Übermenschliche Existenz, Götter (deva)
Es gibt im untersten sinnlichen Daseinsbereich 6 himmlische Dimensionen, Ebenen.
Ihr Wohl wird in vielen Berichten im Kanon so gekennzeichnet: Sie kennen keine Sorge um Lebensnotdurft, kein Leiden körperlicher Geburt, keine Unschönheit, sondern ihr feinstofflicher Leib ist bis auf die letzte Zeit schön, jung, rüstig und gesund. Sie können sich mit großer Schnelle überall hinbewegen. Irdische Materie ist für ihren feinstofflichen Leib kein Hindernis, sie sehen und gehen durch diese hindurch, sowie noch einige andere gewichtige Vorteile.
Dem Menschenbereich am nächsten ist der Daseinsbereich der Götter der Vier Großen Könige. Die Götter der vier großen Könige (catu-mmaharajika-deva), sozusagen die erste Götterwelt eines veredelten Menschentums, lässt sich durch zwei Wesenszüge kennzeichnen: größere Liebe zur Tugend als bei den Menschen und größere Genussmöglichkeit als bei den Menschen, beides innerhalb einer starken Sozialbindung. Berichte in Mythen, Sagen und Legenden und mediale Berichte über himmlische Wesen und gute Geister, Feen und Engel beziehen sich meist auf diese unterste Gruppe der sinnlichen Götter. Sie leben wie Menschen in Beruf, Familie und Staat in wohlgeordneter sozialer Hierarchie und Bindung und haben alle bestimmte Funktionen zu erfüllen, vor allem als Schutzgeister für die Menschen.
Götter der Dreiunddreißig (tavatimsa). Vieles ist über die Götter dieser zweiten Klasse der sinnlichen Götter überliefert: Ihre fürstliche Pracht und Schönheit. Ihre himmlische Landschaft, die zu einer dortigen Wiedergeburt führenden Tugenden, die Rolle ihres Oberherrn Sakka und anderer namentlich genannter Götter.
Gezügelte und selige Götter (yama und tusita-deva). Im Bereich der seligen Götter (tusita-deva) wurde z.B. der große Wohltäter des Ordens, Anathapindika, wiedergeboren, ebenso die Königin Mallika. Auch Maya, die Mutter des Erwachten, wurde dort nach ihrem Tod wiedergeboren, und der Erwachte besuchte sie dort und brachte sie zum Verständnis der Lehre. Der Erwachte selbst hatte sein vorletztes Leben in jenem Himmel verbracht, bevor er als Sohn der Maya in sein letztes Dasein wiedergeboren wurde.
Schaffensfreudigen Götter (nimmanarati-deva). Im Unterschied zu den bisherigen Existenzweisen, lassen diese Wesen ihren Willen derart um Sinnendinge kreisen, dass sie diese ständig erzeugen: das sind die schaffensfreudigen Götter. Sie schaffen sich selbst das, was sie wünschen, jetzt im Augenblick, in der gegenwärtigen Existenz.
Selbstgewaltige Götter (deva-para-nimmita-vasavattina). Der Erwachte sagt von ihnen: Es gibt Wesen, die auch noch die Schöpferlust hinter sich gelassen haben. Ohne Schöpfungsbedürfnis ruhen sie still in sich, sie sehen dem Treiben der anderen mit ihren Schöpfungen nur noch zu. Sie lassen ihren Willen um die von anderen erzeugten Sinnendinge kreisen.
Es folgt der nächste große Bereich, die Formwelten (rupa-loka).
11. 14. Die Formwelten - Wohlbereich
Innerhalb des Formbereichs bilden die Brahmagötter die erste Stufe im Wohlbereich. Der Erwachte sagt von ihnen: Es gibt Wesen, die im fortwährenden Entwickeln von Wohl verweilen. Das sind die Götter brahmischer Kreise. Solange ein Brahma nicht in den Strahlungen (brahmavihara) oder in den weltlosen Entrückungen (jhana) verweilt, in denen er auch Wesen seiner Sphäre nicht zugänglich ist, überschaut er die unaufhörlichen Wandlungen eines Weltsystems und erlebt dadurch unmittelbar jeden Augenblick in höchster Anschaulichkeit die Unermesslichkeit seines eigenen Wesens, das von diesen Wandlungen nicht berührt wird.
Zweitens gibt es die Leuchtenden (Abhassara). Diese Götter kennen nur zwei Lebensweisen: sprachloses schweigendes Wohl und manchmal des Ausdruck des Entzückens über die erfahrene Seligkeit. Von diesen Göttern wird gesagt, dass sie selbstleuchtend seien. Sie erfahren weder Sonne noch Mond wie noch in der Brahmawelt. Sie kennen nur zwei Lebensweisen: sprachloses schweigendes Wohl und manchmal den Ausdruck des Entzückens über die erfahrene Seligkeit.
Drittens gibt es die Strahlenden Götter (Subhakinna). Diese sind ganz von Wohl (sukha) durchtränkt. Sie leben beseligt ein gar stilles Wohl. Die Strahlenden sind gebadet und gesättigt in Schönheit. Der Glanz ihrer Strahlen ist das innere Licht, das aus der Helligkeit des eigenen Gemüts ausstrahlt. Ihre Lebensdauer währt drei Weltzeitalter.
Viertens gibt es die reich gesegneten Götter (Vehapphala), die man kaum noch beschreiben kann. Diese Erfahrung setzt die Reife der vierten weltlosen Entrückung, Schauung voraus. So leben die reich gesegneten Götter 500 Weltzeitalter lang.
In allen diese vier Bereichen der formhaften Selbsterfahrnis finden wir eine Götterart, die sich von den Geistwesen dieser Bereiche unterscheidet, obwohl sie dort erscheinen. Es sind die Reinhausigen Götter (Suddhavasa). Diese Reinhausigen sind all Nichtwiederkehrer und daher den anderen Göttern ihres Bereiches unendlich überlegen, weil sie auf Grund ihrer Anschauung und der entsprechenden Entwicklung ihres Herzens sich zwangsläufig immer weiter aufwärts entwickeln, bis sie das Nibbana erlangen.
Der dritte große Daseinsbereich sind die formlosen Existenzen (arupa-loka).
15.18. Formlose Welten
Die dritte und letzte der drei Welten oder Daseinsbereiche, die formfreie Selbsterfahrnis erreichen Wesen, die dem Herzensfrieden so nahe sind, ihn so oft erfahren haben, dass ihnen jegliche Form zuwider ist.
Dieser Daseinsbereich beginnt mit den Raumunendlichen Göttern. Wörtlich: Die im Gebiet des unendlichen Raumes erscheinenden Götter (bzw. Wesen).
Danach folgen die Bewusstseinsunendlichen Götter,
die Götter der Nichtdaseinssphäre sowie
die Götter der Grenzscheide möglicher Wahrnehmung.