"Kein Mann würde das ertragen!“

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Oh, mein Fehler, ich bin von einer Hysterektomie ausgegangen.

Die Sterilisation ist aber bei Frau UND Mann an ein Alter und den Abschluss der Familienplanung gekoppelt. Und das nicht gesetzlich, sondern als Empfehlung. Immerhin hat der Arzt die Verantwortung für den Eingriff, den er durchführt. Und auch Arzt muss mit seiner Entscheidung leben können. Würde er/ sie einfach alles machen, ohne über die Konsequenzen nachzudenken, wäre das Geschrei wohl auch groß.

"Die Sterilisation ist eine operative Methode mit dem Ziel einer dauerhaften Unfruchtbarkeit. Weltweit ist die Sterilisation der Frau die am häufigsten verwendete Methode der Verhütung. Die Sterilisation des Mannes, Vasektomie genannt, wird erheblich seltener durchgeführt, obwohl sie vom Eingriff her wesentlich unkomplizierter und einfacher ist."

"Etwa zwei Millionen Menschen in Deutschland sind sterilisiert, etwa drei Viertel davon sind Frauen."
.(ProFamilia, PDF Sterilisation)

Das mit dem Sexismusvorwurf bei Sterilisation sollte man sich also noch mal überlegen. Vielleicht ist hier andersrum der Vorwurf angebracht, da ja fälschlicherweise von einer Benachteiligung/Diskriminierung der Frau ausgegangen wird, obwohl sie die selben Voraussetzungen benötigt, wie der Mann.

"Sexismus ist ein Oberbegriff für eine breite Palette von Einzelphänomenen unbewusster oder bewusster Diskriminierung auf der Basis des Geschlechts. [...] Grundlage von Sexismus sind sozial geteilte, implizite Geschlechtertheorien bzw. Geschlechtsvorurteile, die von einem ungleichen sozialen Status von Frauen und Männern ausgehen und sich in Geschlechterstereotypen, Affekten und Verhaltensweisen zeigen."
Ja, man kann es benennen wie man möchte, es macht es nicht besser. Es geht auch überhaupt nicht darum ob eine Ärztin oder ein Arzt das jetzt macht oder nicht, sondern um die moralische bzw ethische Predigt, die darauf folgt. Kann man sich sparen.

Wenn ein*e Ärztin/Arzt das halt nicht anbieten, dann will ich persönlich bei einem Gespräch nicht seine/ihre Einstellungen dazu anhören müssen, und andersherum genauso. Es würde ein ja oder nee reichen und dann geht man halt woanders hin. Ärzte/innen müssen in erster Linie die Verantwortung für den Eingriff + Aufklärung, übernehmen, und nicht über die persönliche Familienplanung.🤷

Es gibt Ärzte und Ärztinnen, die das machen, so ist es halt auch nicht. Die muss man aber auch erstmal finden.


Und in der Regel werden die Kosten auch nicht übernommen. Es werden aber manchmal Gutachten gefordert, die dir eine geistige Reife und Gesundheit attestieren, damit auch das geklärt wäre.

Uns das (fehlende Selbstbestimmung) zieht sich für mein Empfinden, einfach oft genug durch die ganze Gynäkologie. Ohne jetzt einen ganzen Berufstand schlecht zu machen.
 
Ich muß sagen, ich sitz wie der "Ochs vorm Berg".^^

Mir ist nicht klar, was "kein Mann ertragen" würde, was überhaupt genau das Problem ist.
Es gibt so viele Studien über die Wechseljahre, Mythen, kulturelle und historische Korrelationen - alles ganz spannend, wenn man sich damit beschäftigen will.

Ich bin in den Wechseljahren und habe mich in meinem ganzen Leben noch nie so ausgeglichen gefühlt - überhaupt nicht gereizt - das kenne ich aus der Zeit davor.
Es wurde bei mir und meinen Freundinnen auch nie Thema, weil es da einfach wenig zu beprechen gibt - Leidensdruck hat nur eine mit Hitzewallungen, ich wiederum habe diese Hitzewallungen sehr genossen, weil mir sonst immer kalt ist (niedriger Blutdruck).

Wenn man sich allerdings durchliest, was alles an Alterungsprozessen während der Wechseljahre einsetzt - ach neee, das kann sich antun, wer mag.^^
 
Meinem Empfinden nach war/ist die Fähigkeit zu gebären, immer mit Weiblichkeit bzw Frau sein, verknüpft. Ob man das jetzt wollte oder eben nicht. Auch die Tatsache, dass es "nunmal so ist", und man hatte sich damit abzufinden, man solle sich gefälligst nicht so anstellen. Das ist alles ja keine Krankheit.🙄 Vorzugsweise kam das aber von Männern, die sich dann auch darüber belustigten, "die hat bestimmt ihre Tage". Und im Wechsel wird das wohl auch eher belächelt und nicht anders sein


Hatte man irgendwelche gesundheitlichen Probleme, wie Zyklus/Hormone etc, gab's halt die Pille.

Davon mal ab, dass man so oder so nicht selbstbestimmt darüber entscheiden darf, ob man überhaupt Kinder will oder nicht ( kein Arzt sterilisiert dich mit Anfang 20), kann ich mir sehr gut vorstellen, dass das Thema Wechseljahre wohl eher keine große Rolle spielt. Zumindest noch nicht...🤷

Meine Tochter hat sich mit 33 sterilisieren lassen - war Null Problem, keine lange Diskussion. Ich denke, ihre Ärztin hätte das auch akzeptiert, wenn sie es schon wesentlich früher hätte machen wollen.
 
Vielleicht kann ich da nicht mitreden. Als Mittedreißigerin ohne Kinder, die wohl auch keine bekommen wird, fühle ich mich als Frau dennoch nicht wertlos. Ich definiere meinen Wert als Mensch nicht über mein Geschlecht.
Vielleicht kannst du ja mitreden, wenn du das Interview gelesen hast.
Ich bin ja für Menschen mit Uterushintergrund und Menschen mit Phallushintergrund
Deplazierte Phrase.
 
Kurz: ich habe kein Problem mit meiner Weiblichkeit und finde so manches Problem künstlich aufgebauscht.
Aber natürlich spreche ich anderen Frauen ihre Probleme nicht ab. Ist nur meine Sicht und Erfahrung.
Frau Stein berichtet lediglich über das Älterwerden speziell als Frau und holt das Thema Wechseljahre aus dem gesellschaftlichen Abseits.
 
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Ich denke, dass es vor allem daraufhinweisen soll, dass viel mehr geforscht würde, wenn Männer unter den möglichen Beschwerden leiden würden.
Es gab 2015 eine sehr große Studie, die gezeigt hat, dass es wenig "wirklich wahre" Wechseljahrsbeschwerden gibt - Hitzewallungen und noch ein Punkt (habe ich gar vergessen).

Das, was frühere Generationen mitunter vermittelt haben und was teilweise durch die Presse geht läßt sich mit Fakten nicht stützen.

Hier ein kurzer Überblick über die Mythen und besagte Studie wird ebenfalls angerissen:
 
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