ist der kranke schuld an seiner krankheit?

So lange du der Meinung bist, alles bewerten, beurteilen, verurteilen; einteilen in gut und böse usw. zu müssen, so lange wirst du in der "Unglücks-, Ungerechtigkeits-, Schuld-, Strafe-, Sühne-Schleife hängen. ;) Unglück und Ungerechtigkeit sind auch nichts anderes als Wertungen. Weil der Schritt zu der Frage "warum muss ausgerechnet mir das passieren?" winzig ist. Und damit ist die Verantwortung schon wieder wo anders, nur nicht bei mir. Bei Krankheit (ausser selbst leichtfertig verursacht) würde ich mit derartigen Bewertungen sehr vorsichtig sein.

Solange es diese Gegenbewegung der Katholischen Kirche gibt, jedes Bewerten zu unterlassen, so lange wird man auch eine gewisse Frage nicht beantworten können.

Klar, die Kirche hat das Bewerten übertrieben, es dann aber als schlecht zu bezeichnen, ist heute Mode und in Wirklichkeit eine Dummheit (meine nicht Dich damit). Man schaue sich das Leben an. Ohne Bewertung kommen wir nicht weit. Jeden Tag bewerten wir, jeder gesunde Verstand macht das.

Warum kaufe ich beispielsweise ein Bio-Ei? Weil ich werte. Warum kaufe ich einen Audi und keinen Trabi? Weil ich werte.

Ich hatte schon Freudninnen die meinten, man dürfe nicht bewerten und ich war erstaunt, wie sie sich im Alltag da mit anderen Begriffen durchschlugen. Aber ehrlich war das nicht.

Jedenfalls steht bei mir wieder ein Autokauf an und das Finden eines geeigneten Dachdeckers und da bleibt meine Bewertung nicht aus, damit ich nicht einen Griff ins clo mache.

Und wenn ich mein Leben sehe, klar, auch in der Vergangenheit habe ich immer wieder Fehler gemacht. Die bewerte ich, damit ich etwas in Zukunft besser machen kann. Aber ich verurteile mich nicht, denn ich kann die Vergangenheit nicht zurück drehen, da bin ich machtlos. Also lasse ich die Verurteilung raus, allerdings mit der Absicht es in Zukunft besser zu machen.

Und der Begriff Schuld ist auch sehr missbraucht worden, deshalb will man ihn nicht gerne sehen. Ich sagte ja schon, man könne das Wort "Verantwortung" dafür einsetzen.

Nur, wenn ich ein neues Auto kaufe und es fällt mir am ersten Tag auseinander, dann frage ich auch nach der Verantwortung, ansonsten könnte ich keine Garantie in Anspruch nehmen.

Und wenn eine Familie ein Schicksalsschlag erleidet, dann geht man nicht so ätepetete mit den Worten um, dann fragt man sich schon, warum uns das, warum dem Kind, hat es denn nicht schon genug Leid erfahren etc..
Habe ich oft beobachtet. Selbst nach einem Hagelschaden, als alle Dächer und Bäume zerborsten waren, fragten sich die Menschen plötzlich auf der Strasse nach einem kausalen geistigen Zusammenhang.

Diese Theoirie des Gutmenschen versagt in der Praxis völlig.

Man kann das verintellektualisieren, Tabus auferlegen und sagen, es gibt keine Gerechtigkeit, es gibt keine Verantwortung, es gibt kein Werten, aber an der Realität geht das komplett vorbei!



Weil Chancen oft nicht erkannt werden? Weil dann Gott, das Schicksal, was weiss ich wer noch *schuld* an der Misere ist (auch wenn sie selbst verursacht wurde)? Weil viele Menschen einfach in der Opferrolle hängen, unter dem Motto "ich kann ja nix dafür?

In der Opferrolle hängen bleiben bringt natürlich nichts. Ich kann doch sagen, ok, ich habe das selbst verursacht und mache es in Zukunft besser, ohne mich zu verurteilen oder nicht?

Das Verurteilen ist doch das Problem, nicht die Frage nach der Ursache.


Sobald ich in einer misslichen Lage die Chance erkenne, etwas zu verändern/verbessern, und diese Chance ergreife, bin ich in meiner Eigenverantwortung. Und dazu braucht es kein Schulddenken.

Das ist eine theorethische Unlogik. "Verantwortung", was ist dann das?
Gnade? Wird uns ununterbrochen und jede Menge zuteil. Um die Gnade der Korrekturmöglichkeit zu nutzen, braucht es kein Schuldprinzip.

Du verwechselst hier denke ich wieder Schuld mit Verurteilen.


Ich nehme mich da gar nicht aus, es war ein langer Weg, zu erkennen, dass Schuld-Strafe-Sühne-Prinzip nicht nötig ist.

So formuliert ist es auch falsch. Ich würde eher Korrekturmöglichkeit einsetzen, wie man vieles im Leben korregieren kann.
Aber auch, Verantwortung.

Das Problem ist doch, wenn Menschen die Verantwortung nicht auf sich nehmen, sondern immer mit dem Finger auf andere zeigen. Wenn sie sich der Verantwortung entziehen.

Und der Theoretiker, der sich vom Leben abkoppelt, der lügt sich ständig selbst in die Tasche und macht das Leben nur kurzfristig "scheinbar" schöner.


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Du kannst es einem auch lassen ohne zu leiden, im Mit-Gefühl. Was er damit macht, ist eh seins, genau. Du brauchst dich ihm gegenüber aber auch nicht mehr im Zugzwang fühlen (von wegen "seine Verantwortung" und so), verstehst wie das gemeint ist, sondern lässt es GANZ los.

Das tue ich mehr wie du es vll.dir Vorstellst. Lese doch was ich schreibe! Und aus dieser Emphatischen Sicht schreibe ich. Und da kommt die noch mehr was ich sehe. Doch das gehört nicht hier hin. Du hast deine Einstellung und ich meine und lasse hiermit so stehen. Nur weiß das die Wahrheit weh tut. Und alles ander ist jeder für sich Verantwortlich ob oder nicht.
 
Jedenfalls kann ich sehr viel besser mit dem Gedanken umgehen, wenn ich sage, alle Krankheiten haben einen Sinn und einen kausalen Zusammenhang und kann daraus lernen, als wenn ich sage, welche Ungerechtigkeit oder welches Pech.

Ich habe beobachtet, so manche Menschen werden durch gewisse Leiden sehr verbittert, weil sie darin keinen Sinn sehen und es als ungerecht empfinden. So gesehen kann ich es auch nachempfinden.

Und in der Praxis möchte ich mal sehen, was so Theoretiker jenen Menschen sagen, die da leiden?


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Roti schrieb:
Darum wurde wohle diese Thema eröffnet. Und sich viele daran Anstoßen, wegen des fehlenden Bewußten und sich im getrennten zu fühlen.

Jep, ist mir klar. Ich denke nur, dass da jeder sein eigenes Aha-Erlebnis braucht, um erkennen zu können.

LP
 
Dann frage ich dich was man mit deiner Info, dass die Eltern schuld sein können, wenn das Kind Krebs hat, nun bitte anfangen soll? Ich bin ganz Ohr. Wie arbeitest du nun spirituell oder wie auch immer mit dieser Erkenntnis? Hast du leicht ein Kind von Krebs geheilt? Na dann, erzähl doch mal...

Mit den Eltern reden, die Zusammenhänge erklären und dem Kind Bewußt machen das es nicht Verantwortlich ist für sein Eltern. Ich habe schon ein Kind helfen können und ist seit zehn Jahren frei von Krebs. Es ist das Bewußte und wie wir damit Umgehen, was uns Formt. Und wie ich schon woanders schrieb, sind es oft unbedachte Kleinigkeiten die Disharmonien auslösen. Doch jetzt habe ich keine Zeitmehr muß los zur Arbeit.
 
Die Frage ist: muss Krankheit überhaupt einen kausalen Grund haben?

Muss nicht, kann aber und hat oft... ich denke, es ist durchaus sinnvoll sich Ursachen anzuschauen, denn ohne dies zu tun könntest Du nichts verändern, damit es dir besser geht.

Dass mögliche Ursachen auch dazu führen können, sich nicht zu ändern, manchmal sogar um sich selbst weiterhin zu schädigen, ist eine andere Sache.

Und wo es einem Menschen einfach so zufällt: Shit happens. Das gibt es darüber hinaus auch.

LG
Any
 
Muss nicht, kann aber und hat oft... ich denke, es ist durchaus sinnvoll sich Ursachen anzuschauen, denn ohne dies zu tun könntest Du nichts verändern, damit es dir besser geht.

Dass mögliche Ursachen auch dazu führen können, sich nicht zu ändern, manchmal sogar um sich selbst weiterhin zu schädigen, ist eine andere Sache.

Und wo es einem Menschen einfach so zufällt: Shit happens. Das gibt es darüber hinaus auch.

LG
Any

Ja, das stimmt. Burnout fällt mir zu deinem ersten Satz, als Beispiel. Da gibt es einige Beispiele.
Bei autoimmunen Erkrankungen heisst es auch manchmal, dass dort Aggressionen gegen sich selbst gerichtet werden - kommt vllt. auch manchmal hin.

So richtig weiß ich im Moment auch nicht, was ich denken soll. Einerseits so, andererseits so.
 
es gibt gesetze ...egal ob du sie kennst oder nicht...sie wirken

ja kosmische Gesetze erfinden, die angeblich wirken, ist ein ganz besonders beliebtes Esodäriker-Hobby.

Unter dem Deckmäntelchen, Selbstvertrauen stärken zu wollen, machst du hier seit Jahren was ganz anderes: nämlich ganz gezielt Ängste schüren.

Du läßt keine Gelegenheit aus, Ärzte und Medizin zu diffamieren, Vorurteile wo es nur geht zu füttern....im Krankenhaus wirst du krank, du bekommst *Drogen*, Ärzte behandeln nur den Körper, du bist ausgeliefert, geh besser gar nicht erst hin, laß dich nicht von denen behandeln, vertrau deiner Selbstheilung......eine endlose Litanei.

Erst wenn Kritik kommt, machst du kleine Rückzieher und räumst gnädig ein, daß bei *akuten* Dingen auch schon mal ein Doc randarf.

Und daß du Hamer magst, liegt ganz einfach daran, daß du dasselbe propagierst wie er, nur nicht ganz so aggressiv.

Deshalb ist er dein mutiger Held, der für seine Überzeugungen in den Knast ging und nicht etwa für seine Verbrechen, die Menschen das Leben gekostet haben.

Du kannst es dir nicht erlauben, im Forum so deutlich zu agieren, es hätte auf Dauer deinen Rauswurf zur Folge und du willst ja deine geliebte Kanzel nicht verlieren.

Daß du angeblich nicht so genau über Hamer Bescheid weißt, ist eine glatte Lüge. Du weißt sogar sehr gut Bescheid, und zwar seit Jahren.

Es ist deine Standard-Ausrede, wenn zuviele Fakten kommen und es brenzlig wird.

Hamer - der Arzt - konnte seinen Sohn nicht retten, der einen langsamen Tod starb.
Er konnte danach auch seine Frau nicht retten, die an Krebs starb, den er doch angeblich heilen kann.

Er konnte NICHTS TUN !

Und das hat er anschließend in seinem Wahn zur absoluten Heilmethode erklärt: NICHTS TUN !

Und seine Opfer, für die du noch nie auch nur ein Wort des Mitgefühls übrig hattest, sind den langsamen, brutalen Tod seines Sohnes und seiner Frau gestorben.

Die Frage, was dich zu deiner jahrelangen Mission in diesem Forum treibt, kannst nur du dir beantworten.
 
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Musikuss schrieb:
Solange es diese Gegenbewegung der Katholischen Kirche gibt, jedes Bewerten zu unterlassen, so lange wird man auch eine gewisse Frage nicht beantworten können.

Ich meine nicht explizit die katholische Kirche, die anderen Kirchenorganisationen machen es in etwa ähnlich. Ich bin auch so frei, mich nicht zu irgendeiner Kirche zugehörig zu fühlen in dem Sinn, dass ich sämtliche vorgeschriebenen Überzeugungen unreflektiert übernehmen muss, sondern meine eigene Überzeugung bilden und leben kann.

Was du schreibst von Bio-Ei und Freundin usw. (hab's nicht wirklich gelesen, sorry), trifft nicht mein Anliegen. Natürlich gibt es Bewertung, Beurteilung im täglichen Leben. Beim Thema KRANKHEIT - und darum geht es hier schliesslich - finde ich dieses Schuldprinzip extrem schwierig, und daher bin ich der Auffassung, man sollte es unterlassen.

Musikuss schrieb:
Und der Begriff Schuld ist auch sehr missbraucht worden, deshalb will man ihn nicht gerne sehen. Ich sagte ja schon, man könne das Wort "Verantwortung" dafür einsetzen.

Könnte man natürlich, ja. Die Energie, welche die beiden Begriffe begleiten, ist jedoch völlig unterschiedlich. Und letztendlich geht es darum. Übernehme ich für etwas Verantwortung, ist ein ganz anderes Gefühl im Inneren, als wenn ich mich für etwas schuldig fühle; noch dazu, wenn das, wofür ich mich schuldig fühle, gar nicht in meiner Verantwortung liegt. Und derartige Situationen gibts zuhauf.

Musikuss schrieb:
Diese Theoirie des Gutmenschen versagt in der Praxis völlig.
Man kann das verintellektualisieren, Tabus auferlegen und sagen, es gibt keine Gerechtigkeit, es gibt keine Verantwortung, es gibt kein Werten, aber an der Realität geht das komplett vorbei!

Also mit deiner Gutmenschen-Theorie hat das Thema "Schuldprinzip für sich prüfen und minimieren" absolut nichts zu tun. Das ist spituelle Entwicklung, sonst nix.

Musikuss schrieb:
In der Opferrolle hängen bleiben bringt natürlich nichts. Ich kann doch sagen, ok, ich habe das selbst verursacht und mache es in Zukunft besser, ohne mich zu verurteilen oder nicht?

Das Verurteilen ist doch das Problem, nicht die Frage nach der Ursache.

Warum muss man verurteilen, wenn man nach der Ursache sucht? Mit der Ursachenforschung und Korrektur bin ich absolut bei dir. Mir geht es schlicht und einfach um den Umstand, dass dieses Schuldprinzip Schuldgefühle verursachen kann, und das ist ausgesprochen destruktiv.

Was würdest denn du sagen, wie würde es dir gehen, wenn dir jemand "du bist schuld, dass dein Kind diese oder jene Krankheit hat" mal ganz salopp gesagt ins Gesicht knallt?

terramater schrieb:
ich glaube da braucht's schon ein bisschen mehr

Absolut. Habs absichtlich so "klein" forumuliert. :)

LP
 
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