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ERWACHEN - Advaita Vedanta

Dieses Thema im Forum "Religion & Spiritualität" wurde erstellt von Thorsten Göttel, 4. September 2003.

  1. sam°

    sam° Mitglied

    Registriert seit:
    9. Mai 2003
    Beiträge:
    500
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    Hallo Thorsten,

    folgender Text aus dem Buch Von P.D. Ouspensky "Auf der Suche nach dem Wunderbaren (Perspektiven der Welterfahrung und der Selbsterkenntnis)" ist mir noch zu dem Thema Erwachen eingefallen.

    Darin berichtet Ouspensky über seine achtjährige Arbeit als Schüler von Gurdjieff. Mir gefällt nicht alles aus dem ca. 600 Seiten dicken Buch, aber dieser Auszug trifft vielen Dinge, meiner Erfahrung nach, auf den Punkt.

    Es ist halt ein bisschen lang, aber es sind nicht alle 600 Seiten - ich schwör's ;)


    Auszug aus diesem Buch (7.Kapitel), ein Bericht über die Gespräche von Ouspensky mit Gurdjieff:


    Wir haben alle die Möglichkeit von Bewusstsein und seltene Augenblicke des Aufblitzens.

    Sie werden dann sehen, dass Sie denken, fühlen, handeln, sprechen, arbeiten können, ohne sich dessen bewusst zu sein und wenn Sie lernen, in sich selbst die Augenblicke von Bewusstsein und die langen Zeitspannen des Mechanisiertseins zu sehen, dann werden Sie ebenso sicher auch an anderen erkennen, ob sie sich dessen, was sie tun, bewusst sind oder nicht.

    Was ist das wichtigste, was wir während der Selbst-Beobachtung bemerken?

    Keiner von Ihnen hat bemerkt, dass sie sich nicht Ihrer selbst erinnern. Bei Ihnen "Beobachtet es" genau so wie "es spricht", "es denkt", "es lacht". Um sich wirklich zu beobachten, muss man zuerst sich seiner selbst erinnern. Versuchen Sie, sich Ihrer selbst zu erinnern, während Sie beobachten. Nur die Ergebnisse, die von der Selbst-Erinnerung begleitet werden, haben überhaupt einen Wert. Sonst sind Sie selbst gar nicht an Ihren Beobachtungen beteiligt.

    Ouspensky's Versuche von Selbst-Erinnerung führten zu keinen Ergebnis, ausser dass sie ihm zeigten, dass wir uns tatsächlich nie an uns selbst erinnern.

    Dies ist eine sehr wichtige Einsicht. Menschen, die dies wissen, wissen schon sehr viel. Die Hauptschwierigkeit ist, dass niemand es weiss. Wenn Sie einen Menschen fragen, ob er sich seiner selbst erinnern könne, wird er natürlich antworten, dass er es könne. Wenn Sie ihm sagen, dass er sich nicht seiner selbst erinnern könne, wird er entweder auf Sie wütend werden, oder er wird Sie für einen vollständigen Narren halten. Die ganze menschliche Blindheit beruht darauf. Wenn ein Mensch wirklich weiss, dass er sich nicht seiner selbst erinnern kann, dann ist er schon dem Verständnis seines Seins nahegerückt.


    Im Folgenden macht Ouspensky zahlreiche Versuche, sich seiner selbst zu erinnern und schreibt darüber:

    Ich hatte früher einige Experimente in der Richtung gemacht, meine Gedanken zum Stillstand zu bringen, wie es in den Büchern über Yoga-Übungen erwähnt wird. Und meine ersten Versuche, mich meiner selbst zu erinnern, riefen in mir diese meine ersten Experimente ins Gedächtnis. Tatsächlich war es fast das gleiche mit dem Unterschied, dass beim Anhalten der Gedanken die Aufmerksamkeit ganz auf die Anstrengung gerichtet ist, keinen Gedanken zuzulassen, während bei der Selbst-Erinnerung die Aufmerksamkeit geteilt wird, ein Teil wird auf die gleiche Anstrengung gerichtet und der andere Teil darauf, sich selbst zu empfinden.

    Wenn ich etwas beobachte, wird meine Aufmerksamkeit auf den beobachteten Gegenstand gerichtet - eine Linie mit einer Pfeilspitze.

    ich => der beobachtete Gegenstand

    Wenn ich gleichzeitig versuche, mich meiner selbst zu erinnern, wird meine Aufmerksamkeit sowohl auf den beobachteten Gegenstand als auch auf mich gerichtet.

    ich <=> der beobachtete Gegenstand

    Nachdem ich dies definiert hatte, sah ich, dass das Problem darin bestand, die Aufmerksamkeit auf sich selbst zu richten, ohne die auf einen anderen Gegenstand gerichtete Aufmerksamkeit zu schwächen oder zu vernachlässigen. Ferner konnte sich dieser "andere Gegenstand" sich sowohl innerhalb als auch ausserhalb von mir befinden. Es ist ein vollkommen neuer und sehr interessanter Zustand, der mir merkwürdig bekannt vorkam.

    Zweitens erkannte ich, dass Augenblicke von Selbst-Erinnerung im Leben, wenn auch selten, vorkommen. Nur die absichtliche Erzeugung solcher Augenblicke schuf eine Empfindung von Neuheit. Tatsächlich war ich seit frühester Jugend mit ihnen bekannt. Sie traten entweder in neuen und unerwarteten Umgebungen auf oder an einem Ort, bei einer Reise unter neuen Menschen. Oder in Augenblicken sehr starken Gefühls, in Augenblicken von Gefahr, in Augenblicken, da es notwendig ist, den Kopf nicht zu verlieren, da man seine eigene Stimme hört und sich selbst von aussen sieht und beobachtet.


    ***


    Manchmal war das Selbsterinnern nicht erfolgreich.

    Ich spazierte einmal den Litejnij entlang in Richtung auf den Newsky (grosse Einkaufsstrasse in St. Petersburg, zumindest um 1914, Anmerk. von mir), und trotz aller Anstrengung war ich unfähig, meine Aufmerksamkeit längere Zeit auf das Selbst-Erinnern zu richten. Der Lärm, die Bewegung, alles lenkte mich ab. Jeden Augenblick verlor ich den Faden meiner Aufmerksamkeit, fand ihn wieder und verlor ihn wieder. Schliesslich fühlte ich eine Art lächerlichen Ärgers über mich und bog in die Strasse nach links ein; ich hatte mich fest entschlossen, meine Aufmerksamkeit wenigstens für einige Zeit, jedenfalls bis ich die folgende Strasse erreicht haben würde, darauf zu konzentrieren, mich meiner selbst zu erinnern. Ich erreichte die Nadejzdinskaja, ohne den Faden der Aufmerksamkeit, ausser vielleicht für kurze Momente, zu verlieren. Hierauf wandte ich mich wieder dem Newsky zu und erkannte, dass es in ruhigen Strassen für mich leichter war, den gedanklichen Faden nicht zu verlieren; deshalb wollte ich es auch lärmigeren Strassen versuchen. Beim Erreichen des Newsky erinnerte ich mich noch meiner selbst und begann bereits, den seltsamen Gefühlszustand inneren Friedens und Vertrauens zu verspüren. Gerade um die Ecke am Newsky war ein Tabakladen, wo meine Zigaretten angefertigt wurden. Immer noch meiner selbst erinnernd, dachte ich dort vorzusprechen und einige Zigaretten zu bestellen.

    Zwei Stunden später erwachte ich in der Tawritscheskaja, das heisst weit weg von dort. Ich fuhr mit einem Iswostschik zu den Druckern. Die Empfindung des Erwachens war erstaunlich lebendig. Ich kann beinahe sagen, dass ich zu mir kam. Sofort erinnerte ich mich an alles. Wie ich entlang der Nadejzdinskaja spaziert war, wie ich mich meiner selbst erinnert hatte, wie ich an Zigaretten gedacht hatte und wie ich bei diesem Gedanken anscheinend in tiefen Schlaf versunken war.

    Gleichzeitig hatte ich, während ich in diesen Schlaf versunken war, weiter zusammenhängende und nützliche Handlungen ausgeführt. Ich hatte den Tabakhändler verlassen, war in meine Wohnung in der Litejnij gegangen und hatte mit den Druckern telefoniert. Ich hatte zwei Briefe geschrieben. Dann war ich wieder aus dem Haus gegangen. Ich war auf der linken Seite des Newsky bis zum Gostinij Dvor gegangen in der Absicht, zur Offizerskaja zu gelangen. Dann hatte ich meine Absicht geändert, weil es spät geworden war. Ich hatte einen Iswostschik gedungen und war zur Kavalergardskaja zu meinen Druckern gefahren. Und auf dem Weg, während ich die Tawritscheskaja entlang fuhr, begann ich eine merkwürdige Unruhe zu verspüren, als ob ich etwas vergessen hätte. - Und plötzlich erinnerte ich mich, dass ich vergessen hatte, mich meiner selbst zu erinnern.



    Alles Liebe Dir
    sam
     
  2. Thorsten Göttel

    Thorsten Göttel Neues Mitglied

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    Hallo Sam,

    nochmal vielen Dank für die Mühe die Du Dir hier gemacht hast...

    Ganz habe ich es nicht verstanden! Was meint er mit "sich an sich selbst erinnern"? Spricht er da von "sich an seinen Verstand zu erinnern" oder von "sich an sein wahres Selbst erinnern"? Und warum schreibt er zum Schluß:" ...ich habe vergessen mich an mich selbst zu erinnern!"??

    Der Text war zwar schön zu lesen, aber um ehrlich zu sein konnte ich für mich da nicht so viel klären! Mittlerweile denke ich das Texte zum Thema "Erwachen" nur verwirren...:confused:
    Der Verstand versucht den Text in irgendwelche Konzepte und Ideen zu überführen. Und wir beide wissen ja das der Verstand bei diesem Spiel gar nicht mitspielen sollte...;)

    Das einzige was wirklich bedeutung hat, ist die Praxis. Nicht nur auf dem Meditationkissen, sondern mitten im Alltag! Wenn das ganze noch durch einen Lehrer/Meister begleitet wird ist es das beste das einem passieren kann.

    OK, das soll`s gewesen sein...

    Liebe Grüße an alle & bleibt bewußt...

    Thorsten
     
  3. sam°

    sam° Mitglied

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    Hallo Thorsten,

    ja, er meint sich an sein wahres Selbst erinnern. Vielleicht finde ich in dem Buch noch was kurzes ;), dass diese Selbsterinnerung gut beschreibt.

    "Und warum schreibt er zum Schluß:" ...ich habe vergessen mich an mich selbst zu erinnern!"??"

    Naja, er zieht doch los und versucht dabei, seine Aufmerksamkeit sowohl den zu beobachteten Gegenständen, als auch dem ich zu schenken. Immer wieder erinnert er sich daran und vergisst es wieder und erinnert sich wieder ... So geht das hin & her. In den ruhigeren Strassen fällt es ihm leichter, stellt er fest. Dann will er es in einer grossen und lauten Einkaufsstrasse auch probieren. Und Stunden später wacht er plötzlich auf und erinnert sich, dass er es komplett vergessen hat, dass er sich stundenlang nicht seiner selbst erinnert hat, seiner selbst bewusst war. In dieser Zeit hat er eine Menge Dinge getan. Dinge, die wir in unserem Alltag so erledigen. Unbewusst erledigen, weil wir meistens gar nicht - mit vollem Bewusstsein - dabei anwesend sind (weder bei den Gegenständen, Gedanken, Gefühlen noch beim ich). Ist es jetzt klarer für Dich?


    "Das einzige was wirklich bedeutung hat, ist die Praxis. Nicht nur auf dem Meditationkissen, sondern mitten im Alltag!" JAAAA :)


    Alles Liebe Dir
    sam
     
  4. Thorsten Göttel

    Thorsten Göttel Neues Mitglied

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    Heinsberg
    Hallo Sam,

    jetzt habe ich es verstand(en)! Um ehrlich zu sein, habe ich an diese einfache Aussage so gar nicht gedacht. Ich habe versucht in dem Text die tollste Offenbarung zu erkennen... :rolleyes:

    Er hat recht! Bei den meisten Dingen die wir machen, erinnern wir uns nicht an unser wahres Selbst. Um ehrlich zu sein tu ich dies ganz bewußt nur bei der Meditation. Hin und wieder versuche ich mich im Alltag daran zu erinnern, bzw. mich (mein wahres Selbst) zu spüren... Leider (noch) viel zu selten!!

    Werd diesen Monat übrigens mal auf ein Zen-Wochenende nach Neuss fahren. Bis jetzt habe ich die Erfahrung gemacht, dass man in der Gruppen sehr viel stiller wird und sich irgendwie getragen fühlt. Mal schauen wie es wird...

    Alles Liebe & bleib bewußt :sleep3:

    Thorsten
     
  5. manosha

    manosha Mitglied

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    Hallo,

    ich bin gerade mal in diesen"Threat" gestolpert und habe den Ursprunbeitrag gelesen.

    Da ich nicht die Zeit habe, alles zu lesen, möchte ich hier was über Advaita Vedanta sagen, was vielleicht schon thematisiert wurde, vielleicht auch nicht.

    Advaita heißt "Nicht Zwei"

    Es gibt im Prinzip nur zwei sprituelle Schulen:

    1. diejenigen, die von einem Dualismus ausgehen. (Der Mensch muß sich mit dem Göttlichen vereinen)

    2. diejenigen, die sagen: das, was Eins ist, kann nicht vereint werden, da es niemals zwei war.


    Thorsten, Du fragst, ob jemand Erfahrung mit Advaita Vedanta hat.

    Es gibt keine Erfahrung von Advaita Vedanta.

    Advaita vedanta geht davon aus, daß man keine Erfahrung davon machen kann.

    Advaita Vedanta ist nur ein philosophisches Konzept.

    Es besagt, daß, wenn Du eine "Erfahrung" suchst, Du die "Welt" spalten mußt, nämlich in den Erfahrenden (Ich) und das Erfahrene (Welt).

    Advaita sagt: Erfahrender und Erfahrenes sind eins. Erleuchtung ist der Zustand, wo es keinen Erfahrenden und keine Erfahrung gibt, sondern nur reines Sein. Wenn Du auf die Suche nach Erfahrung gehst, bewirkt eben jene "Bewegung" die Trennung von der Wahrheit.

    Die Suche selbst führt Dich in die Zweiheit.


    Gruß, manosha
     
  6. sam°

    sam° Mitglied

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    Hallo Manosha,

    willkommen hier im Forum!


    Vielleicht wurde in dem philosophischen Konzept ja auf das trennende Ego und den Verstand vergessen? ;) Letztendlich stimmt das natürlich, was Advaita über Einssein und Zweiheit sagt.

    Hast Du Dich mit Advaita "beschäftigt" bzw. lautet meine neugierige Frage eigentlich, wie Du "nicht-suchst"?


    Alles Liebe Dir
    sam
     
  7. Thorsten Göttel

    Thorsten Göttel Neues Mitglied

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    Heinsberg
    Hallo Manosha,

    vieles von dem was Du sagst kann ich nachvollziehen! Bin mittlerweile auch etwas weiter, als zu dem Zeitpunkt wo ich den Ursprungsbeitrag verfaßt habe.
    Du hast Recht mit:

    Es gibt im Prinzip nur zwei sprituelle Schulen:

    1. diejenigen, die von einem Dualismus ausgehen. (Der Mensch muß sich mit dem Göttlichen vereinen)

    2. diejenigen, die sagen: das, was Eins ist, kann nicht vereint werden, da es niemals zwei war.

    Aber dennoch muß die Sehnsucht nach Freiheit dem 2. Prinzip vorangehen. Von wem wird die Sehnsucht erzeugt? Wer ist ?

    Ich denke nicht das ich durch Suche die Trennung erzeuge! Die Trennung habe ich schon vor meiner Geburt geplant... Oder vielleicht war es nicht "ich", sondern "DAS"!!
    Dennoch bin ich durch das Leben mit dem Verstand identifiziert worden und die meisten Menschen werden auch bis zu ihrem Tod mit diesem "ich" identifiziert bleiben. Ich denke, das ich sehr wohl auf der Suche nach meinem wahren selbst (DAS!) sein kann, ohne dadurch Trennung zu erzeugen.

    Natürlich gibt es kein wahres Selbst und die anderen wahren Selbste! ;) Es gibt nur das eine... DAS!

    Aber um dahin zu kommen, ich meine um nicht nur zu glauben, sodern zu wissen, zu spüren (nicht mit dem Verstand) wer ich bin, bedarf es sehr wohl der Trennung. Sonst wäre alles umsonst! Sonst würde es keinen Sinn ergeben...

    Alles liebe Dir & bleib bewußt :sleep3:

    Thorsten
     
  8. manosha

    manosha Mitglied

    Registriert seit:
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    Hallo Thorsten,

    danke für Deine Antwort.

    Ja, ich denke auch, daß beide "Schulen" zusammengehören.

    Die erste "Schule" ist die "Frage".
    Die zweite Schule ist die "Antwort"

    Und ohne Frage kann es auch keine Antwort geben.
    Und wer nie die Frage stellt, wer nie die Sehnsucht nach einer Antwort verspürt, beweist damit, daß er sich gar nicht richtig entwickelt hat. Denn wenn sich der Verstand richtig entwickelt, dann muß er irgendwann an diese Frage stoßen.

    Wir haben bislang nur über Advaita gesprochen, nicht aber über Vedanta. Vedanta heißt: das Ende des Wissens.

    Um an das Ende des Wissens zu gelangen, muß man durch das Wissen hindurch gehen. An den Grenzen des Wissens beginnt das Unwissbare, advaita.

    Darum müsste es richtiger heißen: Vedanta Advaita

    Einen herzlichen Gruß von manosha
     
  9. manosha

    manosha Mitglied

    Registriert seit:
    7. Oktober 2003
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    123
    Hallo Sam,

    schöner Name. Erinnert mich immer an Herr der Ringe.

    Danke für Deine Antwort.
    Leider verstehe ich den ersten Satz nicht ganz. Wurde es vergessen oder wurde darauf verzichtet?????

    Deine Frage ist wirklich eine gute Frage und auch spitzfindig:

    Wie sucht man nicht?

    Das ist wirklich knifflig und schwer zu erklären. Eigentlich ist es ganz einfach und doch ist es wohl das schwerste auf der ganzen Welt. Genau diese Frage wurde auch "Buddha" gestellt.

    Er antwortete darauf mit Schweigen.

    Ein andermal sagte er: Wer weiß redet nicht, wer redet weiß nicht.

    Und doch redete er darüber bis zu seinem körperlichen Tode.

    Alle großen Lehrer haben darüber geredet und zugleich immer wieder betont, daß es sich nicht erklären läßt.

    Es gibt so viele Möglichkeiten, mit dieser Frage umzugehen.

    Shiva zum Beispiel hat seiner Gemahlin Devi gar keine Erklärung gegeben, sondern zu ihr gesagt: Meditiere und Du wirst die Antwort erhalten.

    Das ist wirklich erstklassig. Denn wenn klar ist, daß es keine Antwort geben kann, verlagert sich der Schwerpunkt auf die Frage. Die Frage entsteht durch einen Mangel an Bewußtheit.
    Durch Meditation schärfe ich mein Bewußtsein. Durch ein schärferes Bewußtsein löst sich die Frage auf. Die Antwort besteht also darin, daß sich die Frage im Licht der Bewußtheit auflöst, so wie die Dunkelheit verschwindet, wenn man Licht hereinbringt.

    Wenn man schon etwas tun muß, kann man meditieren, aber "nicht-suchen" ist kein tun. Man kann kein "Nicht-tun" tun.

    Daher sage ich jetzt: Ich kann nicht "nicht-suchen". Diese Frage kann ich Dir nicht beantworten.

    Viele Grüße, Manosha
     
  10. sam°

    sam° Mitglied

    Registriert seit:
    9. Mai 2003
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    Hallo Manosha,

    ich wollte mit meinem Satz (Vielleicht wurde in dem philosophischen Konzept ja auf das trennende Ego und den Verstand vergessen?) sagen, dass wir uns nicht nur durch die Suche nach Erfahrung und den Erfahrenden von der Welt spalten, sondern dass dies ja schon früher passiert. Nämlich zu der Zeit, wo sich unser Ego und unser Verstand bildet und wir uns so, vom reinen Sein trennen (und damit zugleich wahrscheinlich auch schon wieder die Sehnsucht danach in uns gelegt wird?)

    Aber vielleicht war das zu der Zeit, als die Advaita-Philosophie ihren Ursprung nahm, noch nicht so ein Thema, weil die Menschen einfach noch natürlicher, mehr im Einklang mit der Existenz lebten.

    Also, ich weiss die Antwort auch nicht :)
    Und darum geht es ja auch nicht -wie Du schön sagtest- , sondern um die Bewusstheit in deren Licht, sich auch die Frage auflöst.


    Alles Liebe Dir
    sam
     
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