Hi Esoprojekt!
Ich habe mich immer rein intellektuell damit auseinandergesetzt - selbst als ich besessen war. Intellektualität ist ein sehr grosser Teil meines Wesens!
Ja, dann nimm die Klarheit wahrere Intellektualität als die Qualität die Dir helfen kann. Und damit meine ich, einen Schritt zurückzumachen und zu versuchen aus der emotionalen Distanz diese Sache zu ergründen. Aber nicht unbedingt denkend. Schon auch... Aber das Denken beobachtend, die Persönlichkeit beobachtend. Du sagst z.B. :
"Das glaube ich nicht - es waren deutliche Aspekte dabei, die so nicht in mein Persönlichkeitsschemata passen! Ich bin so nicht und ich glaube nicht daran, dass ich mir das selber angetan habe!"
Was ich erstens meine ist: Sieh es nicht in Form von Schuld. Du hast Dir nicht bewusst und gewollt etwas "angetan". Das tut niemand, niemand will leiden... und wenn, dann weil sich etwas davon versprochen wird. (Sehr oft ist Leiden eine Form von "Geschäft". Das Leiden für Schönheit ist ein Beispiel.)
Aber wichtig ist, das Du da einen Irrtum erkennst... Gewisse Aspekte passen nicht in Deine Persönlichkeit. Ok... Aber alles was Dir Angst macht und eine Reaktion hervorruft, passt nun mal doch. Alles was für Dich in positiver wie negativer Weise eine Rolle spielt, passt.
Ich bin nicht ärgerlich wenn du sagst, es ist quatsch! Ich glaube an das was ich erlebt habe und glaube mir - ich kein kein gläubiger Mensch!
Gut, wenn Du nicht ärgerlich bist: Du bist ein gläubiger Mensch. Du glaubst nur, das Du nicht glaubst. Und Glaube verteidigt sich selbst. Und oft kann "Glaube ärgerlich werden" wenn er angekratzt wird.

Aber... das ist unwichtig. Ich weiß ja, was Du mit dem Satz sagen willst, habe ihn selbst oft genug benutzt. Meiner Meinung nach sind die größten Qualitäten der "Unwissenheit": Intellektuelle Klarheit, Distanz (gehört sowieso zusammen), "Nicht-Glauben". Du wirst nicht verstehen was geschieht, in Form eines "So und so". Das Verstehen kommt dadurch, das Du erfahren wirst: "Das was ich glaubte ist es nicht. Das was ich als verantwortlich/"schuldig" ansah war/ist es nicht." Die Suche nach Ursachen geht immer tiefer und zwar durch den Ausschluß all dessen was man als falsch erkennt. Und man erkennt letztlich alles als falsch was man denkt, weil ALLES nicht-absolut ist. Es geht nicht um Wahrheit sondern um "Wahr-nehmung". Das ist wirklich wichtig. Der Unterschied ist v.a. zeitlicher Art. Du nimmst etwas wahr und interpretierst es. Das ist übrigens ein und derselbe Vorgang, auch wenn weitere Interpretationen danach stattfinden die wieder Wahrnehmung sind. In jedem Moment einer Wahrnehmung ist das sozusagen Wahrheit. Nur hat diese Wahrheit keinen zeitlichen Bestand. Ein und dieselbe Wirkung kann man vielen vielen Ursachen zuschreiben, die man in einem Moment glaubt...im nächsten eine andere usw. Das alles ist keine absolute Wahrheit, die man vielleicht gut mit dem Satz "So muss es nicht sein" beschreiben kann. Wenn Du nun etwas erfährst/wahrnimmst, das Leiden auslöst, so ist sowohl die Erfahrung wie auch das folgende Leiden Wahrnehmung. Die Ursache dafür liegt niemals in irgendeiner Form außen. Man kann es so wahr-nehmen und man hat dann effektiv keine Kontrolle. Das ist dann Wahrheit. Nur kratzt das die wirkliche und beständige Wahrheit nicht an, das man selbst es "ist". Sieh es wirklich wie einen Traum. Der Traum ist absolut Deine Sache. Das es ein Alptraum ist, ist nicht gewollt und es gibt keine Schuld zu suchen. Um das Leiden zu beenden muss vielmehr jede Art von Schuld als unwahr angesehen werden. In einem Traum ist nicht der Folterer der Schuldige. In einem Traum ist alles was aus Deinem Fokus schwindet nicht-existent und das ganz faktisch. Nimm die Schuld von demjenigen der Dich foltert und seine Bedeutung schwindet, was "ihn" verschwinden läßt. Und in Deinem wie in jedem leben gibt es viele Schuldige. Der letzte ist man selbst. Und da ist es paradox: "Er" (die Persönlichkeit) ist verantwortlich, aber nicht schuldig. Träumt und wird geträumt. Träumt als Ursache, wird geträumt als Reaktion auf die Wahrnehmung die die Persönlichkeit als "außen" und getrennt betrachtet, als "nicht-ich". Ich schreibe das jetzt so, weil Dein Problem definitiv ein inneres ist. Ich meine, Dir wird ja klar sein, das es kein anderer Mensch ist, Du kommst hier nicht wie manche und sagst, Du seist vielleicht verflucht oder sowas. Allerdings schreibst Du von Schuld abbüßen usw., von Reinkarnation und einer Form von Karma. Das alles ist ....sorry... "Müll". Damit will ich nicht herabsetzen was Du zum Teil glaubst. Damit will ich sagen, das es auf den Müll gehört. Diese Reinkarnations-Theorien sind Konzepte. Das ist nicht weiter schlimm, weil alles Konzept-Charakter hat, selbst wenn Du über das Mädchen nachdenkst, sind das Konzepte. Die Frage ist nicht ob real. Die Frage ist, ob es hilfreich ist. Und jedes Konzept das Dir die Verantwortung nimmt, Dich dafür aber leiden läßt weil es Dir die Macht/KOntrolle nimmt, ist NICHT hilfreich. Ich kenne ein gutes Buch. Es heißt "Nur die Angst stirbt" (wäre vielleicht ein Tipp für Dich, weiß nicht genau) in dem es ein Kapitel über die Wahrheit gibt die niemand hören will. Die ist: Man ist für alles, wirklich alles, immer selbst verantwortlich. Du wirst das nicht so einfach glauben können, weil Deine Wahrnehmung Dir bisher immer anderes sagte, bzw. Deine Interpretation (sagte ja schon das beides eins ist), aber das Leben "schleift" einen in jedem Fall an diesen Punkt der Erkenntnis. Man kann sie nur hinauszögern, man kann auch Hilfe bekommen. Nur: Die Probleme verschieben sich. Das Gefühl der Machtlosigkeit bleibt. Egal wieviele Probleme man lösen läßt wenn es überhaupt funktioniert. Sie kommen in anderer Form wieder. Das ist "Karma" und Wiederauferstehung
...- das wäre meine Frau, der ich in meiner letzten Inkarnation weh getan hätte und dass wir uns treffen werden damit sie mir helfen und ich das wieder gut machen kann! Jedenfalls habe ich es mir mit ihr verdorben weil ich ihr gegenüber einige Dummheiten gemacht habe, als ich "Bessessen" war.
Das ist ein gutes Beispiel dessen, wovon Du Dich meiner Ansicht nach frei machen musst. Für Dein Problem hat weder dieses Karma-Konzept Bedeutung, noch das Mädchen. Du kannst nur hinauszögern das zu erkennen.
Selbst Deine Bindung an sie ist solange unecht, wie Du dafür Gründe zu sehen glaubst. Liebe ist niemals wirklich, solange sie es nötig hat idealisiert zu werden, genauso wie Hass nur innerhalb "Bedeutung"/Konzepten existieren kann. Beides... "unwahre-Liebe" wie auch Hass braucht den Verstand um ihn zu idealisieren und bedeutungsvoll zu machen. Leiden wird idealisiert, es wird ihm ein tiefer Grund gegeben, den es niemals hat. Und all die Gründe muss man wegschmeißen. Der Witz ist: Viele Menschen leiden, vielleicht so gut wie alle. Der Grund dafür ist ihnen mehr oder weniger klar. Und in einer gewissen Phase wird das Leiden idealisiert, zusammen mit der vermeintlichen Ursache. Das ist dann in gewisser Weise wie ein "gib mir mehr". Solange Du einen "guten Grund" siehst... etwa weil Du büßen musst und das als gerechtfertigt ansiehst, oder für eine "gute Sache" kämpfst unter der Du dann leidest... Solange eine Art dieses Denkens vorherrscht, bleibt Leiden bestehen.
Was die Dramatik und den Pomp angeht - ich habe damit nicht angefangen - diese "Macht" hat damit angefangen! Und ich glaube auch nicht, dass hier jemand einfach ein "du bist geheilt" für mich beten kann und dass ich dann einfach geheilt bin!
Damit bringst Du es auf den Punkt. Das ist nicht möglich. Es ist möglich Hilfe zu erfahren, "wahr-zu-nehmen" das man "gerettet" wird. Das ist aber genausowenig der Fall wie es eine fremde Macht ist, die einen in Bedrängnis brachte. Das eine wie das andere kommt in gewisser Weise von Dir selbst (das "gewisser Weise" schreibe ich nur, weil es unbewusst ist. Ansonsten meine ich es absolut).
Das brauchst du mir als Biologen nicht zu sagen, dass alles was wir erleben durch neuronale Prozesse erzeugt wird. Aber ist das, was wir sehen wirklich real - und ich meine auch die "normale" Sicht - eigentlich ist das ein philosophisches Problem - ist die Welt in der wir leben wirklich real oder ist es eine riesige, perfekte Simulation die wir aufgrund unseres jetzigen Standpunktes in dieser Simulation nicht als solche enttarnen können.
Die Ursache ist kein neuronaler Prozess. Das Gehirn und jeder chemisch-elektrische Prozess ist ja Teil der Reailtät. Wie sollte er sie hervorbringen?
Mach es mal einfacher. Es gibt etwas das wahrnimmt, es gibt etwas das wahrgenommen wird. Unterscheide erst einmal nicht dazwischen. Was nimmt "man" wahr? Außen eine Welt. Solange Du nicht interpretierst ist das nicht einmal getrennt voneinander. Ohne Interpretation siehst Du alle Objekte als ein Objekt. Aber: Die Welt die Du wahrnimmst verändert sich, hat einen zeitliche Entwicklung. Was ist wenn Du nach innen schaust? Du nimmst Gedanken wahr. Sie kommen und gehen. Manche nennen den vorherigen Gedanken wahr und manche falsch. Manche Gedanken sind mit Bedeutung aufgeladen, andere sind unwichtig. Der Punkt ist: Wer nimmt das wahr? Wenn "jemand" sagt "Ich", dann ist das ein Gedanke. Wenn da eine Persönlichkeit ist, so ist sie eine Ansammlung von Gedanken, die nacheinander ablaufen. Eine feste Persönlichkeit gibt es nicht, nur einen Gedankenstrom. Die Persönlichkeit ist nicht diejenige die wahrnimmt, noch weniger ist es der physische Körper. All das wird wahrgenommen. Der Punkt ist nicht, das man sagen muss das alles sei real oder irreal. Aber man muss sich klar machen das nichts davon absolute Realität im Sinne von ewig und bleibend hat.
Die Unterscheidung ist weder bei der Welt noch bei den Gedanken ob real oder irreal. Wahre Objektivität findest Du genau dann wenn Du es absolut persönlich machst und die wiederum aus der Distanz betrachtest. Was Du JETZT wahrnimmst ist real. Es ist ja da. Was Du gleich wahrnehmen wirst, kann vollkommen anders sein und die erste Wahrnehmung eine Lüge nennen. Macht das die Wahrheit der vorherigen zur Lüge? Nein, Wahrheit ist das es nicht um dies oder jenes geht. Es ist nicht das eine wahr und das andere falsch. Es kann beides sein. Nur kann man das erst erkennen wenn die Bedeutung von einem/beiden nimmt. Bedeutung vergibt man immer an das, wovon man sich etwas verspricht oder Leid befürchtet. Es ist eine Frage von Ursache und Wirkung. Und solange man Ursache in der Wahrnehmung sieht, solange leidet man.
Aber... ich glaube das ist jetzt etwas zu unverständlich, wenn Du Dich mit dem Thema noch nicht befasst hast. Halte die Dinge einfach. Es geht wirklich nicht darum, das Dir jemand hier Wahrheiten präsentieren kann. Mein Tipp wäre, das Du alles tust wovon Du glaubst das es Dir helfen kann, aber nichts davon als wahr ansiehst. ANgenommen Du gehst zu dem Heiler nach Peru. ...Ich persönlich würde sagen: Warum zum Teufel kann der das nur in Peru? Und damit wäre der Fall für mich erledigt, war er für Dich anscheinend auch. Aber angenommen Du würdest es tun und angenommen er könnte Dir helfen. Dann übernimm nicht seine Konzepte. Wenn Du hier etwas liest, unterteile nicht in wahr oder unwahr. Wenn Liberat Nos Dir etwas über Jungsche Psychotherapie schreibt, dann frag Dich einfach ob Du denkst das es Dir helfen kann. Ob Du Auto oder Motorrad oder Fahrrad fährst... das ist unerheblich. Das Ziel ist entscheidend. Und ob Du auf einem Fahrrad sitzt und glaubst es sei ein Motorrad ist auch unerheblich. Versuch zu verstehen das Dein Problem nicht eines ist, Wahrheit zu finden in Form einer klaren Ursache, sondern die vermeintlichen Ursachen auszuräumen. Je mehr Du verstehst, das alles was Du für Ursachen hältst... das geschieht zum Teil unbewusst, was nicht heißt das DU es nicht erkennen kannst... unbewusst ist so etwas wie identifiziertes Denken (für wahr halten), nicht wirklich die Ursache ist, kannst Du das ausräumen. Du schaust Dir an, was Du für die Ursache hältst, und verneinst das, setzt Dich sozusagen darüber, nimmst dem was Du für die Ursache hältst die Macht Einfluss auf Dich auzuüben.
Und lass mich Dir noch eins sagen: Jede Methode funktioniert wenn Du an sie glaubst. Insofern schau auf Dich selbst. Wenn Du ein wirklicher "Ungläubiger" bist, ist das nicht schlechter sondern besser. Dann kommst Du zu der Methode des "Verneinens", die ich zu beschreiben versuchte. Sie ist wirklich einfach in der Theorie. Schau Dir an was Du denkst und für wahr hältst und zweifle es bewusst an. Schau Dir die vermeintlichen Ursachen an, formuliere sie vielleicht. Wenn Du eine grobe Liste aufstellst, warum Du leidest und jeden Punkt dann weiter begründest, warum er Dich leiden läßt, gleichzeitig aufpasst, was Du denkst, wirst Du verstehen was ich meine. Du musst es nicht durchschauen um das zu tun, aber es zu verstehen hilft, damit man es tut. Einfach, weil auch sonst der Zweifel groß ist, das es Dir helfen kann. Schau Dir diesen Zweifel an... Du zweifelst mit Sicherheit fast alles an, was in diesem Thread geschrieben wurde. Und das ist nicht falsch. Aber falsch wird es, wenn unbewusste Prozesse stattfinden. Das ist dann irrational, einfach weil es automatisch abläuft.