König Drosselbart

  • Ersteller Ersteller User12
  • Erstellt am Erstellt am
Die Prinzessin tat mir erst leid, als die Tontöpfe kaputt gingen. Allerdings war sie auch da hochnäsig und unbelehrbar, denn die erfahrenen Marktfrauen hatten sie gewarnt. Sie musste ihren Stolz und den Spott ablegen.
Cool fand ich immer die Konsequenz des Königs, indem er sie mit dem Bettler wegschickte.
Es ist halt alles allzu schnell gegangen - ein junges Mädchen - unerfahren und unreif - wird brutal in das Leben gestoßen.
Den König fand ich nur als Kind so cool,
wenn er mein Vater gewesen wäre, hätte ich wohl einen Hass auf ihn gehabt -
da ihn es wohl an Geduld und Elternliebe gefehlt hat!
 
Werbung:
Noch ein Aspekt, denn ich nicht beachtet habe: Tierquälerei -
kein tierliebender Reiter würde sein Pferd ein einen Haufen Tontöpfe reiten!

Dazu kommt noch der Aspekt der Vernichtung von Ressourcen,
Tontöpfe - mühsam hergestellt - werden sinnlos zerstört.

Irgendwie kann ich an diesem Märchen kein gutes Haar lassen,
wenn ich auch mühsam versuche da einen spirituellen Sinn zu erkennen:
Ein junges Mädchen - unreif, für die Liebe noch nicht bereit -
wird in eine Ehe gezwungen.

Seltsamerweise wird in diesem Märchen nichts davon erwähnt,
dass sie zum Beispiel die Dienerschaft drangsaliert hat.
Sie wollte nur nicht verheiratet werden - hat trotzig darauf reagiert, wie eine Pubertierende halt.
Sie hat auch auf den Markt die Herzen der Menschen gewonnen,
nur Schönheit allein schafft das nicht, es muss also ein gewinnendes Wesen vorhanden sein.

Ich sehe auch Parallelen zu Shakespeare`s "der widerspenstigen Zähmung",
Auch Parallelen zu der Isebel der Bibel - die selbst bestimmende Frau - die verteufelt wird.
König Salamon hat wahre Gräueltaten begangen - und ging als großartiger Mensch in die Geschichte ein.
Für was für eine "Liebe" denn?
Heiraten und Kinder am Fließband kriegen, das war damals das Schicksal der meisten Frauen, egal ob arm oder reich.
Die armen Mädels mussten allerdings dann auch noch sehr fleißig sein, siehe z.B. Frau Holle, um dann mit der Ehehölle "belohnt" zu werden.

Gruß

Luca
 
Für was für eine "Liebe" denn?
Heiraten und Kinder am Fließband kriegen, das war damals das Schicksal der meisten Frauen, egal ob arm oder reich.
Die armen Mädels mussten allerdings dann auch noch sehr fleißig sein, siehe z.B. Frau Holle, um dann mit der Ehehölle "belohnt" zu werden.
Genau!
Schreckliche Zeit!
Für die adeligen Frauen gab es damals nur 2 Möglichkeiten: Heiraten oder Kloster.
 
Der Drosselbart hat da ein reales Vorbild, zumindest was die Tierquälerei und Tontöpfe zerstören angeht.

Es gab durchaus auch früher Möglichkeiten für Frauen, ihr Geld zu verdienen.
Allerdings wurden wohl die wenigsten adeligen Mädchen auf ein Berufsleben hin erzogen und wurden eher darauf gedrillt, möglichst lieb und nichtssagend zu sein, um den künftigen Gatten nicht mit zu viel Verstand zu vergraulen.

Gruß

Luca
 
Also gab es diesen A* wirklich! :eek:

Husaren-Anekdote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]​

Zur Husarenszene gibt es folgende bekannte Erzählung: Eines Abends ritt Fürst Leopold von Anhalt-Dessau die Dessauer Spittelstraße entlang. Als er an den Topfwarenhändlerinnen vorbeikam, fragte er diese, wie denn das Geschäft bisher gewesen sei. Die Händlerinnen beklagten sich, dass das Geschäft schlecht liefe. Daraufhin ritt der Fürst mitten in die Waren hinein, so dass bald nur noch Scherben zu sehen waren. Je stärker die Frauen nun protestierten, desto ungestümer verhielt sich ihr Landesherr, so dass am Ende kein einziges Stück mehr intakt gewesen sein soll. Daraufhin forderte der Fürsten die Händlerinnen auf, gleich mit auf das Schloss zu kommen, wo er den angerichteten Schaden beglich, so dass sie letztendlich doch noch ein gutes Geschäft gemacht hatten. Es ist überliefert, dass die Brüder Grimm von dieser Begebenheit gehört haben.[8]

Das arme Pferd......:(, wenigstens hat er den Schaden ersetzt......
aber andererseits - den Frauen wurde die Möglichkeit genommen, ihr Geld selbstständig zu verdienen -
sie waren auf die "Gnade" und Willkür des Fürst Leopold angewiesen......
 
Mit " früher" meinte ich das Mittelalter, also keineswegs die Antike oder die Neuzeit -
so bin ich natürlich neugierig auf deiner Aufklärung! 🙏
Ich glaube Frauen wurde es zu keiner Zeit leicht gemacht ( auch nicht in den sogenannten heidnischen Völkern), bis heute.

Aber es gab Frauen, die sich durchaus durchsetzen konnten, mit allen Konsequenzen. Das es nicht die Regel war und sehr selten vorkam, weiß ich allerdings auch.
 
Ich glaube Frauen wurde es zu keiner Zeit leicht gemacht ( auch nicht in den sogenannten heidnischen Völkern), bis heute.
Das sicher - das Mittelalter bis zur frühen Neuzeit erscheint mir aber als besonders schwierig.
In der Antike - meines Wissen nach - gab es vereinzelt doch noch selbstständige Frauen ( Tuchhändlerinnen und so)
siehe z. B. Maria Magdalena oder die Hl. Lydia - aber du hast recht - leicht hatten sie es nicht...
 
Werbung:
Das sicher - das Mittelalter bis zur frühen Neuzeit erscheint mir aber als besonders schwierig.
In der Antike - meines Wissen nach - gab es vereinzelt doch noch selbstständige Frauen ( Tuchhändlerinnen und so)
siehe z. B. Maria Magdalena oder die Hl. Lydia - aber du hast recht - leicht hatten sie es nicht...
Das sind Gestalten aus der Bibel, deren Existenz bis heute nicht belegt ist.
 
Zurück
Oben