Du meinst also die fernöstliche TCM ist ganzheitlich.
Nein! Meine Güte, also das ist schon wieder so ein Beispiel dafür, daß Du nicht textverstehend liest, sondern einzig und allein in Dir gefangen bist bei diesem Thema. Was ist nur mit Dir los?
Ich beschrieb, daß es "Ganzheitlichkeit" in verschiedener Weise gibt. Nicht mehr, nicht weniger. Daß es ein Paradigma ist und daß es keinen Sinn macht zu erkennen: das da ist nicht ganzheitlich, weil dies dort da drin nicht vorhanden ist. (Es ist deshalb nicht sinnvoll, weil es eben verschiedenste Vorstellungen von Ganzheitlichkeit gibt!)
Und bezüglich der TCM äusserte ich mich so, daß ich für die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) die Traditionelle Chinesische Medizin halte und nicht irgendetwas Anderes. Und ich schrieb nicht, daß ich die TCM für ganzheitlich halte, sondern ich schrieb auch hier im Zusammenhang so, daß die TCM für sich selber den Anspruch der Ganzheitlichkeit hat.
Mir persönlich ist das Thema Ganzheitlichkeit völlig schnurz, um ehrlich zu sein. Eben weil es als Paradigma nicht konkret zu gebrauchen ist.
Schön und gut. Was ist dann weiter mit "Geistheilern", "Schamanen", "Engelskanälen", etc. Sind die nun ganzheitlich?
Ja selbstverständlich sind die ganzheitlich, weil die die Ganzheit von einer anderen Perspektive aus erfassen. Bloß weil der Schamanismus als Beispiel gleichzeitig das Paradigma der Körper-Geist-Identität und der Natur-Seele-Identität zur Weltenerklärung heranzieht, wird es nicht unganzheitlich. Ganzheitlichkeit ist im Schamanismus etwas völlig anderes als in einer westlichen Medizin, unser medizinisches Körperwissen gehört dort nicht dazu. Das gleiche trifft auch Engelmedizin und auf Geistheilung zu, nehme ich an, und dadurch werden diese Traditionen nicht unganzheitlich.
Du mußt es grundsätzlich verstehen, daß Ganzheitlichkeit nicht der von Dir darunter verstandene Inhalt sein kann. Denn das wäre unganzheitlich gedacht.
Wo gehören die hin? Ost-West?
Der Schamanismus ist ein Weltphänomen. Der Schamane ist nichts anderes als der frühe Heiler. Engel oder Äquivalente dazu gab es meines Wissens auch in jeder Kultur und ihnen wurde stets Gut und Böse zugesprochen, also dann auch Heilung. Und es wird auch überall Geistheiler gegeben haben bzw. geben, hier in der Eifel gibt es z.B. jede Menge Gesundbeter. Die arbeiten deshalb ganzheitlich und dürfen das behaupten, weil sie sich um die Ganzheit des Menschen bemühen. Lies mal: Ganzheit. Nicht Trennung von Körper, Geist und Seele. Ganzheit heißt ja das Unversehrt-Heile. Darum bemühen sie sich. Sie müssen dafür nichts über den Körper wissen und seine Funktionsweise oder über die Funktionsweise von Erkrankungen.
Und egal jetzt ob man das nun Ost oder West betrachtet- einen Körper hat man ja nach beiden Paradigmen, also könnte man ja schon mal auf die Idee kommen, dass Wissen über den menschlichen Körper ned sooo unwichtig ist, wenn man sich "Ganzheitlichkeit" auf die Fahnen schreiben will, oder?
Und da ist sie wieder, die Wiederholung Deines Totschlagarguments. Nein, ein Gesundbeter muß kein medizinisches Wissen haben, wozu denn bitte? Das ist doch bei seiner Vorgehensweise völlig unerheblich. Ein Schamane ebenfalls nicht, denn die Vorstellung des Zusammenhängens der Natur ist nicht westlich, sondern schamanisch.
Also nochmal: Ganzheit ist nicht das, was Du darunter verstehst. Sondern es ist ein fluides Paradigma, das zunächst mal von der Kultur und den mit ihr verbundenen Traditionen abhängig ist, die dieses Wort verwenden. Und was nun die "richtige" Ganzheit ist, darüber kann man sich zwar streiten, aber einen tieferen Sinn macht das meines Erachtens nicht.
Man kann Paradimen nur eingeschränkt verstehen, sie sind zur Anwendung gedacht, damit verstehbares Wissen entsteht. Und welches Wissen auf einer paradigmenhaften Grundannahme entsteht, ist kultur- und traditionsabhängig.
(und jetzt kannst Du nochmal sagen, daß wer kein medizinisches Wissen vom Körper hat, doch nicht ganzheitlich arbeiten könne und kannst das wiederholen bis zum Skt-Nimmerleins-Tag. Richtiger wird es dadurch auch auch nicht.)
lg