Allerdings ist es mir unverständlich, wie ein intelligenter Mensch nachlesbare Gesetze einfach ignoriert und sie stattdessen auf eigene Befindlichkeiten zuschneidert.
Was ich nicht tue.
Anderes Beispiel:
Angenommen eine frau lässt sich scheiden, der Ehemann ist schlecht gelaunt und fängt an ihr nachzustellen. Ruft sie 50x auf ihrem Handy an. Schickt ihr täglich 20 Mails. Und dann, ja dann entdeckt er sie in einem Forum, zwar anonym, aber er ist sich sehr sicher, dass sie es ist. Er meldet sich dort an und fängt an, ihr hinterher zu schreiben. Und nimmt fast jeden ihrer Beiträge her, ihr etwas Abwertendes dazu zu schreiben, verdreht ihre Aussagen, macht sich lustig, sie hat außer igno keine Möglichkeit, ihm zu "entkommen". Er fängt an Verbündete zu suchen, andere Trolle, die mit auf den Zug aufspringen.
Jetzt geht sie aus diesem Forum und findet ein neues Forum zum Thema, schreibt dort. Wieder dasselbe Spiel, diesmal nimmt er gleich drei Kumpels mit, die dort wieder dasselbe Spiel anfangen. Dumm ist, dort wird streng moderiert und die Trolle fliegen nach kurzer Zeit, nicht ohne dass sie den Admin und Moderatoren darüber per PN "aufgeklärt" haben, mit wem er das da zu tun hat.
Ein weiteres Forum zum Thema, so viele gibt es da leider nicht, wieder dasselbe Spiel. Sie entscheidet sich, nicht mehr in Foren zu schreiben und bleibt offline.
Nun suchen der Mann und seine Kumpels natürlich nach ihr im Web und finden - oh jaaa - das muss sie ja sein. Einen Nick, der inhaltlich usw. sehr nach ihr aussieht und nun fängt das destruktive Spiel wieder an. Leider ist die Person hinter dem Nick jemand anders. Wird aber konsequent genauso verfolgt.
Nun muss man wissen, dass auch in Foren Persönlichkeitsrechte tangiert werden können und Du nicht einfach nur sagen kannst: ist nur virtuell. Sonst würde es nicht möglich sein Dinge wie Stalking, Diskriminierung, Mobbing, Hetze, Beleidigung usw. im Netz juristisch zu verfolgen. Du kannst gerne schauen, wie diese Sachverhalte im Einzelnen juristisch zu bewerten wären. Vielleicht hilft Tarbagan dir ja dabei.
Das Beispiel ist frei erfunden, soll dir aber aufzeigen, dass deine Sichtweise, jene potentiell strafbewehrten Taten wären nur im RL von Bedeutung, falsch ist. Ebenso habe ich dir das Karlsruher Urteil vor vielen Seiten genannt, dass auch ein Forenbetreiber in Haftung genommen werden kann. Selbst wenn er versucht sich schadlos zu halten durch einen Satz im Impressum.
In Bezug auf das Sexualstrafrecht und die Handlungen zu Silvester in Köln ist es sehr viel schneller gegangen, hier juristisch nachzubessern. Beim Stalking dauerte das lediglich länger. Ist aber aus meiner Sicht genau der richtige Weg. Es kann und darf nicht sein, dass ein Täter hier erst sein Ziel erreichen können muss, bevor die Zielperson rechtlich geholfen werden kann, es sich Unterstützung holen kann. Immerhin gibt es im Netz durchaus Personen, die psychisch so labil sind, dass sie durch solche Trolle in den Tod oder zum Suizidversuch getrieben wurden, ich finde, solchen Leuten muss man sogar die möglichen juristischen Konsequenzen sehr deutlich klar machen, die ihr scheinbar unterhaltsames Verhalten haben können.