Lieber
@Tolkien
So beharrlich bin ich nicht immer. Ganz sicher nicht. Es gibt auch vieles, das fange ich an, bringe es aber nicht zuende. Kommt öfter vor, als du denkst. Manchmal brauch ich nen kleinen Tritt.
Aber es gibt Dinge, Verläufe, Träume und Menschen, die mir wichtig sind. Ganz wenig Menschen. Nicht weil ich Menschen nicht mögen würde, sondern weil ich sie selten in mein Vertrauen hole und häufig den Kontakt abbreche. Wenn es dann aber so ist, ich einen Menschen in mein Herz lasse, dann bin ich da auch sehr zuverlässig. Erst recht, wenn ich deutlich spüren kann, wenn ich zurück geliebt werde. Dann geb ich alles. Ganz offensichtlich. Nur bisher nie so, wie jetzt. Das ist anders.
Mein Herz, nehme ich sehr ernst. Es ist das Wertvollste, was ich in diesem Leben besitze. Und ich erkenne, wenn es lauter schlägt, als in meinen vorherigen Leben. Und das tut es. Sehr laut.
Aber bin ich deshalb beharrlich? Ist das etwas, was zu forcieren ist? Ich gehe einfach nur nach meinem Gefühl. Etwas aufbauen, kann ich mit einem Gefühl alleine natürlich nicht. Dazu gehören zwei, die aktiv werden. Aber das Gefühl ist einfach da. Ist das Beharrlichkeit
@Tolkien?
Beharrlich und ehrgeizig, was meine anderen Ziele betrifft, bin ich allerdings. Dinge, die selbst steuern kann. Das Lernen zum Beispiel. Es geht in die Endphase. Bis Oktober muss ich alle Leistungsnachweise versenden. Weil dann die Vorseminare anfangen, ich mich für März 2022 anmelden muss. Und ich hau rein, bis zum Umfallen. Ja, da bin ich wirklich beharrlich. Von Morgens 5 Uhr, bis Abends 22 Uhr. Nur unterbrochen von meinen Kindern, Verpflichtungen und dem Laufen. Ja und ab und zu Kirche.
Aber ich glaube, in der Liebe hat das nichts mit Beharrlichkeit zu tun. Sondern mit dem Herzen und zwei Enden, die festgehalten werden, vom Band. Seelenband.
Ich hoffe und liebe und beobachte, was da passiert. In meinen Träumen, aber auch und ganz besonders, was da im realen Leben passiert. Unterwegs hoffe ich dabei, dass mir der Kuckuck im Kopf, dabei nicht dauerhaft entflogen ist.

Aber ich denke, er meldet sich noch konsequent zu Wort. Ich bin also durchaus, mitten im Leben. Auch wenn ich oft mit offenem Mund da stehe und mir sage: das gibts doch gar nicht. Träume ich?
Anfangs habe ich noch versucht, auch das zu lenken. Das ist, wie man gesehen hat, komplett gescheitert. Ich habe zu sehr gedacht und konnte nicht darauf vertrauen, das die Dinge schon so laufen, wie sie laufen sollen. Das Vertrauen in das Leben. Zu viel Kopf, für so viel Gefühl. Leider auch so ein Aspergerding. Liebe ist mit vollem Herzen da. In jeder Hinsicht. Doch denken wir dabei einfach viel zu viel. Was für den anderen sehr anstrengend sein kann.
Wie oft hat er direkt gesagt: man lass doch mal laufen... Fühl doch einfach nur. Weise Worte, die ich erst jetzt verstehe.
Doch bin ich nun bereit, zu nehmen was das Leben und die Liebe mir schenken möchten. Beharrlich bin ich sicher darin, immer wieder aufzustehen und mit Erstaunen, meine Intuition zu erkennen. Wenn sie sich mit der Realität verbrüdert. Und das wird sie. Ich warte, sehe und vermutlich staune ich dann wieder. Und dabei lerne ich etwas kennen, das außergewöhnlich gut für mich ist. Aber auch das habe ich erst jetzt wirklich begriffen.
Diese Verbindung, Freundschaft und von meiner Seite aus, große Liebe, ist das Stimmigste und Beste, was mir passieren konnte. Auch wenn ich für diese Erkenntnis, durch ganz viel Schmerz laufen musste. Doch ist dieser Schmerz, nicht die Endstation. Es war nur der Weg.
Und ich hoffe, er sieht es ähnlich. Ich hoffe es. Nein. Eigentlich weiß ich es. Er wird es auch verstehen, wenn er mir in die Augen schaut. Vielleicht beim nächsten, sich tief in die Augen schauen. Auch etwas, wo meine Intuition mir sagt: vertraue mir einfach, ich bin ehrlich mit dir, Wölfchen.
So. Nun aber genug gequatscht. Morgen ist Kirche. Und ich wünsche eine gute Nacht.
