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Ich wollte meinem Kind von der Welt erzählen, jetzt erzähle ich der Welt von meinem Kind

Dieses Thema im Forum "Aufgeschrieben" wurde erstellt von merlina40, 1. November 2019.

  1. Glitzerfee

    Glitzerfee Mitglied

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    Beiträge:
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    Liebe Merlina, ich bewundere deine Stärke und deinen Mut und ich finde dein Verhalten und auch seine Gedanken normal und nachvollziehbar, ich würde genauso denken wie du, so sehr schlimm und ungetechtfinde ich was geschehen ist. Unsere Gesetze haben mit Gerechtigkeit so wenig zu tun, aber ich glaube ganz fest das die Wahrheit irgrndwann mal ans Tageslicht kommt. Ich wünsche es dir so sehr!
     
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  2. PsiSnake

    PsiSnake Sehr aktives Mitglied

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    Nachdem was ich gelesen habe hier, und eben auch wegen eigener Depressionen (selbst wenn es nie soweit damit ging), gehe ich wie gesagt stark davon aus, dass sie depressiv war. Gesunde wären in der Tat da ausgestiegen, was auch immer da genau passiert ist (bin kein Ermittler, aber scheint klar für mich). Und in deinen (auch alten) Beschreibungen erkenne ich (auch eigene) depressive Verhaltensweisen.

    Kurz davor "fröhlich" (bis zu einem Punkt) zu sein (sage ich wegen deiner Aussage, dass sie nach dir so viel Spaß beim Singen usw. hatte) ist übrigens auch relativ normal. Wenn man keine Zukunft plant sind die Probleme der Zukunft auch weg. Wenn Depressive plötzlich in besserer Stimmung sind, kann das auch trügerisch sein. Ich war selber auch viel besser drauf, als ich( für mich) das Studium bereits geschmissen hatte, selbst wenn das nicht objektiv gut war, aber Probleme weg, und es geht einem besser. Und wenn man fast alles als Problem sieht kann das für einen Depressiven in so einer Situation genauso aussehen, und die Stimmung ist quasi "pseudogut".

    Insofern, ich weiß nicht ob du das am Ende dann hier hören wolltest (oder jetzt sauer auf mich bist, weil du davon ausgehen willst, dass es ihr gut ging? Keine Ahnung, vielleicht liege ich auch falsch), aber denke, dass so eine Sehnsucht zumindest existierte. Ob auch ohne den Kontakt mit den anderen was passiert wäre (früher oder später), kann man nicht wissen natürlich.
     
  3. SunnyAfternoon

    SunnyAfternoon Sehr aktives Mitglied

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    Liebe merlina,
    ich kann Dir nur versichern, dass das alles "normal" ist, was Du jetzt durchmachst.
    Manches kam mir vor, als hätte ich es damals geschrieben, so sehr kann ich mich in Deinen Zeilen wiederfinden.
    Dieses Wechselbad der Gefühle...man weiß von einem Tag zum anderen nicht, wie es einem geht, weil plötzlich wieder was daherkommt, was einen total niederwirft.
    Es dringt erst nach und nach so richtig ins Bewusststein durch, dass der geliebte Mensch nie mehr wiederkommt.
    Ich kann mich erinnern, dass ich monatelang abends das Handy angestarrt habe und auf den Anruf meines Mannes gewartet habe......
    Auch die Situtationen in der Arbeit kommen mir bekannt vor.
    Ich hatte anfangs überhaupt kein Verständnis für die vermeintlichen Lappalien, wegen denen sich die Kunden beschwerten. Mir kam das alles so lächerlich vor..
    Ich kann mich erinnern, dass ich einmal zu einer besonders nervigen Kundin sagte: "ihre Sorgen hätte ich gern. Vor kurzem haben sie meinen Mann niedergeknallt und sie sudern mich wegen ein paar Punkten auf einem Holzbrett an."

    Oder wenn ich heulend aus dem Laden rannte, wenn ein kleiner Junge Alex hieß (wie mein Sohn).....

    Liebe merlina, die nächsten Monaten werden nicht leicht. Es werden immer wieder Zeiten kommen, wo es Dir besser geht, aber auch wieder Rückschläge, wo man meint, der Schmerz wird immer schlimmer und ist kaum mehr zu ertragen.
    Aber ich kann Dir versichern, es wird irgendwann erträglicher und eines Tages kannst Du mit einem Lächeln an Deine Tochter zurückdenken und an die schöne Zeit, die ihr gemeinsam verbringen durftet.

    Leider kann man bei einem Kriminalfall erst wirklich abschließen, wenn die Sache hoffentlich für Dich geklärt ist.

    Bei mir dauerte es leider drei qualvolle Jahre. Drei Prozesse, weil die Sache durch alle Instanzen ging....immer wieder alles wieder heraufholen....

    Ich wünsche Dir von Herzen, dass das bei Dir schneller geht, damit Du abschließen kannst!

    Alles Liebe Dir und weiterhin viel Kraft und Stärke.
     
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  4. merlina40

    merlina40 Sehr aktives Mitglied

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    Ach PsiSnake.. du immer...:ironie:........
    Ich kenne auch deine Sicht, von einigen Menschen die ich so kenne und die auch mit Depressionen zu kämpfen hatten. Was mir jetzt auffällt ist wirklich, das genau diejenigen "näher zu der Freitotvariante" tendieren.
    So als würde jeder immer von sich selbst ausgehen.

    Ein paar so "Depressive haben mich gleich darauf auf Facebook angeschrieben, wie seeeehr sie sich in meine Tochter reinfühlen könnten, und wie seeeehr sie mich und sie bedauern, und wie seeeehr sie sich zur Verfügung stellen mit mir zu sprechen. Dabei, und ich kenne die alle, möchten sie doch einfach nur wieder ihr eigenes Opferdasein wieder wo anbringen. Dieses raus aus der Opferhaltung, ist das erste was ein Depressiver lernen muss.

    Und meine Tochter war nicht Depressiv. Sie hatte ein Ventil für ihre "innere Zerissenheit" gefunden. Ein harmloses, wenn auch bereits zwanghaftes Ventil. Sie ging ein bis dreimal am Tag schaukeln mit Musik (die durchaus durch die Bank positive Musik war...keine destruktive. Hätte sie ihrgendwelche runterziehende Songs gehört, wäre ich viel hellhöriger geworden. Statt der Drogen, der Zigaretten, des Alkohols, oder mit was auch immer sich Depressive "wegtun"...ging sie eben schaukeln. Darum war sie auch in Therapie. Und ihre Therapeutin hat mir versichert, das es nur immer darum ging "Spannungen abzubauen", und nicht um Lebensmüde Themen. Sie begann im Sommer eine Gegenstrategie und meldete sich in einem Fitnesstudio an. Auch jeder Mensch der regelmässig joggen geht, tut nichts anders als "Spannungen" abzubauen. Jeder Mensch hat sowas. Ich habs nur leider übersehen, das aus dem harmlosen Kinderschaukeln, ein zwanghaftes Muss wurde.

    Natürlich kann es sein, das ihr das alles selbst schon nervte. Sie war sehr sensibel, verstand die ganzen verlogenen Menschen nicht. Selbst im Kindergarten konnte sie diese dümmlichen Verhaltensweisen der anderen Kinder nicht verstehen, die heute die eine als Freundin betrachten und nächsten Tag die andere.

    Klar hat sie Jobs geschmissen, weil sie allen Unanehmlichkeiten aus dem Weg gehen wollte, und einfach für diese Gesellschaft in der man massive Ellbogentechnik braucht tendenziell zu schwach war.

    Aber in all den Chatprotokollen schreibt sie so oft "sie will leben". Oder "das sie mir das nicht antun könnte, vor ihr zu sterben", oder das sie "Mutter werden möchte",....das sie "Nicht sterben will".
    Was auch immer sie die letzten 10 Tage "eingetrichtert bekam", hat ihre Meinung geändert. (Leider habe ich die Protokolle nur bis 10 Tage davor)........die Kripo hat sie bis zum letzten Tag, darfs mir aber nicht sagen.

    Ich glaubs zwar noch immer nicht, und bin mir sicher, das ihr die Tabletten "unwissentlich" eingegeben wurden, und sie somit eine willenlose Marionette in den Händen der anderen war. (Gibt auch einen handgeschriebenen Brief vom Täter indem steht

    ".........du hast noch 11 Tage Zeit bis du dein Herz an die Dämonen verlierst. Ich habe mir überlegt deine Tabletten zu pulversisieren und in eine Creme zu mischen.........sonst können wir dich nicht retten...usw. usw. usw"

    Aber........möglich ist alles. Wenn man ihr einen "schmerzlosen Tod" vor dem man keine Angt haben müsse, und "ein schöneres Land in dem man danach aufwacht" vermitteln konnte......kann es durchaus sein das sie "ja" sagte. Sie war einfach naiv und arglos.

    So ein "Patient in der Psychiatrie" sagte zu mir. "Sei nicht traurig, ihre Seele ist davor Astralgereist, und sie fand eine schönere Welt, in die sie dann gegangen ist, freu dich doch für sie".

    Sie trug an dem Tag ein Shirt auf dem stand. "I find myself in wonderland"......

    Tatsache ist mit Sicherheit, das sie ohne die beiden anderen noch leben würde, dessen bin ich mir sicher.
    Sie war viel zu ängstlich. Besonders Tod war ein Angstfaktor.
    Sie schrieb auch im Chat "Ich fürchtete mich vor dem sterben schon bevor ich zu denken anfing und überhaupt wusste wer ich bin".

    Sie war ein offener Mensch, der sich auch für nichts schämte. Sie hat auch das vom Schaukeln jedem erzählt. Ihre letzten Arbeitskollegen haben ihr zum Geburtstag eine Minischaukel gebastelt, auf der sie das Geschenk plazierten...........

    Leider bekam sie die "Anweisung" nichts von all dem Chatwahnsinn jemanden zu erzählen. Einmal schrieb sie sogar "mich nervts das ichs meiner Mutter nicht erzählen kann",(wir waren an dem Nachmittag im Freibad, und haben viel Spaß gehabt)..... worauf die anderen sie wieder beschwichtigten, und ihr tausend Ausreden in den Mund legten.

    Wie dem auch sei, im Grunde sollte ich davon gar nichts erzählen......UND es ist nicht strafbar. Du kannst jedem den du nicht leiden kannst in den Mund legen "geh sterben"..........wenn der es dann macht, ist es seine eigene Verantwortung.
    Und ob sie die Tabletten, die sie gefügig gemacht haben nun selber genommen hat, oder ihr verabreicht wurden, wird wohl nie geklärt werden............und somit bleibt die wichtigste Frage sowieso "ungeklärt".
    Niemals würde einer der anderen das zugeben. Das entscheidet zwischen einem halben Jahr und 15 Jahren Gefängnis.

    Und PsiSnake, ja meine ganze Familie ist "Serotoninhaushalt-gestört" würde ich sagen. Du kannst dir noch tausend alte Beiträge von mir lesen.....wir sind schon ein schwieriger Haufen. Aber wir sind nicht allein damit. Wir reden viel und oft über jeden seiner Probleme. Wir sind keine zurückgezogenen Menschen, die glauben Probleme müsste man mit sich selber ausmachen. Wir versuchen uns dennoch immer gegenseitig zu stärken, und vor allem da zu sein für den anderen.

    Ein Freund von mir, der seit 20 Jahren an schweren Depressionen leidet, behauptet immer, das was ich Depression nenne, nennt er nur "Stimmungsschwankung". Ich wüsste gar nicht, wie sich eine echte Depression anfühlt.....er ist schon seit vielen Jahren arbeitsunfähig.

    Also, wir müssen alle davon ausgehen, das wir in niemanden reinschauen können......in niemanden, nicht mal in diejenigen die wir lieben....die uns am nahensten stehen, von denen wir glauben möchten, das wir sie in und auswendig kennen würden.

    Seuftz....

    Ich hoffe, nicht das dieses Thema jemanden negativ stimmt, weil dann wäre es besser ich lasse es. Obwohls mir wirklich gut tut, darüber zu schreiben, reden, und es zu analysieren. Ich muss in der Arbeit sehr aufpassen, das das Thema nicht zu präsent wird. Nicht das Kollegen, irgendwann mal sagen "ich wäre nicht mehr tragbar" und in der Familie, die sie ja alle kannten und liebten, tauchen so viele Emotionen, Schuldgefühle, eigene Themen damit auf.....das es wirklich oft besser ist, mit neutralen Menschen darüber zu reden/schreiben.....so wie eben Foren und Therapeuten.
    Foren sind mir aber auch etwas zwiespältig...ich weiß eben nicht, wer das alles liest....und wie diejenigen so drauf sind...........schließlich soll über "Freitod" auch medial nicht diskutiert bzw. berichtet werden.

    Also, möchte ich mich in Zukunft wieder darauf beschränken "von meiner Tochter" einfach nur zu erzählen.......

    Alles Liebe euch, und schönen Sonntag...mein Sohn und seine Freundin sind eingetrudelt, und ich mach Kaffee. :angel2:
     
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  5. merlina40

    merlina40 Sehr aktives Mitglied

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    Liebe Sunny.....ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es wäre noch jemanden zu verlieren.....ich lese in verschiedenen Trauerforen....immer wieder von Menschen die mehrer Lieben ihrer Familie verloren haben.
    Das ist für mich gerade undenkbar. Die Angst davor darf ich gar nicht zulassen, sonst würde ich ein Klammeraffe werden, und niemanden mehr auf die Straße lassen.

    Fühle dich von mir herzlichst und liebevollst umarmt.....von einer Seele zur anderen, deren Wege denselben Schmerz aushalten müssen.

    Nichts, aber auch nichts bleibt so wie es war. Kein Stein bleibt auf dem anderen. Und ja, vor dem Prozess habe ich ganz große Angst.

    Und ja, so wie du schreibst, bleibe ich dann dennoch in der Hoffnung das man nicht zerbricht, und das es "zu überleben" ist....früher oder später....

    Im Herz bleibt der Schmerz sicher bis zum letzten Atemzug. Im Kopf und im Denken läßt sichs sicher Tage, Stunden oder Wochenweise mal verdrängen.............obwohl selbst das Verdrängen schon wieder Schuldgefühle auslöst.

    Oft, wenn ich alltägliches mache......denke ich eine Sekunde lang "Wie kannst du nur? Wie kannst du hier stehen und diesen Scheiß machen, wenn deine Tochter tot ist, du müsstest auch tot sein".........und dann....besinne ich mich.....alles geht weiter...die Welt dreht sich....das Leben dreht sich,....alles ist ein kommen und gehen......jeder zu seiner Zeit.

    Ich höre jetzt viele Hörbücher von Eckart Tolle....mein Bruder hat ihn mir ans Herz gelegt....die Tore zum Jetzt......das tut mir immer gut und bringt mich wieder zur Ruhe.

    Alles, alles Liebe Sunny !!!!
     
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  6. Isisi 2.0

    Isisi 2.0 Sehr aktives Mitglied

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    Liebe @merlina40 , ich habe alle Deine Posts über Deine Tochter gelesen. Wenn ich auch nie etwas dazu geschrieben habe, dann nur, weil mir absolut nicht die richtigen Worte einfallen, um mein Mitgefühl richtig auszudrücken.

    Aber dazu möchte ich was sagen:

    Mach Dir keine Schuldgefühle wenn Du den Verlust Deiner Tochter für eine gewisse Zeit verdrängst. Das zeitweise Verdrängen im Kopf ist manchmal nötig, um Deine Kraft zu bewahren.

    In Deinem Herzen wirst Du Dein Kind und die Liebe zu ihr niemals verdrängen.
    Liebe Grüße
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. November 2019
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  7. Glitzerfee

    Glitzerfee Mitglied

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    Liebe Merlina,
    Ich schaue fast jeden Tag hier rein um zu schauen ob du was geschrieben hast und wie es dir geht.
    Ich glaube nicht das deine Tochter depressiv war, sie war halt etwas anders und etwas Besonderes, vielleicht etwas naiv, aber wer ist das nicht in diesen Alter.
    Und das du aufstehst und weiter machst zeigt was du für eine starke Frau du doch bist, das kann und macht nicht jeder...
    Deine Gefühle, deine Gedanken, dein Hass ist sowas von normal, verständlich und für mich nachvollziehbar.
    Keim Mensch hat das Recht über das Lebensende eines anderen zu bestimmen oder es sogar zu beenden, was sind das für Menschen oder nicht zu glauben ,Freunde, gewesen,.
    Deine Tochter war so sicher ein einzigartiger, wertvoller Mensch, einfach unglaublich was alles geschehen kann.
    Ich weiß nicht was ich machen würde, habe eine 20jährige Tochter wenn jemand sowas machen würde, derjenige hätte keine ruhige Minute mehr...
    Und bitte nach dir keine Vorwürfe, so wie du schon mal geschrieben hast, die Mütter können nie was dafür!
    Ich wünsche dir vor allen das diese traurige Geschichte aufgeklärt wird und du etwas Ruhe findest wenn das überhaupt möglich ist, ich wünsche es dir so sehr!
    Lg
     
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  8. Evatima

    Evatima Sehr aktives Mitglied

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    Liebe @merlina40
    Ich kann mir in etwa vorstellen, wie es Dir geht, weil ich auch Angehörige eines Gewaltopfers bin, das zwar überlebt hat, aber bis heute massiv unter den Folgen leidet. Ich wuchs damit auf als engste Angehörige und Vertraute und gab mir jahrelang die Schuld, weil ich es nicht verhindert hatte.

    Wie viele Hätte-Sätze quälten mich. Hätte ich sie damals nur begleitet. Es hat auch mich verändert. Die Täter kamen ungestraft davon, weil das Opfer es nicht anzeigen wollte. Es war zu viel für sie als Mädchen. Ich musste es akzeptieren, die Täter nie belangen zu können. Sie hat das tief in sich vergraben. Viele Fragen blieben unberührt.

    Nur wollte sie danach sterben. Eine tiefe Todessehnsucht trieb sie an und ich musste in täglichen Gesprächen jahrelang um ihr Leben ringen.

    Dabei wurde mir bewusst, wie manipulierbar ein junger Mensch ist. Ich dachte mir oft, wie einfach es gewesen wäre, sie in dieser Verletzlichkeit in den Tod zu treiben, wenn sie nicht mir, sondern einer labilen Person vertraut hätte. Eine Therapie wollte sie nie machen.

    So wie Du es berichtest, klingt es danach, dass Deine Tochter in ihrer Verletzlichkeit und Naivität Opfer von labilen Menschen wurde, die sie in ihre kranke Welt hineinzogen, sie manipulativ von Dir als Vertraute isolierten und in den Tod trieben.

    Du bist nicht schuld. Gib Dir nicht die Schuld, auch unbewusst nicht. Deine Worte berühren mich sehr. Vielleicht hilft es Dir, den „Sinn“, der hier irdisch nie zu verstehen sein wird, auf spiritueller Ebene zu finden. Du hast geschrieben, dass Deine Tochter eine alte Seele ist. Eine alte Seele durchschreitet tiefere Täler, um höhere Berge zu erreichen. Alles Liebe Dir und Deiner Tochter. Ihre Seele hat nun den Gipfel erreicht und das Tal hinter sich gelassen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. November 2019
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  9. PsiSnake

    PsiSnake Sehr aktives Mitglied

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    Saarland
    Selbst als ich richtig depressiv war hätte ich mir keine Gruppe angetan, die Suizid idealisiert, weil ich das nie getan habe (so drastisch war es nicht), und umgekehrt versucht habe Leute zu motivieren (einige Male im Forum). Aber klar, macht keinen Sinn das zu diskutieren, bringt auch leider nichts mehr.

    Das ist auch sehr falsch. Gibt da keinen Wettbewerb was Depression ist, und was nicht.

    Vor fast genau 10 Jahren hat sich ein Nationaltorwart (Robert Enke) umgebracht, der zuvor nicht nur einfach gearbeitet hat, sondern Leistungssport am Limit betrieben hat. Kam dann nicht dazu, dass er erst den Job hingeworfen hat, sich isoliert, und dann umgebracht. Die Situation war offensichtlich dennoch dramatisch, da wir ja wissen, dass er sich vor einen Zug warf, kurz nach dem er noch im Tor stand. Für solche Leute ist es nicht ertragbar aus der Gesellschaft herauszufallen.

    Ich selber bin da umgekehrt ganz anders. Ich würde mich immer weiter isolieren, je negativer es läuft, bevor ich auch nur an Suizid denken würde. Aber davon abgesehen fällt es keinem direkt auf. Ich sah nur faul und unmotiviert aus. Wobei ich im Forum auch mal "gejammert" habe, ist insofern nicht "clear cut".

    Wieder anderen sieht man es emotional massiv an, und diese Personen suchen Nähe zu anderen Leuten usw, um über ihre Probleme zu sprechen.

    Nein, ist so Unsinn, Leute sind unterschiedlich. Mir kann es allein isoliert deutlich besser gehen als jemandem der jeden morgen zur Arbeit fährt und Witze mit den Kollegen macht.

    Nein, ich selber bin auch aus meiner Sicht nicht mehr depressiv. Keine Ahnung ob das objektiv stimmt, weil ich mich ja weiter isoliere. Aber denke dass das mehr an Asperger liegt.

    Generell denke ich auch eher, dass das hier Leute davon abbringen würde, den Tod zu idealisieren. Es ist nur extrem tragisch. Musst dir da also keine Sorgen machen.
     
  10. Evatima

    Evatima Sehr aktives Mitglied

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    Wahrscheinlich rühren die Depressionen eher von der Reizüberflutung her, die Aspies in der Außenwelt erleben. Jedenfalls gut, dass Du versuchst, andere in solchen Foren von Suizid abzuhalten. Ich könnte mir auch vorstellen, dass solche evtl. unzureichend betreuten Suizid-Foren auch gefährlich sein könnten, wenn es zu gemeinschaftlichen Suizid-Plänen käme über PN und Leute im Gruppenzwang etwas mitmachen, was sie ohne hilfreiche Beiträge nicht tun würden. Wobei das natürlich auch über Facebook und Chats laufen kann. Mehr will ich dazu aber nicht schreiben, das wäre hier im Thread unpassend. Es geht um Trauerverarbeitung und nicht um einen Diskussionsfaden. Wir sind in der Rubrik „Aufgeschrieben“.
     
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