Israel und die Palästinenser

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Ich habe es satt, hier immer implizit als Anti-Semit beschimpft zu werden, der angeblich von den "bösen Israeli" spricht. Das ist nicht meine Weltsicht, für mich sind Menschen Menschen, okay? Es ist sehr beleidigend, solche Vorwürfe zu erhalten!

Und falls so ein impliziter Anti-Semitismus-Vorwurf noch einmal grundlos kommt, habe ich es hier echt gehabt. Das ist abartig, und zwar wirklich abartig beleidigend.
 
Die christliche Religion basiert auf dem Neuen Testament.

Man darf mir eine Stelle nennen, wo die Gewalt verherrlicht wird.

Ich habe gesucht, doch Gott sei Dank keine gefunden.


Wer im Namen Christi getötet hat oder tötet, ist eben kein Christ.


Selbst wenn im Alten Testament und im Koran gewalttätige Stellen gibt, gilt auch für sie das Gebot

DU SOLLST NICHT TÖTEN!​

Dieses Gebot zu übertreten ist eine schwere Sünde und jeder, der dem Monotheismus angehört - wahrscheinlich auch in anderen Religionen - hat bei Übertretung den Bruch mit Gott herbeigeführt.

Das nur allgemein angemerkt.

eva07



Und?
Wieviele Kriege sind Im Namen Gottes seit der neuen Zeitrechnung geführt worden?
"Mit Gott für König und Vaterland" Und die Toten sind sicher beruhigt, zu erfahren, daß die die sie töteten keine "wahren" Christen sind /waren...
Es waren auch nicht nur die Katholiken, die im namen des herrn, des Sohnes und des heilihen Geistess töteten, sprach nicht gerade Luther schon von der "Endlösung des Judenproblems" als er empfahl sie mit einem Mühlstein um den hals zu ertränken?
Bücher sind aus Papier und selbiges ist geduldig.
Jedes Lebewesen hat einen Überlebensinstinkt und wenn nötig, wird die Maus auf den Tiger losgehn und ihn vertreiben.
Und nicht mehr und nicht weniger hat Israel gemacht und muß es leider weiterhin tun.
In der Region herrscht seit 1948 permernenter Ausnahmezustand, man kann das nicht mit einem Land wie Deutschland oder Österreich vergleichen, wo es seit 1945 friedlich ist.


Sage
 
Hallo zusammen!



Ich habe mich schon oft gefragt, warum Juden über so lange Zeiten immer wieder gehasst und verfolgt wurden und werden... Weiß da jemand mehr?
Und gibt es Bereiche wo es immer schon schlimmer war als woanders?

VG,
C.

Ich könnte mir vorstellen, dass es daran liegt, dass sie sich der herrschenden Religion nicht untergeordnet haben, sondern ihren eigenen Glauben lebten - kein christlicher Klerikaler konnte ihnen ein schlechtes Gewissen einreden, Bussgelder eintreiben etc...
 
Die christliche Religion basiert auf dem Neuen Testament.
Die Bibel der Christen besteht aus altem + neuem Testament! Das alte Testament ist die Basis für das neue Testament, denn ohne das alte Testament lässt sich das neue Testament nicht verstehen. Die 10 Gebote stehen zB. im alten Testament.

Man darf mir eine Stelle nennen, wo die Gewalt verherrlicht wird.
Zitat von Jesus im neuen Testament (Lukas 19;14,27)
„Doch meine Feinde, die nicht wollten, daß ich ihr König werde - bringt sie her, und macht sie vor meinen Augen nieder!“.
Das hat wohl nicht viel mit Nächstenliebe zu tun. Dass solche Aussprüche der damalige König von Palästine, nämlich Pontius Pilatus, als Staatsverrat deutete, ist ihm nicht vorzuwerfen. Er gab den Befehl zur Kreuzigung. Er war allerdings Römer. Die christliche Kirche versucht aber gerne, diese Tat den Juden in die Schuhe zu schieben.

Wer im Namen Christi getötet hat oder tötet, ist eben kein Christ.
Das mag schon sein. Dann waren aber seit Kaiser Constantin fast alle hohen Vertreter (Päpste, Kardinäle, Patriarchen usw) keine Christen. Der Meinung bin ich auch! Oder kurz gesagt: Die Idee des Christentum ist bis heute noch niemals verwirklicht worden.
 
Stimmt, das wollen aber die Araber nicht! Sie waren ja bereits in den 1920er Jahren gegen eine Teilung des Landes, obwohl damals die "Juden" glücklich gewesen wären 22% des Landes zu bekommen. Und noch heute finden sie es als scheinbar schön, der Welt vorzuführen, was diese "bösen Juden" mit ihren arabischen Verwandten machen. Die könnten den Palästinenser leicht etwas Land zur Verfügung stellen, damit endlich Ruhe einkehrt.

Ich muss sagen, ist jetzt für mich relativ verworren, wer wollte wem 22 % abgeben?

Wenn man Finkelstein und Chomsky oder Ilan Pappe liest, sieht man, dass die Palästinenser durchaus mit einer Teilung zufrieden waren, dass es in den letzten Jahren immer wieder UNO-Resolutionen gab, die vom Veto der USA blockiert wurden. Meistens sind etwa 150 Staaten für die Zwei-Staaten-Lösung, und etwa 6 dagegen, nämlich die USA, Israel, die domenikanische Republik, dazu noch drei weitere, relativ unbekannte Länder.

Zitat von pixie
Deshalb bin ich für eine Lösung, die wegkommt von der Gewalt.

Wie soll das funktionieren bei einer, die Gewalt verherrlichenden Religion. Man lese da nur das alte Testament. Da wimmelt es ja von Anleitungen zum Völkermord und Totschlag. Das gilt natürlich auch für die Christen nur dass diese noch den Völkermord an Juden hinzugefügt haben.

Wenn man so denkt, kommt man tatsächlich nie weg von der Gewalt.

Schau mal Deutschland an; vergleich heute mit vor 60 Jahren, ziemlicher Unterschied, oder? Die Deutschen sind heute glücklicherweise keine Nazis mehr, Wandel ist möglich, eine Bevölkerung kann sich entwickeln.

Das Mittel gegen Anti-Semitismus ist für mich nicht Gewalt, sondern Aufklärung und eine humanistische Erziehung. Und wenn Israel in Frieden zwischen arabischen Ländern leben kann, macht das Israel zusätzlich stabiler.

Ein Problem ist zum Beispiel, dass die palästinensischen Kinder in der Schule die Shoah nicht mal durchnehmen. Jedem, der antisemitisches Gedankengut pflegt, sollte jedoch bewusst werden, dass solche Einstellungen schlussendlich direkt zu Konzentationslagern führen.

Mir ist aber bewusst, dass in arabischen Ländern das viele sogar nocht gut finden, und da wird mir auch ganz übel, Hitler wird dort verehrt, das finde ich zum kotzen!

Nur ändert für mich die israelische Politik gegenüber den Palästinensern überhaupt nichts an dieser Situation, ich denke, man sollte Anti-Semitismus anders begegnen. Zum Beispiel, in dem Isreali und Palästinenser friedlich zusammenleben, denn sobald man einander kennt und schätzt, sind solche Vorurteile plötzlich nicht mehr aufrechtzuerhalten, und zwar auf beiden Seiten.

Ich kann nur immer wieder auf das Friedensprojekt "Neve Shalom / Wahat al-Salam" verweisen, es kann funktionieren!

Youtube-Video über dieses ermutigende Friedensprojekt, das hoffentlich Beispiel für eine Lösung sein wird:
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
[QUOTE
=WolfgangG;1578193]Die Bibel der Christen besteht aus altem + neuem Testament! Das alte Testament ist die Basis für das neue Testament, denn ohne das alte Testament lässt sich das neue Testament nicht verstehen. Die 10 Gebote stehen zB. im alten Testament
.

Natürlich bedingt das Alte Testament irgendwie das Neue. Aber wirklich massgeblich ist für die Christen das Neue Testament. So sehen es viele Menschen, so auch ich.

Zitat von Jesus im neuen Testament (Lukas 19;14,27)
„Doch meine Feinde, die nicht wollten, daß ich ihr König werde - bringt sie her, und macht sie vor meinen Augen nieder!“.

Tut mir leid, aber diese Stelle kenne ich nicht und höre hier das erste Mal davon.

Das hat wohl nicht viel mit Nächstenliebe zu tun. Dass solche Aussprüche der damalige König von Palästine, nämlich Pontius Pilatus, als Staatsverrat deutete, ist ihm nicht vorzuwerfen. Er gab den Befehl zur Kreuzigung. Er war allerdings Römer. Die christliche Kirche versucht aber gerne, diese Tat den Juden in die Schuhe zu schieben.

Wie gesagt, kenne ich diese Stelle nicht und bin darüber sehr verwundert, denn Jesus ist für mich die Liebe selbst.

Die christliche Kirche meint, dass die Pharisäer die Drahtzieher in dieser Sache waren. Außerdem wollte doch Pilatus statt Christus zu kreuzigen, einen der Schächter (Barabas) frei lassen, doch die Juden riefen: "Ans Kreuz mit ihm!"
Somit wusch sich Pilatus seine Hände in Unschuld.

Das mag schon sein. Dann waren aber seit Kaiser Constantin fast alle hohen Vertreter (Päpste, Kardinäle, Patriarchen usw) keine Christen. Der Meinung bin ich auch! Oder kurz gesagt: Die Idee des Christentum ist bis heute noch niemals verwirklicht worden.

Leider ist das so, mit einigen Ausnahmen.

Das Christentum ist sehr schwer zu leben, doch es gibt ein Christusbewusstsein für jeden Einzelnen, der ein wahrer Christ sein will.

Aber man müsste Christus sein um das leben zu können, was wir doch alle nicht sind.

"Der Wille geht fürs Werk" (volkstümliches Sprichwort).

So hab ich es erfahren.

Herz-Licht

eva07
 
:umarmen:
Eva 07 schrieb:
Wie gesagt, kenne ich diese Stelle nicht und bin darüber sehr verwundert, denn Jesus ist für mich die Liebe selbst.

Die christliche Kirche meint, dass die Pharisäer die Drahtzieher in dieser Sache waren. Außerdem wollte doch Pilatus statt Christus zu kreuzigen, einen der Schächter (Barabas) frei lassen, doch die Juden riefen: "Ans Kreuz mit ihm!"
Somit wusch sich Pilatus seine Hände in Unschuld.

Diese Anschuldigung gegen die Juden als "Christusmörder" ist m.E. eine neue und alte Form des Antisimitismus..... Gott sei Dank haben sich viele Christen von heute ihre Gedanken darüber gemacht........Hier ein paar aufklärende Worte eines Pastors dazu:




Maximal 4000 Juden forderten den Tod Jesu

1.Es ist faktisch falsch, daß am Prozeß gegen Jesus alle Juden bzw. das gesamt jüdische Volk beteiligt war.

Es war eine jüdische Minderheit, die den Tod Jesu beschloß. Sie bestand aus den Mitgliedern des Hohen Rates, von denen die meisten Sadduzäer, Pharisäer und Schriftgelehrte waren (Matthäus 27,1.2). Es war die von der römischen Besatzungsmacht beglaubigte Führerschaft des unterjochten Judentums, die sogar noch mit der Römern gemeinsame Sache machte und wegen ihrer weithin unbarmherzigen religiösen Forderungen im Volk wenig Resonanz fand. Sie repräsentierte darum in Wirklichkeit auch nicht das jüdische Volk. Auch die Menge, die von Pilatus lautstark den Tod Jesu forderte, war weder die Mehrheit des Volkes noch das gesamte jüdische Volk. Vier Tatsachen verdeutlichen dies:

1. Wenn Matthäus und Johannes mehrfach "das Volk", "das ganze Volk" oder "die Juden" nennen (Matthäus 27,20.25; Johannes 18,31.38; 19,7.12.14 u. a.), dann ist dies nicht universal, sondern pauschal zu verstehen. Ähnlich wie man auch heute zumeist pauschal "die Russen" oder die "die Amerikaner" sagt, ohne sie wirklich alle zu meinen.

2. Zur Zeit Jesu gab es ca. 4,5 Millionen Juden auf der Welt. Sie konnten nicht alle zum Passahfest nach Jerusalem kommen. Zwar kamen von ihnen viele - der jüdische Historiker Josephus Flavius schreibt von 180.000. Diese zweifellos beträchtliche Zahl war aber auch im Blick auf die Gesamtzahl aller auf der Welt lebenden Juden doch sehr gering. Die Mehrheit der jüdischen Weltbevölkerung hatte also mit dem Prozeß gegen Jesus von Nazareth nicht das geringste zu tun.

3. Weder die in Jerusalem weilenden jüdischen Pilger noch die Bewohner Jerusalems konnten sich schon aus "Platzgründen" nicht alle an der Anklage gegen Jesus beteiligen. Denn die Verhandlung vor Pilatus fand im Innenhof der Burg Antonia statt, den Johannes als "Richtstuhl" bezeichnete (Johannes 19,13). Dieser Innenhof der römischen Garnison ist von Archäologen in seiner ganzen Größe ausgegraben worden und ist 2000 qm groß. Darauf konnten dichtgedrängt 4000 Personen einen Stehplatz finden. Also konnten im Maximalfall auch nur 4000 Menschen von Pilatus die Kreuzigung Jesu fordern. Sie aber waren nur 2,2 Prozent der zur Passahzeit in Jerusalem weilenden jüdischen Pilger und weniger als 0,1 Prozent aller auf der Welt lebenden Juden. Sie waren deshalb auch weder repräsentativ für die jüdischen Pilger noch für die jüdische Weltbevölkerung.

4. Weder alle Juden noch die meisten Juden waren damals bewußt gegen Jesus eingestellt. Die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung wußte entweder von ihm nichts oder war ihm gegenüber gleichgültig eingestellt, aber keinesfalls feindlich gesonnen. Wiederholt waren Tausende um Jesus, sympathisierten mit ihm oder verehrten ihn sogar. Viele bereiteten ihm einen triumphalen Einzug in Jerusalem. Und nicht wenige folgten ihm nach!

Es ist deshalb falsch, dem gesamten jüdischen Volk bzw. allen Juden die Schuld am Tod Jesu zu geben. Wer dies tut, handelt genauso ungerecht, als wenn man 60 Millionen Deutsche für den Tod Dietrich Bonhoeffers oder für Hitlers Verbrechen an den Juden beschuldigen würde. Wie nicht alle Deutschen Dietrich Bonhoeffer aufgehängt oder sechs Millionen Juden umgebracht haben, wohl aber eine Anzahl von Deutschen, so haben auch nicht alle Juden sich am Prozeß gegen Jesus beteiligt, wohl aber eine Anzahl von Juden, einige Pharisäer, etliche Sadduzäer. Und genau dies entspricht den wirklichen Tatsachen!


Kann man 80 Generationen für den Tod Jesu verantwortlich machen?

2. Es ist juristisch falsch, die Juden aller Zeiten für den Tod Jesu verantwortlich zu machen.

So wenig wie ein Richter die Kinder für die Schuld der Eltern verantwortlich machen kann, so wenig kann man die Schuld der aus Roms Gnaden amtierenden religiösen jüdischen Führer und der von ihnen aufgehetzten 4000 Menschen auf die mehr als 80 folgenden Generationen des gesamten über die Erde zerstreuten jüdischen Volkes übertragen. Und so wenig wie man der heute lebenden jungen deutschen Generation die Schuld für die Verbrechen ihrer Väter an den Juden anlasten kann, so wenig kann man auch die heute lebende jüdische Generation für den Tod Jesu im Jahre 33 verantwortlich machen.

Schuld gegen Gott und Menschen ist zwar Schuld und unterliegt bei Gott keiner Verjährungsfrist, aber sie ist nicht laufend übertragbar.

Gott sucht wohl die Sünden der Väter heim bis in die dritte und vierte Generation (2. Mose 20,5), aber nicht in dem Sinne, daß er sich auf ewig an allen Generationen blutig rächt (wie sich oft "Christen" "für den Tod ihres Herrn" grausam an den Juden gerächt haben").

"Jesus Christus...gelitten unter Pontius Pilatus"

3. Es ist faktisch und juristisch falsch, nur Juden die Schuld am Tod Jesu zu geben.

An dem Prozeß und der Kreuzigung Jesu waren nicht nur Juden, sondern auch Römer beteiligt:
· Der Römer Pilatus verhörte und verurteilte Jesus.
· Der Römer Pilatus wandte römisches Recht an.
· Römische Soldaten peitschten Jesus aus und kreuzigten ihn.
· Römisch war die Art der Hinrichtung: Kreuzigung.

Aus Matthäus 27 und den entsprechenden Paralleltexten bei Markus, Lukas und Johannes geht die eindeutig hervor.

Auch Petrus hat später in seiner Pfingstpredigt vor Tausenden von Juden in Jerusalem unmißverständlich darauf hingewiesen, daß sowohl Juden als auch Römer am Prozeß gegen Jesus beteiligt waren: "Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus von Nazareth ist der Mann, den ihr durch die Hand der Heiden (=Römer) ans Kreuz geschlagen und umgebracht habt" (Apostelgeschichte 2, 22.23). Darum heißt es auch im Apostolischen Glaubensbekenntnis zu Recht: "Jesus Christus...gelitten unter Pontius Pilatus."

Nun wird immer wieder der Einwand erhoben, daß die Juden eine besondere Schuld am Tod Jesu haben. Dies trifft aber ebenso auch auf die Römer zu. Denn ohne den Urteilsspruch des Pilatus und die Vollstreckung des Urteils durch die römischen Soldaten wäre Jesus nicht gekreuzigt worden. Außerdem geht es bei Gott nicht um größere oder kleinere Schuld. Vor ihm ist Schuld Schuld! Wichtig ist vielmehr die Tatsache, daß sowohl Juden als auch Römer am Tod Jesu schuldig geworden sind. Deshalb steht im Neuen Testament auch nirgendwo etwas von einer Alleinschuld der Juden oder Römer, wohl aber von einer Mitschuld von Juden und Römern. Wer dies nicht klar differenziert, diffamiert die Juden - und auch die, die sich ernsthaft um eine solche Differenzierung bemühen.

Aber nicht nur Juden und Römer, sondern auch Christen trifft die Mitschuld am Tod Jesu:
· 11 jüdische Christen standen Jesus in seiner schwersten Stunde nicht bei, sondern verließen ihn bei seiner Verhaftung.
· Judas Ischarioth übergab Jesus seinen Feinden.
· Petrus leugnete mehrfach, auch nur irgendeine Beziehung zum Angeklagten gehabt zu haben.

Nach dem Neuen Testament haben darüber hinaus alle Menschen Schuld am Tod Jesu (Römer 3,9 - 12.23.24). Darum sind auch alle Menschen aus allen Rassen, Völkern und Nationen "die Christusmörder von Golgatha." Diese Tatsache findet auch in zahlreichen Passionsliedern ihren Ausdruck, so u.a.:

"Was ist doch wohl die Ursach' solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen. Ich, mein Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet."

Gott hat den Tod Jesu vorprogrammiert

Das Leiden und Sterben Jesu muß auch unter einem heilsgeschichtlichen Gesichtspunkt gesehen werden. Gottes eindeutig erklärter Wille war, daß Jesus sterben mußte (Jesaja 53 u. a.). Jesus lebte ständig in dem Bewußtsein, dieser leidende Gottesknecht von Jesaja 53 zu sein. Er hatte deshalb von Anfang an ein klares Vorauswissen über seinen Leidensweg (Markus 8,31) und ließ sich deshalb bereitwillig verhaften, weil die Schrift erfüllt werden mußte (Markus 14,49). Er schwieg darum auch zu den gegen ihn erhobenen Anklagen (Markus 14,61) und starb mit Worten auf den Lippen aus den Psalmen. Weil Gott es so wollte. Um der Sünden der Menschen willen (1. Korinther 15,3.4).

Zwar war der Tod Jesu historisch und juristisch gesehen ein Justizmord, ein Märtyrerschicksal - heilsgeschichtlich jedoch war er ein gottgewollter Sühnetod für unsere Sünden und zugleich ein Heilstod zu unserer Errettung.

Darum muß sowohl der Kreis der Schuldigen als auch der Kreis derer, die durch seinen Tod Vergebung und Erlösung finden, über den der damals schuldiggewordenen und erlösungsbedürftigen Juden und Römer auf alle Menschen aller Zeiten ausgedehnt werden.

Selbstverfluchung oder Heilswunsch?

Wie aber ist dann zu erklären, daß "Christen" 2000 Jahre lang den Juden die Kollektivschuld am Tod Jesu gaben, sie abgrundtief haßten und blutig verfolgten?

Einer der entscheidenden Gründe hierfür ist der vor Pilatus lautstark vorgetragene Ausspruch des aufgehetzten jüdischen Pöbels: "Kreuzige ihn. Sein Blut komme über uns und unsere Kinder" (Matthäus 27,23.25), der von den Christen von Anfang an in verhängnisvoller Wiese als jüdische Selbstverfluchung mißdeutet wurde.

Wer aber will schon den Fluch einer Tötung auf sich laden? Wer wünscht schon, daß das Blut eines Menschen, an dessen Tod man mitgewirkt hat, als Fluch über ihn und seine Kinder komme?

Muß deshalb diese angebliche Selbstverfluchung nicht vielmehr als ein - wenn vielleicht auch unbewußter - von Gott gewirkter Heilswunsch gedeutet werden, daß das Blut Jesu auch für sie und ihre Nachkommen vergossen werde "zur Vergebung der Sünden"? Denn als Jesus sein Blut vergoß, vergoß er es für alle Menschen - auch für die Juden!

Wären nämlich die Worte "Sein Blut komme über uns und unsere Kinder" wirklich eine Selbstverfluchung gewesen,
dann ist es unerklärlich,
· daß die jüdischen Apostel Jesu Christi das Evangelium verkündigten,
· daß durch die Pfingstpredigt des Judenchristen Petrus 3000 Juden zum Glauben an Jesus Christus fanden,
· daß die Urgemeinde in Jerusalem ausschließlich aus christusgläubigen Juden bestand,
· daß in den letzten 2000 Jahren immer wieder Juden in Jesus ihren Messias erkannten und ihn annahmen,
· daß es heute in Israel ca. 3000 Judenchristen (messianische Juden) und in den USA mehr als 100 000 gibt.

Es ist deshalb längst an der Zeit, mit der Diffamierung der Juden als "Christusmörder" aufzuhören. Es muß endlich aufhören, allein die Juden für den Tod Jesu verantwortlich zu machen. Es muß endlich aufhören, den Juden vorzuwerfen, sie hätten mit ihrem Prozeß gegen Jesus der "Sache Gottes auf Erden" furchtbar geschadet. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall: Sie - wie die damaligen Römer - haben der Sache Gottes (wenn auch unbewußt) gedient, indem sie mitgeholfen haben, den Heilsplan Gottes zu verwirklichen. Wenn schon jemand der Sache Gottes furchtbar geschadet hat, dann waren es jene "Christen", die seit 2000 Jahren bis heute die Juden als die "Christusmörder" diffamierten und es als unverbesserliche Pharisäer weiter tun.

http://www.wort-des-kreuzes.de/Glaeubige/christusmoerder.htm





LG
Urajup
 
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Diese Anschuldigung gegen die Juden als "Christusmörder" ist m.E. eine neue und alte Form des Antisimitismus..... Gott sei Dank haben sich viele Christen von heute ihre Gedanken darüber gemacht........Hier ein paar aufklärende Worte eines Pastors dazu:




Maximal 4000 Juden forderten den Tod Jesu

1.Es ist faktisch falsch, daß am Prozeß gegen Jesus alle Juden bzw. das gesamt jüdische Volk beteiligt war.

Es war eine jüdische Minderheit, die den Tod Jesu beschloß. Sie bestand aus den Mitgliedern des Hohen Rates, von denen die meisten Sadduzäer, Pharisäer und Schriftgelehrte waren (Matthäus 27,1.2). Es war die von der römischen Besatzungsmacht beglaubigte Führerschaft des unterjochten Judentums, die sogar noch mit der Römern gemeinsame Sache machte und wegen ihrer weithin unbarmherzigen religiösen Forderungen im Volk wenig Resonanz fand. Sie repräsentierte darum in Wirklichkeit auch nicht das jüdische Volk. Auch die Menge, die von Pilatus lautstark den Tod Jesu forderte, war weder die Mehrheit des Volkes noch das gesamte jüdische Volk. Vier Tatsachen verdeutlichen dies:

1. Wenn Matthäus und Johannes mehrfach "das Volk", "das ganze Volk" oder "die Juden" nennen (Matthäus 27,20.25; Johannes 18,31.38; 19,7.12.14 u. a.), dann ist dies nicht universal, sondern pauschal zu verstehen. Ähnlich wie man auch heute zumeist pauschal "die Russen" oder die "die Amerikaner" sagt, ohne sie wirklich alle zu meinen.

2. Zur Zeit Jesu gab es ca. 4,5 Millionen Juden auf der Welt. Sie konnten nicht alle zum Passahfest nach Jerusalem kommen. Zwar kamen von ihnen viele - der jüdische Historiker Josephus Flavius schreibt von 180.000. Diese zweifellos beträchtliche Zahl war aber auch im Blick auf die Gesamtzahl aller auf der Welt lebenden Juden doch sehr gering. Die Mehrheit der jüdischen Weltbevölkerung hatte also mit dem Prozeß gegen Jesus von Nazareth nicht das geringste zu tun.

3. Weder die in Jerusalem weilenden jüdischen Pilger noch die Bewohner Jerusalems konnten sich schon aus "Platzgründen" nicht alle an der Anklage gegen Jesus beteiligen. Denn die Verhandlung vor Pilatus fand im Innenhof der Burg Antonia statt, den Johannes als "Richtstuhl" bezeichnete (Johannes 19,13). Dieser Innenhof der römischen Garnison ist von Archäologen in seiner ganzen Größe ausgegraben worden und ist 2000 qm groß. Darauf konnten dichtgedrängt 4000 Personen einen Stehplatz finden. Also konnten im Maximalfall auch nur 4000 Menschen von Pilatus die Kreuzigung Jesu fordern. Sie aber waren nur 2,2 Prozent der zur Passahzeit in Jerusalem weilenden jüdischen Pilger und weniger als 0,1 Prozent aller auf der Welt lebenden Juden. Sie waren deshalb auch weder repräsentativ für die jüdischen Pilger noch für die jüdische Weltbevölkerung.

4. Weder alle Juden noch die meisten Juden waren damals bewußt gegen Jesus eingestellt. Die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung wußte entweder von ihm nichts oder war ihm gegenüber gleichgültig eingestellt, aber keinesfalls feindlich gesonnen. Wiederholt waren Tausende um Jesus, sympathisierten mit ihm oder verehrten ihn sogar. Viele bereiteten ihm einen triumphalen Einzug in Jerusalem. Und nicht wenige folgten ihm nach!

Es ist deshalb falsch, dem gesamten jüdischen Volk bzw. allen Juden die Schuld am Tod Jesu zu geben. Wer dies tut, handelt genauso ungerecht, als wenn man 60 Millionen Deutsche für den Tod Dietrich Bonhoeffers oder für Hitlers Verbrechen an den Juden beschuldigen würde. Wie nicht alle Deutschen Dietrich Bonhoeffer aufgehängt oder sechs Millionen Juden umgebracht haben, wohl aber eine Anzahl von Deutschen, so haben auch nicht alle Juden sich am Prozeß gegen Jesus beteiligt, wohl aber eine Anzahl von Juden, einige Pharisäer, etliche Sadduzäer. Und genau dies entspricht den wirklichen Tatsachen!


Kann man 80 Generationen für den Tod Jesu verantwortlich machen?

2. Es ist juristisch falsch, die Juden aller Zeiten für den Tod Jesu verantwortlich zu machen.

So wenig wie ein Richter die Kinder für die Schuld der Eltern verantwortlich machen kann, so wenig kann man die Schuld der aus Roms Gnaden amtierenden religiösen jüdischen Führer und der von ihnen aufgehetzten 4000 Menschen auf die mehr als 80 folgenden Generationen des gesamten über die Erde zerstreuten jüdischen Volkes übertragen. Und so wenig wie man der heute lebenden jungen deutschen Generation die Schuld für die Verbrechen ihrer Väter an den Juden anlasten kann, so wenig kann man auch die heute lebende jüdische Generation für den Tod Jesu im Jahre 33 verantwortlich machen.

Schuld gegen Gott und Menschen ist zwar Schuld und unterliegt bei Gott keiner Verjährungsfrist, aber sie ist nicht laufend übertragbar.

Gott sucht wohl die Sünden der Väter heim bis in die dritte und vierte Generation (2. Mose 20,5), aber nicht in dem Sinne, daß er sich auf ewig an allen Generationen blutig rächt (wie sich oft "Christen" "für den Tod ihres Herrn" grausam an den Juden gerächt haben").

"Jesus Christus...gelitten unter Pontius Pilatus"

3. Es ist faktisch und juristisch falsch, nur Juden die Schuld am Tod Jesu zu geben.

An dem Prozeß und der Kreuzigung Jesu waren nicht nur Juden, sondern auch Römer beteiligt:
· Der Römer Pilatus verhörte und verurteilte Jesus.
· Der Römer Pilatus wandte römisches Recht an.
· Römische Soldaten peitschten Jesus aus und kreuzigten ihn.
· Römisch war die Art der Hinrichtung: Kreuzigung.

Aus Matthäus 27 und den entsprechenden Paralleltexten bei Markus, Lukas und Johannes geht die eindeutig hervor.

Auch Petrus hat später in seiner Pfingstpredigt vor Tausenden von Juden in Jerusalem unmißverständlich darauf hingewiesen, daß sowohl Juden als auch Römer am Prozeß gegen Jesus beteiligt waren: "Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus von Nazareth ist der Mann, den ihr durch die Hand der Heiden (=Römer) ans Kreuz geschlagen und umgebracht habt" (Apostelgeschichte 2, 22.23). Darum heißt es auch im Apostolischen Glaubensbekenntnis zu Recht: "Jesus Christus...gelitten unter Pontius Pilatus."

Nun wird immer wieder der Einwand erhoben, daß die Juden eine besondere Schuld am Tod Jesu haben. Dies trifft aber ebenso auch auf die Römer zu. Denn ohne den Urteilsspruch des Pilatus und die Vollstreckung des Urteils durch die römischen Soldaten wäre Jesus nicht gekreuzigt worden. Außerdem geht es bei Gott nicht um größere oder kleinere Schuld. Vor ihm ist Schuld Schuld! Wichtig ist vielmehr die Tatsache, daß sowohl Juden als auch Römer am Tod Jesu schuldig geworden sind. Deshalb steht im Neuen Testament auch nirgendwo etwas von einer Alleinschuld der Juden oder Römer, wohl aber von einer Mitschuld von Juden und Römern. Wer dies nicht klar differenziert, diffamiert die Juden - und auch die, die sich ernsthaft um eine solche Differenzierung bemühen.

Aber nicht nur Juden und Römer, sondern auch Christen trifft die Mitschuld am Tod Jesu:
· 11 jüdische Christen standen Jesus in seiner schwersten Stunde nicht bei, sondern verließen ihn bei seiner Verhaftung.
· Judas Ischarioth übergab Jesus seinen Feinden.
· Petrus leugnete mehrfach, auch nur irgendeine Beziehung zum Angeklagten gehabt zu haben.

Nach dem Neuen Testament haben darüber hinaus alle Menschen Schuld am Tod Jesu (Römer 3,9 - 12.23.24). Darum sind auch alle Menschen aus allen Rassen, Völkern und Nationen "die Christusmörder von Golgatha." Diese Tatsache findet auch in zahlreichen Passionsliedern ihren Ausdruck, so u.a.:

"Was ist doch wohl die Ursach' solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen. Ich, mein Herr Jesu, habe dies verschuldet, was du erduldet."

Gott hat den Tod Jesu vorprogrammiert

Das Leiden und Sterben Jesu muß auch unter einem heilsgeschichtlichen Gesichtspunkt gesehen werden. Gottes eindeutig erklärter Wille war, daß Jesus sterben mußte (Jesaja 53 u. a.). Jesus lebte ständig in dem Bewußtsein, dieser leidende Gottesknecht von Jesaja 53 zu sein. Er hatte deshalb von Anfang an ein klares Vorauswissen über seinen Leidensweg (Markus 8,31) und ließ sich deshalb bereitwillig verhaften, weil die Schrift erfüllt werden mußte (Markus 14,49). Er schwieg darum auch zu den gegen ihn erhobenen Anklagen (Markus 14,61) und starb mit Worten auf den Lippen aus den Psalmen. Weil Gott es so wollte. Um der Sünden der Menschen willen (1. Korinther 15,3.4).

Zwar war der Tod Jesu historisch und juristisch gesehen ein Justizmord, ein Märtyrerschicksal - heilsgeschichtlich jedoch war er ein gottgewollter Sühnetod für unsere Sünden und zugleich ein Heilstod zu unserer Errettung.

Darum muß sowohl der Kreis der Schuldigen als auch der Kreis derer, die durch seinen Tod Vergebung und Erlösung finden, über den der damals schuldiggewordenen und erlösungsbedürftigen Juden und Römer auf alle Menschen aller Zeiten ausgedehnt werden.

Selbstverfluchung oder Heilswunsch?

Wie aber ist dann zu erklären, daß "Christen" 2000 Jahre lang den Juden die Kollektivschuld am Tod Jesu gaben, sie abgrundtief haßten und blutig verfolgten?

Einer der entscheidenden Gründe hierfür ist der vor Pilatus lautstark vorgetragene Ausspruch des aufgehetzten jüdischen Pöbels: "Kreuzige ihn. Sein Blut komme über uns und unsere Kinder" (Matthäus 27,23.25), der von den Christen von Anfang an in verhängnisvoller Wiese als jüdische Selbstverfluchung mißdeutet wurde.

Wer aber will schon den Fluch einer Tötung auf sich laden? Wer wünscht schon, daß das Blut eines Menschen, an dessen Tod man mitgewirkt hat, als Fluch über ihn und seine Kinder komme?

Muß deshalb diese angebliche Selbstverfluchung nicht vielmehr als ein - wenn vielleicht auch unbewußter - von Gott gewirkter Heilswunsch gedeutet werden, daß das Blut Jesu auch für sie und ihre Nachkommen vergossen werde "zur Vergebung der Sünden"? Denn als Jesus sein Blut vergoß, vergoß er es für alle Menschen - auch für die Juden!

Wären nämlich die Worte "Sein Blut komme über uns und unsere Kinder" wirklich eine Selbstverfluchung gewesen,
dann ist es unerklärlich,
· daß die jüdischen Apostel Jesu Christi das Evangelium verkündigten,
· daß durch die Pfingstpredigt des Judenchristen Petrus 3000 Juden zum Glauben an Jesus Christus fanden,
· daß die Urgemeinde in Jerusalem ausschließlich aus christusgläubigen Juden bestand,
· daß in den letzten 2000 Jahren immer wieder Juden in Jesus ihren Messias erkannten und ihn annahmen,
· daß es heute in Israel ca. 3000 Judenchristen (messianische Juden) und in den USA mehr als 100 000 gibt.

Es ist deshalb längst an der Zeit, mit der Diffamierung der Juden als "Christusmörder" aufzuhören. Es muß endlich aufhören, allein die Juden für den Tod Jesu verantwortlich zu machen. Es muß endlich aufhören, den Juden vorzuwerfen, sie hätten mit ihrem Prozeß gegen Jesus der "Sache Gottes auf Erden" furchtbar geschadet. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall: Sie - wie die damaligen Römer - haben der Sache Gottes (wenn auch unbewußt) gedient, indem sie mitgeholfen haben, den Heilsplan Gottes zu verwirklichen. Wenn schon jemand der Sache Gottes furchtbar geschadet hat, dann waren es jene "Christen", die seit 2000 Jahren bis heute die Juden als die "Christusmörder" diffamierten und es als unverbesserliche Pharisäer weiter tun.

http://www.wort-des-kreuzes.de/Glaeubige/christusmoerder.htm





LG
Urajup

Danke, liebe URAJUP, für das Hereinstellen dieses so wichtigen Textes!

Herz-Licht :umarmen:

eva07
 
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