Ethnobotanische Gärten

*Pata de Venoda "Deer Paw" - Ariocarpus Kotschoubeyanus albiflorus tula*

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Im Kakteen Haus öffnet gerade eine Besonderheit ihre Blüten. Ariocarpus blühen im Spätherbst... Sie gehört auch zu den etnnobotanischen Gewächsen und deswegen bringe ich sie in den etnnobotanischen Garten des Forums. Ihr natürliches Vorkommen befindet sich in den trockenen Regionen Mexikos bis nach Texas. Und da lässt sie sich auch nicht von Mauern und Zäunen aufhalten....

Die Pflanze ist für ihre einzigartige, steinartige Erscheinung bekannt, die ihr in ihrer natürlichen Umgebung exzellente Tarnung bietet. Deshalb wird sie oft auch zu den "lebenden Steinen" gezählt. Ihre Blätter erinnern an Trittsiegel eines Reh 's , deswegen wird sie auch "Deer Paw" genannt. Die Gattung umfasst acht bzw zehn Arten, je nach Literatur. Sie besitzt einen wolligen Scheitel und mehlige Beeren. Außerdem hat diese Art eine Rübenwurzel als Wasserspeicher. Damit sprengen sie gelegentlich sogar Tontöpfe, die dann mit einem lauten Knall auseinander fliegen.

Am Rande bemerkt, besitzen Kakteen nicht (nur) deswegen Dornen, weil sie sich verteidigen müssen. Sondern als Sonnenschutz und auch als Nebelfänger. Denn Tau leiten sie an ihren Rippen entlang zum Boden. Je nach Art selbstverständlich...

Die Tarahumara, eine indigene Ethnie in Mexiko verwendet den Kaktus als Heilmittel und stellt einen Kleber aus der Wurzelrübe her. Die Tarahumara sind bekannt dafür Langstreckenläufer zu sein. Das nimmt kultuell einen hohen Stellenwert bei dieser Gruppe ein. Deswegen nennen sie sich in Eigenbezeichnung Rarámuri (‚Jene, die schnell laufen‘).

Der Ariocarpus Kaktus enthält Alkaloide, unter anderem Hordenin und N-Methyltyramin. Diese Verbindungen haben eine "aufputschende" Wirkung. Die indigenen Gruppen trinken ein Bier das sie tizwin nennen, in dem der Kaktus Verwendung findet. Sie nutzen das um schneller laufen zu können. Von manchen indigenen Völkern wird dieser Kaktus auch als falscher peyote oder wilder peyote bezeichnet. Manchmal auch als böser Bruder des peyote, weil er Menschen verrückt machen kann.
Huichol Schamane Ramón Media Silva sagte:

“When you eat it, you become crazy; you fall into the canyons, you see scorpions, snakes, dangerous animals, you are unable to walk, you fall, you often fall to your death by falling from the cliffs.”
“Huichol heart” (Furst 1971, 183)


Wobei ca 30 verschiedene Kakteen bekannt sind, die als falscher peyote bezeichnet werden. Da sie ähnliche Eigenschaften und Inhaltsstoffe besitzen und ebenfalls etnnobotanisch verwendet werden. Das sind auch keine unbekannten extrem seltene Arten. Mescalin ist in vielen Kakteen enthalten, auch in Kakteen die handelsüblich im Baumarkt zu erwerben sind.

Diese "Hypes" um psychoaktive Pflanzen führt nicht selten dazu, das diese Pflanzen wild und illegal aus ihrem Habitat entnommen werden. Sammler*Innen zahlen hohe Preise für solche Exemplare.

Ariocarpus ist geschützt (gesamte Gattung,Anhang I Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen), und man sollte beim Kauf schon darauf achten, dass es sich um eine Nachzucht aus Saatgut, handelt, inkl. CITEs. Das gilt im übrigen für alle Pflanzen. Oder Teile von Pflanzen, die man hochspirituell für seine Naturrituale verwendet und nicht bedenkt wo sie eigentlich herkommen und was Wildsammlung oft anrichten....

Quelle
The Encyclopedia of Psychoactive Plants: Ethnopharmacology and Its Applications
Ariocarpus fissuratus (Engelm.) K. Schum

Wikipedia
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ariocarpus


Robert A. Jr. “Hallucinogenic Plants of the Tarahumara.” Journal of Ethnopharmacology, vol. 1, 1979, pp. 23-48.

Blüte aktuell:
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Das ist eine tolle Idee.🥰 Ich hatte eh vor mir eine Tischmühle zu kaufen. Und nächstes Jahr mach ich noch ein paar mehr Beete voll, dann lohnt es sich bestimmt daraus Mehl herzustellen.
Falls du tatsächlich Mehl machen willst, würde ich dir gerne noch einen Tipp geben:
Du solltest die getrockneten Maiskörner zuerst mit Pflanzenasche oder alternativ mit Calciumhydroxid (aus der Molekularküche) kochen bis sie gut aufgeqollen sind. Danach trocknen und zu Mehl mahlen. Dieses "vorgekochte" Mehl hat den Vorteil, daß dadurch einige Nährstoffe besser vom menschlichen Körper aufgenommen werden können und der Teig wird dadurch auch geschmeidiger.
Ich habe selbst erst einmal aus einer Maisernte (südsteirischer Urmais) Mehl gemacht, aber damals wusste ich das leider noch nicht - Würde ich aber beim nächsten Mal so machen.
Die letzten Jahre habe ich immer Maiz morado gepflanzt, und aus den teils mickrigen Ernten habe ich jedoch nie Mehl gemacht sondern immer Chicha Morada.
 
*Hidden paths - Turkmenische Alraune (Mandragora turcomanica)*

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Ich erweitere den etnnobotanischen Garten des Forums heute um eine außergewöhnliche Rarität. Turkmenische Alraune (Mandragora turcomanica) eine der seltensten Pflanzen der Erde. Ihr Bestand ist rückläufig und stark gefährdet. 1978 zählte man noch 1000 Exemplare, 1994 nur noch 499 und 2002 lediglich noch 50. Der momentane Bestand ist ungewiss. Sie wächst endemisch im Kopet-Dag-Gebirge an der Grenze zwischen Iran und Turkmenistan. Im UNESCO-Biosphärenreservat Kopet Dag. Das Gebiet beherbergt zahlreiche endemische Pflanzen und Tierarten.


**Mandragora turcomanica** zeichnet sich durch ihre großen, fleischigen Wurzeln aus, die oft menschenähnliche Formen annehmen. Die Blätter sind breit und wellig, während die Blüten eine blassviolette bis blaue Färbung aufweisen. Die Frucht ist eine gelbe bis orange Beere, die giftige Alkaloide enthält. Ihre Erscheinungsform ist beeindruckend, da sie im Durchmesser durchaus 160cm erreichen kann. Was sie von den anderen Alraunen unterscheidet. Außerdem legt sie ihre Blätter nieder, wenn es sehr heiß wird und es so aussieht, als würde sie welken. Steigt jedoch die Feuchtigkeit und es kündigt sich Regen an, so erhebt sie ihre Blätter. Die heimische Bevölkerung vergleicht das, mit den Händen, die sie zum Gebet erheben.

Es gibt Hinweise darauf, dass diese Pflanze möglicherweise eine kultivierte Art ist. Einige Forschende vermuten, dass **Mandragora turcomanica** ursprünglich nicht wild wuchs da frühe Versuche, sie in die Wildnis zu entlassen, nicht erfolgreich waren, ( in der Kultur gedeiht sie problemlos). Dies könnte darauf hindeuten, dass die Pflanze eine lange Geschichte der Kultivierung durch Menschen hat. Ihre Nähe zu einem antiken Sufi Heiligtum,Shibli Baba, scheint das zu bestätigen. Da sie dort verwildert auf alten Kulturboden wächst und vermutlich rituell oder vielleicht als Nahrung angebaut wurde ( im Iran wurde sie vereinzelt als Nahrungsmittel angebaut). Manche Forschende sehen in ihr "Hauma" aus dem Avesta dem heiligen Buch im Zoroastrismus.

Die genaue Herkunft und die Geschichte der Kultivierung von **Mandragora turcomanica** sind noch nicht vollständig geklärt. Botaniker*Innen und Historiker*Innen arbeiten weiterhin daran, mehr über diese faszinierende Pflanze zu erfahren. Die turkmenische Alraune bleibt ein interessantes Forschungsgebiet, das sowohl botanische als auch historische Fragen aufwirft.

Endeckt wurde die turkmenischen Alraune von Olga Mizgirýowa: Eine Pionierin der Botanik in Turkmenistan. Eine bemerkenswerte sowjetisch-turkmenische Malerin und Botanikerin. Ihre Leidenschaft für die Natur und ihre unermüdliche Arbeit haben sie zu einer bedeutenden Figur in der botanischen Forschung gemacht. Sie verschrieb ihr Leben gänzlich der Botanik.

Olga Mizgirýowa begann ihre Karriere als Laborantin in der turkmenischen Versuchsstation des Allunionsinstituts für Pflanzenzucht. Ihre Hingabe und ihr Fachwissen führten dazu, dass sie später die Leitung dieser Station übernahm. Während ihrer Karriere verfasste sie etwa 50 wissenschaftliche Artikel und spielte eine entscheidende Rolle bei der Gründung des Sünt-Hasardag-Naturschutzgebiets.

Eine ihrer bedeutendsten Entdeckungen war aber die Mandragora turcomanica, die sie 1942 wissenschaftlich beschrieb. Diese Entdeckung war das Ergebnis intensiver Feldarbeit und sorgfältiger Beobachtung. Was für eine Frau in diesen Zeiten sicher eine Besonderheit war.

Olga Mizgirýowas Beitrag zur Botanik ist von unschätzbarem Wert. Ihre Entdeckungen und ihre wissenschaftlichen Arbeiten haben das Verständnis der Pflanzenwelt in Turkmenistan erheblich erweitert. Ihr Engagement und ihre Leidenschaft für die Natur dienen auch heute noch als Inspiration für viele Botaniker*Innen und Naturschützer*Innen.

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Quellennachweis:

“Мандрагора туркменская: загадки длиною в тысячелетия.” Туркменистан: Золотой век, 26. März 2020. turkmenistan.gov.™.

Wikipedia Contributors. “Kopet-Dag.” Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, Wikimedia Foundation, https://de.wikipedia.org/wiki/Kopet-Dag.

Memariani, F., Akhani, H., & Joharchi, M. R. (2016). Endemic plants of Khorassan-Kopet Dagh floristic province in Irano-Turanian region: diversity, distribution patterns and conservation status. Phytotaxa, 249(1), 31-117.
doi:10.11646/phytotaxa.249.1.5

Deutsche UNESCO-Kommission. (2023). UNESCO-Biosphärenreservate weltweit. https://www.unesco.de/kultur-und-na...servate-weltweit/unesco-biosphaerenreservat-1

Wikipedia. (2024). Turkmenische Alraune. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Turkmenische_Al
raune


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Zwei ,Turkmenische Alraunen (Mandragora turcomanica) die eigentlich eine sein sollte.. *Ein Zwischen-Bericht*

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In der Welt der Pflanzen gibt es Arten, die sich durch besondere Eleganz auszeichnen, andere durch Robustheit, und dann gibt es Mandragora turcomanica, eine Pflanze, die beides verweigert und stattdessen eine Art botanische Passiv‑Aggressivität kultiviert... Grundsätzlich sagt man DAS allen Alraunen nach. Sie sind schwierig, dramatisch, beleidigt uswusf. Warum sollte dieses Exemplar anders sein?!

Sie wächst langsam, reagiert empfindlich auf alles und überlebt dann trotzdem Dinge, an denen stabilere Arten scheitern würden.

Auch eine Überwässerung als Charaktertest.🫣
Der letzte Sommer begann harmlos, bis jemand beschloss, die Mandragora mit einer Bewässerungsstrategie zu beglücken, die man in der Fachsprache als "hydrologische Katastrophe“ bezeichnet. Die Pfahlwurzel, ein Organ, das für trockene Steppenböden optimiert ist, wurde in einen Zustand versetzt, der eher an ein schlecht gewartetes Feuchtbiotop erinnerte, mit Untersetzer. Es war eine Katastrophe...

Die Pflanze reagierte mit der üblichen Mischung aus Trotz und Überlebensinstinkt:
Erstmal einzelne Blätter abwerfen und warten ob jemand reagiert.
Und schließlich: Selbstamputation eines Wurzelsegments, vermutlich ausgelöst durch die botanische Erkenntnis, dass Flucht besser ist als Ertrinken.

Der Fluchtversuch...
Ein abgetrennte Wurzelstück samt Blattwerk entfernte sich aus dem völlig durchnässten Boden, so weit eine Wurzel eben fliehen kann. Es war ein stiller, aber deutlicher Protest: "Ich bin raus.“ und ich schwör' ich habe ein winzigen Mittelfinger gesehen..

Also habe ich sowohl das übrig gebliebene Wurzelstück und das abgetrennte Wurzelstück mit Blätter umgetopft in neue Erde. Allerdings ohne große Hoffnung dass sich die Pflanzen erholen würden.

Beide Teile regenerierten sich jedoch. Nicht, weil die Pflege plötzlich besser wurde, sondern weil Mandragora über Speicherorgane verfügen, die so viel Energie enthalten, dass sie selbst nach mechanischer Trennung noch genug Reserven haben, um ein neues Individuum zu bilden. Zumindest ist das in der Theorie möglich.
Allerdings weiß man von Alraunen, das sie selten verzeihen und auch mal einfach so "eingehen ".

Dann kam der Winter. Ihr erinnert euch...😩
Wir hatten an manchen Tagen Dauerfrost und Nachts durchaus im zweistelligen Minusbereich. Temperaturen bei denen andere Arten spontan den Darwin‑Award gewinnen. Aber nicht meine Alraune.... Die Blätter froren durch und hätten als Wurfgeschosse dienen können, tauten dann wieder auf und funktionierten weiter, als wäre nichts gewesen. Mandragora betreiben nämlich kontrollierte extrazelluläre Eisbildung
Nachts bekamen sie aber trotzdem einen Pullover.

Beide Individuen wachsen derzeit wieder. Nicht groß, aber stabil. Die Größe entspricht Pflanzen, die einen Sommer lang damit beschäftigt waren, nicht zu sterben. Die Wurzelmasse wird sich normalisieren, sofern niemand erneut versucht, sie in ein Feuchtgebiet zu verwandeln.
Ich werde darauf achten.....
 
Zuletzt bearbeitet:

*Turbinicarpus ysabelae - Phänomen Mikroendemit*


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Turbinicarpus ysabelae gehört zu den Juwelen der mexikanischen Kakteenflora, ist aber gleichzeitig ein Symbol für die extreme Gefährdung durch räumliche Isolation.

Sein Hauptvorkommen liegt in der Nähe der Stadt Tula.
Dort wächst er am Rancho el Vergel.
Sein Lebensraum besteht aus steilen, felsigen Kalksteinhängen in einer trockenen Steppenlandschaft.

Das gesamte bekannte natürliche Vorkommen beschränkt sich auf ein Areal von weniger als 1 km². Oft wird sogar eine noch kleinere Kernzone von nur etwa 100 x 200 Metern angegeben.Schätzungen gehen davon aus, dass in der freien Natur weniger als 250 Exemplare existieren.
Diese isolierten Arten nennt man Mikroendemiten.

Während der pleistozänen Kaltzeiten (Eiszeiten) war das Klima in Mexiko anders verteilt. Als es danach wärmer und trockener wurde, zogen sich viele Pflanzenarten in "Refugien" zurück, Orte, an denen die Bedingungen gerade noch überlebbar waren.

Da sie aber so selten sind und ihr Vorkommen sich auf eine Fläche beschränkt, die nicht größer als ein Fußball Feld ist, sind sie durch Wilderei, lokaler Erdrutsch, eine langanhaltende Dürre und Klimawandel, stark gefährdet. Man könnte diese Art an nur einem Nachmittag auslöschen...

Bei Sammlern sehr begehrt ist die Nachzucht (Erhaltungskultur ex situ) durch Saatgut sehr wichtig, da sie Wildsammlungen vermindert. Aber auch für mögliche Wiederansiedlung.

Wenn man diese Art von Pflanzen kauft oder zur Pflege erhält ist außerdem eine CITES sehr wichtig.CITES steht für Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora.
Im Deutschen nennen wir es das Washingtoner Artenschutzübereinkommen. Es ist ein Herkunftsnachweis der bedrohten Art. Ohne sie wüsste man nicht woher die Pflanze stammt und könnte daher auch aus illegalen Sammlung stammen. Eine CITES ist daher immer notwendig.Nachweispflicht!
Turbinicarpus ysabelae ist weit mehr als nur ein kleiner Kaktus auf einem fernen Hügel in Mexiko. Er ist ein lebendes Fossil, ein Zeitzeuge der Erdgeschichte, der in einem winzigen Areal die Jahrtausende überdauert hat. Sein Schicksal liegt heute in unseren Händen: Durch strengen Schutz wie CITES und die engagierte Erhaltungskultur kann man sicherstellen, dass dieses botanische Juwel nicht zum bloßen Mythos wird, sondern als Teil der wunderbaren Vielfalt unseres Planeten erhalten bleibt....
 
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*Ein Baum erzählt: Vom Speien, Schweigen und Überleben - Der Speierling (Sorbus domestica)*

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Der Speierling gehört zu den seltensten Baumarten in Mitteleuropa.
Dieses Exemplar ist etwa 300 Jahre alt, mit einem Stammumfang von mehr als 2 Meter. Und somit ökologisch/genetisch sehr wertvoll.

Der Speierling gehört zu den Wildobst Arten, aber sein Name verrät es eigentlich schon. Die Früchte sind nahezu ungenießbar im rohen Zustand. Der hohe Gehalt an Gerbstoffe macht es unmöglich diese Früchte roh zu genießen . Daher wartet man entweder bis zum Frost, ähnlich wie bei der Schlehe, oder verarbeitet die Frucht. Regional wird die Frucht zum Apfelwein gegeben.

Da er sehr langsam wächst, ist sein Holz sehr wertvoll. Es ist eines der härtesten und wertvollsten Europas, dicht, feinporig und begehrt für hochwertige Möbel und Musikinstrumente.
Er wächst so langsam, das er erst nach 15 Jahren fruchtet.
Der Speierling ist ein echter Veteran unter den heimischen Baumarten. Archäologische Funde belegen seine Nutzung bereits in der Jungsteinzeit. Die Römer kultivierten ihn gezielt, schätzten seine Früchte zur Mostveredelung und sein Holz. In Mitteleuropa war er einst weit verbreitet, heute ist er eine Rarität.
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In einer Zeit, in der Biodiversität und Klimastabilität zu den drängendsten Themen unserer Landschaftspflege gehören, lohnt sich der Blick auf einen Baum, den viele nicht einmal dem Namen nach kennen: den Speierling (Sorbus domestica). Dabei ist er nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch kulturell tief verwurzelt, wortwörtlich und symbolisch

Der Speierling ist anspruchslos und gleichzeitig anspruchsvoll: Er liebt sonnige, kalkreiche Standorte, wächst langsam und ist empfindlich gegenüber Wildverbiss. Doch seine Widerstandskraft gegenüber Trockenheit und Hitze macht ihn zu einem Hoffnungsträger im Klimawandel. Mit seinem tiefreichenden Wurzelsystem trotzt er Stürmen und kann mehrere Jahrhunderte alt werden.
Wenn man also einen Klimabaum sucht, ist das eine ideale Wahl.

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Die kleinen, apfel- oder birnenähnlichen Früchte des Speierlings sind herb und adstringierend ,roh kaum genießbar, aber getrocknet oder verarbeitet eine Delikatesse. In der Volksmedizin galten sie als Mittel gegen Durchfall, Fieber und Schwächezustände. In der Mostherstellung verbessern sie Geschmack und Haltbarkeit, ein Geheimtipp für Kenner.

Ich habe die Früchte für Saatgut mitgenommen. Probiert habe ich sie aber auch...


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Zuletzt möchte ich noch einen wichtigen Gedanken teilen.
Alte Bäume, besonders Naturdenkmäler, sind wertvoll, aber auch verletzlich. In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Fällen, bei denen Bäume absichtlich vergiftet wurden. Die Täter bohren kleine Löcher in den Stamm und spritzen Gift hinein, das den Baum langsam von innen zerstört. Das passiert oft gezielt. Auch bei sehr alten Bekannten Bäumen.

Deshalb raten manche Fachleute inzwischen dazu, solche Orte nicht mehr öffentlich zu nennen. Je weniger Menschen wissen, wo ein besonders alter oder seltener Baum steht, desto besser ist er geschützt. Es geht nicht darum, Geheimnisse zu machen ,sondern darum, diese lebenden Zeitzeugen vor Vandalismus zu bewahre
n....


Quellhinweis und allgemeine Informationen zum Speierling (Botanik, Verbreitung, Eigenschaften):
- Wikipedia: Speierling (Sorbus domestica) – https://de.wikipedia.org/wiki/Speierling
- Pflanzen-Deutschland.de: Sorbus domestica – https://www.pflanzen-deutschland.de/Sorbusdomestica.html

2. Historische Nutzung & Bedeutung:
- TU Darmstadt – Posterprojekt „Der Speierling – ein vergessenes Kulturrelikt“
https://www.geschichte.tu-darmstadt...udium1/StudiProjektGeschichteVernetztCarl.pdf
- Forum Jagdkultur: Der Speierling – eine fast vergessene Baumart mit großem Potenzial

*Alte Seelen - Das Erbe des 300-jährigen Riesen*

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Die Kerne des alten Speierling sind erfolgreich gekeimt. Das freut mich wirklich sehr. Jedes Äpfelchen hat meistens nur einen einzigen Kern. Und wie fast alle heimischen Pflanzen, braucht auch dieser Baum zum keimen den Winter/Frost. So habe ich sie bereits im Herbst letzten Jahres in die Erde gegeben.

Ein Baum, der 300 Jahre alt geworden ist, besitzt eine unglaubliche genetische Resilienz. Er hat Dürren, harte Winter und Schädlinge überlebt, die man sich kaum vorstellen kann. Sein Saatgut ist quasi "Elite-Material“ der Natur.

Ich weiß, dass ich mit jedem gekeimten Kern einer der seltensten Bäume Europas unterstütze.
Vielleicht werden sie auch mal 300 Jahre alt....
 
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