: wenn eine Frau darauf wartet, dass sich der Mann endlich von seiner Frau trennt, sich scheiden lässt, dann wartet man meist vergebens...
 
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Und wartet man nicht immer auf irgendwas und lebt trotzdem? Man wartet zb. auf den Richtigen, auf die Volljährigkeit, auf Perspektiven... auf einen bestimmten Tag, auf Urlaub... usw...

Also ich nicht, ich warte weder auf den Richtigen, volljährig bin ich schon, Perspektiven muss man sich selber schaffen, ich warte auch nicht auf einen bestimmten Tag, ich kann mich höchstens auf einen bestimmten Tag freuen, weil da offenbar irgendwas los sein wird und so verhält es sich auch mit Urlaub, ich kann mich darauf freuen, aber ich warte nicht darauf.
Aber vielleicht reden wir ja auch aneinander vorbei...

Nur ein Tipp, aus Erfahrungswerten: wenn eine Frau darauf wartet, dass sich der Mann endlich von seiner Frau trennt, sich scheiden lässt, dann wartet man meist vergebens...

In so einer Situation war ich noch nie.
 
Ich weiss nicht, ich denke nicht, dass man das vergleichen kann, für mich persönlich macht es schon einen großen Unterschied, ob ich zB auf nen Zug warte, der sich mal eine Viertelstunde verspätet, oder ob ich jahrelang auf Jemanden/Etwas warte, das vielleicht nie eintrifft und dabei vergesse zu leben.

Darum geht es doch! Wieso sollte ich aufhören zu leben, nur weil ich innerlich auf ein Zeichen warte? Höre ich dann auf zu essen, zu trinken, zu schlafen und zu atmen?

Kaum ein Mensch, kann es sich leisten, 24 Stunden am Tag die Decke anzuschauen. Man lebt! Und das Leben und der Alltag reißen einen mit.

Aber! Das Herz ist offen und bereit, verschließt sich nicht. Die Tür bleibt offen. Und ich bleibe gespannt, welche Richtung mein Zug einnehmen wird. Denn wo er mit mir hinfahren möchte, dass weiß ich nicht. Nur zu wem die Reise geht, das weiß ich sehr wohl.

Ich finde den Vergleich mit dem Zug und dem sich mit anderen Dingen beschäftigen, sehr treffend.
 
Also ich nicht, ich warte weder auf den Richtigen, volljährig bin ich schon, Perspektiven muss man sich selber schaffen, ich warte auch nicht auf einen bestimmten Tag, ich kann mich höchstens auf einen bestimmten Tag freuen, weil da offenbar irgendwas los sein wird und so verhält es sich auch mit Urlaub, ich kann mich darauf freuen, aber ich warte nicht darauf.
Aber vielleicht reden wir ja auch aneinander vorbei...



In so einer Situation war ich noch nie.

waren ja nur allgemeine Beispiele.

Und ich denke, wir meinen dasselbe. Vlt. liegt es eben daran, dass Warten mit Stillstand aassoziiert wird.

Ich warte zb. auf meinen Ruhestand - muss aber trotzdem jetzt noch arbeiten :p
 
Aber! Das Herz ist offen und bereit, verschließt sich nicht. Die Tür bleibt offen. Und ich bleibe gespannt, welche Richtung mein Zug einnehmen wird. Denn wo er mit mir hinfahren möchte, dass weiß ich nicht. Nur zu wem die Reise geht, das weiß ich sehr wohl.
schön gesagt.. Wobei einen kleinen Haken hat dein Kommentar schon: Wenn man in den Zug einsteigt, weiss man die Richtung, in ddie er fährt. es sei denn, man steigt einfach irgendwo ein und schaut nicht ;)
 
...ja, und genau da hakt es bei mir, weil woher sollte man denn wissen, ob es sich lohnt, weil wenn ich mir sage, das Warten lohnt sich, gehe ich ja automatisch davon aus, dass sich mal "etwas" erfüllt und es zur Realität wird, was jetzt nur in meinen Vorstellungen, Wünschen etc. existiert. Und wenn es sich dann doch nicht erfüllt, hat sich das Warten wohl nicht gelohnt und viel Zeit ist dabei draufgegangen, die unwiederbringlich ist.
Deshalb halte ich nichts von "warten"... ich kann mir was "wünschen", ich kann auch davon träumen, dass etwas irgendwann mal sein wird, aber ich sollte nicht darauf warten...

Weißt du ob es sich lohnt, morgens das Bett zu verlassen? Weißt du ob es sich lohnt, die Augen zu öffnen? Weißt du ob es sich lohnt, dass die Sonne morgens wieder aufgeht? Weißt du, ob du morgen von einem Auto angefahren wirst?

Nein, das weißt nicht! Und trotzdem lebst du deinen Lebensrythmus. Stehst morgens auf, begrüßt die Sonne und hoffst, dass dich kein Wahnsinniger überfährt.

Genauso, weiß ich nicht, ob es sich „lohnt“ einen Menschen zu lieben und ob er gut damit umgeht. Ich tue es einfach, weil es das ist, was mein Herz sagt.
 
schön gesagt.. Wobei einen kleinen Haken hat dein Kommentar schon: Wenn man in den Zug einsteigt, weiss man die Richtung, in ddie er fährt. es sei denn, man steigt einfach irgendwo ein und schaut nicht ;)

Nee. Nee. Du weißt zu wem es geht. Aber du weißt nicht, ob du aus dem Zug rausgeschmissen wirst, ob er einen Unfall hat und auch nicht, ob er Umwege fährt.
 
Weißt du ob es sich lohnt, morgens das Bett zu verlassen? Weißt du ob es sich lohnt, die Augen zu öffnen? Weißt du ob es sich lohnt, dass die Sonne morgens wieder aufgeht? Weißt du, ob du morgen von einem Auto angefahren wirst?

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass Du nicht verstehst, was ich sagen möchte, aber egal, ich - für mich persönlich - weiss, dass es sich lohnt morgens aus dem Bett zu steigen, die Augen zu öffnen... und was die Sonne angeht, die geht nicht auf, das nehmen wir nur so wahr, die Sonne ist immer da und geht weder auf noch unter.
 
Irgendwie hab ich das Gefühl, dass Du nicht verstehst, was ich sagen möchte, aber egal, ich - für mich persönlich - weiss, dass es sich lohnt morgens aus dem Bett zu steigen, die Augen zu öffnen... und was die Sonne angeht, die geht nicht auf, das nehmen wir nur so wahr, die Sonne ist immer da und geht weder auf noch unter.

Aber du weißt nicht, ob es sich lohnt zu lieben? (Ich philosophiere nur, will nicht zanken.)
 
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Es gibt einfach Entwicklungen, die viel Zeit brauchen - wo etwas langsam heranreift. Geduld bringt oft Rosen.
Leben und Warten muss nicht konträr sein, kein Gegensatzpaar.
Eine schwangere Frau lebt ja auch, sogar besonders intensiv, doppelt sozusagen - ihr Leben besteht nicht nur aus Warten auf die Geburt.
Hat jemand einen Kuchen im Ofen und wartet, bis dieser fertig gebacken ist, bedeutet das ja auch nicht automatisch, dass er den Zeitraum nicht genießen kann und sich mit nichts anderem als Warten beschäftigt.
Sehe nicht ein, dass Leben und Warten einander ausschließen. Deshalb finde ich den Threadtitel ungeschickt formuliert. Manchmal hat Handeln keinen Sinn.
Während in einer Phase des Wartens das “Leben an einem vorbei zieht“ (scheinbar), können wichtige innere Entwicklungen angestoßen werden. Innenleben ist auch Leben, manchmal sogar intensiver als äußere Ereignisse.
Es gibt ja viele hellsichtige Menschen, die Zukünftiges voraus ahnen (oder z.B. voraus träumen) - also spüren, ob Warten Sinn hat.
 
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