Das kann ich nur bestätigen. Mir geht’s aber hier nicht nur um die "technischen" Details des Sophia-Mythos, wie der wievielte Himmel oder der sephirotische Lebensbaum etc., sondern auch und vor allem um die Gefühle, die m.E. als einen wichtigen Aspekt der Route, die der Mensch auch gehen sollte, betrachtet werden sollten, um über Reue und Erkenntnis zu seiner Bestimmung zu finden.
So könnte es sich zum Beispiel – mit umgekehrten Zeichen und viel Fantasie – abgespielt haben, als Sophia dem unsichtbaren Urvater gegenüber unablässig Reue bekundete:
„Guten Abend Sophia. Schön, dich zu sehen“, sagte er und tat etwas unbeholfen bei der Begrüßung. Sie gab ihm die Hand und erwiderte seinen Gruß.
„Guten Abend Alessandro. Es wundert mich sehr, dich hier zu sehen. Wie komme ich zu der Ehre?“, fragte sie sehr förmlich.
„Ich habe es zu Hause einfach nicht mehr ausgehalten. Ich wollte unbedingt mit dir reden. Es ist sehr wichtig für mich“, fing er an.
„Aha, es ist wichtig für DICH. Was willst du dann von mir?“
„lch kann verstehen, dass du sauer und verärgert auf mich bist, aber mal im Ernst. lch muss wirklich mit dir reden. Ich mache mir schwere Vorwürfe“, sagte er reuevoll.
Sophia hörte zu und sagte kein Wort.
Stattdessen spielte sie auf ihrem Schoß mit ihren Händen an den Ecken der Tischdecke herum. Das tat sie immer, wenn sie sehr nervös und aufgeregt war.
„Es tut mir unglaublich leid, wie die Dinge sich entwickelt haben. Ich habe einen großen Fehler gemacht. Wir waren so glücklich“, sagte er und wartete auf die Reaktion, doch Sophia sagte nichts. Sie sah ihn nur an und spielte weiter an der Tischdecke herum.
„lch dachte, ich würde Maria lieben. Aber ich habe erst gemerkt, als ich dich verloren habe, dass es nicht so ist. lch habe immer nur dich geliebt. Ich bereue zutiefst, was ich getan habe, dass ich dir wehgetan habe und dass ich nicht viel früher mit dir darüber geredet habe. lch bin so ein Idiot“, unterbrach er sich und wartete auf eine Reaktion.
Doch diesmal kam nur ein „Ja, das bist du“ van Sophia und mehr nicht.
„lch weiß, ich habe dir mehr als wehgetan. Und wenn ich es rückgängig machen könnte, dann wurde ich es sofort tun. lch will dich nicht verlieren Sophia. lch kann ohne dich nicht leben. Darum bin ich hier. lch will, dass wir es noch einmal miteinander versuchen. Ich musste dir folgen um die halbe Welt, weil ich fast zerbrochen wäre an dem Schmerz, der mein Herz quält, als ich erkannt habe, was ich dir angetan habe“, sagte er.
Aus „Macht der tiefen Gefühle - Auf der Suche nach dir". Gesamtausgabe, Bände 1-3, von Manuela Dehnert